37| 𝚂𝚝𝚊𝚢𝚒𝚗𝚐 𝙲𝚊𝚕𝚖

    Überraschender Weise lernte ich die nächsten Tage wirklich mit Wooyoung umzugehen. Er war zwar nicht dabei als Subin, Seungwoo, Chaeyoung und ich unser Weihnachtsessen hatten, aber ich war gerade mal zwei Stunden alleine Zuhause da fiel mir schon die Decke auf den Kopf. Subin wollte ich nicht anrufen und Seungwoo war nicht ans Telefon gegangen, weil er mit 90%iger Wahrscheinlichkeit schlief nachdem er mit mir am Vorabend noch Weihnachten gefeiert hatte als Wooyoung weg war.
  Also rief ich genau ihn an und hoffte er würde da sein. Was er auch war. Zwanzig Minuten später ließ ich ihn auch bei mir rein und zu meiner Überraschung war ich nicht einmal bissig als er mich umarmte und übertrieben anstrahlte.
    "Ich hoffe du hast ein DVD Player?"
  "Schon, anders kann man ja gerade nichts ansehen... Warum?" Verwundert sah ich zu ihm auf.
  "Dann schauen wir jetzt das hier. Hab auch Snacks mitgebracht", er hielt mir eine Tasche hin.
  "Oh. Okay... Danke?" Überfordert trat ich zurück in den Wohnbereich.
    Es dauerte nur eine Minute dann folgte Wooyoung mir. Er half mir mit Gläser und Schüsselchen zu holen bevor ich dann die DVD einlegte und mich auf meinen Sofa fallen ließ. Wooyoung setzte sich neben mich. Ich sah zu ihm und wartete einen Moment bis er mir ein Schüsselchen Chips gab. Ich bedanke mich leise und zog dann eine Decke von der Lehne.
    "Auch eine?", fragte ich ihn.
  "Gerade nicht", er schüttelte seinen Kopf.
    Dann schwiegen wir und sahen den Film an. Ich war auf jeden Fall beruhigt nicht mehr alleine zu sein. Vor allem nach der Sache mit Subin auf der Party.
    "Du solltest zu mir kommen morgen." Wooyoung sah mich von der Seite an.
  "Zu dir?" Ich wandte meinen Kopf zu ihm.
  "Mhm. Ich koche für dich, wenn du das willst?" Er legte seinen Kopf schief.
  "Okay", ich nickte leicht.
    Wooyoung begann zu lächeln. Ich presste nur meine Lippen zusammen und zog meine Decke enger um mich.
    "Du bist ruhiger geworden... Darf ich wissen warum?" Wooyoung zog seine Beine an bevor er seinen Kopf auf der Lehne ablegte.
  "Ich kann nicht alleine sein und Subin... Wir sollten uns gerade nicht so oft begegnen. Er erinnert mich auch zu sehr an Hanse im Moment was mir Schuldgefühle gibt."
  "Du und Subin, also?" Wooyoung hob seinen Kopf leicht. "Warum nicht?"
  "Keine gute Idee." Ich schüttelte meinen Kopf. "Wir haben zu viel durch und es wäre nichts auf Dauer. Also warum unsere Freundschaft riskieren? Außerdem, er erinnert mich wirklich zu sehr an Hanse. Manchmal werden mir die Erinnerungen zu viel und naja..." Verlegen sah ich weg und spürte wie eine Träne über meine Wange lief. "Außerdem empfinde ich nicht mehr als Zuneigung und Freundschaft für Subin..."
  "Du weißt... Naja, okay das ist jetzt wirklich komisch, weil wir bis jetzt nicht direkt Freunde geworden sind, aber falls du je über Hanse reden willst oder über das was du erlebt hast, dann bin ich da für dich."
    Ich sah zu ihm. Wooyoung wirkte ernst, gleichzeitig besorgt.
    "Ein Leben lang, hm?", leicht legte ich meinen Kopf schief.
  "Ja, das hab ich dir doch versprochen."
  "Morgen ab wann?"
  "Halb 12? Ich hole dich ab, wenn du willst."
  "Du kannst mir auch einfach sagen wo ich hin muss."
  "Mh, nein. Du würdest nicht ins Haus kommen." Wooyoung lächelte amüsiert.
  "Oh. Hast du etwa einen VIP Status?", spottete ich nur.
  "Nicht ganz. Nur fast. Ich bin eben auch schon am längsten hier mit ein paar anderen. Da hatte man noch die Auswahl", Wooyoung lachte nur leise. "Also?"
  "Okay. Ich bin um halb 12 fertig", ich nickte.
Wooyoung lächelte wieder los.
    Im nächsten Moment warf er sich halb auf mich und umarmte mich. Etwas unbeholfen saß ich da und wusste nicht ganz wie ich reagieren sollte. Wooyoung hatte seinen Kopf auf meiner Schulter abgelegt und sich an mich gekuschelt.
    "Im Normalfall legen umarmte Leute auch die Arme um die Person die sie gerade umarmt...", murmelte Wooyoung in meinen Pullover. "Oder in deinem Fall kannst du mich auch wegschubsen."
  "Du überforderst mich...", gab ich nur leise und legte meinen Arm um ihn.
    Er lachte nur und bleib einfach so sitzen, bis es mir wirklich zu viel wurde, dann zwickte ihn in die Seite. Amüsiert ließ er mich los, dann rutschte er auf die andere Seite zurück. Kurz musterte ich ihn noch, dann wandte ich mich wieder dem Film zu.

    Am nächsten Tag frühstückte ich mit Chaeyoung in dem kleinen Café gegenüber des Trainingscenter. Es war extrem voll was an den freien Tagen lag. Chaeyoung erzählte mir einiges über Yeosang aber ich hörte nicht ganz zu. Ich war nur froh, dass sie jetzt ein normales Leben führen konnte ohne, dass sie sich wie ich dauerhaft den Kopf zerbrach. Um 11 Uhr verabschiedete ich mich und lief nach Hause. Auf dem Weg nach oben lief ich Seungwoo entgegen. Der hielt mich auf und nahm mich einfach in den Arm. Er redete nicht mit mir, aber ich war froh, dass er da war.
    "Ich muss einkaufen und dann mit Subin weg. Patrouillen müssen auch über die Feiertage sein wie es scheint... Morgen einen Film ansehen?", fragte er als wir voneinander getrennt waren.
  "Ich bin da..."
  "Schön, dann bis morgen", er lächelte mich erleichtert an, dann wollte er gehen.
  "Seungwoo?" Ich hielt ihn fest.
  "Ja?" Er drehte sich zu mir um.
  "Wird es wieder normal zwischen Subin und mir?"
Seungwoo holte tief Luft und zog mich wieder in eine Umarmung.
  "Kleines, wenn wieder etwas normal wird, dann die Sache zwischen euch", er drückte mich fester als vorher.
    Ich klammerte, dann sah ich zu ihm auf. Seungwoo lächelte mich an und küsste mich dann auf die Wange.
    "Bis morgen. Okay?"
  "Versprochen", ich nickte.
    Er kniff mir noch in die Wange dann gingen wir unsere Wege. In meiner Wohnung zog ich mich einfach um und machte mich bereit. Als es klingelte war ich gerade fertig und lief sofort zur Tür.
    "Hey, bist du fertig?", fragte Wooyoung mich mit einem Lächeln.
  "Also wenn es echt okay ist, dass ich meine Leggins anhabe, den Kilometer zu großen Zuhause-Hoodie und so...?" Verunsichert sah ich auf.
  "Klar, ich habe dir doch gesagt zieh etwas bequemes an. Vor allem können wir bei den Sturm so oder so nicht wirklich raus für eine längere Zeit... Zieh dir dich bitte dieses Mal Schuhe an." Wooyoung schob mich direkt wieder in meinen Eingangsbereich.
  "Oh. Klar", verlegen nickte ich nur und zog dann meine Turnschuhe an.
    Als ich fertig war trat ich vor meine Wohnungstür wobei Wooyoung mich vor sich festhielt und meinen Reißverschluss meiner Jacke zu machte. Er sagte nichts dazu sondern umfasste anschließend nur meine Hand und zog mich mit sich. Draußen war ich schließlich froh, dass er mir die Jacke zu gemacht hatte da der Sturm echt schlimmer geworden war und zudem ein ekelhafter Eisregen gekommen war.
    "Also, damit du dich nicht wunderst warum ich eben wohne wo ich gerade wohne. Nach Stunde Null war ich noch bei meinen Eltern mehr oder weniger. Sie haben unter anderem auch mit dabei geholfen dieses Lager zu errichten, zusammen mit denen von Jaemin und Yuri, Mingi's Freundin. Sie hatten eben damals die Leitung", Wooyoung zog mich sanft näher. "Ich bin sozusagen dort aufgewachsen wo ich jetzt wohne. Mittlerweile leben meine Eltern allerdings unten in Busan. Wir empfanden es als Familie sicherer, dass sie geschützt sind vor dem Krieg der hier herrscht. Im Haus wohnt auch noch Seonghwa, Hongjoong mit Lina, Jaemin, Yuri's Eltern sind noch da und Doktor Ahn mit ihrem Mann. Eben die Leute die von Anfang an hier waren. Es gibt nochmal so ein Komplex nebenan. Deshalb ist es wirklich irgendwie, ein bisschen mit einem VIP Status verbunden."
  "Du benimmst dich am allerwenigsten wie ein VIP..." Ich sah zu ihm auf.
  "Es ist auch nicht meine Intension... Ich bin auch nicht im Rat. Eher bin ich Seonghwa's und Hongjoong's Nummer Eins wenn es darum geht mich in der Gegend herumzuscheuchen." Er lachte.
  "Was arbeitest du überhaupt, wenn ich das fragen darf? Ich meine Subin und Seungwoo sind Ausbilder geworden für spezielle Einsätze, aktuell also nur in der Trainingsaufsicht und als Patrouillenmitglieder, damit sie wissen wer sich eignen wird. Ich bin Ertsausbilderin... Und ich weiß bis jetzt nicht was du eigentlich tust. Du bist überall und nirgendwo."
  "Also eigentlich bin ich erst seit Mai kein Trainee mehr... Aktuell bin ich deshalb mehr oder weniger Aufsicht für das Camp. Das erklärt dir vielleicht auch warum ich überall und nirgendwo bin. Wenn mir etwas auffällt und sei es nur eine Lücke im Zaun, dann muss ich das melden. Oft lassen sie mich auch raus, oder wenn mir jemand auffällt, der eventuell nicht richtig an seinem Arbeitsplatz ist, dann rede ich mit Seonghwa darüber. Wegen ihm hab ich auch den Posten. Er ist der Meinung, dass ich genau richtig für das alles bin, weil ich sehr kommunikativ bin."
  "Bist du auch", ich schnitt eine Grimasse.
    Er stieß mich amüsiert in die Seite, bevor er mich um die Ecke zog und wir auf zwei Gebäude zugingen die in Mitten eines kleinen Parks waren.
    "Das sind wirklich Wohnhäuser?" Ich war überrascht. "Ich meine, hab mich schon lange gefragt was darin ist, aber ich dachte eher für Meetings oder Bleiben für Besucher aus dem Süden..."
  "Wir wären schön blöd die Häuser zerfallen zu lassen", Wooyoung lachte leise.
    Zwei Minuten später standen wir vor einer Doppeltür und Wooyoung tippte einen Code ein. Ich sah kurz weg bis die Tür aufging und Wooyoung mich mit sich zog. Selbst um den Aufzug zu benutzen für die Stockwerke zwei bis neun müsste man einen Code eingeben.
    "Wow, du bist hier schon nicht ohne Status", ich lehnte mich an eine der Wände.
  "Spinn nicht herum. Ich hatte einfach nur Glück, dass meine Eltern hier her gekommen sind." Wooyoung winkte ab und stellte sich dann vor mich. "Jaewa... Ich will, dass du weißt, dass du immer bei mir willkommen bist. Okay?"
  "Okay", ich nickte leicht und sah wieder zu ihm auf.
    Wooyoung schenkte mir ein kleines Lächeln bevor er mir dann seine Hand hin hielt. Ich nahm sie nur entgegen und ließ dann zu, dass er mich aus dem Aufzug zog als die Türen sich erneut geöffnet hatten. Vor einer Tür genau gegenüber blieb er stehen und öffnete sie.
    "Na dann, willkommen bei mir Zuhause."

1.707 Wörter

Hello meine liebsten Kekse ❤️
Eins meiner Lieblingskapitel... Yay.... 🥰 Ich hoffe es gefällt euch. Bis später zum nächsten Kapitel 😊 bleibt gesund~
xoxo eure Luna ❤️

05. August 2022

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