17.
Lian's P.o.V.
Sie findet mich heiß! Mein Herz klopft vor Freude laut und ich muss aufpassen nicht von der Fahrbahn abzukommen.
Klar, finden Mates sich gegenseitig generell schön, aber es von ihr zu hören ist einfach nur fantastisch. Es bedeutet mir tausend Mal mehr als bei jedem anderen.
Ich probiere mich langsam wieder einzukriegen und ganz sachlich fortzufahren, denn ich möchte, dass sie alles versteht und gut aufnimmt. Es ist das wohl wichtigste Gespräch überhaupt, wenn ich das jetzt vermassle und ihr Angst vor uns Werwölfen mache, dann wird es schwierig werden an sie heran zu kommen.
Noch nie war ich so aufgeregt, nicht einmal bei einem Kampf.
Bitte urteile nicht frühzeitig, Pia. Du wirst sehen, dass wir füreinander geschaffen sind und du perfekt geeignet bist für die Aufgaben der Luna, probiere ich nun aber auf ihr Anliegen einzugehen. Denn ich weiß, dass sie perfekt sein wird.
Wir werden ja sehen, murrt sie spielerisch und der wölfische Teil in mir freut sich. Mit meinen achtzehn Jahren bin ich sozusagen noch ein verspielter Welpe, da wir Werwölfe viel älter werden. Auch das muss ich ihr noch erzählen.
Anscheinend habe ich meine Gedanken aber nicht ganz verschlossen gehalten, da sie mich fragt:
Wie alt werden Werwölfe?
Umgefähr doppelt so alt wie Menschen, antworte ich ihr. Wie soll ich meine Gedanken auch vor ihr verschließen, wenn ich sie so sehr herbeisehne?
Okay, ist ihre eintönige Antwort. Sie nimmt das alles überraschend gut auf.
Ich konzentriere mich wieder auf die Straße, da dass Navi mich von der Autobahn lotst. Gleich fahre ich ins Territorium des zweiten Rudels, sechs meiner Freunde, nämlich mein baldiger Betha und die Tics, habe ich mitgenommen, falls es zu Auseinandersetzungen kommen sollte.
Ich sehe ihre Wägen hinter und vor mir abbiegen. Wobei ich jetzt auf einen sehr wichtigen Punkt zu sprechen kommen muss.
Sagst du mir bitte wo du wohnst? Wir sind jetzt gleich in dem Territorium, indem du bist.
Pia's P.o.V.
Ich soll ihm sagen, wo ich wohne? Das kann ich nicht. Ersten müsste ich ihm dann sagen, dass ich im Heim bin und das möchte ich nicht. Ich habe mich selbst noch nicht damit angefreundet! Und zweitens kann ich einem wildfremden Typen nicht sagen, wo er mich findet. Auch wenn mein Herz 'Ja' kreischt und er angeblich mein Seelverwandter ist, geht es nicht. Meine Eltern haben mir von Anfang an beigebracht sich zuerst an öffentlichen Plätzen zu treffen, falls etwas passiert. Das ist einfach so in mir drinnen.
Nein, sag ich nicht, probiere ich entschlossen zu klingen.
Dann werde ich den Primus fragen, Mate. Ich möchte dir nicht drohen, aber dich noch länger nicht zu sehen halte ich nicht aus. Ich werde dir nichts antun, ich werde dich nicht einmal berühern, wenn dir das sicherer ist, aber du musst mir vertrauen. Ich möchte nicht, dass du in Gefahr gerätst, versucht er mich zu überzeugen und gewinnt mein Herz unbemerkt ein Stück weiter für sich.
Ich würde ihn ja schon gerne sehen, gebe ich meinen Herzen ein bisschen weiter nach, indem ich es zugebe. Aber zu Ehren meiner Eltern werde ich es nicht tun. Nur wie kann ich ihn dacon abhalten den Primus zu fragen? Vielleicht sollte ich ihm erstmal den Gegenvorschlag machen.
Können wir uns nicht einfach in einem Café treffen?
Ich merke wie er überlegt und fühle meine Anspannung bis er endlich reagiert.
Aber ich möchte dein Zuhause trotzdem beschützt wissen. Ich traue den Werfüchsen nicht.
Naja dann solltest du sie auch nicht nach meiner Adresse fragen. Sie könnten dich in eine Falle locken, versuche ich ihn umzustimmen. Und ganz Unrecht habe ich ja auch nicht, oder?
Mein Bauch grummelt mal wieder so und ich nehme es mal als Anzeichen des Hungers und renne zum Pausenverkauf. Ich kaufe mir schnell einen Joguhrt, beachte die Schüler um mich herum nicht und renne wieder aufs Klo. In der Zwischenzeit höre ich Lian zu und schmiede einen Plan, damit er nicht herausfindet wo er wohnt.
Er meint, dass sie ihn nicht angreifen würden, da er zu stark sein, dafür aber die Verbindung zu ihr ausnutzen könnten, um ihn zu schwächen.
Sie werden also das tun, was er sagt, schlussfolgere ich und plane weiter.
Wie kann ich die Verbindung zu dir kurz unterbrechen?, frage ich ihn, um meinen Plan zu vollenden. Er soll ja schließlich nichts davon mitbekommen.
Wieso denn?, fragt er, da ich aber nicht antworte, verrät er es doch.
Okay, ist egal. Aber bitte schließe mich nicht ganz aus, ja. Du musst deinen Kopf einfach gedanklich fluten. Deine Gedanken kommen dann nicht bei mir an.
Gedanklich fluten, wie bitte? Da wird mir ja ganz schwammig, denke ich und muss über diesen schlechten Wortwitz lachen.
Ich stelle mir vor wie in meinem Kopf ein Wasserhahn angeht und mein Kopf geflutet wird. Ein komisches Gefühl ist das.
Um es zu testen spreche ich Lian noch einmal an, da er aber nicht antwortet, gehe ich davon aus, dass es geklappt hat.
Mit meinen gefluteten Kopf mache ich mich auf dem Weg zum Primus.
Dieser blickt leicht ängstlich in meine Richtung und ich bin fast versucht ihn ein bisschen zu ärgern. Aber mein Plan geht vor.
"Ich soll dir etwas vom Alpha mitteilen", versuche ich möglichst förmlich zu klingen und kicher gleichzeitig in meinen gefluteten Kopf hinein.
Er nickt mir zu und ich fahre fort.
"Nun, du sollst genauso auf mich hören, wie auch auf ihn, da ich die zukünftige Luna bin."
Wird er das glauben? Als ob ich irgendwann mal zukünftige Luna wäre, haha.
Aber er schluckt die Lüge, daher traue ich mich noch einen drauf zu setzten.
"Solltest du meinem Befehl missachten, wird er sehr wütend sein."
Puh, okay. Der Grundstein ist gelegt und anscheinend geschluckt. Leicht verwirrt schaut der Primus mich wieder an:
"Was ist Ihr Befehl denn?"
Ha, es wird immer besser! Einfacher kann er es mir nicht machen.
"Der Alpha darf nicht erfahren, wo ich wohne.", bringe ich mein Plan zu Ende. Meinen Satzbau habe ich dabei zehn Mal überprüft, damit er nicht irgendein Schlupfloch findet. Er darf es nicht wissen, heißt, dass es ihm auch niemand anders sagen darf oder ihm Tipss gegeben werden dürfen. Wird es klappen?
"Und falls er aber wissen will...", setzt er an, doch ich unterbreche ihn:
"Mein Wort steht mit seinem gleich, hat er angeordnet." Da lehne ich mich glaube ich ziemlich weit aus dem Fenster.
Ohne diese dämlichen Lateinsätze hätte ich das auch nie so geschwollen hinbekommen, finde ich und gratuliere mir dabei selber.
Ich führe einen Werwolf und Werfüchse gleichzeitig um die Nase.
Naja, ob das gut ausgehen wird? Ich sollte jetzt erstmal schleunigst aus der Schule verschwinden, da sie meinen jetztigen Ort schon nennen dürfen. Nur nicht meinen Wohnort. Na dann, denke ich und renne zum Heim.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top