60. Kapitel
Ich seufze leise und schließe die Augen, als weiche Lippen meine Haut berühren. „Love...", murmle ich ergeben und lehne mich gegen seine starke Brust. „Das Essen wird kalt." – „Die Vorspeise wird sowieso kalt serviert.", antwortet er leise und küsst meinen Hals erneut. Sanft saugt er an der Stelle unter meinem Ohr, die mich schwach werden lässt. „Harry...", seufze ich. „Mhm." – „Lou.", antwortet er und ich spüre, dass er lächelt.
„Du hast eine Vorspeise gemacht?" – „Ich habe ein Drei-Gänge-Menü gemacht.", korrigiert er mich und ich öffne die Augen wieder. Der Esstisch ist mit Rosenblüten dekoriert, Kerzen stehen überall im Raum verteilt und hüllen uns in eine romantische Atmosphäre. Ein dreiarmiger Kerzenständer steht auf dem Tisch. „Das ist deiner, oder?" – „Unserer.", antwortet Harry ohne zu zögern. Er hat wirklich alle Register gezogen. Silberne Servierteller, Stoffservierten mit dazugehörigen Ringen darum, Besteck für jeden Gang, makellos polierte Wein und Wassergläser. Neben dem Tisch steht ein hoher Weinkühler mit einer Flasche Rosé darin. „Gehört er auch dir?" – „Uns.", widerholt er lediglich.
„Woher hast du das alles?", möchte ich wissen und verschränke unsere Finger miteinander. Er hat die Arme um mich geschlossen und umhüllt mich dadurch. „Die Rosen habe ich auf dem Weg hierher gekauft, die Kerzen auch.", erklärt er mir. „Die anderen Dinge... sagen wir, ich habe sie nicht heute besorgt.", weicht er aus. Ich frage nicht weiter. Er führt mich zum Tisch, zieht den Stuhl nach hinten und rückt ihn vor, als ich mich setze. „Der erste Gang ist Carpaccio." – „Du warst einkaufen." – „Möglicherweise." Er lächelt verschmitzt und verschwindet für einen kurzen Moment in der Küche.
„Ich hoffe, es schmeckt dir." – „Garantiert!" Mir läuft beim Anblick der Vorspeise das Wasser im Mund zusammen. Harry schenkt uns ein und wir Stoßen an. „Auf uns." – „Und deinen Olivenbaum.", füge ich hinzu. Mein Freund lacht glücklich.
Das Dinner ist perfekt. Meisterlich. Nicht zu übertreffen. Harry ist ein Gott in der Küche, anders kann man es nicht sagen. Wieso ist er nicht Koch geworden? Ich bin sicher, er würde mit hunderten Sternen ausgezeichnet werden. Mit allen Preisen, die es gibt. „Für dieses Essen hast du dir die Pflanzen mehr als verdient.", stelle ich fest und seufze genießend. „Freut mich, dass es dir schmeckt." – „Das ist der Wahnsinn, Harry. Scheiße, was bin ich froh, dass du jetzt hier wohnst." – „Damit ich dich bekochen kann." – „Oh ja!", stimme ich nickend zu und trinke einen Schluck Wein.
„Nur deswegen?", fragt er provokant, schafft es aber, dabei scheinheilig zu lächeln. „Deswegen und... und weil der Garten dringend Pflege braucht." – „Idiot." – „Oh, und wegen des unfassbar guten Sex natürlich.", füge ich hinzu und tue so, als würde es mir gerade erst einfallen. „Schon klar." Der schöne Mann, der mir gegenüber sitzt, verdreht die Augen. „Und?" – „Meinst du, ich habe etwas vergessen?" – „Vielleicht. Möglich wäre es schon." – „Lass mich überlegen... mhm." – „Fällt es dir ein?" – „Mhm, ... oh, ach ja!" – „Ja?", fragt Harry erwartungsvoll und amüsiert. „Ja, ich weiß es wieder!" – „Möchtest du es mir auch sagen?" – „Sollte ich das?" – „Ich wäre zumindest dafür." – „Oh, na dann.", grinse ich und zucke mit den Schulter. „Da wäre noch der Fakt, dass du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit meine Person bist." – „Deine Person?" – „Meine Person. Mein Mensch.", stimme ich zu. „Die Liebe meines Lebens."
Es auszusprechen ist weniger schwierig und ängstigend, als ich dachte. Vielleicht war es mir schon länger bewusst, nur habe ich es nicht verstanden. Ich kann es nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass es der Wahrheit entspricht. 100 Prozent. Harry ist die Liebe meines Lebens, wenn es so etwas gibt. Der Gedanke daran ist nicht mehr vollkommen abwegig und der Grund dafür sitzt mir direkt gegenüber. Perplex blinzelt er ein paar Mal. „Ich... was?" – „Du bist meine Person.", wiederhole ich und lächle sanft. Harry legt seine Gabel und sein Messer weg. Für einen Moment frage ich mich, ob es zu früh war. Zu viel auf einmal und zu unüberlegt. Hätte ich es nicht aussprechen sollen? Angespannt umklammere ich mit einer Hand mein Weinglas und mein Bein beginnt, nervös zu zucken. Harry schweigt nach wie vor. Wenn er in den nächsten Sekunden nichts sagt, werde ich wahnsinnig. Garantiert.
Ich atme zittrig tief ein und wieder aus. Ich habe es versaut. Das wars. Das romantische Dinner ist um und die mit Liebe getränkte Atmosphäre wie weggefegt. Herausgekehrt und hinter ihr wurde die Tür hart und laut ins Schloss geknallt.
„Schatz?" – „Mhm?" – „Du hast nicht reagiert. Ich habe zweimal deinen Namen gesagt." – „Oh." Hat er das? „Sorry." Er schüttelt den Kopf. „Schon gut.", entgegnet er und legt sein Besteck weg. „Du... du warst in Gedanken." Stumm nicke ich. „Uhm... bereust du es?" – „Was?" – „Was du gesagt hast." Irritiert sehe ich ihn an. „Wieso sollte ich das?" – „Ich weiß nicht, ich... nachdem du es gesagt hast, hast du nicht mehr auf mich reagiert und... ich weiß nicht recht, wie ich es deuten soll." Ich befeuchte meine Lippen und sehe auf die Rosenblüten zwischen uns auf der glatten Tischdecke. „Wenn es zu früh ist, tut es mir leid, ich hatte nicht vor, dich damit zu überfallen, es..." Ich breche ab. „Also bin ich es? Du siehst mich als... als die Liebe deines Lebens an?" – „Ja." Harry öffnet den Mund, aber es kommt kein Ton heraus. Ich seufze. Es war definitiv zu früh. Unschlüssig, was ich jetzt tun soll, schiebe ich das Essen auf meinem Teller hin und her.
„Schatz... magst du mich ansehen?", bittet Harry plötzlich und ich schaue auf. Seine Augen glitzern. Der Schein der Kerzen um uns herum verstärkt es nur noch mehr. Sie glänzen verräterisch. Er versucht erst gar nicht, es zu verhindern. Seine Wangen werden feucht. Schon wieder. Die Stille zwischen uns ist sowohl beruhigend, als auch drückend. Sie hüllt uns ein und schottet uns vollkommen von der Welt außerhalb dieses Raumes ab. Es ist unsere eigene kleine Realität, die sich in diesem Raum gebildet hat. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll.", beginnt mein Freund schließlich. „Du... ich habe damit nicht gerechnet, überhaupt nicht."
Er schnieft und wischt sich über die Wangen. Ich habe das Bedürfnis, das Gleiche zu tun und seine Haut zu trocknen. „Vor ein paar Monaten war ich mir nicht einmal sicher, ob du dich auf mich einlassen würdest, ob wir jemand ausgehen können. Und dann habe ich darauf gewartet, dass du mir sagst, wie du für mich fühlst und jetzt..." Er atmet tief ein und wieder aus. „Versteh das nicht Flasch, okay? Ich frage mich nur, wieso du es plötzlich kannst? Das alles machen, das alles sagen? Du küsst mich im Gartencenter, wir gehen zusammen einkaufen und du... du sagst mir, ich wäre die Liebe deines Lebens.", erklärt er mir und schluckt.
Ich warte einen Moment, ehe ich etwas sage. Stattdessen reiche ich ihm meine Hand, lege sie mit nach oben geöffneter Handfläche auf den Tisch und lächle, als er seine Hand hineinlegt. Mein Daumen streicht über seine Knöchel und mein Herz flattert verliebt. „Du bist die Liebe meines Lebens, Harry Styles. Ich glaube, ich habe es verstanden, als ich in England war. Vielleicht schon davor." Er schnieft erneut und nimmt sich die Servierte. „Zuhause ist mir einiges klar geworden, bei meiner Familie und auf der Gala. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass du in diesem Moment an meiner Seite bist, es hat ich selbst überrascht.", gebe ich meine Gedanken Preis. „Ich habe mit Lottie über einiges gesprochen. Das... ich möchte es nicht unbedingt weiter ausführen, aber mir wurde klar, dass ich nie wieder ohne dich Leben möchte. Und das bedeutet wohl, dass du meine Person bist."
Ich blinzle das Wasser in meinen Augen weg. „Dann haben wir beschlossen, dass du hier einziehst und ich habe es tatsächlich geschafft, dich heute glücklich zu machen, das ist so viel besser, als jedes gewonnene Spiel." Harry lacht und schüttelt den Kopf. „Du bist Irre." – „Ich habe bisher jeden, der von so etwas gesprochen hat aus Prinzip für vollkommen durchgeknallt erklärt, aber... aber jetzt glaube ich es. Wenn es dir zu früh war, tut es mir leid."
Harry schüttelt den Kopf. „Nein. Nein, oh Gott, Louis, nein." Ich lache und drücke seine Hand etwas doller. Er steht auf, zieht mich auf die Füße und streicht durch meine Haare. „Du bist auch meine Person.", erwidert er schließlich mit leiser Stimme. „Und ich bin so glücklich, hier mit dir Leben zu können. Und wenn es noch zehn Jahre braucht, bis du dich outest. Ich sehe dich eines Tages als Captain dein Team zum Stanley Cup führen. Als du in England warst, habe ich ebenfalls etwas verstanden." – „So?" – „Dass du dich nicht outest, ist für mich kein Grund, nicht mit dir zusammen zu sein. Es tut mir leid, dass ich dich dazu gedrängt habe, mit Kenny zu sprechen, wirklich. Ich bin zufrieden damit, dich im Waschraum in den Pausen zu küssen, zu sehen, wie du mir stumm auf dem Eis sagst, dass du mich liebst und hier mit dir ein Zuhause zu teilen." – „Oh, Love." Ich schmelze. Wortwörtlich. Meine Knie sind bereits zu Pudding geworden, dahin befindet sich nichts Stabiles mehr.
Harry küsst mich. Er küsst mich um den Verstand. Ich war noch nie so sicher, wie jetzt. Das hier ist absolut richtig. Und Lottie hat recht. Eines Tages werde ich diesen Mann heiraten.
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aaand more fluff! Do you like it?
Love, L
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