>Vier<

Als ich mir Robs Pullover über den Kopf ziehe, schlägt mir ein Geruch entgegen, den ich so noch nie gerochen habe. Er riecht nach einer Mischung aus einem Männerdeo, Aftershave und Waschmittel. Einfach... Wie Rob.
Meine angespannten Muskeln entspannen sich zur Erleichterung meines Muskelkaters wieder und ich versinke im Pullover. Obwohl Rob nicht viel größer ist als ich, vielleicht 8cm, reicht mir sein Pullover doch bis fast zu den Knien.
Ich betrachte mich noch einmal kurz im Spiegel, dann verlasse ich das Badezimmer und gehe wieder in die Küche/ das Wohnzimmer.
Rob steht hinter der Kücheninsel am Herd und brät, ich glaube es sind Nudeln in einer Soße, an, während Jimmy und Falco um ihn herumstehen und miteinander reden. Als Rob mich sieht, muss er leicht grinsen.
„Hey”,ruft er mir zu,„wir machen gerade Abendessen. Ich hoffe, du magst Nudeln.” Ich stelle mich ihm gegenüber an die Kücheninsel lächle ihn an.„Ich LIEBE Nudeln.”
Und das ist noch nicht einmal übertrieben. Nudeln in jeglicher Form sind mein Hauptnahrungsmittel.
Rob nimmt die Pfanne vom Herd und verteilt die Nudeln gleichmäßig auf vier Tellern vor ihm. Falco reicht jedem von uns eine Gabel und einen Löffel und Rob reicht mir einen Teller, während sich Jimmy sich schon auf das Sofa hinter uns setzt.
Wir setzen uns dazu und die Jungs fangen an, ihre Nudeln auf dem Löffel zu drehen. Sie gehören wohl zu der Spezies Mensch, die Nudeln nur mit Gabel UND Löffel essen können.
Ich lege meinen Löffel neben mich und fange an, meine Nudeln so wie immer zu essen. Ganz OHNE den Löffel.
Als mich Falco von links und Rob und Jimmy von rechts sehr merkwürdig anschauen, halte ich kurz inne.„Ich bin Studentin”, beginne ich.„Ich habe kein Geld für Löffel.” Das muss wohl der Flachwitz des Jahrtausends sein, denn die Jungs fangen an zu lachen.
„Was studierst du denn?”, fragt Jimmy mich, wohl ziemlich interessiert an meinem langweiligen Studentenleben. Ich überlege, wie man das, was ich in der Uni so lerne, am besten erklärt.„Lehramt.“
Jimmy und auch Rob schauen mich verwundert an.„Da verdien ich mehr Geld für Löffel.”

Wir aßen noch unsere Nudeln auf und redeten eine Weile über mein Studentenleben.
Doch irgendwann, ich glaube gegen halb 10, verabschiedeten sich Jimmy und Falco in ihre Zimmer, weil sie noch 'etwas erledigen mussten'.
Nun sitzen nur noch Rob und ich auf dem Sofa. Ich habe meine Beine angewinkelt und umklammere sie mit meinen Armen. Rob sitzt ein Stück entfernt und betrachtet mich lange Zeit.
„Geht's dir soweit gut?”, fragt er mich ganz plötzlich. Ich schaue blitzschnell auf und direkt in seine braunen Augen. Oh damn...
„So gut, wie es einem wohl gehen kann, nachdem man verfolgt wurde...” Und sich dann auf der Couch eines Youtubers wieder findet.
Rob legt mir eine Hand auf die Schulter.„Leg dich schlafen. Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.” Er steht auf und hält mir seine Hand hin. Ich lasse meine Beine los, dann nehme ich Robs Hand an. Der zieht mich auf meine Füße, lässt mein Handgelenk aber nicht los.
Er führt mich durch die Wohnung zu einer Tür. Ehe ich es überhaupt realisiere, stehe ich mit ihm in seinem Zimmer. Woher ich das weiß? Das weiß ich auch nicht.
„Du kannst heute Nacht in meinem Bett schlafen”,sagt Rob ruhig und lächelt mich an. Ich schaue verwundert zurück. Wo will er dann-. „Ich werde auf dem Sofa schlafen. Das macht mir nichts aus.” Damit lässt er mein Handgelenk los und wendet sich zum Gehen.
„Warte, Rob”, sage ich schnell und merke, wie mir die Röte ins Gesicht kriecht. Jetzt ist es Rob, der verwundert schaut. „Danke.” Und dann lächelt er noch breiter als zuvor.

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