32.

Pia's P.o.V.

Pia, du kannst da keinen Aufstand machen! Die tun dir sonst was an!, reagiert Lian besorgt.
Da habe ich meine Wortwahl wohl falsch getroffen, bemerke ich besorgt und richte meinen Blick wieder zwischen meine Beine.
Bald liege ich noch in einer Blutlache, denke ich sarkastisch und erkläre Lian anschließend mit roten Wangen mein Anliegen.
Naja, ein Tampon reicht halt nicht für einen ganzen Tag und so langsam wäre ein neuer Mal nötig. Und den werde ich mir jetzt organisieren.

Ich kann's dir ja eh nicht ausreden. Sei vorsichtig, ja.

Aber klar doch, entgegne ich schmunzend, weiß aber schon jetzt, dass ich nicht kleinlaut sein werde. Die entführen mich und dann soll ich freundlich sein? Das wäre vielleicht klüger, aber mit mir geht das bestimmt nicht!
Vorsichtig rolle ich mich seitwärts aus dem bequemen Bett und gehe dann zur Tür. Wie immer bin ich möglichst leise, auch wenn es dazu eigentlich keinen Grund gibt. Schließlich möchte ich ja jemanden finden, der mir ein Tampon geben kann. Ein Scheiß Dreck aber auch, das ich meine Tage jetzt habe. Doch vielleicht hat das Ganze auch sein Gutes und ich könnte probieren die Gegend ein bisschen auszukundschaften? Und falls mich dann jemand erwischt, sage ich einfach, dass ich jemanden für mein Problem gesucht habe, nimmt mein Plan langsam Gestalt an. Ja, das müsste klappen.

Entschlossen schleiche ich die restlichen Meter zur Tür und drücke dann in Zeitlupe die Klinke herunter. Gedanklich schon auf Erkundungstour, drücke ich die Tür auf und blicke in den langen, düsteren Gang. Plötzlich vernehme ich eine Stimme neben mir und schrecke zusammen.
"Was, was haben sie gefragt?", stammel ich und schaue auf den großgewachsenen Mann vor mir. Habe ich echt einen Bewacher? What the ... ?
"Ich habe Sie gefragt, wo sie hinwollen.", wiederholt er streng und zieht dabei eine Augenbraue nach oben. Erschrocken schaue ich sein eigentlich freundlich aussehendes Gesicht an, erinnere mich dann aber zum Glück daran, warum ich eigentlich herausgegangen bin.
"Ich bräuchte ein Hygieneartikel. Mir wurde gesagt, ich werde gut behandelt, wenn ich mitmache. Allerdings finde ich das so gerade nicht.", gebe ich hochnäsig zurück. Die Leute hier können mich alle mal. Entführen mich und stellen dann Wachen vor meinem Zimmer auf.
Okay, vielleicht macht das sogar Sinn. Sie wollen ja nicht, dass ich sofort wieder weglaufe. Trotzdem ist es richtig bescheuert. Die sollen mich in Ruhe lassen!

"Das tut uns leid. Soll ich dem Anführer Bescheid sagen?", entgegnet der Typ und lässt seine Augenbraue wieder sinken, während sein Gesicht einen ängstlichen Zug bekommt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das eine rhetorische Frage war. Ich glaube nicht, dass er dem Anführer gerne Bescheid sagen würde. Hat er vielleicht Angst vor ihm? Aber egal. Mit dem Anfüherer will ich auf jeden Fall auch so spät wie möglich etwas zu tun haben.
"Nein. Du sollst mir bitte einfach nur einen Tampon holen.", sage ich deshalb tonlos und verbanne den Scham aus meinen Gefühlen. Es ist etwas ganz normales, das hat jede Frau. Es ist also okay.
Im Gegenzug verfärben sich jedoch die Wangen von dem Wächter rot.

"Äh, ja klar.", presst er noch mit leiser Stimme raus, dann ist er auch schon davon gehuscht. Wie süß, wie schnell Kerle doch bei Problemen schwach werden, denke ich schmunzeld. Dann wird mir allerdings meine Chance bewusst. Er ist weg! Ich bin hier ganz alleine. Keiner beobachtet mich, oder doch? Zur Sicherheit schaue ich mich auch nochmal nach Kameras um, kann jedoch keine erkennen. Na dann kann die Erkundungstour doch starten! Ich habe vielleicht nicht lange Zeit, aber die Umgebung kann ich bestimmt erkunden. Vielleicht finde ich auch Vulvia.
Mit neuem Elan setzte ich noch zittrig einen Fuß vor den anderen und steuere duch den dunklen Gang. Alle Wände hier sind schwarz gefärbt und nur ab und zu erhellt eine nackte Glühbirne den Weg. Nach jeden Schritt lausche ich vorsichtshalber auf Geräusche. Da keine zu hören sind wage ich mich immer weiter vorran und erreiche schließlich die erste Tür auf der rechten Seite. Meien Augen haben sich mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnt und so sehe ich das kleine 'G-2', das auf der Tür steht.

Wer wohl hinter der Tür ist? Soll ich mich trauen und nachschauen? Zweifelnd bleibe ich vor der Tür stehen und überlege, was ich machen soll. Ich könnte reingehen und mich umschauen. Aber es könnte auch jemand drin sein und dann hätte ich wohl ein riesiges Problem. Reingehen ist dann wohl keine Lösung.
Ohne irgendeine Ahnung zu haben, was ich jetzt machen soll, stehe ich noch immer vor der geschlossenen Tür, bis ein Geräusch mich aufschreckt. Verschreckt drücke ich mich an die Wand und halte meinen Atem an. Was war das? Fliegt meine Erkundungstour jetzt auf, obwohl sie noch nicht einmal richitg begonnen hat? Mit Panik warte ich weiter ab, aber es passiert nichts weiteres. Weder kommt jemand in meinen Gang, noch geht die Tür auf oder irgendein Alarm an.

Es wird wohl doch besser sein, wenn ich zurück auf mein Zimmer gehe und mir vorher einen Plan ausdenke, anstatt hier planlos rumzustehen. Mit klopfenden Herzen löse ich mich von der Wand und blicke noch einmal nach links und rechts, bevor ich so geräuschlos wie möglich losgehe. Der dunkle Teppich auf dem Boden verschluckt zum Glück meine Geräusche, allerdings habe ich trotzdem das Gefühl, das mein Atem lauter ist als sonst. Endlich bei meiner Tür angekommen, stelle ich erleichtert fest, dass die Wache noch nicht wieder da ist und schlüpfe schnell ins Zimmer. Mein vor Aufregung verschnellerter Atem beruhigt sich langsam, während ich mir die Wasserflasche schnappe und sie in beinahe einem Zug leere. Langsam ungeduldig schaue ich auf die Tür, da ich danach endlich meine Ruhe haben will. Wann kommt der Typ wieder? Kann eine Werfledermaus so langsam sein? Als er auch nach einigen Minuten nicht kommt, will ich mich fast schon wieder ins Bett legen und einschlafen, doch dann ertönt ein Klopfen.
"Ja.", gebe ich genervt zurück und schaue auf die sich öffnende Tür. Bei dem Anblick stockt mir der Atem. "Was ist passiert?", flüstere ich und springe dann auf, um die Person zu stützen.

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