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Schreiend wachte ich auf und saß aufrecht in meinem Bett. Etwas orientierungslos sah ich mich in meinem Zimmer um und wischte mir über meine Stirn. Ich hatte sogar geschwitzt. Aber es war nur ein Alptraum. Einmal laut seufzend saß ich nun in meinem Bett und sah mich in meinem Zimmer um, dabei versuchte ich meine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Es war bereits hell und die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster ins Zimmer hinein. Außerdem hörte man von außerhalb dumpf die Vögel zwitschern was mich doch wieder beruhigte und ich mich sicher genug fühlte um aufzustehen und duschen zu gehen. Sie müsste danach Frühstücken gehen und vermutlich direkt mit den anderen los. Die Mission würde beginnen. Und ich hatte so schlecht geträumt. Würde sich das, was ich geträumt habe verwirklichen? Wenn ja, dann sollte sie mit den anderen reden. Oder am besten mit Levi.. obwohl, er musste ja nicht wissen das sie sowas geträumt hatte. Das ging ihm auch rein gar nichts an.
Zehn Minuten später war ich im Essensaal angekommen und setzte mich zu den anderen. Ohne sie wirklich zu begrüßen fing ich auch direkt an zu erzählen;
,,Leute hört mal her!"
Fing ich erstmal an. Immerhin wollte ich die Meinungen aller wissen. Also mussten mir auch alle aufmerksam zuhören. Und es war wirklich schwer die Aufmerksamkeit von Sasha zu bekommen. Diese widmete sie nämlich lieber ihrem essen...
,,Ich hatte einen Albtraum. Ihr seid alle gestorben und am Ende, als Levi mich hätte retten können, hat er mich einfach sterben gelassen und meinte ich wäre schuldig daran das ihr alle gestorben seid. Würde er wirklich so sein?"
Fragte ich flüsternd mit einem zittrigen und ängstlichen Unterton. Ich wusste ja kaum was über ihn und ihr gegenüber wirkte er immer sehr kalt und distanziert, als ginge ihn das alles gar nichts an. Als wären wir ihm alle egal.. doch nach meinem Erachtens sollte ich mich täuschen.
,,Levi hat seine Gruppe verloren. Sie waren die Elite der Elite. Außerdem hat er vor langer Zeit seine engsten Freunde verloren. Zumindest wird darüber gemunkelt. Aber vertrau mir, wenn ich dir sage das wir ihm nicht egal sind. Ehrlich gesagt denke ich, dass wir ihm alle mehr bedeuten als er sich selber. Auch wenn er sich nie so verhält. Er ist so wie er ist und gibt wenig von sich preis."
Erklärte mir Armin, bei dem die anderen nur zustimmend nickten. Ich hatte ihn verurteilt ohne seine Vergangenheit zu wissen. Das war ein Fehler und ich sollte daraus lernen. Nun hatte ich ein ganz anderen Blickwinkel auf ihn und dachte nach. Armin gab ich noch ein dankendes nicken bevor ich mich meinen Gedanken und Frühstück widmete. Jedoch konnte ich nicht lange darüber nachdenken, da sich Commandant Erwin erhob und sich alle Blicke sofort auf ihn richteten. Es hörte Totenstille im Saal, es schien jeder angespannt zu sein und ihm seine Aufmerksamkeit zu schenken. Wow, so eine Autorität hätte ich auch gerne.
,,Guten morgen Soldaten. Ich hoffe ihr seid alle ausgeschlafen und habt nun gut gefrühstückt. Heute ist der Tag gekommen und wir brechen zu unserer Expedition auf."
Startete er seine Ansprache. Er war schwer seine Stimmung zu deuten. Sein Blick war starr, jedoch nicht so wie bei Levi. Und seine Mimik änderte sich kaum. Seine Stimme jedoch klang eher feierlich, wofür ich zwar kein Verständnis zeigte, jedoch konnte ich mir das ja auch nur einbilden und er klang ganz normal.
,,Ich wünsche euch allen Glück. Ihr alle seid bereits die Planung durchgegangen mit einen von uns und ich hoffe ihr habt euch alles gemerkt. Es ist wichtig das alles rund läuft, damit es so wenig Opfer wie möglich gibt. Denkt jedoch dran immer eure Herzen für die Menschheit zu opfern. Wir sehen uns nachher am Tor."
Beendete er und salutierte. Ohne eine weitere Aufforderung sprangen alle anderen auf, ich ebenfalls. Etwas unsicher. Und salutierten (schweres Wort taegaay xD ) mit einem ,.HAI!!". Auch ich salutierte und räumte direkt mein Tablett weg, meine Freunde taten es mir auch direkt gleich. Danach begaben wir uns direkt erst zur Halle
mit der Ausrüstungen und dann zu den Stallungen und sattelten unsere Pferde. Da sie fast eh nur in der Box standen, waren sie auch nicht wirklich dreckig und gut drauf. Sie wollten arbeiten. Rennen. Sie wollten eben das tun, wofür sie gezüchtet worden sind.
Ein wenig Zeit nahm ich mir jedoch für mein Pferd. Immerhin behalte ich es solange er oder ich Tod bin. Ich hoffe wir bleiben lange zusammen, diese Wesen sind sanftmütig und wunderschön. Gleichzeitig waren sie dennoch Temperamentvoll und eigensinnig, keine Ahnung wie ich auf solch eine Konstellation kommen konnte. Aber ich musste mich mit meinem Pferd anvertrauen, denn immerhin würde ich ohne ihm im freien Gelände sterben.
Als ich kurz aufsah, bemerkte ich das der Hauptgefreite neben mir in der Box stand und ebenfalls sein Pferd streichelte. War er nicht ein totaler Sauberkeitsfreak? Ist bestimmt ein Tick von ihm, weshalb es mich umso mer verwunderte das er ein Pferd anfasste. Immerhin waren sie staubig und haarig.
,.Sie fassen ein Pferd an?"
Fragte ich ihn mit hochgehobenen Augenbrauen, schmunzelte und hatte dabei einen spöttischen Unterton. Bei der Frage löste ich mich außerdem von meinem Pferd und hob den Sattel um ihn aufzusatteln. Dabei wartend auf seine Antwort.
,,Ja, sie sind sehr edel und nicht so nervig wie ein Balk wie du!"
Gab er genauso spöttisches zurück. Ich könnte schwören ein Hauch von Belustigung in seiner Stimme zu hören. Aber ich war mir mittlerweile selber nicht mehr sicher was ich von mir glauben konnte, oder eben nicht.
Mit einem wissenden ,,Aha". Trenste ich dann auch mein Pferd auf und führte es aus dem Stall. Erfreut darüber arbeiten zu dürfen, tippelte es beim Aufsteigen ein wenig auf der Stelle und fing an zu scharen als ich anfing nachzugurten, blieb jedoch stehen. Gerade als ich fertig war und los reiten wollte, wurden meine Zügel festgehalten und der Hauptgefreite stand mit seinem Pferd vor mir und hielt meins fest. Etwas überrascht blickte ich zu ihm hinunter und wollte gerade fragend einen Satz ansetzen.
,,Pass auf dich auf... ich will nicht noch ein Balk haben das nicht auf sich selber aufpassen kann.."
Murmelte er und blickte mir nur kurz in die Augen, bevor diese direkt zum Boden glitten. War ihm das etwas unangenehm? Aber warum sagte er das überhaupt zu mir? Bedeute ich ihm was oder bildete ich mir das auch nur wieder ein? Ich lächelte leicht.
,,Sehr nett, aber Danke, ich werde es."
Sagte ich sanft und zog mein Pferd einmal rum, als er die Zügel losließ und sich wieder seinem Pferd und sich selber widmete. Die Beziehung zwischen uns war komisch. Erst hatte ich das Gefühl das wir uns hassten, bzw das er mich ziemlich hasst. Und im nächsten Moment war er wieder so nett zu mir. Jedoch konnte ich nicht lange darüber nachdenken, da ich vor dem Riesen Tor stand das sich gleich öffnen würde..
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