Blau machen


Zwei quälend lange Wochen sind nun endlich vorüber und Sascha kann nun endlich wieder zur Schule gehen.
Seit es seinem Vater wieder besser geht und die beiden ihre Differenzen wieder im Griff haben, geht es auch Sascha wieder gut und er freut sich sogar auf die Schule.
Er hofft das diese seinen unstillbaren Durst nach Wissen stillen kann.
Sascha befindet sich nur noch wenige Straßen von der Schule entfernt als ihn eine bekannte Stimme aus seinen Gedanken reißt.
“Hey Alter, kannst du mir verraten warum du dich die letzten zwei Wochen nicht einmal gemeldet hast? Ich habe mir richtige Sorgen gemacht.”
Sascha dreht sich um und erblickt seinen besten Freund und läuft geradewegs auf ihn zu.
“Hey Basti.” ruft er freudestrahlend und umarmt ihn vor Freude.
“Es ist so schön dich wiederzusehen.” flüstert er seinem besten Freund ins Ohr, welcher daraufhin seine Freude kaum zurückhalten kann.
“Alter, sag mal hast du später Zeit?” will Basti wissen.
“Kommt darauf an was mein Vater dazu meint, ich muss ihn vorher um Erlaubnis bitten.” antwortet Sascha freudig.
“Wenn er nichts dagegen hat, kannst du ja bei mir vorbei kommen, aber du musst vorher Anrufen… Oder du schreibst mir eine Nachricht, eine Brieftaube ginge auch in Ordnung, bei Eulen bin ich mir nicht sicher, da könnte mein Onkel ein Problem mit haben.” witzelt Basti ein wenig.
Sascha stimmt ihm zu, doch da die beiden Jungs auf unterschiedliche Schulen gehen, trennen sich ihre Wege auch schon wieder.
Beide sind sehr glücklich über dieses kurze aber intensive Zusammentreffen.

In der Schule angekommen ist Sascha zwar immer noch sehr glücklich,
gibt sich aber sehr viel Mühe dies nicht zu zeigen, schließlich möchte er den andern Jungs keinen Grund liefern ihn zu drangsalieren.
Kaum betritt er die große Eingangshalle der Schule, hört er auch schon seine altbekannten Peiniger welche nicht allzu weit weg von ihm stehen.
“Na sieh mal einer an wer sich mal wieder in die Schule traut.” sagt Jeremie während er auf Sascha deutet.
Eine Antwort von Lukas lässt nicht lange auf sich Warten.
“Oh… Das Müffelbüffel Stinke Tier ist wieder hier, dass hab ich ja ewig nicht gesehen, oder sollte man sagen gerochen?”
Sascha’s Freude und Fröhlichkeit weicht nun der Angst und Hilflosigkeit.
Er versucht es zu überspielen und begrüßt die Beiden.
“Hi Jeremie, hi Lukas, wie geht’s?”
Beide sehen ihn an, grinsen und schubsen ihn beiseite und gehen in Richtung Klassenraum.
Sascha ist sich jetzt gar nicht mehr so sicher ob er an diesem Ort weiter verweilen möchte und denkt einen kurzen Augenblick darüber nach ob er die Schule nicht vielleicht doch noch einen Tag länger ausfallen lassen sollte.
Als er einen Blick nach draußen wirft traut er seinen Augen nicht,
er sieht wie Basti gerade an seiner Schule vorbei geht.
“Basti? Basti macht Blau? Na wenn der das kann, kann ich das auch.” denkt er sich und schleicht sich aus der Schule.
Kaum hat er das Gebäude verlassen versucht er hinter Basti hinterher zu kommen.

Endlich hat er ihn drei Straßen weiter eingeholt.
“Maaan… Sag mal hörst du schwer?” fragt er völlig aus der Puste.
Basti erschrickt und dreht sich zu ihm um.”ALTER?!? Sag mal bist du wahnsinnig mich so zu erschrecken? Ich hatte fast einen Herzinfarkt! Was machst du überhaupt hier? Hast du keine Schule?”
“Ich mache heute Blau, genau wie du?” Japst Sascha.
Basti schaut ihn schief an. “Ähm? Was? Wieso Blau? Ich hab die ersten beiden Ausfall wegen unserem Lehrermangel. Moment? Bist du irre? Wenn du Blau machst gibt es Ärger?!? Das gibt nen Tadel, Hausarrest, Taschengeld entzug und ähm… Moment… Was zum Henker rede ich hier? Ich klinge ja schon fast wie mein Vater… Was sagtest du doch gleich? Blau machen klingt super.”
Sascha ist sich noch nicht ganz sicher ob er verstanden hat was Basti gerade vor sich her sprach, dieser jedoch wartet keine weitere Antwort ab und signalisiert dass Sascha ihm folgen soll, was er natürlich ohne weitere umschweife in die Tat umsetzt.
Als die beiden nun eine ganze Weile gelaufen sind, versucht Sascha Basti dazu zu bringen eine kurze Verschnaufpause einzulegen, da er selbst schon ziemlich aus der Puste ist und auch keine Kraft mehr hat um noch weiter zu laufen.
“Können wir mal eine Pause machen?” fragt er völlig fertig.
Die folgende Antwort von Basti ist nicht so wie er sie gern gehabt hätte.
“Wir sind fast da, jetzt bloß nicht schlapp machen.”
Sie laufen also weiter.

Endlich bleibt Basti stehen und sagt erschöpft. “Da wären wir.”
Sascha schaut ihn etwas verdutzt an.”Und wo genau sind wir hier?”
“Bei mir zu Hause.” grinst Basti ihn an.
“Bei dir zu Hause? Moment, bekommen wir keinen Ärger von deinem Onkel?” will Sascha wissen. “Er ist nicht zu Hause, aber selbst wenn, er motzt eigentlich nie und schon gar nicht wegen sowas… Er würde nur wieder sagen, Du Lernst nicht für mich… Und er hat recht, aber ich finde es absolut Cool das er so gechillt bleibt.” Antwortet Basti trocken.
Sascha ist sehr verwundert, schließlich kennt er so etwas einfach nicht, er ist es gewöhnt Ärger zu bekommen wenn irgendwas nicht richtig war.
Sein Vater sähe es bestimmt als Schande an, dass er es sich wagt die Schule zu schwänzen, auch oder gerade weil sein Vater nicht weiß was in Sascha vorgeht.
Der Junge macht dies allerdings zum allerersten Mal.
Er ist auch zum allerersten Mal bei Basti zu Hause und kann es kaum erwarten sein zu Hause zu sehen.

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