16. ich

-Yoongi-

Hastig fahre ich aus meinem leichten Schlaf hoch. Ich habe ein Geräusch gehört. Mein Blick fällt auf die Uhr an meiner Zimmerwand.
10:33
Plötzlich höre ich Schritte. Vor Angst erstarre ich. E-er sollte noch nicht zurück sein.. normaler kommt er doch viel später nach Hause...
Die Schritte werden lauter und dann höre ich sie die Treppe hoch laufen. Schnell stehe ich auf und renne zu meiner Zimmer Tür. Im Dunkeln versuche ich den Schlüssel zu finden. Nervös tasten meine Finger die Kommode, welche ich zum siebten Geburtstag bekommen habe, ab. Die Schritte auf der Treppe klingen schwerfällig, so als wäre er betrunken und er kommt immer näher.
YOOONGIGrölt er.
Fast keuche ich erschrocken auf, aber ich bleibe leise. Noch schneller suche ich nach dem Schlüssel. Er muss hier irgendwo sein, er ist immer hier! Verzweifelt beiße ich meine Zähne fest aufeinander. Die Schritte kommen oben an. Er scheint zu stolpern, denn kurz hören die Schritte auf. Dann ist er plötzlich bei meiner Tür. Von meiner Kommode springe ich an die Tür und versuche sie zu zu drücken. Er drückt auf der anderen Seite dagegen.
„Komm Yoongi. Wo IST sie? Ich weiß das ihr zwei-“ er lacht laut. „-unter einer Decke steckt“ Er haut stark gegen die Holztür und mir entweicht ein ängstliches Geräusch. „Komm Yoongi, sei ein braver Sohn und sag wo deine Mutter ist..“ Er drückt noch stärker gegen die Tür.
Meine Augen sind ängstlich aufgerissen.
Wird er mich in Ruhe lassen wenn ich ihm sage das ich es nicht weiß? Das meine Mutter mich auch ohne ein Wort verlassen hat?
Ich lasse los und trete einen Schritt zurück. Mein Vater stößt die Tür so stark auf, dass sie gegen die Wand schlägt und eine Macke hinterlässt. Er steht betrunken und ein wenig schwankend in der Türöffnung.
„I-ich weiß nicht wo Eomma hin ist“ Murmle ich zittrig. Plötzlich, recht schnell geht er einen Schritt nach vorne und bevor ich ausweichen kann packt er mich an der Schulter. Mein Herz klopft ungesund stark. „LÜG MICH NICHT AN“ Bei seinem lauten Ton zucke ich zusammen.
Seine Finger bohren sich schmerzhaft in meine Schulter und er schüttelt mich stark. Mein Sichtfeld dreht sich, mir ist schwindelig und ich schließe die Augen. Ein klatschendes Geräusch ertönt und ich fühle brennenden Schmerz auf meiner Wange. Ich reiße meine Augen auf, gerade rechtzeitig um zu sehen, wie seine Faust auf meinen Bauch zufliegt.

Mit stark klopfendem Herzen wachte ich auf und mein Verstand brauchte ein wenig um zu realisieren das ich nicht mehr sieben Jahre alt war. Das ich nicht mehr hilflos meinem Vater ausgeliefert war. Vorsichtig atmete ich tief ein und aus.

Nach ein paar Minuten wurde ich wieder etwas müder. Gerade als ich dabei war wieder einzuschlafen, bewegte sich plötzlich etwas an mir. Fast wäre ich wieder erschrocken zusammen gezuckt.

Stimmt, ich war ja bei Jimin..
Warte- Was machte Jimin bei mir an mich heran geschmiegt?!

Verwirrt blickte ich auf ihn. Es war nicht komplett dunkel und ich konnte seine sanften Gesichtszüge erkennen.

Im Schlaf sah er noch mehr wie ein Engel aus...

Seine Arme waren um mich herum gelegt und jetzt wo ich darauf achtete, konnte ich seinen Atem an meinem Hals spüren. Er hinterließ einen leichten Schauer.

Ich wusste immer noch nicht was ich von Jimin halten sollte. Er war nett... aber ich wusste so wenig über ihn. Wie konnte ich so viel von ihm annehmen ohne nicht einmal sein Geburtsdatum zu wissen? Unentschlossen atmete ich aus.

Ohne mein zutun bewegten sich meine Hände ein wenig und näherten sich Jimins Haut. Ob sie wohl so weich war wie aussah?

Innerlich schüttelte ich den Kopf und zog hastig meine Hand zurück. Was tat ich da?

Ich wollte nicht aufstehen, was sollte ich hier, in Jimins Haus, machen? Herum laufen? Und... ich wollte Jimin nicht aufwecken. Er sah so friedlich aus.

Stumm sah ich ihn an. Hier liegen zu bleiben, im Warmen bei Jimin würde mich nicht umbringen, hoffte ich.
Meine Augen glitten über seinen Körper an meinen geschmiegt.

Ich wollte es nicht wahrhaben, es war so seltsam, aber ein Teil von mir wollte Jimin Stundenlang so ansehen.

Und jetzt hatte ich ja genug Zeit.

Nächstes Kapitel: 12. Dezember

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