Kapitel 20: Wahre Liebe
» Ihr Körper litt,
denn ihre Seele war schon längst nicht mehr klar. «
Vollkommen leblos sackte ich zu Boden, konnte nicht begreifen was geschehen war. Das Adrenalin war meinem Körper entwichen, doch hatte es den zurückgebliebenen Ekel nicht mit sich genommen. Dieses schmutzige Gefühl auf meiner Haut, Prinz Nianzus Berührungen, sie waren noch immer beständig.
,,Prinzessin Aera?" Ruckartig zuckte ich zusammen, als ich Taehyungs besorgte Augen erblickte. Ich hatte schon vollkommen vergessen, dass er hier gewesen war.
,,W-Was hat er bloß getan?", hauchte ich aufgelöst und umschloss meinen Körper mit meinen Armen, da dieser zu zerbrechen drohte. So viele Gedanken befanden sich in meinem Kopf, so viele Fragen, auf die ich keine Antwort wusste. Das Geschehene war außerhalb meines Verständnisses, meiner Vorstellungskraft.
,,Aera, wie kann ich Euch helfen?", verlangte Taehyung von mir zu erfahren. Ich wusste, dass er mir helfen wollte, doch nahm ich ihn nicht mehr wahr. Ich drohte in ein Loch des Selbsthasses und des Selbstekels zu fallen.
,,Ich möchte seine Hände und Lippen nicht länger auf meinem Körper spüren." Tränenerfüllt sah ich Taehyung dabei zu, wie er sich mir entschlossen näherte. Sein Blick lag so fest auf mir, seine Hand fanden meine Wange und wenige Augenblick später fanden seine Lippen der meinen. Wehleidig aber zugleich leidenschaftlich küsste er mich, so das es mir den Atem raubte. Für diesen kurzen Moment waren meine Gedanken klar wie der Himmel in einer Sommernacht und jegliche Sorgen verschwunden.
,,Wie kann ich euch helfen, damit Ihr Euch nicht länger so fühlen müsst? Was kann ich machen, damit ihr das alles vergesst? Was kann ich-" Ich erstickte seine verzweifelten Fragen, als ich seine Lippen erneut zu mir zog, um den wohligen Gefühlen und ihm zu verfallen. Ich brauchte ihn nun mehr denn je. Er war der Einzige der mich retten konnte. Der die Macht dazu hatte. Vorsichtig erwiderte Taehyung unseren Kuss, konnte jedoch weder mich noch sich selbst davon abhalten, dass dieser inniger wurde. Unser Kuss wurde mit jedem Mal leidenschaftlicher. Gieriger. Drängender.
,,Bitte verzeiht", entschuldigte er sich hektisch bei mir, als er sich von mir trennte. Er wollte sich gerade von mit entfernen, als ich ihn an seinem Gewand packte.
,,Bleibt bei mir", hauchte ich, als ich in eine Art Rausch verfiel, während ich hinauf in seine Augen sah. Seine wunderschönen braunen Augen, die verstanden, worauf ich hinaus wollte. Es war ein Rausch, den ich bis jetzt noch nie erlebt hatte. Er fühlte sich gut an, intensiv. Erneut wollte ich Taehyung zu mir hinunter führen, um wieder in den süßen Genuss seiner Lippen zu kommen, doch hielt er mich zurück.
,,Prinzessin, ich glaube nicht-", fing er stirnrunzelnd an zu widersprechen, wurde jedoch von mir unterbrochen.
,,Ihr sollt nicht glauben, ihr sollt wissen. Ihr sollt wissen, dass mein Herz Euch gehört. Ihr sollt wissen, dass ich mir niemand anderen an meiner Seite wünsche. Und sollt ihr wissen, dass ich Euch liebe, Taehyung. Ich liebe Euch und ich fühle mich am ganzen Leib widerlich, nachdem dieses Scheusal das mit mir gemacht hat. Bitte, ich flehe Euch an: Bleibt bei mir."
,,Ihr seid so eine gütige und schöne Frau. Eine Frau, die einen Mörder an ihrer Seite nicht verdient hat. Ihr solltet diesen Schritt nicht mit mir wagen, wenn Ihr Euch nicht wirklich sicher seid, dass dies die richtige Entscheidung ist. Und vorallem solltet ihr so eine Entscheidung nicht so überstürzt treffen."
,,Hört auf, so etwas zu sagen! Es schmerzt zu sehr, so etwas aus Eurem Mund zu hören. Ich würde dies mit keinem anderen Mann machen wollen. Ihr seid die Person die ich liebe, nach der sich mein Körper, mein Herz und meine Seele sehnt. Die Person, mit der ich mein Leben verbringen möchte, sobald ich diesem Alptraum entflohen bin. Auch wenn uns dies erst nach dem Tod möglich erscheint. Für Euch scheint meine Entscheidung womöglich überstürzt zu sein, doch für mich ist sie lebensnotwendig."
Bei jedem weiteren Wort meinerseits bildeten sich mehr Tränen in Taehyungs Augen, doch schienen es keine Tränen der Trauer, der Wut oder des Bedauerns zu sein. Es waren Tränen der Freude, die seine Augen nun verließen. Für einen Moment schloss er seine Augen, betrachtete mich dann mit einem Blick, der mir den Atem raubte. Er sah mich mit so viel Verlangen an, dass dieses meinen Körper zu überfluten schien.
,,Macht, dass ich diese grauenhaften Berührungen nicht mehr spüren muss. Seid für diesen Moment nicht mein Krieger. Seid der Mann, dem mein Körper zusteht", wisperte ich und sah, wie Taehyung tatkräftig nickte, sich jedoch erhob und mich somit für einen Moment in meiner Verwirrung zurück ließ. Doch dann sah ich, wie er sein Schwert beiseite legte. Sein Blick lag fest entschlossen auf mir, signaliesierte mir, dass er sich nicht umentschieden hatte.
Schweigend hielt er mir seine Hand hin, um mir aufzuhelfen und meine Hand im darauffolgenden Moment sacht zu umschließen. Langsam führte er sie zu seiner starken Brust, deren Wärme deutlich durch den dünnen Stoff seiner Kleidung zu spüren war- ebenso wie sein schneller und unregelmäßiger Herzschlag.
,,Ihr solltet womöglich wissen, dass mein Herz nur in Eurer Gegenwart so schlägt. Ihr löst Gefühle in mir aus, vor denen ich niemals gedacht hätte, dass sie mich jemals überkommen könnten. Auch ich-" Mehr brauchte ich nicht zuhören. Ich wusste, was er mir zu sagen versuchte. Ich wollte seine Worte jedoch nicht hören. Ich wollte sie spüren. Ich wollte seine Liebe spüren. Sanft küsste ich ihn und lächelte, als Taehyung sich aus seiner Schockstarre erholt hatte. Sanft erwiderte er den Kuss und verfiel seinen Gefühlen genauso wie ich.
,,Schließt Eure Augen", wisperte er, ehe er mich zu meinem Bett führte und wir uns ineinander verloren, wie es keiner von uns jemals für möglich gehalten hatte. Unsere Liebe war die Selbe, dessen waren wir uns nun gewiss.
» Taehyung hatte seine Prinzessin vor dem Abgrund bewahrt und sie weit in die Welt der Lebenen zurückgeholt. Doch auch wenn sie ihre Sorgen für diese Nacht vergessen hatten, bahnte sich eine weitaus verherendere Folge an. Eine Folge, die keiner der beiden bedacht hatte.
Doch ob diese Folge nun gut oder schlecht war, lag einzig und allein in Prinz Bogyeongs und Prinzessin Meilis Händen. «
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top