Kapitel 28


Das letzte was ich sehen konnte, war das blanke Entsetzen in Cens Gesicht, bevor er mich hastig hinter sich her zerrte. Schritt für Schritt ging er mit mir die Wendeltreppe hoch. Jeden Schritt setzte er mit Bedacht, damit wir keinen Laut machten, der uns verraten könnte.

Während dieser ganzen Aktion hielt ich die Luft an und hatte Angst einen falschen Schritt zu machen. Meine Finger krallten sich angespannt in Cens Arme und seine hielten mich fest umklammert.

Wenn sie uns nun kriegen? Was ist, wenn sie mich erkannten? Meine braunen Haare konnten sehr hervorstechen, besonders wenn das Licht darauf schien und dann der besagte rote Schimmer hervor tritt.

So hing ich in meinen eigenen düsteren Gedanken fest und merkte kaum, wie wir die Tür erreichten. Erst als Cen sie leise aufstieß, kam ich wieder in der Realität an. Oben angekommen holte ich tief Luft und gönnte mir eine Verschnaufspause.

„Alles okay?", fragte mich Cen und ich nickte nur. Zu mehr war ich nicht fähig.

Als sich mein Puls einigermaßen beruhigt hatte, konnte ich auch meine Umgebung näher betrachten.

Die Inneneinrichtung war weder prunkvoll, noch irgendwie anders königlich eingerichtet. Von der Möblierung konnte man nicht darauf schließen, dass hier eine heilige Totenstätte sein sollte.

„Sind wir hier richtig?", wisperte ich.

„Ich glaube schon." Gerade hielt Cen einen Totenschädel in die Höhe, der auf einem Tisch lag. Dahinter lag ein Durchgang zu einem angrenzenden Raum. Ich schaute vorsichtig in die Dunkelheit vor mir, packte meinen Dolch fester und schlich mit Cen in meinem Rücken in das Zimmer.

Ich wusste sofort, dass wir richtig waren.

Der Geruch von Cremes und Duftölen stieg mir in die Nase. Ich machte Lavendel und eine etwas herbere Note aus. Es war nicht unüblich, dass man in einem Totenzimmer so einen intensiven Geruch wiederfand. Bei den Elfen war es eine der ältesten Traditionen ihre Toten sorgfältig auf ihre letzte Reise vorzubereiten.

Aber dennoch blieb ich wie angewurzelt mitten im Raum stehen. Ein Teil von mir war schockiert, aber der größte war nur sehr verwirrt. Ich hatte Blutspritzer und eine Gestalt erwartet, die in einer gekrümmten Haltung gestorben ist, eben eines gewaltsamen Todes, aber so sah es für mich nicht aus. Blumen und kleine Zweige, an denen zarte Blätter wuchsen, dekorierten die Tote und ließen sie selbst jetzt noch, wo kein Lebensfunke mehr ihren Körper bewohnte, eine große Würde ausstrahlen.

Cen stürzte, als er die Gestalt sah, sofort zum Tisch und nahm die Hand seiner alten Anführerin. Ich merkte, wie die Trauer, die er ausstrahlte, durch den Raum waberte. Ich wandte meinen Blick ab, weil ich ihn nicht in diesem intimen Moment stören wollte. Während ich ihm Zeit ließ sich zu verabschieden, spähte ich vorsichtig aus dem kleinen Fenster rechts von mir. Unten sah ich die schwarzen Umhänge. Ein Angstschauer glitt mir den Rücken hinab und ich zog meinen eigenen schwarzen Umhang enger um mich. Wie sehr mich eine Farbe aus dem Konzept bringen konnte.

Ich riss mich vom Fenster los und drehte mich um. Langsam ging ich zu Cen. Seine Schultern waren krampfhaft hoch gezogen und seine Augen starr auf die Person vor ihm gerichtet.

Ganz vorsichtig und rücksichtsvoll, um ihn nicht zu erschrecken, schob ich meine Hand in seine und drückte sie sanft.

Ich war irgendwie erleichtert, als er den sanften Druck erwiderte.

„So sehr ich auch rührende Szenen mag, ich muss nun unterbrechen. Ich habe nicht ewig Zeit und ich warte schon so lange auf diesen Moment." Ich fuhr vor Schreck zusammen und auch Cen hob sichtlich verwirrt seinen Kopf.

Die Stimme kam so unerwartet und dröhnte laut in meinem Brustkorb wieder, so sehr zerschnitt sie die heilige Atmosphäre. Ich drehte mich panisch zu den Schatten um und sah eine Gestalt daraus hervor treten.

Das Lächeln, was mir als erstes auffiel, sah bösartig und gefährlich aus. Mein Herzschlag verdoppelte sich und ich begann am gesamten Körper zu zittern. Mein Verstand übersetzte meine Körpersignale und sagte mir: ab jetzt wird es nicht lustig.


Oh je, in welche gefährliche Falle sind unsere Freunde nun schon wieder getappt... ?!

Und ab jetzt gibt es noch einen Bösewicht, was sagt ihr dazu?


Ich hoffe ihr hattet eine schöne Woche, meine war sehr arbeitsreich. Wenn ihr wissen wollt, an was ich so arbeite bzw. ausarbeite, dann schaut unbedingt auf meinem Blog unter Termine. Nähere Infos gibt es in meinem neuen Buch auf meinem Account.

Der Link ist unter dem Kapitel zu finden!

Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbei schaut. :)

Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart!


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