3. Kapitel

Zu meinem Glück musste ich heute keinen Sport machen. Mein Nasenbluten hatte mich vor dem Grauen gerettet. Jedenfalls musste ich die ganze Stunde auf einer Liege liegen, während meine Mom weitere Vorgehensweisen mit dem Arzt besprochen hatte. Meine Gedanken drehten sich um den geheimnisvollen Fremden mit dem atemberaubenden Tattoo.

"Hey Ava.", sagte meine Mom und schüttelte meinen Arm.

"Ja?"

"Geh doch schon mal nach draußen zum Auto. Ich komme gleich."

Zwar blutete meine Nase nicht mehr, aber ich hielt lieber weiterhin das Taschentuch unter der Nase. Sobald ich an der Rezeption vorbeikam, schaute ich ins Wartezimmer, konnte aber keine auffällige Person erkennen. Ich hätte ihn gerne über die Bedeutungen seiner Tattoos ausgequetscht. 

Der Wagen meiner Mom stand nicht weit vom Krankenhaus entfernt. Er war sogar der Auffälligste. Früher gehörte dieser Wagen meiner Mom und meinem Dad. Ich konnte, durfte auch mit dem Wagen fahren, aber ich hätte zu viel Panik, dass ich einen Autounfall baue, weil mein Körper ja öfter versagt. Der Arzt hatte mir auch vom Autofahren abgeraten.

Ich ging auf das Auto zu, und bemerkte zu spät den großen Lieferwagen. Der Lieferwagen raste auf mich mit solch einer Geschwindigkeit zu, dass ich zu spät reagierte. Der Lieferwagen bremste, doch es war viel zu spät, denn er hatte mich schon am Becken getroffen. Es war ein leichter Stoß, aber die Schmerzen waren unbeschreiblich.

"Geht's dir gut? Hallo, hörst du mich?", fragte ein Mann.

Er packte mein Gesicht. Plötzlich stand nicht der Mann von eben vor mir, sondern der Typ aus dem Krankenhaus. Er sagte etwas, doch ich verstand kein einziges Wort. Er rüttelte an mir, und sprach mit mir. Nach und nach driftete ich komplett ab. Dann wurde alles schwarz.

* * *

Ich wachte mit harten Kopfschmerzen auf. Wie gewohnt führte ich meine Hand zu meiner Stirn. Meine Stirn glühte. Vorsichtig setzte ich mich auf, und sah mich um. Ich kannte diesen Raum nicht. Es war auch kein Zimmer im Krankenhaus. Dieser Raum war rießig. Und vollkommen fremd. Dieser Raum hatte nichts Frauenfreundliches. Es war eher neutral, sprich weiße Wände und ein Teppichboden. 

Ich lag in einem Bett für zwei. Wie war ich hierher gekommen? Ich schlug die Bettdecke zur Seite, und suchte nach einem Ausgang. Es gab insgesamt drei Türen. Die erste führte ins Badezimmer, die zweite in eine Art Schrank und die letzte Tür war zu. Der Ausgang. Jemand hatte mich mit Absicht hergebracht, und die Tür abgeschlossen.

Ich kehrte zur zweiten Tür zurück. Dort hatte ich Kleidung gesehen, die nicht für Männer bestimmt war. Ich nahm ein T-Shirt und schaute auf die Größe. Größe sechsunddreißig. Exakt meine Kleidungsgröße. Vielleicht war es schon länger geplant, dass ich entführt werden sollte. Aber wer konnte mich entführt haben?

Entweder der Lieferwagen Kerl, oder der Kerl aus dem Krankenhaus. Meine Gedanken konnte ich nicht weiter ausführen, denn ich hörte wie eine Tür aufgeschlossen wurde. Ich lief zur Tür, die vorher geschlossen war. Als erstes erblickte ich einen Kopf mit schwarzen Haaren. Und dann zeigte sich mein "Entführer."

"Wie geht's dir?", fragte der Kerl aus dem Krankenhaus.

Ich konnte ihn bloß mit offenem Mund anstarren. Er fuhr sich lachend durchs Haar. "Was lachst du so?", platzte ich heraus. Erschrocken legte ich meine Hände auf den Mund. Er sah mich erstaunt an.

"Wieso so unfreundlich?", fragte er grinsend.

Sein Grinsen ging mir auf die Nerven, dabei kannte ich ihn gar nicht. "Danke für deine Hilfe, aber meine Mom wartet auf mich. Tschüss."

Ich gelang nicht mal in die Nähe der Tür, denn er packte mich am Arm und hinderte mich am Gehen. Er beugte sich auf die Höhe meines linken Ohrs. "Du gehst nirgendwohin.", flüsterte er. 

Ich riss meinen Arm aus seinem Griff, und sah ihn fassungslos an. "Wie bitte? Ich muss nachhause."

Er verschränkte seine Arme, und sah mich herausfordernd an. "Du wirst hierbleiben. Du gehörst nämlich mir."

Ich prustete los. "Ich kenne dich nicht mal. Und ich gehöre Niemanden."

"Aber ich kenne dich.", sagte er und verließ das Zimmer.

Was sollte denn das bedeuten? Was hieß hier, er kannte mich. Ich öffnete die Tür, und blickte auf den Gang. Der Gang war so lang, dass ich nicht sehen, ob dort jemand stand oder nicht. Schleichend bewegte ich mich geradeaus. Ich kam an ungefähr zehn Türen vorbei, doch der Gang schien nicht enden zu wollen.

"Wie lange willst du noch geradeaus schleichen?"

Ich erschrak so doll, dass ich auf den Boden fiel. Mit weit aufgerissenen Augen schaute ich ihn an. "Willst du mich verarschen?", fauchte ich. Er streckte mir die Hand entgegen um mir aufzuhelfen, doch ich ignorierte sie. Ohne ihm weiter Beachtung zu schenken, ging ich weiter.

"Du solltest mich nicht ignorieren. Ich bin eine Person, die du bald dringend brauchen wirst.", sagte er.

"Wie lange muss ich hierbleiben?", fragte ich.

"Für immer."

Ich stoppte abrupt, und er knallte gegen mich. Mit zusammengekniffenen Augen drehte ich mich zu ihm um. "Es wird kein für immer geben, verdammt. Ich bin krank. Ich brauche meine Medikamente. Ich werde nicht hier, an der Seite von dir sterben.", fauchte ich aufgebracht. 

Er packte mein Gesicht. Mit festem Blick sah er in meine Augen. "Ava.", knurrte er. "Treib mich nicht in den Wahnsinn. Du wirst deine verdammten Medikamente bekommen, denn ich werde nicht zulassen, dass du stirbst. Wer mir gehört, stirbt nicht, außer meine Feinde. Also, bist du mein Feind?", fragte er bedrohlich.

"Woher kennst du meinen Namen?", fragte ich. 

Er lachte heiser. "Süße, ich bin Alessandro Black. Ein Mafiaboss. Ich kenne jeden."

Ich hatte viele Geschichten über Mafiabosse gehört. Sie waren aggressiv, besitzergreifend und bekamen alles was sie haben wollten. Er hatte leichte Karten mich zu entführen, aber woher kannte er mich? Ich hatte ihn noch nie gesehen. "Woher kennst du mich?", fragte ich flüsternd.

Er ließ mein Gesicht los. "Hast du Hunger? Meine Putzfrau hat uns etwas zu Essen gemacht." 

Er packte meine Hand, und zog mich in die Küche. Ich blickte auf seinen Rücken, und fragte mich, warum er so plötzlich das Thema gewechselt hatte. Ich musste einen Weg aus diesem Haus finden. Und ich musste wissen, woher er mich kannte und woher er das Recht nahm, mich sein zu nennen.

***

Hello✌Eigentlich wollte ich am Mittwoch das Kapitel posten, aber ich poste es am Dienstag, weil ich Geburtstag habe ^^

Wann habt ihr so Geburtstag? Vielleicht finden sich Seelenverwandte😊

Jen🌸🌹 aka Lesezeichen☆

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