24.
Pia's P.o.V.
Ich merke, wie mein Körper durch das kalte Wasser immer mehr anfängt zu zittern, als ich auf seine Antwort warte. Wie will Lian mir bitte beweisen, dass er dir Wahrheit sagt?
"Ich kann es dir nicht beweisen, Pia. Vertrau mir, oder hab ich dir je was getan?", bestätigt sich mein Verdacht sogleich, als seine raue und warme Stimme ertönt.
Aber auf Vertrauen kann er lange warten, denn das muss man sich erarbeiten! Auch wenn mein Herz ihm vertrauen will, kann mein Verstand das einfach nicht zulassen.
"Vertrauen muss man sich erarbeiten! Und das braucht Zeit, Lian.", kontere ich deshalb auch sogleich. Das Ganze beginnt sogar langsam sogar Spaß zu machen, es ähnelt ein bisschen einem Spiel und ich habe keine Angst mehr davor, dass er mir weh tut. Irgendwie vertraue ich ihm wohl doch ein bisschen, erkenne ich irritiert.
"Muss ich jetzt wirklich ins Wasser kommen, Pia?", fragt er etwas ... ja wie denn ... angeekelt?
Aber wenn ich schon nass bin, soll er es auch sein, denke ich schelmisch und weiche erneut ein paar Schwimmzüge zurück.
"Ja, hol mich halt!", antworte ich lachend.
"Na warte!", entgegnet er sofort entschlossen und zieht sich sein T-Shirt mit einer schnellen Bewegung aus.
Boah! Wow! Oh mein Gott!
Das ist der beste Six-Pack den ich je gesehen habe! Schön definiert, aber eben kein Brathähnchen-Style.
Mein Blick dabei klebt vermutlich an Lians Waschbrettbauch, aber das macht mir momentan nichts aus. Er ist einfach nur Museums würdig, vergleiche ich ihn weiter und sehe mir schon innerlich den Sabber aus dem Mund laufen, was mich wieder in die Realität zurückholt und doch rot werden lässt.
Gerade springt Lian mit einem eleganten Köpper ins Becken, dabei macht es nichtmal 'Platsch', wie bei mir immer! Das muss er mir umbedingt beibringen.
Ich sehe ihn immer näher kommem und ein definitv unnormales Verlangen befällt mich. Am liebsten würde ich mich auf der Stelle an ihn klammern.
Aber das geht nicht!
Hektisch spritze ich mit meinen Händen Wasser auf ihn, um ihn auf Abstand zu halten, aber es funktioniert nicht wirklich.
Viel zu schnell kommt er auf mich zu und ehe ich es realisieren kann, ist er auch schon da.
Seine kräftigen Arme umschließen meine Taille und Arme, sodass ich ihn absolut nicht mehr abwehren kann.
Die Schmetterlinge fliegen wie verrückt in meinem Bauch und das Verlangen meine Lippen auf seine zu pressen ist riesig. Der Spaß, den ich vorher hatte, hat sich anscheinend unbemerkt in Leidenschaft verwandelt, die ihren Höhepunkt mit Lians nächsten Worten bekommt.
"Ich kann nicht mehr warten, Pia! ", stöhnt er auf und drückt seine weichen Lippen begierig auf meine.
Ein Prickeln schießt durch meinen gesamten Körper, was mich erschaudern lässt. Seine Lippen liebkosen dabei weiter die meinen und irgendwann kann ich dem Verlangen nicht mehr standhalten. Ich küsse ihn vorsichtig zurück, erlaube mir einen Moment der Unachtsamkeit.
Noch nie habe ich jemanden geküsst, was mich zuerst verunsichert, aber das wundervolle Gefühl von Liebe lässt mich meine übrigen Gedanken ganz schnell wieder vergessen.
Ich genieße den Moment der Liebe und des Vertrauens, versinke beinahe in ihm bis Lian unseren Kuss plötzlich beendet. Sofort durchflutet mich eine unglaubliche Leere und ich zucke erschrocken von den ungewohnten Gefühlen zusammen. Wie kann das Gefühl von Trennung nur so weh tun?
Lians warme Arme umschlingen meinen Körper wieder und lassen mich ihn abermals anblicken. Ich versinke in seinen wunderschönen Augen und nehme nur am Rande wahr, dass er mich mit seinen starken Armen aus dem kalten Pool hebt. Als er mich loslässt, um auch hinauszusteigen, merke ich erst wie sehr ich zittere.
Meine Lippen sind bestimmt lila angelaufen, wenn sie nicht durch den Kuss errötet sind, schweifen wirre Gedanken in meinen Kopf umher.
Ich. Habe. Ihn. Geküsst!
Habe ich es wirklich getan?
Das erste Mal in meinen Leben jemanden geküsst?
Verwirrt denke ich zurück, denn ich kann es zuerst gar nicht glauben, aber es stimmt!
Und es war schön. Es war sogar sehr schön!
Ich merke wie wieder eine Röte meine Wangen ziert, als sich plötzlich Lians Arme von hinten um mich schlingen und mir Wärme spenden, sodass mein Zittern schlagartig aufhört.
Ich spüre seinen heißen Atem an meiner Halsbeuge, was das Kribbeln in meinem Körper wieder verdoppelt. Aber ich genieße es, denn es fühlt sich gut an für den Moment.
Über meine Schwäche kann ich mich später immernoch ärgern, beschließe ich und lehne mich an seinen stähleren Brustkorb.
Sein Atem nähert sich meinem Hals im weiter, bis sein Mund mich auch dort liebkost.
Zuerst erschrecke ich mich abermals über die für mich ungewohnte, körperliche Nähe, aber dann kann ich es genießen.
Noch nie habe ich mich so geborgen gefühlt.
Noch nie habe ich mich so geliebt gefühlt.
Und noch nie hat mich eine körperliche Berührung so vollkommen eingenommen.
Aus einem Instinkt heraus recke ich meinen Kopf mit einem Seufzen nach hinten und lehne ihn an seine Schulter, mein Hals wird dabei völlig entblößt. Aber das stört mich nicht, vielmehr steigert es meine Lust weiter.
Ich höre ein Knurren, dann entfernt Lian sich ruckartig von mir. Hilflos mit den Armen rudernd, probiere ich mein Gleichgewicht zu halten, was mir zum Glück auch gelingt. Schwer atmend schaue zu Lian, der an die gegenüberliegende Wand des Raums gepresst steht. Auch er atmet schnell, das höre ich bis hier.
Ich bemerke, wie das Kribbeln in meinem Körper langsam abflaut und die Sehnsucht einsetzt. Anschließend schaue ich ihn fragend an.
Wieso ist er weg gegangen, gerade war es doch so schön?
Hat es ihm nicht gefallen? Habe ich irgendetwas falsch gemacht?
Verzweifel streife ich meine Haare nach hinten, um meine Unsicherheit zu verbergen. Ich sollte ihm keine Angriffsstelle geben, denn er könnte mir wehtun. Sehr sogar.
Denn ich habe das Gefühl, dass er sich in mein Herz geschlichen hat. Würde er gehen, würde er es mitnehmen.
Würde er es verletzen, könnte man mich nicht mehr zusammenflicken.
Und genau diese Erkenntnis lässt mich erzittern.
Jedoch muss er meine ersten Gedanken gehört haben, denn er räuspert sich.
"Es war wunderschön, Mate. Wie könnte es das nicht sein?", begann er, langsam und noch ein bisschen verträumt, sich zu erklären.
"Nur hatte ich mich nicht unter Kontrolle.", schloss er ab, was meinen Informationsdrang aber nicht im geringsten sättigte, sondern ihn nur vergrößerte.
Was hatte er nicht unter Kontrolle?
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