4. Kapitel

Daisy, so hieß Alessandros Putzfrau, hatte alles mögliche gekocht. Normalerweise würde ich mich aufs Essen stürzen, doch mir war der Hunger vergangen. Alessandro setzte sich an den Tisch, und in wenigen Sekunden war Daisy schon bei ihm und goss ihm Wasser ein. Ich blieb vor dem Tisch stehen.

"Setz dich doch.", sagte Alessandro.

"Ich habe keinen Hunger.", sagte ich entschieden.

Daisy blickte ängstlich in Alessandros Richtung. Sie hatte Angst vor ihm. Ihre Augen fürchteten sich vor einem Wutausbruch. Ich blickte herausfordernd in Alessandros Augen. In seinen Augen loderte die Wut. "Setz dich hin.", knurrte er. 

"Ich kann leider nicht auf solchem Material sitzen."

Alessandro sah mich irritiert an. Im nächsten Moment klatschte er die Hände auf den Tisch und erhob sich. Er stellte sich vor mich, und blickte mir schadenfroh in die Augen. "Ach, die feine Dame darf also nicht auf solch einem Material sitzen?", fragte er grinsend.

Ich blickte hart in seine Augen. "Hast du ein Problem damit, oder was?"

Er packte mich am Arm, und zog mich an seinen Platz. Er setzte sich auf seinen Stuhl, und zog mich auf seinen Schoß. Ich schlug ihm gegen den Arm, doch er ließ nicht locker. "Lass mich verdammt nochmal los.", fauchte ich. 

Er ass in Seelenruhe weiter, und kümmerte sich recht wenig um meine Worte. Es brachte mich auf die Palme, dass er mich bewusst ignorierte. Ich blickte auf den Tisch. Alessandros Glas Wasser fiel mir in den Blick. Ich blickte von dem Glas Wasser in Daisys Richtung, die mich panisch ansah.

Sie tat mir zwar leid, doch es hielt mich nicht von meinem Vorhaben ab. Ich ließ meine Finger unauffällig in Richtung Glas gleiten. Meinen Blick hielt ich weiterhin auf Daisy gerichtet. Meine Augen befahlen ihr still zu sein. Am Glas angekommen, hielt ich kurz die Luft. Dann umfassten meine Finger das kalte Glas, und führten den Becher zu meinem Mund.

Ich nahm einen Schluck, und drehte mich zu Alessandro. Mein Arm wanderte um seinen Hals und verharrte an der rechten Schulter. Alessandro schien erstaunt über diese Bewegung. Ich grinste ihm ins Gesicht, und schlug das Glas voller Wucht gegen sein Hinterkopf. Alessandro sackte nach hinten.

Daisy sah erschrocken zu Alessandro und dann zu mir. "Bist du denn vollkommen bescheuert?", fragte sie. 

Ich sah sie entschuldigend an. "Es tut mir leid, doch meine Freiheit ist mir leider wichtiger, als dieser aggressive Kerl."

Ohne Daisy einen weiteren Blick zuzuwerfen, eilte ich aus dem Essraum, und begab mich auf die Suche nach einer Tür, die mich zu meiner Freiheit führte. Das Haus war zwar rießig, doch man konnte sich schnell die Türen und die Gänge merken. Bevor ich die Tür erreichen konnte, wurde mir schwindelig. 

Mich überkam ein so plötzlicher Schmerz, dass ich mich an der Wand anlehnen musste. Ich hatte vergessen meine Tablette zu nehmen. Mit schwerem Atem suchte ich das Zimmer, in dem ich am Anfang lag, auf. Mein Blick wanderte schnell im Zimmer herum, in der Hoffnung meine Tasche zu bekommen. Doch ich sah sie nicht. Meine Tasche war nicht hier.

Bevor ich etwas unternehmen konnte, sackte ich weg.

* * *

Ich spürte, Hände auf meinem Arm. Etwas wurde mir in den Arm gespritzt. Jemand redete und dann Stille. Ich hörte jemanden atmen. Ich wagte es nicht, meine Augen zu öffnen, aus Angst nicht dort zu sein, wo ich am liebsten wäre. Trotz allen Argumenten öffnete ich die Augen, und blickte in Alessandros Gesicht.

Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich hätte wenigstens mit meiner Mom gerechnet, aber nicht mit ihm. Ich hatte mich bloß für seine Tattoos interessiert, und jetzt lag ich hier. Alessandro hatte ein Verband um den Kopf gewickelt. Ansonsten schien es ihm gut zu gehen, denn er funkelte mich böse an.

"Was war das eigentlich für eine Aktion?", knurrte er.

Ich legte meine Hand auf die Stirn. "Bitte, nicht so laut. Was habe ich verabreicht bekommen?"

"Frag den Arzt, nicht mich. Du wirst für deine Aktion büßen."

"Ich wollte doch nur nach Hause.", flüsterte ich.

"Dass ist mir egal.", brüllte er plötzlich.

Mein Herz klopfte ein bisschen schneller. Meine Tränen waren längst trocken. Ich hatte es unbewusst mit der Angst zu tun. Obwohl ich ihn noch nicht kannte, hatte ich jetzt schon Angst. In mir drin hatte ich Angst, doch außen tat ich auf mutig. Ich funkelte ihn böse an.

"Was versuchst du zu erreichen? Brauchst du Geld? Ich habe keins, okay."

"Ich brauche keinen einzigen Cent. Ich will nur dich."

"Du bekommst mich nicht.", sagte ich.

"Aber du wirst mich brauchen. Denn ohne deine Tabletten, bist du tot.", sagte er grinsend.

"Du widerst mich an.", sagte ich.

Er sah mich daraufhin ausdruckslos an. "Vielleicht sollte ich dir mal die Regeln erklären. Erstens: Es werden alle Türen überwacht. Zweitens: Überall sind Wachen, also wag es nicht zu flüchten. Drittens: Für Dinge, die du tust und die mir nicht gefallen, wirst du bestraft. Hast du Fragen?"

"Du kannst mich mal.", sagte ich und drehte mich zur Seite.

"Außerdem teilen wir uns ein Zimmer."

Ich sah ihn erschrocken an. "Wie bitte? Wenn du hier schläfst, schlafe ich auf dem Boden."

Er näherte sich mir. "Du wirst mit mir in einem Bett schlafen, ansonsten spürst du meine Härte in dir."

Ich wich zurück, und knallte gegen die Wand. Ich atmete gedämpft. "Dass würdest du nicht tun.", flüsterte ich.

Jetzt war er nur noch paar Millimeter entfernt. "Ach, würde ich nicht."

Er roch nach rauch. Bei jedem Wort von ihm, spürte ich seinen Atem an meinem Mund. Er drängte mich lautlos ihn zu atmen. Seine Hand fuhr an meinem Gesicht entlang, strich eine Haarsträhne zur Seite. Seine Lippen waren nicht weit entfernt, aber ich würde ihn niemals küssen. 

Bevor sein Mund meinen traf, wand ich mich hastig ab. Er küsste meine Wange. Grinsend wand er sich ab. "Süße Ava, bald bist du meins."

***

Leute, 10. Klasse ist hart. Ich bin gerade mal eine Woche in der Schule und schon komplett gestresst und down. Dagegen war die 9. das Paradies. 

Die Aufgaben sind schwieriger und das bedeutet für mich: LERNEN, LERNEN UND VERDAMMT NOCHMAL LERNEN.

Die Updates werden daher selten kommen, aber ich werde mir mühe geben❤

Jen🌸🌹 aka Lesezeichen☆


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