Kapitel Achtzehn -Niall-
Niall's P.O.V.
Ich wachte mit jemanden in meinen Armen auf. Sie war immer noch hier. Kaum glauben konnte ich das Alles. Ich war so glücklich, dass wir uns wieder vertragen hatten. Wie hätte ich auch ohne sie leben können. Voller Freude betrachtete ich diese Frau, die all meine Liebe besaß. Ich raffte mich auf, um uns Beiden ein Frühstück zu bereiten. Unten in der Küche taute ich Brötchen auf und deckte den Tisch. Lucy würde sicherlich bald aufwachen. Gerade als ich mich darin versuchte Rührei zu machen, hörte ich Schritte die Treppe hinunter kommen. „Lucy?", fragte ich jedoch noch einmal nach. „Guten Morgen.", hörte ich sie sagen. Kurz darauf kam sie auch schon lächelnd in die Küche. Ich lächelte ebenfalls. „Hast du schon alles gepackt?", fragte sie nach. Ich nickte plötzlich betrübt. In wenigen Stunden würde ich am Flughafen stehen und in ein anderes Land fliegen. Das bedeutete auch, dass ich Lucy allein lassen musste.
„Ich will jetzt nicht gehen. Nicht nachdem was war. Ich will bei dir bleiben.", gab ich ihr zu verstehen. „Ich will auch lieber bei dir sein, aber es geht nicht. Du musst auf Tour, denk an die ganzen Fans. Außerdem bin ich auch bald auf Reise, dass weißt du ja.", antwortete sie mindestens genauso traurig wie ich es bin. „Wir schaffen das oder?", wollte ich mich versichern. „Ja, dieses mal werden wir es schaffen.", sie nickte zuversichtlich. Ich wollte ihren Worten glauben und trotzdem hatte ich Angst, wir könnten scheitern. Wir setzten uns an den Tisch und aßen. Dabei schwiegen wir, um die falschen Worte zu vermeiden. Der Abschied hing schon in der Luft und machte Alles ungenießbar. Es fiel mir so unglaublich schwer zu gehen, dabei habe ich mich schon längere Zeit auf die Tour gefreut. Die Zeit, in der ich von Lucy getrennt war, hatte meine Meinung geändert. Wie sehr würde uns diese Tour auseinander treiben? Wie lange könnten wir es ertragen, getrennt zu sein? Würden wir es bereuen, gegangen zu sein? Ich hoffte, wir würden damit fertig werden.
„Du darfst nicht vergessen, dass ich dich liebe. Bitte vergiss nie, dass du mein ein und alles bist okay?", sagte ich von der Traurigkeit überwältigt. „Ich liebe dich auch, Niall.", war alles was sie sagte. Ich lächelte leicht und entnahm ihren Worten den nötigen Trost. „Komm, lass uns aufräumen." Ich stand auf und half Lucy, den Tisch abzuräumen. Ich fühlte mich so glücklich bei ihr, wie sollte ich ohne sie atmen können, wenn sie meine Luft ist? Man kann sich nicht vorstellen, wie es ist von jemanden getrennt zu sein, der einem viel bedeutet, wenn man es noch nie selbst erlebt hat. Es fühlte sich genauso an, wie damals, vor ein paar Jahren, als ich meine Eltern und Greg für die aller erste Tour verlassen musste. Das war wirklich einer der herzzerreißenden Momente in meinem Leben. Ich wusste was ich jeden Abend tun würde, ich musste sie anrufen.Genauso wie ich meine Eltern anrufen würde, sobald ich gelandet bin. Viel zu lange hatte ich sie nicht mehr angerufen. Aufeinmal fühlte ich mich schuldig. Lucy hatte meine ganze Konzentration beansprucht, so dass ich gar nicht an meine Eltern gedacht hatte. Was für ein schlechter Mensch war ich geworden?
Ich fasste also den Entschluss, meine Mum anzurufen. Schnell zückte ich mein Handy und tippte die mir vertraute Nummer ein. „Mum?", fragte ich. „Niall, wie geht es dir?", fragte sie sofort nach. „Mir geht es gut." Lucy hielt inne und sah zu mir. „Wie geht es dir?" „Ach, bei mir läuft alles bestens. Wie geht es mit Lucy voran? Seit ihr wieder zusammen." „Ja. Glücklicherweise. Ich soll dir auch liebe Grüße von ihr ausrichten." „Vielen Dank, grüß sie auch von mir. Hoffentlich kommt ihr beide mich bald besuchen. Ich vermisse meinen kleinen Niall." „Mum bitte. Ich denke, wenn wir beide Zeit finden, zwischen unseren Tourneen, dann werden wir bei dir vorbeikommen. Ich würde mich auch sehr freuen, dich mal wieder zu sehen.", meinte ich betrübt. „Bist du schon aufgeregt? Oder bist du schon am Flughafen?", fragte sie nach. „Nein Mum, ich bin noch zu Hause." „Also könnte ich dich zum Flughafen bringen?", wollte sie wissen. „Lucy kommt schon mit, aber wenn wir jetzt losfahren, können wir noch bei dir vorbeischauen.", erklärte ich ihr.
Damals, als sich meine Eltern scheiden ließen, ist meine Mum nach London gezogen. Ich bin ja bei meinem Dad in Irland geblieben. „Das wäre schön. Dann vielleicht bis gleich." „Ja, bis gleich.", damit legte ich auf und rief nach Lucy. Glücklicherweise freute sie sich, dass wir noch zu meiner Mum fahren würden. Wir hatten zwar nicht all zu viel Zeit, aber für meine Mum würde ich sie mir einfach nehmen.„Ich freue mich Maura zu sehen." „Ich mich auch. Schließlich habe ich sie in letzter Zeit viel zu selten gesehen." Lucy schaute zu mir und lächelte leicht. „Dann sei froh, dass du sie noch kurz sehen kannst, bevor du erneut die Welt bereist." Ich nickte und konzentrierte mich auf die Straße. In wenigen Minuten würden wir bei meiner Mum ankommen. Ich bog in die Straße ein und er blickte sofort das bekannte Haus. Ich parkte das Auto und gemeinsam mit meiner Freundin lief ich zur Tür. Dort angekommen klingelte ich und kurz darauf wurde die Tür geöffnet. „Niall.", sprach meine Mutter erfreut. Sie nahm mich in den Arm und auch ich begann zu Lächeln und schloss meine Arme um sie. Wie sehr hatte ich das vermisst, ohne es zu merken? „Hey Maura.", begrüßte Lucy sie. Auch diese wurde von meiner Mum in den Arm geschlossen.
„Kommt doch rein. Ich habe Kaffee aufgesetzt. Er müsste gleich fertig sein. Hoffentlich habt ihr noch so viel Zeit." Sie sah mich viel versprechend an. Ich nickte und ging mit Lucy ins Wohnzimmer, wo wir uns auf die Couch setzten. Meine Mum hatte schon Kuchen auf den Tisch gestellt und plötzlich war mir der ganze Aufwand unangenehm. Sie musste das nicht alles für mich tun, wenn ich sie schon so selten sah. Jetzt tat es mir leid, dass ich mir nicht mehr Zeit für meine Mum und meinen Dad nahm. „Hier, für euch." Sie reichte uns zwei Tassen und auf dem Tisch stand noch Milch und Zucker, wobei ich nur ersteres brauchte. Meine Mum kam mit ihrer Tasse wieder und setzte sich ebenfalls. „Ich war schnell beim Bäcker um die Ecke.", verkündete sie und wartete darauf, dass wir uns etwas von dem Kuchen nahmen, dabei hatten wir erst gefrühstückt. Um meine Mum jedoch nicht zu verletzen, nahm ich mir Anstandshalber ein Stück. Lucy trank ihren Kaffee und erklärte, dass sie noch vom Frühstück gesättigt sei. Meine Mum lächelte darauf hin nur und nahm sich selbst ein Stückchen. „Lucy, falls du dich einsam fühlen solltest, da Niall nun auf Tour ist, kannst du gerne vorbeikommen." „Mum, dass willst du doch nur, um mal wieder etwas über unsere Leben zu erfahren.", meinte ich lachend. „Du erzählst mir ja nichts mehr.", meinte sie empört. „Ich würde gerne mal vorbeikommen, Maura. Danke für die Einladung.", bedankte sich Lucy.
Lucy sah mich grinsend an, doch ich verdrehte nur meine Augen. „Wo ist denn der erste Stopp?", fragte meine Mum interessiert nach. „Australien. Wir eröffnen die Tour in Sydney und nachdem wir noch andere Städte bereist haben, geht es weiter nach Japan.", verkündete ich. „Japan würde ich auch gerne mal sehen.", meinte sie sehnsüchtig. „Dann tu es doch einfach." „Wenn es doch so einfach wäre." „Ich wäre ja wirklich gerne mal in Australien.", mischte sich Lucy ein. „Komm doch einfach mit." „Das würde ich wirklich gerne, aber du weißt, dass es nicht geht. Ich muss ins Studio und bin bald selbst auf Tour.", erklärte sie mir erneut. „Ich weiß, ich wünschte dem wäre nicht so. Das wir uns nicht jetzt trennen müssten." Meine Mum schaute uns interessiert an und fing an zu lächeln. „Ach, ihr seid so süß zusammen.", meinte sie überraschend. Lucy errötete leicht und auch ich spürte die Hitze in meinem Gesicht aufwallen. „Wann geht denn dein Flug?", fragte sie und lenkte mich somit ab. „Sehzehn Uhr dreißig." „Oh, es ist schon um Elf. Dann müsst ihr ja bald wieder los." Sie wirkte unglücklich und ich konnte es ihr nicht verübeln. „Ein bisschen Zeit haben wir ja noch.", antwortete Lucy an meiner Stelle.
„Wohnt ihr denn wieder zusammen?" „Nein. Ich habe dieses Mal eine eigene Wohnung. Wir wollen es nicht überstürzen. Beim letzten Mal hatte es uns schließlich ziemlich geschadet.", erzählte Lucy. „Oh. Das wäre ja schade, wenn es noch einmal so weit kommen würde." Ich betrachtete Lucy die sich glücklich und lächelnd mit meiner Mum unterhielt. In diesem Moment hoffte ich, dass es für immer so bleiben würde. Eine glückliche Lucy an meiner Seite. Natürlich war mir bewusst, dass wir uns auch mal streiten würden, jedoch hoffte ich, dass es uns nicht auseinander bringen würde. „Naja, ich will wirklich nicht den Moment ruinieren, aber wir machen besser los. Man kann nie wissen wie der Verkehr ist und ob wir eine Umleitung nehmen müssen.", meinte ich wahrheitsgemäß. „Da hast du wohl recht, mein Schatz." Meine Mum stand auf und brachte uns zu Tür. Leider musste ich mich von ihr verabschieden und ich merkte, wie sie mich gar nicht mehr loslassen wollte. „Komm mir ja heil wieder." „Natürlich Mum.", versprach ich ihr. „Hab' viel Spaß und melde dich mal." Ich nickte und kämpfte gegen die Tränen an, die sich bildeten. Natürlich war ich es gewohnt, auf Tour zu gehen, aber der Abschied war jedes Mal schlimm. Auch Lucy verabschiedete sich von meiner Mum, mit den Worten, sie kommt bald zu Besuch. Hand in Hand gingen wir zum Auto und nachdem ich eingestiegen war, fuhr ich zum Flughafen Heathrow.
*
Gegen dreizehn Uhr waren wir am Flughafen und hatten natürlich doch mehr Zeit, wie wir es eigentlich erwartet hatten. Immerhin ging erst sechzehn Uhr dreißig der Flug. Jedoch musste man zwei Stunden vor Flugbeginn da sein, selbst wenn man privat flog. Als die Uhr sich der Zwei näherte, kamen endlich die Jungs. Ich sah Zayn, der seine Arme um Perrie geschlungen hatte. Liam, der Clary mit sich brachte. Was wohl zwischen den Beiden war? Harry, der lachend mit Ann kam und zum Schluss Louis, der scheinbar ohne Eleanor fliegen wollte. Als sie uns sahen, waren wir schon auf dem Weg zu ihnen. „Hey.", begrüßte ich alle miteinander und Lucy tat es mir nach. „Wo ist Eleanor?", fragte ich Louis. „Wir haben uns getrennt.", meinte er schulterzuckend. Jedoch konnte man erkennen, dass es ihm doch nahe ging. Ich nickte darauf hin nur. „Ihr habt euch getrennt?", fragte Liam überrascht nach. Scheinbar hatte Louis es noch keinem erzählt. Vielleicht hatten sie sich auch erst heute getrennt. „Wir haben uns in den Jahren auseinander gelebt und das wir uns so selten gesehen haben, hat uns dabei nicht geholfen. Außerdem haben wir uns Beide sehr verändert und damit sind wir nicht klargekommen.", schloss er ab.
Panisch sah ich zu Lucy. Würde uns das auch bevor stehen? Schließlich würden wir uns nun für längere Zeit nicht sehen und das würde immer so weiter gehen, bis wir nicht mehr auf Tour gehen müssen. Ich konnte nur hoffen, dass wir stark bleiben würden und unsere Gefühle sich nicht ändern würden. Wie lange würde ich das glauben können, fragte ich mich trotzdem. „Ich will euch ja nicht stören, aber wir müssen dann langsam mal los.", kam es von Harry. Wir teilten uns ein letztes Mal auf, bevor wir gemeinsam auf Tour gingen. Liam stand bei Clary, Zayn war gar nicht mehr zu sehen, Harry und Ann standen höflich von einander entfernt und schienen zu reden. Nur Louis stand alleine da. „Hey Lucy?", fragte ich nach, da ihre Augen über die Anderen schweiften. „Ich liebe dich. Ich werde dich schrecklich vermissen und habe keine Ahnung, wie ich es ohne dich aushalten soll.", erklärte ich ihr. „Ich liebe dich auch und ich hoffe, wir werden nicht all zu lange von einander getrennt sein. Ich werde dich auch schrecklich vermissen.", antwortete sie darauf hin. „Ich werde versuchen zu dir zukommen, sobald ich dazu Zeit habe. Bitte pass auf dich auf." „Das werde ich, aber dasselbe gilt für dich.", versprach sie mir. Ich nickte und dann zog ich sie zu mir, um sie ein letztes Mal zu küssen. Ich spürte die Tränen auf ihren Wangen, war mir jedoch nicht sicher, ob es denn nicht meine eigenen waren.
Als ich sie losließ brach mein Herz, bei ihrem Anblick. Die roten, verquollenen Augen schienen dabei nur meine eigenen widerzuspiegeln. „Ich will nicht gehen." „Du musst." „Niall, kommst du?", rief mich Louis. Zayn war schon wieder bei ihm und auch Harry kam gerade. Liam ließ gerade Clary's Hand los und kam zu ihnen. Ich drehte mich zu Lucy, schloss sie kurz in meine Arme und ging auch. Ann stand nun neben ihr und zog sie in ihre Arme. Clary stand mit tränenden Augen noch an der selben Stelle und auch eine weinende Perrie war nun bei Lucy und Ann. Man merkte wie der Abschied noch in der Luft hing und so schnell nicht weggehen würde. Wir verabschiedeten uns und schon mussten wir die Sicherheitsabsperrung passieren. Bei keinem von uns piepte das Ding und somit konnten wir zu dem Gate laufen, wo wir in das kleine Flugzeug steigen würden. Mark war bestimmt schon da und ich freute mich ihn zu sehen. Auch wenn es hieß, dass seine Familie ihn nun vermissen würde. Langsam vertrieb die Aufregung die Traurigkeit und ich wusste, die nächsten Monate würden voller lustiger und spannender Erinnerungen sein.
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So meine Freunde, irgendwie konnte ich mich nicht aufraffen weiter zuschreiben, tut mir leid, dass ihr so lange warten musstet. Obwohl da hier eh kaum jemand votet oder kommentiert, scheint es niemanden zu stören. Außerdem bin ich aus London zurück und es war echt total toll. Die Menschen sind dort richtig freundlich und was ich alles gesehen habe, wow! *-* Traumhaft. Haha außerdem habe ich Nando's einen Besuch abgestattet. Und ich habe meine andere Story 'Sweet Dreams' abgeschlossen. :o Was auch bald hier geschehen wird, da ich keine lange Story hier draus machen wollte. Und zum Schluss, fahrt nie mit Flip Flops Fahrrad, ihr werdet es bereuen. Bitte votet und/oder kommentiert, es würde mich wahnsinnig freuen. ❤
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