Episode 18
[P.o.V. Sungho]
Ich schleppte mich bis zu dem Trauerhaus. Kurz vor der Tür kipte ich um und mein Bewusstsein verließ mich.
***
Schwer atmend wachte ich auf und sah mich erschrocken um. Alles verschwommen. Jemand legte mir einen kalten Lappen auf die Stirn. ,,Alles wird gut", hörte ich den Priester sagen. Also schloss ich meine Augen wieder.
[P.o.V. Yeonseo]
Ich sah mich im Spiegel in der Dusche an. Mein Gesicht war blutverschmiert. Meine Hände auch. Mithilfe des laufenden Wassers schrubbte ich mein Gesicht, doch das Blut verschwand nicht. Plötzlich wurde das Wasser aus dem Duschkopf rot. Blut.
***
Ich war im Boxring der Trainingshalle von Dongmayag und boxte gegen den schwarzen Boxsack der dort drin hing. Auf einmal hörte ich jemanden um das Gitter des Boxrings umherhuschen. Er lachte leise. Wie eine Hyäne. Ich rannte an das Gitter und sah mich ängstlich um. Da verschloss er die Tür des Boxrings von außen. Ich rannte zur Tür, doch ich kriegte sie nicht mehr auf. Ich war eingeschlossen. Frustriert hämmerte ich mit den Fäusten gegen das Gitter, da tauchte er mir zwischen dem Gitter auf. ,,Und tut es gut jemanden zu töten?", fragte er und grinste. Ich rannte auf die andere Seite des Boxrings. Ich lehnte mich mit dem Rücken an das Gitter und atmete aus. Plötzlich legten sich zwei Hände um meinen Hals. Ich schnappte nach Luft und versuchte verzweifelt seine Hände von meinem Hals zu lösen. ,,Du wirst mich niemals vergessen", flüsterte er.
Schwer atmend riss ich meine Augen auf. Voller Panik fiel ich vom Stuhl, auf dem ich gesessen hatte. Ich stich mir die Haare von der verschwitzten Stirn. Seufzend rappelte ich mich auf und lief ins Bad um mir das Gesicht zu waschen. Ich schaute auf mein Tattoo unterhalb meines Schlüsselbeins, über der Brust, welches vom meinem Top halb bedeckt war. Das Erkennungszeichen für die Mitglieder von der Organisation.
Plötzlich klingelte es. Ich ging zum Fenster, um zu sehen wer da war. Ich blickte durch die venizianischen Jalousien und entdeckte Yejoon, der mit zwei Tüten vor meiner Tür stand. Ich zog mir meine Jacke an und trat aus der Tür und ging auf ihn zu. ,,Lust was trinken zu gehen?", fragte er. Ich blickte ihn stumm an. Plötzlich fielen Schneeflocken vom Himmel. ,,Der erste Schnee", lächelte Yejoon.
***
Nachdem ich ihn aus Höflichkeit in mein Haus gebeten hab, sah er sich neugierig um. Ein bisschen zu neugierig für meinen Geschmack. ,,Hast heute schon was gegessen? Oder ist du nie was?" Als ich nicht antwortete, öffnete er meinen Kühlschrank. Schnell schloss ich ihn und stellte mich davor.
Er nickte und legte die Tüten auf die Küchentheke. ,,Die Einrichtung passt irgendwie zu dir", sagte er. ,,Tschuldige aber heute-", wollte ich anfangen, doch er unterbrach mich. ,,Lass mal bisschen von der Welt rein" Er öffnete das Fenster, um ein wenig kalte Luft reinzulassen. ,,An einem Tag wie diesen, sollte man besser nicht allein sein"
Wir setzten uns an den Tisch und er packte die Tüten aus. Er hatte Teobokki und Vodka mitgebracht. ,,Magst du Schnee?", fragte er. Ich blieb stumm. ,,Du antwortest echt nie... Was magst du eigentlich? Hast du denn gar keine Hobbies?" Er nahm einen Bissen vom Teobokki. ,,So wie dein Kühlschrank aussieht, gehört kochen nicht dazu" Ich schüttelte meinen Kopf. ,,Brauch ich nicht"
Er seufzte. ,,Und wie hast du deinen Spaß im Leben?", fragte er.
,,Kann ein Leben den Spaß machen?", fragte ich und schaute ihn an.
Er seufzte und stand auf. ,,Du kannst einen echt runterziehen. Wenn du keine Hobbies hast, dann such dir welche", grummelte er. ,,Wer einen Job hat wie wir, sollte immer noch etwas anderes haben, was ihn auf andere Gedanken bringt"
,,Am Strand zu sitzen", antwortete ich langsam. ,,Das gefällt mir sehr"
,,An einem Tag wie diesen ist es sicher schön auf's Meer zu blicken", sagte er. ,,Ich fahr uns hin"
Ich schüttelte meinen Kopf und nahm den letzten Bissen Teobokki in den Mund. ,,Riskier' lieber nicht deinen Führerschein" Ich deutete auf die leere Vodkaflasche vor ihm.
,,Na gut", sagte er dann. ,,Aber wir holen das nach, wirklich" Er grinste mich an. ,,Ich bin nämlich ein verdammt guter Angler. Du willst niemals mehr woanders Sushi, wenn du meins kennst,. Das ist so lecker" Er lachte leicht.
,,Du musst dir nicht so viel Mühe geben", antwortete ich darauf und stand auf um mich auf den Boden an die Wand zu setzen . ,,Mir geht's ganz gut"
Er setzte sich zu mir und sah mich skeptisch an. ,,Dir geht's gar nicht gut", seufzte er. ,,Du uns Dangryul, ihr kanntet euch von früher?" Ich sah ihn an. ,,Ich hab euch noch reden gehört, bevor ich ohnmächtig wurde. Er hat deinen Namen gerufen", erklärte er.
,,Er wollte mich damals vergewaltigen", erwiderte ich.
,,Siehst du die Narbe hier" Ich zeigte ihm den großen Schnitt auf meinem Handgelenk. ,,Die hab ich, weil ich mich erfolgreich gewehrt hab"
,,Das war also Dangryul", murmelte Yejoon. ,,Er war es, den du schnappen wolltest?"
Ich lehnte mich an die Wand und antwortete nicht darauf. Seufzend nahm er sich seine Flasche Vodka. Er bemerkte, dass nichts mehr darin war und stellte sie enttäuscht zurück.
Ich wurde schläfrig und mir fielen die Augen zu.
[P.o.V. Yejoon]
Ich betrachte den Schnee, der sich an das Fenster klebte, als ich gleichmäßiges Atmen hörte. Ich drehte mich zu Yeonseo, deren Augen geschlossen waren. Ich stand auf um nach einer Decke zu suchen und fand eine auf ihrem Sofa. Ich deckte sie damit zu und nahm meine Jacke. Ich verließ ihr Haus und ging die Treppen runter zu meinem Auto.
***
[P.o.V. Sungho]
Ich öffnete meine Augen und fand mich in einem gemütlichen Zimmer wieder. Ich stand stöhnend auf und stieß die Tür mit meiner nicht bandagierten Hand auf. Draußen war es früher Morgen und ich erblickte den Priester, der den Weg vom Schnee freischaufelte. Als er mich erblickte, lächelte er erfreut. ,,Und ich dachte wir sehen uns erst nach dem Tod wieder, aber so kann man sich irren!" Ich lächelte zurück, wobei meine Schläfe etwas pochte. Die Wunden waren noch nicht ganz verheilt. Wie lange war ich hier schon? Wie lange hatte ich geschlafen? ,,Sie müssen wohl immernoch Kämpfe austragen", seufzte er.
,,Wenn ich leben will", antwortete ich. ,,Hab ich wohl keine Wahl"
Ich setzte mich auf die Stufen, vor dem Trauerhaus. ,,Dieses Darsein ist ein Krieg", erklärte ich. ,,Aber doch nur, weil du weder verlieren, noch aufgeben kannst", entgegnete mir der Priester. ,,Anders könnte ich mein Leben nicht führen" Der Priester seufzte erneut. ,,Gibt es Menschen denen Sie vertrauen?", fragte er. Ich nickte langsam. ,,Das ist gut", sagte er. ,,Erhol' dich hier noch für ein paar Tage" Ich nickte wieder und ging in den Raum zurück in dem ich geschlafen hatte.
[P.o.V. Yejoon]
,,Hört mal alle her", rief Seungri uns zu. Wir schauten von unseren Arbeitsplätzen auf. Er rollte eine Karte aus. ,,Das sind alle Fluchtrouten, die Choi Sungho genommen haben könnte", erklärte er uns. ,,Findet raus, ob irgendeiner von Donmayag sich dort aufhält und überprüft alle Krankenhäuser, Arztpraxen und Tierpraxen. Er muss sich verarztet haben lassen" Wir nickten alle.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top