8.Kapitel

Lautes Gepolter aus dem Flur lässt mich verschlafen auf die andere Seite drehen. Doch als das laute Fluchen und der Krach nach ein paar Minuten noch immer nicht aufhört oder wenigstens leiser geworden ist, öffne ich murrend meine Augen.
Sofort wandert mein Blick auf meinen pastellgrünen Wecker, der auf meinem Nachttisch steht.
08:46 Uhr, leuchtet mir in roter Schrift entgegen.

Schwer fällt mein Kopf wieder zurück ins weiche Kissen. Man, es ist ja erst viertel vor neun. Wieso macht meine Mutter nur so einen Krach?!

Erst als der Gedanke in mein noch müdes Hirn gesickert ist springe ich aus dem Bett. "Scheiße, Scheiß, Scheiß!", murmle ich immer wieder vor mich her. Ich tippe noch schnell eine kurze Nachricht an Jami, damit sie Bescheid weiß.

Hab verschlafen😩🤦🏻‍♀️
~08:48

Aus meinem Schrank ziehe ich einfach eine schwarze Jeans und ein dunkelblaues T-Shirt, mit Ärmeln die dreiviertellang sind.
Ich ziehe mich schnell an und lasse das schminken heute einfach ganz sein. Schnell putze ich noch meine Zähne. Im Flur begegne noch meiner Mutter.
"Du bist noch hier?", fragt sie mich verwundert. "Ja, hab' verschlafen. Könntest du mich vielleicht bei der Schule rauslassen?", frage ich sie hoffnungsvoll. Ich wüsste sonst nicht, wie ich zur Schule kommen sollte, denn der Bus ist ja schon weg und ich habe keine Ahnung wann der nächste kommt, wahrscheinlich erst in einer halben Stunde.

"Klar, kein Problem. Bist du dann fertig? Ich wollte nämlich jetzt fahren?" Wortlos nicke ich und trete hinter meiner Mutter die Stufen unserer Treppe nach unten.

Aus dem Kühlschrank fische ich mir noch eine kalte Wasserflasche, die ich mir in meine schwarze Schultasche stecke.
Mein Handy stecke ich in meine hintere Jeanstasche und begebe mich zur Garage.
Meine Mutter sitzt schon in ihrem Auto und fummelt am Radio herum. Schmunzelnd öffne ich die Autotür und lasse mich auf den Beifahrersitz gleiten.

Fünfzehn Minuten später kommt das Auto vor der Schule zum stehen. Ich verabschiede mich schnell von meiner Mutter und springe dann hektisch aus dem Auto.
Mit meiner Schultasche in der Hand renne ich auf den Schuleingang zu.

"Herein!", ertönt die gedämpfte Stimme durch die Tür, nachdem ich endlich an meinem Klassenraum stehen bleibe und meinen schnellen Atem etwas beruhigt habe. Langsam drücke ich die kühle Klinke auf und husche ins Klassenzimmer.
Naja zwar hab ich versucht so unauffällig wie möglich rein zukommen, aber das hat ja natürlich wieder nicht geklappt.
Die ganze, aber wirklich die gesamte Klasse starrt mich an.

Eigentlich bin ich ja nicht so ein Schüler bzw Schülerin, die täglich zu spät ist und die Hausaufgaben vergessen hat. Eher bin ich die brave, unauffällige und immer pünktliche Schülerin. Kein Wunder, dass mich die ganze Klasse jetzt anglotzt als wäre ich ein Zebra, das gerade mit einem pinken Pulli und einem Skateboard ins Klassenzimmer gefahren kommt.

Auch mein Lehrer Mr. Felinski blickt mich überrascht, über seine große Brille an.
"Ms. White also, dass sie zu spät kommen überrascht mich zwar jetzt wirklich! Haben sie einen guten Grund oder möchten sie sofort das erste Mal nachsitzen kommen?"

"Ähmmm, ich hab' verschlafen? Mein Wecker hat nicht geklingelt.", gebe ich verlegen von mir. "Also wirklich, immer diese Standartausreden. Wenn sie schon zu spät kommen, sollten sie sich wenigstens die Mühe machen sich eine anständige Ausrede einfallen zu lassen! Nach der Schule kommen sie einfach eine Stunde nachsitzen!", donnert unser Lehrer bevor er ein grimmiges "Setzen!", von sich gibt und sich wieder der Tafel zuwendet. An der Tafel steht Luisa und schenkt mir ein aufmunterndes Lächeln.

Ohne sie zu beachten drehe ich mich um und steuere meinen Platz zwischen Jamina und Silas an. Silas kaut gelangweilt auf deinem Stift herum und beachtet mich nicht.
Jamina im Gegensatz schiebt mir ihr Blatt zu, auf dem schon ein paar Rechenaufgaben sauber aufgeschrieben sind.

"Melodie White hat Nachsitzen! Dass ich das noch mit erlebe.", flüstert sie mir belustigt zu. "Halt deinen Mund!", zische ich grinsend und fange an die Rechnung abzuschreiben.

"Was hast du nächste Stunde?", flüstere ich fragend, ohne meinen Kopf zu heben.
Doch als nach ein paar Sekunden keine Antwort kommt hebe ich verwirrt meinen Kopf.

"Jamina! Hör auf!", schimpfe ich fast schon. Ertappt zuckt sie zurück und hört auf Luisa, die noch immer an der Tafel an der selben Rechnung rätselt, giftige Blicke zu zuwerfen.
"Du hast mir erlaubt, ich darf ihr eine klatschen!", gibt sie wie ein kleines Kind beleidigt von sich.

Grinsend schüttle ich meinen Kopf über meine beste Freundin und widme mich wieder dem Unterricht zu.

**
744 Wörter
Lied: Veysel - Habibo

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