24. Kapitel

Ich grübelte die ganze Nacht über eine Lösung für das Problem "Alessandro." Mir fiel überhaupt nichts ein und das Schlimmste war, dass ich es noch nicht mal jemandem anvertrauen konnte. Ich wusste nicht, was ich tun konnte. Ich fragte mich, warum Alessandro mich überhaupt treffen wollte. Wollte er sich für James rächen oder wollte er mich wieder zurück in sein Haus schleppen?

Bei dem Gedanken ihn treffen zu müssen, stieg eine eisige Kälte meinen Nacken herab. Ich hatte Angst, definitiv, aber ich würde mich nicht von ihm runter kriegen lassen. Ich hatte zwar einen Fehler gemacht, aber wenn ich jetzt für ihn gerade stehen würde, würde er diese Chance nutzen, um mir weh zu tun. 

Erstaunlicherweise bemerkte Ling meine Anspannung kein bisschen, sie plauderte mit mir, als wäre nichts schlimmes passiert, was es aber ist, nur dass sie nichts davon wusste. Sobald Ling sich auf den Weg zur Einzeltherapie aufmachte, lief ich grübelnd durch unser Zimmer. Ich musste stark sein, ermahnte ich mich.   

Auch kurz vor Acht fiel mir immer noch nichts ein. Also wartete ich bis Ling tief und fest schlief und zog mich ganz still an. Im stillen hoffte ich, dass Alessandro nicht kommen würde, aber ich wusste, dass es nichts brachte. 

Ich schlich mich auf den Flur und hielt inne, um zu hören ob noch jemand auf den Fluren unterwegs war. Als die Luft rein war, schlich ich vorbei ein Georganies Zimmer und hoffte, dass er wenigstens einmal seinen Job nicht machte, wobei ich es eigentlich hoffen sollte, damit er mir half, aber das würde Hugo und die anderen in Gefahr bringen.

Am Tag hatte ich dafür gesorgt, dass im unteren Stockwerk ein Fenster aufblieb, um mich dadurch zu zwängen. Es öffnete sich ein wenig knirschend und ich schwang mich aus dem Fenster, es sah nicht elegant aus, aber es machte immerhin keine Geräusche. Ich schlich gebückt unter die Fenster und rannte ganz schnell am Eingang vorbei, um mich hinter einem Baum zu verstecken.

Ich atmete ganz tief durch und schloss die Augen. 

"Du hast es tatsächlich geschafft."       

Ich zuckte stark zusammen und öffnete die Augen. Dort stand er. Grinsend und voller Arroganz. Niemals hätte ich gedacht ihm jemals wieder gegenüberzustehen, was natürlich ein absurder Gedanke war, denn Alessandro würde sich niemals geschlagen geben, nicht bis er gewonnen hatte.

"Ich hatte ja auch keine andere Wahl.", erwiderte ich schnippisch.

Er kniff die Augen zusammen und ballte etwas die Fäuste. "Werd nicht wieder frech."

Mit verschränkten Armen trat ich etwas vor. "Ich will eine Erklärung. Was willst du von mir? Warum holst du mich aus der Klinik? Ich muss hier sein. Verstehst du eigentlich, warum ich hier bin? Wegen dir bin ich ins Endstadium gerutscht und wäre beinah draufgegangen, wenn Hugo mich nicht hierher gebracht hätte. Du hast mir meine täglichen Tabletten verwehrt und dafür verachte ich dich. Gefällt es dir, wie sehr ich leide?", schrie ich ihn an.

Alessandro trat hastig vor und packte nach meinem Arm. "Sei still, bevor uns noch jemand erwischt.", knurrte er.

Angewidert schlug ich seine Hand weg. "Fass mich nicht an. Antworte gefälligst auf meine Fragen."

"Was soll ich dir sagen? Dass es mir leid tut, dass du kurz vorm sterben warst oder was? Ich werde mich nicht entschuldigen. Für nichts, rein gar nichts.", fauchte er.

Verletzt sah ich ihn an. Verdammt, ich wollte ihn mich nicht verletzen lassen, aber sowas gesagt zu bekommen tut mir weh. Er war für alles verantwortlich und sah es noch nicht mal ein. "Ich kann es einfach nicht fassen, dass du so unverschämt bist. Du hältst dich wohl für was besseres, nur weil du Mafiaboss bist und viel Geld hast."

"Halt deine Klappe, Ava. Du bewegst dich auf ganz dünnem Eis. Du hast nicht das Recht mich zu beleidigen, klar?"

Ich stieß ein Lachen aus. "Nicht das Recht, Alessandro? Jeder hat das Recht einem anderen Menschen die Meinung zu sagen."

Alessandro sagte nichts und brauchte es auch nicht, denn jemand packte mich an den Schultern und zog mich an sich. Ich stieß einen überraschten Schrei aus und stolperte ein wenig, aufgrund der Wucht. Ein Atem streifte mein Ohr und ich bekam eine Gänsehaut. "Hast du mich vermisst, Ava?", ertönte James Stimme.

Mein schlechtes Gewissen meldete sich direkt, noch immer suchte mich manchmal der Blick von James oder wie er dort am Boden lag nachts im Traum heim und ließ mich so schlecht fühlen, obwohl er es eigentlich verdient hatte. "Eher weniger. War ohne euch glücklicher dran.", sagte ich emotionslos, obwohl mir nach weinen war.

"Bring sie zum Wagen und bleib bei ihr.", sagte Alessandro zu James und ignorierte mich und meine Antwort komplett. Er entfernte sich von uns und ich war allein mit James.

James zog mich in eine Richtung und ich reagierte äußerst panisch, indem ich mich körperlich gegen ihn wehrte und alles dafür tat damit er mich losließ. Was er natürlich nicht tat, sondern kräftiger zupackte. Mir schossen Schmerzen durch den Körper, doch alles was mein Gehirn sah und sprach war Flucht.

"HILFE!", schrie ich aus vollster Kehle.

James schlug seine Hand auf meinen Mund und ich biss voller Eifer dort rein. Er stieß einen knurrigen Laut aus, behielt seine Hand aber trotzdem an Ort und Stelle. Ich wimmerte so laut und quietschig, dass meine Kehle immer trockener wurde, aber die Not hielt sie noch immer auf Trab. 

Ich merkte schnell, dass mein Bewusstsein öfter mal abdriftete. Meine Augen sahen alles doppelt und mein Kopf pochte so laut, dass ich gar nichts anderes mehr hörte. Ich verlor mich immer mehr, dabei wollte ich wach bleiben und mich aktiv gegen Alessandro und James wehren. Aber meine Krankheit machte mich so schwach, dass ich leider aufgeben musste und mein Bewusstsein endgültig verlor.  

***

Wow, ein Jahr ist es her, dass ich zuletzt etwas hochgeladen habe. Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat bis überhaupt was neues kam. Leider habe ich total den Anschluss auf die Geschichte verloren und wusste überhaupt nicht, was ich schreiben soll und wie es überhaupt weitergeht. Jetzt gerade habe ich so ungefähr den Durchblick bekommen und versuche mein bestes zu geben. I'm sooo sorry.

P.S. Nicht mein bestes Kapitel, aber ein guter Anfang.

Jen☁🌞 

   

               

Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top