Episode 23

Yejoon verfolgte mich die Autobahn entlang. Wir schlängelten uns durch zahlreiche Autos hindurch. Kurz vor einem Laster, der am Rand geparkt hatte, musste ich eine scharfe Kurve in das abgemähte Maisfeld einlegen. Yejoon kam da mit seinem Auto nicht weiter, ich mit meinem Motorrad schon. Ich sah kurz nach hinten, um zu schauen, ob er endlich aufgegeben hatte. Er war jedoch leider aus seinem Auto gestiegen und rannte mir hinterher.

Da ich einen Moment lang nicht nach vorne geschaut hatte, bemerkte ich den kleinen Hügel in der Erde nicht, über den ich nun fuhr. Mein Motorrad rutschte ab und ich wurde heruntergeschleudert. Schnell rappelte ich mich wieder auf und rannte. Yejoon ließ einen Schuss hören. ,,Stehen bleiben!", schrie er. Ich ignorierte es einfach und rannte weiter. Er schoss nochmal, während er auf mich zu rannte. ,,Bleib endlich stehen. Halt mich nicht für komplett blöd. Du hast mich schon genug verarscht."

Ich drehte mich langsam um. Meine Hände zitterten und mein Kopf fühlte sich an, als ob er gleich platzen würde. Wenn er nur wüsste, was das alles für mich bedeutet... ,,Hände hoch", er nickte auf meine zitternden Hände. Mit gesenktem Blick hob ich sie in die Luft. Meine schulterlangen Haare bedeckten mein Gesicht, wie ein Vorhang. ,,Ich nehme dich wegen versuchten Mordes an Eum Seungri fest" Mit festem Griff, legte er mir Handschellen an. ,,Du hast das Recht auf einen Anwalt, du darfst eine Aussage machen und du darfst die Festnahme in Frage stellen"

[P.o.V. Sungho]

,,Wir müssen sie irgendwie da heraus kriegen", sagte ich zu meiner Assistentin.

Wir waren wieder in meinem Hotel, nachdem ich mich der Polizei preisgegeben habe.

,,Sie hat der Polizei Beweisstücke gestohlen und wurde dabei von Videokameras aufgenommen. Ich bezweifle, dass uns auch nur die geringste Chance gegeben ist, sie zu befreien", antwortete Munyeong. ,,Und wenn schon. Sie wissen selber, dass sie Lee Hyon umgebracht hat und dass sie dasselbe mit Ihnen vorhat. Und dann wollen Sie sie auch noch hierher lassen?"

Ich flüsterte ihr etwas ins Ohr. ,,Richten Sie ihr das bitte aus" Sie nickte und verließ das Hotelzimmer.

[P.o.V Yeonseo]

Ich ließ mich von Yejoon wortwörtlich in das Polizeirevier schleppen. Wie ein Häufchen Elend trottete ich hinter ihm her.

Als wir im Verhörungsraum angekommen waren, kamen uns Leeho und Koohu entgegen. Koohu kam sofort wie ein wildes Tier auf mich zu. ,,Und das nennt sich Kollegin. Dein Leben ist nun vorbei, du elende Verräterin!" Leeho konnte ihn gerade noch abhalten mir eine reinzuhauen.

Yejoon stupste mich weiter vor, an ihnen vorbei. ,,Lass mich gefälligst los!", schrie Koohu. ,,Ich muss diesem Miststück eine verpassen!"

***

Im Verhörungsraum starrte ich die ganze Zeit nur auf die leere Tischplatte. Ich wollte einfach nicht mehr unnötig hier herumsitzen. Ich musste hier raus und Choi Sungho töten.

,,Name?" Ich blieb stumm. ,,Deinen echten Namen will ich wissen"

Yejoon merkte, dass das hier nicht viel brachte und geleitete mich zu meiner Einzelzelle. Er wies dem Wachposten an uns kurz allein zu lassen. Er sperrte mich in die Zelle und lehnte sich an das Gitter.

,,Also hast du Eum Seungri versucht umzubringen, weil er dich im Verdacht hatte. Du wolltest also nicht auffliegen?", fragte er genervt. Die ganze Fragerei schien auch schon anzukotzen. ,,Und du hast dich bei mir bedankt, weil ich so dumm war und auf dich reingefallen bin?" Ich saß einfach nur mit dem Rücken zum Gitter. Was brachte das Ganze hier überhaupt? „Antwortete mir! Red dich heraus oder lüge meinetwegen, aber sag doch irgendwas!" Ich blieb stumm. Mein Arm fing wieder an wehzutun. Die Wunde war aufgerissen. ,,Ich habe dir echt vertraut", sagte er leise. Ich hob meinen Kopf. ,,Ich habe nicht auf Seungri eingestochen", murmelte ich. Ich drehte zu ihm um. ,,Glaubst du mir noch, wenn ich dir die Wahrheit sage?"

Er schaute mich an. Seine Augen strahlten Verzweiflung aus. Verzweiflung, Trauer, Verwirrung, vielleicht auch Frust und Wut. Ich würde es ihm gerne nehmen, doch das war nicht möglich. Ich hatte es vermasselt. Der Mörder meines Vaters hatte mich reingelegt.

,,Das würde ich gerne", antwortete er leise. ,,Doch ich kann es nicht"

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