Kapitel 30
(Kili POV)
Die fünf Minuten waren schnell vorbei. Fili hatte so schnell es ging mein Bein verbunden. Die beiden Wunden waren direkt übereinander, sodass mein Bruder nur einen Verband benötigte.
Aus dem Augenwinkel bekam ich noch mit wie Dwalin sich erhob und schützend einen dicken Zweig hochhielt. Etwas schnellte durch die Luft und ein Pfeil steckte in dem Holz.
Ich fuhr herum, griff nach einem Stein durekt neben mir und sprang auf die Füße, den Stein hoch haltend, bereit zu werfen. Doch dazu kam ich gar nicht mehr! Der Fremde schoss mir mit einem weiteren Pfeil den Stein aus der Hand und spannte schnell seinen Bogen wieder.
"Noch einmal und ihr seid tot", warnte der Mann und zielte direkt auf meinen Kopf. Balin hob beschwichtigend die Hände über den Kopf, während Fili Melissa in seine Arme zog. Wie gern hätte ich das jetzt auch getan! Betrübt senkte ich den Kopf und seufzte, als ich plötzlich Dwalins Hand auf meiner Schulter spürte.
"Das wird schon wieder, Kleiner!", versuchte er mich aufzumuntern.
"Dieser Kahn dort drüben? Ist der zufällig zu mieten?", fragte Balin gerade den Mann mit den dunklen lockigen Haaren. Er hatte herausgefunden, dass er aus der Seestadt kam und die Fässer beförderte. Die anderen gingen bereits vor und Balin und Thorin redeten mit dem Mann.
"Für den zahlen wir doppelt", meinte Balin gerade zu dem Mann, als ich angehumpelt kam, gestützt von Fili. Ich setzte mich erst gar nicht auf einen der Steine, sondern wurde gleich von Fili bis auf das Boot weitergeschleppt und ließ much dort auf einer Bank sinken, um erstmal zu verschnaufen.
Schnell gesellten sich die anderen zu uns und der Kahnfahrer legte ab. Über dem See lag dichter Nebel und weit konnten wir nicht sehen.
(Arya POV)
Ich folgte der Anweisung des Königs, stürmte in den Raum und legte Lauras regungslosen Körper auf den Tisch, den einer der zwei Heiler hastig leer geräumt hatte.
"Sie schwindet!", rief ich und öffnete kurz ihre Lider. Die blauen Augen waren weit nach hinten gedreht und zeigten keinerlei Reaktion.
"Ich brauche ein ganz bestimmtes Kraut. In meiner Welt nennt es sich das Kraut des Königs!", meinte ich und drückte meine Hand auf Lauras Wunde am Bauch.
"Es gibt ein Kraut hier, dass nennt sich Königskraut", meinte einer der Heiler. Er war in etwa so groß wie ich, hatte aber lange rotbraune Haare, die im Licht der einfallenden Sonne rötlich leuchteten. Seine braunen Augen funkelten, als er mir bei der Arbeit zusehen durfte.
"Ja das muss es sein", meinte ich und schenkte ihm ein Lächeln.
"Hol es, schnell", befahl der andere Heiler, der weitaus erfahrender und älter zu sein schien. Der junge Elb mit den rotbraunen Haaren musste noch in der Ausbildung sein.
"Prinz! Drückt hier auf die Wunde", meinte ich und löste mich mit dem Elbenprinz ab.
"Meine Name ist Legolas", meinte er leise, tat aber was ich wollte. Sein Vater, der König stand neben der Tür und beobachtete jeden unserer Handgriffe. Ich stürmte zu dem kleinen Fenster und riss es auf. Nicht weit auf einem Ast entfernt saß ein kleiner Vogel, der mich anschaute, aber nicht näher kam.
"Fethrblaka, eka weohnata néiat haina ono. Blaka eom iet lam. (Vöglein fürchte dich nicht. Flieg auf meine Hand) ", flüsterte ich und verwirrt schauten mich die Elben im Heilzimmer an. Der Vogel breitete seine Schwingen aus und kam auf meine Hand geflogen. Ich flüsterte ihm leise ein paar Worte ins Ohr und ließ ihn dann wieder fliegen.
Hastig drehte ich mich um und lief zurück zum Tisch.
"Ihr Pullover muss weg", meinte ich und kaum hatte ich das gesagt, reichte der König mir eine Schere. Ich nahm sie mit einem Nicken an und schnitt rund um die Wunde den Stoff weg. Einige Flusen klebten bereits in der Wunde.
"Ich brauche Wasser, heißes Wasser", meinte ich und schaute auf.
"Ada, könntest du vielleicht?", fragte Legolas und schaute den König fragend an.
"Ja gut", meinte er und rauschte aus dem Raum. Kaum, dass er fort war kam der junge Elb zurück. In seinen Händen entdeckte ich sofort die richtigen Kräuter, die ich dankend annahm.
"Aber könntet Ihr die Wunde nicht mit einem Zauber heilen?", fragte Legolas verwirrt.
"Ja schon, aber Laura würde dennoch sterben, weil sie zu schwach wäre. Ich brauche meine Zaubetkräfte noch wo anders", erklärte ich und wartete ungeduldig auf das heiße Wasser. Ich brauchte es dringend um die Wunde zu säubern und das Kraut fertig zu machen.
"Was machst du nur für Sachen", flüsterte ich und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
"Dieses laute Brüllen, vorhin. Was war das?", fragte Legolas, während wir ungeduldig warteten.
"Das", meinte ich und drehte mich zu ihm um.
"Das war ein Drache. Lauras Drache! Er fühlt denselben Schmerz wie sie und wird auch sterben wenn sie stirbt", erklärte ich und schaute wieder auf meine Freundin hinab.
"Sie hat zusammen mit Eragon ihr Leben riskiert um mich zu befreien, aus der Gewalt von Durza, einem Schatten", erzählte ich leise und seufzte.
"Und sie hatte sich gut mit meiner Mutter verstanden", ergänzte ich und hob ruckartig den Kopf, als die Tür aufgestoßen wurde. Thranduil kam wieder herein, gefolgt von einer jungen Elbin, die die Wasserschale sofort neben Lauras Körper auf den Tisch stellte.
Ich nickte und holte tief Luft.
"Dann mal los", murmelte ich und griff nach dem Wasser. Vorsichtig schöpfte ich etwas davon und begann die Wunde von Schmutz und allem möglichen Dreck zu befreien. Das was wir am wenigsten gebrauchen könnten, war eine Entzündung! Schnell war die Wunde sauber und ich schnappte mir das Königskraut. Es ähnelte unserem sehr und so zupfte ich schnell die Blätter ab und legte sie in das Wasser.
Als ich alle abgerissen hatte, musste ich erneut kurz warten, bis sie sich genügend mit Wasser vollgezogen hatten. Erst dann konnte ich sie wieder herausfischen und in Lauras Wunde verteilen.
"Wozu macht Ihr das?", fragte der junge Heiler neugierig unf trat einen Schritt auf mich zu.
"Das Kraut verhindert, dass die Wunde sich entzündet. Laura hat zwar etwas elfisches oder meinetwegen elbisches an sich, seit einer Zeremonie meines Volkes, aber sie ist immer noch ein Mensch", erklärte ich und drückte die Blätter auf die Haut. Die restlichen Blätter zerrieb uch und verteilte die Creme in der ganzen Wunde, bis zu ihrem Rücken. Laura hatte bereits ein wenig geheilt und am Rücken war die Wunde bereits verschlossen. Um die Wunde selbst komplett schließen zu können ohne selbst zu sterben, brauchte ich Fîrnen, meinen Drachen!
Aber ich kannte auch eine andere Möglichkeit ihr zu helfen und sie vor dem Tod zu bewahren. Und das versuchte ich gerade, denn ihr Herzschlag war schwach und unregelmäßig. Sie rang mit dem Tode!
Ich hatte die Creme komplett verteilt und wusch mir noch schnell die Hände ab, bevor ich mich stark konzentrierte und meine Hände über die klaffende Wunde legte. Der junge Elb öffnete wieder den Mund um noch etwas zu fragen, doch sein Auszubildener schüttelte den Kopf. Legolas schaute mich fragend an und so tat es auch der König. Ich holte ein paar mal tief Luft und konzentrierte mich stark auf das was ich jetzt tun wollte.
Ich war bei weitem nicht so stark wie Laura und auch noch nicht so stark wie Eragon. Ich lerntd nich und Fîrnen war auch noch jung. Ich schloss langsam die Augen, blendete alles um mich herum aus und öffnete den Mund.
"Waíse heill! (Werde gesund!)", rief ich und zuckte sofort zusammen. Ich spürte wie die Magie meinen Körper verließ und meine Handflächen begannen blau zu leuchten. Langsam begann sich die Wunde zu schließen. Sehnen und Nerven verbanden sich wieder und ebenso die getrennten Adern.
Ich atmete schneller und sackte plötzlich auf die Knie. Der Zauber brach ab und das Leuchten verschwand. Zitternd zog ich mich am Tisch hoch und klammerte mich daran fest um nicht wieder zusammenzuklappen. Die zwei Heiler starrten mich aus großen Augen an und selbst der König und sein Sohn taten es auch. Ich versuchte wieder zu Kräften zu kommen und schaute auf.
Lauras Wunde hatte sich fast komplett geschlossen. Sie war nur noch oberflächlich, aber ich hatte keine Kraft mehr. Ein leises Flattern ertönte aus Richtung des Fensters und jeder schaute zum Fenster.
Der kleine blaue Vogel flog ins Zimmer herein und landete vor mir auf Lauras Bauch. Er zwitscherte leise und neigte den Kopf kurz. Langsam breitete er die Flügel wieder aus und wartete auf ein Wort von mir.
"Elrun ono (Danke) ", flüsterte ich und der Vogel flog wieder aus dem Fenster heraus. Dort wo er gesessen hatte, lag jetzt eine kleine rote Blume. Ich nahm sie vorsichtig in die Hand, machte eine Faust darum und legte sie an den Mund.
"Eldhrimner! (Wachse!) ", murmelte ich und hauchte in meine Faust. Ich öffnete sie und ließ die Blume auf Lauras Wunde fallen. Während sie das tat wurde sie größer, entfaltete ihre Blütenblätter und verdeckte schließlich die ganze Wunde.
"Skõlir (abschirmen) ", flüsterte ich, hielt meine Hand über die Blume und sie wurd langsam blasser, bis sie kaum noch zu sehen war. Ich war mittlerweile mit meinen Kräften am Ende und ließ mich auf einen Stuhl nicht weit hinter mir sinken.
"Jetzt können wir nur noch hoffen, dass sie es schafft. Mehr kann ich nicht tun", meinte ich und lehnte mich zurück.
"Ihr habt schon jetzt erstaunliches getan", meinte der Heiler des Königs und kam langsam auf mich zu. Er kniete sich vor mich hin und hielt mir etwas hin.
"Esst das. Es wird Euch Kraft geben", flüsterte er und lächelte.
"Danke", meinte ich und beobachtete Laura, während ich auf dieser Art Brot rumkaute.
"Was ist das?", fragte ich und deutete auf das Brot.
"Wir nennen es Lembas", erklärte Legolas und setzte sich auf einen Stuhl direkt neben mir.
"Ich will ja nicht unhöflich klingen, aber wie habt Ihr das gerade gemacht?", fragte er mich und faltete die Hände zusammen. Ich lachte leise und schüttelte den Kopf.
"Ihr seid nicht unhöflich, Prinz Legolas. Die Antwort lautet Magie. Die Zauberkraft eines Drachenreiters", erklärte ich und lächelte schwach.
"Drachenreiter? Aber das sind doch nur Legenden und Geschichten", meinte der junge Heiler. Ich grinste und schaute ihn geheimnisvoll an.
"Hinter jeder Geschichte steckt auch ein wenig Wahrheit", erwiderte ich und lehnte mich zurück. Ich schloss meine Augen und war sofort eingeschlafen. Legolas lächelte und nachdem sein Vater längst den Raum verlassen hatte, blieb er noch und legte eine Decke über mich.
Yeah Arya!!!! Okay ich weiß nicht was ich schreiben soll XD Danke für die 11k Leser 0.0 Ihr seid unglaublich!!!!!
Laura
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