Sonntag
Laila P.o.V.
"Sind sie nicht süß?"- "Halt die Klappe! Du weckst sie noch!", ein Klickgeräusch erklingt und es wird kurz hell. "Man Louis, mach den blöden Blitz aus!"- "Sorry, ich dachte der ist aus!"- "Vielleicht sollten wir gehen und sie noch etwas schlafen lassen, meint ihr nicht?!", diskutieren die Stimmen in einem nicht wirklichen Flüsterton, wahrscheinlich sollte es aber einer sein.
"Ja, solltet ihr!", brumme ich mit halbgeöffneten Augen und sehe nur vier unschuldig lächelnde Idioten vor meinem Bett stehen. Ach stimmt, Harry hat ja hier übernachtete. Das erklärt dann auch den Druck um meine Hüfte. Von Harry hinter mir, kommt auch ein zustimmendes Brummen an die Jungs gerichtet. Er zieht mich noch näher an seine Brust und vergräbt sein Gesicht an meinem Hals.
"Frühstück ist fertig! Und heute ist das Konzert, also solltet ihr euch dann doch langsam mal erheben", flötet Louis noch und schließt dann hinter sich die Tür. Seufzend drücke ich mein Gesicht ins Kissen. Diese Jungs sind einfach nur unglaublich anstrengend! "Morgen", kommt es von hinten, als ich fast schon wieder eingeschlafen bin. Mit einem Brummen drehe ich mich zu ihm um und sehe ihn aus noch halb zusammen gekniffenen Augen an. "Morgen", gebe ich dann mehr schwerfällig zurück. Grinsende Lippen werden auf meine gedrückt, was ich natürlich nur zu gern erwidere. "Wir sollten aufstehen", sage ich keuchend nachdem ich ihn doch leicht wegdrücken musste, um nicht zu ersticken. Ebenfalls mit schnellem Atem, aber auch mit einem unschuldigen und frechen Grinsen sieht er mich an. Mein Freund stimmt mir schließlich nickend zu. Ohne zu hetzen, im Ernst, wir sind nicht schneller als Schnecken unterwegs, stehen wir auf und machen uns fertig. Dann gehts frühstücken und ab zurück an die Arbeit. Vor meinem Stand verabschieden wir uns mit einem langen Kuss, da wir uns bis zum Konzert nicht nochmal sehen werden.
Seufzend lasse ich mich auf meinen Stuhl fallen, atme tief durch und fahre dann den Laptop hoch, um alle Zahlen zu aktualisieren. Auf Grund des Konzerts wird heute nochmal eine Großzahl an Fans erwartet. Hoffentlich lassen sie auch ein bisschen Taschengeld da. So fies das auch klingen mag, wer in ein Kaff fahren kann, um seine Idole zu sehen, der kann auch ein paar Dollar für eine gute Sache spenden. Ob bewusst oder unbewusst ist dabei ja egal....
Kopfschüttelnd betrachte ich, wie die Band für ihren Auftritt zurecht gemacht wird. Zu viel Aufwand und zu viel Genöle! Respekt an die anwesende Crew für ihre unglaubliche Geduld! Das Konzert wird in Kürze beginnen und ich bin Backstage bei den Idioten. "Anfang in fünf Minuten! Laila du musst gleich raus!", sagt ein Frau mit Headset und Klemmbrett laut. Ja, richtig! Ich habe mich dazu breitschlagen lassen die Anmoderation zu übernehmen. Was habe ich mir nur dabei gedacht?! Naja, Augen zu und durch. "Du schaffst das schon!", Harry zieht mich in eine feste Umarmung und wir küssen uns noch einmal kurz. Einer der Techniker drückt mir ein Mikro in die Hand und ich atme zitternd aus. Ich habe noch nie vor so einer großen Masse gesprochen. Aber hilft wohl nicht mehr. Augen zu und durch....
"Hallo, Leute! Schön dass ihr zu unserem Spendenfest für die Rettung des Gestüts Kannymore gekommen seid!", sage ich, als ich in der Mitte der Bühne stehen bleibe. Oh Gott, das sind ja mehr als gedacht, viel mehr! Da wird wohl durch die kleine Gebühr auch nochmal was an Einnahmen zusammen kommen. Positiv denken! Gott, das klingt voll geldsüchtig! Aber ich möchte den Hof eben unbedingt retten und da brauchen wir jeden Cent den wir kriegen können! Ich atme tief durch, was der schon jubelnden Menge aber nicht aufzufallen scheint.
"Wir freuen uns die Ehre zu haben, dass eine der momentan berühmtesten Bands der Welt bei uns begrüßen zu dürfen.",kratze ich all meinen Mut zusammen. Das Gejubel wird lauter: "Ja, ja, ich freue mich auch schon genauso sehr wie ihr darauf sie live zu sehen. Heißen wir sie Herzlich Willkommen in unserem bescheidenen Dörfchen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit One Direction", die Meute, welche zum Großteil aus noch recht jungen Mädchen besteht, rastet richtig aus. Es wird noch schlimmer, als ich die Bühne verlasse und die Jungs springend und tanzend diese betreten.
Das Publikum war fast nicht mehr zu halten. Ich hatte wirklich Angst die Fans würden gleich über die Absperrungen klettern und auf die Bühne stürmen, um die Jungs in Stücke zu reißen, damit jeder ein richtiges echtes Andenken an sie hat. Die Jungs begrüßen ihre Fans gebührend, bedanken sich dafür, dass sie gekommen sind, machen sie ebenfalls noch mal aufmerksam auf unser Spendenfest und bitten sie um eine kleine Spende für die Rettung des Gestüts. Die Fans antworten mit lautem Gekreische und dann geht es richtig los. Die Jungs fangen an den ersten Song zu performen.
Das Konzert läuft jetzt schon über eine Stunde und die Fans waren immer noch genauso laut, wenn nicht sogar lauter, am kreischen wie am Anfang. Die Jungs tanzen auch nach wie vor fröhlich über die Bühne wie Flummis mit zu viel Energie und singen einen Song nach dem anderen. Ich beobachte das ganze Geschehen vom Bühnenrand aus. Bei einem der letzten Songs, You and I, sieht Harry zu mir rüber und grinst mich breit an, was ich gerne erwidere. Sobald der Song zu Ende ist ruft er die Jungs zu sich und sie besprechen kurz irgendetwas. Das kann schon mal nichts Gutes heißen. Egal was die Jungs aushecken, es kann nicht gut laufen. Die Jungs verteilen sich wieder über die Bühne und sprechen nun wieder zu ihren Fans. Harry aber kommt auf mich zu und ich sehe ihn fragend an. „Was habt ihr schon wieder vor?", frage ich misstrauisch. Er stellt sich neben mich und sieht so nun ebenfalls auf die Bühne raus. „Ach, wir haben uns nur ein kleines Highlight für den Schluss überlegt.", grinst er mich verschmitzt an. Ich schaue ihn weiterhin misstrauisch an und höre dann den anderen Jungs zu. „... Und als kleines letztes Highlight des Tages möchten wir euch jemanden ganz besonderen vorstellen, jemanden der uns in den letzten Wochen sehr ans Herz gewachsen ist und wir freuen uns wirklich sehr, dass wir sie haben kennen lernen dürfen...", Oh nein, mir wird nun klar, was die Jungs vorhaben, „besonders einem von uns ist sie über die Maßen ans Herz gewachsen", sagt Louis und wackelt anzüglich mit den Augenbrauen, was man auf dem großen Bildschirm erkennen konnte auf welchem eine Live Übertragung der Bühne gezeigt wird, damit auch die Gäste ganz hinten alles mitbekommen können. Erneut rastet die Menge aus vor Freude, vor Entsetzen, vor Erstaunen, vor Wut. Ich kann mich nicht ganz einigen. Sagen wir einfach von allem etwas. „Nein, nein, nein! Vergesst es!", ich sehe meinen Freund mahnend an und drehe mich weg um zu gehen. Doch er hält mich auf und schmeißt mich einfach über seine Schulter. Ich kreische und haue auf seinen Rücken ein, doch ihm scheint es nicht viel auszumachen. Im Gegensatz, er lacht mich einfach aus. „Also meine Lieben, bitte einen kräftigen Applaus für unsere liebe Freundin Laila.", ruft Niall ins Mikro während mein Freund mit mir über der Schulter einfach auf die Bühne marschiert. Mitten auf der Bühne, ohne Chance auf eine Flucht, setzt er mich dann endlich wieder ab, so dass ich nun erneut freie Sicht auf die gefühlt, unendlichen Mädchen habe. Von einigen bekomme ich bitterböse Blicke zu geworfen. Etwas unbeholfen lächel ich in die Menge, während mein Freund seinen Arm um meine Schultern liegt. „Das, meine Lieben, ist meine bezaubernde Freundin Laila und ich hoffe dass ihr alle nett zu ihr sein werdet und uns unser Glück gönnt. Denn ich liebe sie von ganzem Herzen", sagt er ins Mikro und ich werde ganz rot. Das laute 'Awww' der Menge macht es auch nicht besser. Ich sehe zu ihm hoch, da er ja einen halben Kopf größer ist als ich und im gleichen Moment treffen seine Lippen ganz unvorbereitet die meinen. Natürlich erwidere ich und vergesse dabei sogar, dass wir gerade doch Recht viele Zuschauer haben. Als wir uns leicht lösen lächeln wir uns an und ich sage leise, sodass nur er und vielleicht die anderen Jungs es noch hören: „Egal, wie süß das jetzt auch war, ihr werdet später noch riesen Ärger kriegen." Macht euch auf was gefasst, Jungs!
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Heute gibt es eine Art Lesenacht eben am Nachmittag/abend, also Lesenachmittag, oder wie ihr es nennen wollt. Ich habe vor die Story heute abzuschließen.
LG
Rubin137
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