Überraschung mit Folgen?
Kathrin P.O.V.
*1 1/2 Wochen später, Tokio*
Aiden und ich stehen gerade in unserem Ankleidezimmer und ziehen uns für den Abend um. Wir drei haben uns überlegt in unserem Lieblingsclub feiern zu gehen und vorher noch in einem italienischen Restaurant zu essen. Wir haben die letzten 1 1/2 Wochen mit Sightseeing, faulenzen und vielen Gesprächen verbracht. Es ist so schön meinen Bruder bei mir zu haben und zu sehen wie gut er sich mit Aiden versteht. Die Beiden schwimmen auf einer Wellenlänge und haben sogar zwei Männerabende miteinander verbracht. Erst war etwas enttäuscht, weil ich nicht mitgehen durfte, aber ich habe eingesehen das ich ihnen den Freiraum geben muss. Dafür war ich gestern mit Damian einen ganzen Tag in der Stadt unterwegs und habe viel Geld unter die Leute gebracht. Zum Glück ist mein Bruder genauso shopping verrückt wie ich. „Hast du dich entschieden was du anziehen willst? Ich wollte mich dir anpassen." höre ich Aiden's raue Stimme an meinem Ohr. Ich lehne mich zurück und atme seinen Duft ein. Dieser Mann verdreht mir meinen Kopf und lässt mich auf einer rosaroten Wolke schweben. „Ich kann mich zwischen diesen zwei Outfits nicht entscheiden. Was meinst du Sexy?" sage ich und halte die zwei Outfits hoch. „Auch wenn ich dich mit diesem Kleid heute nicht aus den Augen lassen werde. Bitte zieh das goldene Kleid an. Es wird atemberaubend an dir aussehen." antwortet er und ich sehe wie seine Augen etwas dunkler werden. Ich gehe auf ihn zu und lege meine Hände auf seine nackte Brust. „Du passt doch immer auf mich auf. Außerdem weißt du doch, dass nur du alles unter dem Kleid sehen und anfassen darfst." flüstere ich und verwickle ihn in einen leidenschaftlichen Kuss. Aiden hebt mich hoch und ich schlinge meine Beine um seine Hüfte. Unsere Körper werden nur von unserer Unterwäsche getrennt. „Seid ihr bald mal fertig. Ich höre nur verdächtige Geräusche und nicht wie Reisverschlüsse geschlossen werden." höre ich Damian's belustigte Stimme aus dem Flur. Wir lösen uns widerwillig voneinander und er stellt mich wieder auf die Füße. „Heute Abend gehörst du mir." knurrt Aiden und kneift mir in den Po. „Ich gehöre immer dir." keuche ich noch etwas atemlos von unserem Kuss. Wir ziehen uns zu Ende an und ich frische mein Make up auf. Meine Haare lasse ich lockig über meine Schultern fallen. Ich stecke mir seitlich ein paar Strähnen mit einer glitzernden Spange zurück. Als Aiden mir den Reisverschluss geschlossen hat, schlüpfe ich in die passenden High Heels und ziehe einen schwarzen Trenchcoat drüber.
Aiden hat sich eine schwarze Jeans, ein schwarzes Hemd und einen schwarzes Sakko mit goldenen Applikationen auf dem Revere angezogen. Seine Haare hat er mit Gel gebändigt und ein seliges Lächeln liegt auf seinen Lippen. „Endlich. Das nächste Mal zieht ihr euch getrennt um. Scheinbar ist ja nicht nur beim Umziehen geblieben." zieht uns mein Bruder auf als wir im Wohnbereich auftauchen. Ich verdrehe die Augen und Aiden schlägt ihm lachend auf die Schulter. „Bei deiner heißen Schwester kann ich meine Hände schlecht bei mir behalten. Leb damit Bro." neckt er ihn. Jetzt verdreht Damian die Augen und schlägt sich gegen die Stirn. „La la la. Das will ich gar nicht hören. Jetzt lasst uns endlich los." ruft er und öffnet die Wohnungstür. Ich schnappe mir noch meine Clutch und wir fahren mit dem Aufzug in die Tiefgarage. Taro wartet schon an unserem Bentley und hält uns die Tür auf. Nach 20 Minuten erreichen wir das Restaurant und wir werden von einem Kellner zu unserem Tisch geführt. Wir bestellen uns eine Flasche Rotwein und Wasser. Als Hauptgang nehmen Damian und ich wie gewohnt eine leckere Gemüselasagne und Aiden wählt Nudel Arrabiata. Wir stoßen an und nehmen den ersten Schluck des Abends. „Auf einen entspannten Abend und eine wilde Partynacht. Jedenfalls scheinst du mit deiner Outfitwahl auf so einen zu hoffen Schwesterherz." prostet uns Damian zu. „Blödmann." seufze ich und verdreht gespielt genervt die Augen. Plötzlich sehe ich wie das Grinsen in seinem Gesicht verschwindet. Damian zieht seine Augenbrauen zusammen und die Züge um seinen Mund verhärten sich. Ich drehe mich um, damit ich den Grund für seinen Stimmungswechsel sehen kann. „Das ist doch jetzt nicht wahr." stoße ich geschockt aus und verkrampfe mich. Ich sehe wie Elaine und Bob auf unseren Tisch zu kommen. Ich blende meine Umgebung völlig aus und kann nur auf die Beiden starren. „Das ist nicht euer Ernst. Ich werde sofort verschwinden sonst lasse ich euch rauswerfen. Ihr seid ihr nicht erwünscht." knurrt Damian neben mir. Ich habe gar nicht gemerkt wie er neben mich getreten ist. „Bleib ruhig Damian. Wir wollen nur mit euch reden. Hallo Kathrin. Wir haben dich so sehr vermisst." versucht Elaine ihn zu beruhigen und wendet sich zum Ende hin an mich. Ihr Worte holen mich aus meiner Gedankenwelt. „Mich vermisst? Das ist nicht lache. Ihr seid mir doch in den Rücken gefallen und habt euch auf seine Seite geschlagen. Ich will euch nicht hier haben. Verlasst sofort das Restaurant und am Besten auch Tokio. Ich will euch nicht sehen oder mit euch reden." sage ich etwas lauter. Mittlerweile haben wir auch die Aufmerksamkeit des letzten Gastes. „Bleib ruhig Honey." flüstert mir Aiden zu und legt einen Arm um meine Taille. „Wir sind dir nicht in den Rücken gefallen. Wir wollen nur dein Bestes. Und das ist nun einmal Randy. Bitte komm zu Vernunft und endlich wieder nach Hause. Er liebt dich und es tut ihm alles wahnsinnig leid." sagt Elaine und geht einen Schritt auf mich zu. „Halt die Klappe Elaine. Du bist doch nicht besser als dein verkommener Sohn. Er soll das Beste für meine Schwester sein? Er hat sie hintergangen und tief verletzt." knurrt Damian und geht mit geballten Fäusten auf die Beiden zu. Ich stehe auf und halte Damian an seinem rechten Arm fest „Nicht Damian. Sie sind es nicht wert.". Er nickt und atmet tief durch. Er tritt neben mich und erdolcht Elaine und Bob mit seinen Blicken. „Du bist doch unsere Tochter. Bitte rede wenigstens mit uns. Wir vermissen dich so sehr." versucht Bob mich zu besänftigen. Leider erreicht mit dem Wort Tochter genau das Gegenteil. „Tochter? Dieser Illusion bin ich auch erlegen. Ich war nie eure Tochter sondern nur ein Überbleibsel eurer Freunde. Ihr seid für mich gestorben." sage ich mit kalter Stimme und drehe mich von ihnen weg. Ich höre Bob scharf die Luft einziehen und Elaine schluchzen. Damian will sich endgültig auf Bob stürzen, aber Aiden schickt ihn bestimmt an die Luft. Damian und ich kreuzen die Blicke und ich nicke ihm leicht zu. Damian läuft auf die Terrasse und schließt die Tür mit einem lauten Knall hinter sich. „Ich möchte Sie bitten zu gehen. Damian und Kathrin wollen Sie nicht sehen. Bitte respektieren Sie das." fordert Aiden sie auf. Bob versucht noch einmal anzusetzen, wird aber direkt von meinem Freund unterbrochen „Nein. Es gibt nichts mehr zu sagen. Gehen Sie sonst lasse ich Sie rauswerfen.". Aus dem Augenwinkel sehe ich beide mit gesenkten Köpfen das Restaurant verlassen. Ich setze mich wie hypnotisiert auf meinen Stuhl und nehme einen großen Schluck Rotwein. „Sie sind weg Honey. Alles wird wieder gut." sagt Aiden leise zu mir. Ich schaue ihn an und nicke leicht. Nach ein paar Minuten kommt Damian an unseren Tisch zurück und zieht etwas entspannter aus. Er gibt mir einen Kuss auf die Wange und setzt sich auf seinen Platz. Zum Glück hat sich das Interesse der anderen Gäste wieder auf ihre Gespräche verlagert. Wir bekommen unser Essen und genießen es still. „Lasst nicht zu, dass sie euch den Abend vermiesen. Ich bin auch geschockt über ihr Verhalten, aber sind weg. Lasst uns die Sache vergessen und die Köpfe im Club freimachen." sagt Aiden und schaut uns an. „Du hast Recht. Wir dürfen ihnen keine Macht über uns geben. Lasst uns bezahlen und zum Club fahren. Ich habe Lust auf ein paar Shots." antworte ich. Die beiden Männer stimmen mir lachend zu. Aiden bezahlt unser Essen und wir verlassen das Restaurant. Mittlerweile ist es 23 Uhr und ziemlich kühl geworden. Ich ziehe meinen Trenchcoat eng um mich und bin froh als wir im warmen Auto sitzen. Taro lässt uns nach 10 Minuten vor dem bereits gut besuchten Club raus. „Taro bitte halten Sie sich bereit uns später nach Hause zu fahren. Ich werde Sie anrufen, wenn wir soweit sind." sage ich zu ihm und er nickt mir zu. Der Türsteher lässt uns direkt durchgehen und wir können an der langen Schlange vorbeigehen. Manchmal haben Kontakt doch ihren Vorteil. Aiden nimmt mir meinen Trenchcoat und Damian seine Lederjacke ab und bringt sie zur Garderobe. Wir gehen durch die Menge und betreten den etwas ruhigeren VIP Bereich. Wir finden eine Sitzecke mit guten Blick auf die Tanzfläche. Als wir Platz genommen haben, kommt direkt eine Kellner und fragt nach unserem Getränkewunsch. „Bitte eine Flasche Champagner mit drei Gläsern und zwei Mojito. Was willst du Damian?" bestellt Aiden für uns. „Ich nehme einen Caipi." antwortet Damian. Die Kellnerin nickt, wirft noch einen langen Blick auf Aiden und geht wieder zur Bar. „Kleine warum guckst du so böse? Doch nicht wegen der Kellnerin." fragt mich Damian und grinst mich frech an. „Ich hasse diese Weiber, die attraktive Männern wie Fleisch beschauen." sage ich und verdrehe die Augen. „Du musst nicht eifersüchtig sein. Ich gehöre nur dir Honey." flüstert mir mein Freund ins Ohr. Ich lächle leicht und drücke ihm einen Kuss auf. In diesem Moment kommt die Kellnerin und schaut uns geschockt an. ‚Tja Bitch. Das ist mein Mann.' denke ich und vertiefe den Kuss. Ich höre Damian rau auflachen. Als die Kellnerin weg ist, nehmen wir die Gläser und stoßen auf unser Wiedersehen an. Wir unterhalten uns über die letzten Tag bis ich merke das Damian Aufmerksamkeit zu einer rothaarigen Schönheit wandert. Ich stoße Aiden an und nicke in seine Richtung. „Dein Bruder hat wohl Blut geleckt. Das wird noch ein spannender Abend für ihn." flüstert er mir zu. Ich nicke und grinse Damian an. Er schaut mich erst überrascht an und verdreht dann die Augen. Wir tauschen Blicke aus und ich nicke ihm kurz zu. Damian steht mit einem Lächeln auf und geht zu der Frau, die etwas weiter weg steht. „Was war das zwischen euch?" fragt mich Aiden und nimmt einen Schluck von seinem Cocktail. „Wir konnten uns schon immer ohne Worte unterhalten. Zwillinge halt. Er wollte mein OK zu der Frau gehen zu können. Er ist ja schließlich mit uns hier." erkläre ich ihm. „Ist alles okay bei dir? Der Auftritt deiner Ersatzeltern war ja doch heftig und vor allem überraschend." fragt er mich. „Alles gut Aiden. Ich will jetzt auch nicht darüber reden. Lass uns tanzen gehen und den Kopf frei bekommen." antworte ich und ziehe ihn schon auf die Tanzfläche. Wir bewegen uns im Takt des Beats und suchen Körperkontakt. Als der Song „Lapdance" beginnt, reibe ich mich an ihm und singe leise mit. Aiden hat seine Hände auf meine Hüfte gelegt und hält mich fest an sich gedrückt. „Du bist so sexy. Das Kleid betont deine Kurven an den richtigen Stellen und deine Bewegungen machen mich wahnsinnig heiß." knurrt er und beißt mir in die Unterlippe. Ich grinse ihn an und drehe mich um. Ich reibe meinen Hintern an seinem Schritt und merke direkt eine Beule dort. Plötzlich dreht mich Aiden wieder um und fängt meine Lippen in einen leidenschaftlichen Kuss ein. Ich vergesse die tanzende Menge, die laute Musik um uns und verliere mich in unserem Kuss. Durch einen heftigen Stoß werden wir getrennt. Ich sehe Aiden verwirrt an, der gerade dem Mann hinterher schaut. Ich folge seinem Blick und sehe die Rückansicht von einem großen, muskulösen Mann, der eine schwarze Jeans und ein enges graues T-Shirt trägt. Irgendwie kommt mir der Anblick bekannt vor. Mein Blick wandert zu den Armen und ich ziehe scharf die Luft ein. Beide Arme sind mit zahlreichen Totenköpfen bedeckt, die sich bis ganz nach oben ziehen. Es kenne nur einen Mann mit dieser Statur und solchen Tattoos. Mein Ex- Freund Randy. Ich sehe wie er den Club verlässt. Ich stehe völlig geschockt auf der Tanzfläche und starre ihm hinterher. „Honey. Was ist los? Rede mit mir." höre ich Aiden rufen. Er schüttelt mich vorsichtig und stellt sich mir in den Weg. Ich kann ihn nur anschauen und bringe kein Wort heraus. Aiden nimmt meine Hand und zieht mich zu unserer Sitzecke. Sofort nehme ich mein Champagnerglas und leere es in einem Zug. „Honey. Du machst mir Angst. Jetzt sag doch was." spricht er mich verzweifelt an. „Ich muss hier weg. Bitte lass uns gehen." sage ich und Tränen steigen mir in die Augen. Aiden nickt kurz und sieht sich nach Damian um. Der steht mit der Rothaarigen an der Bar und flirtet wie verrückt. „Ich hole Damian und dann fahren wir los. Kannst du Taro Bescheid sagen?" informiert er mich. Ich nicke und nehme mein Handy. Taro geht direkt dran und teilt mir mit das er vor dem Club steht. In der Zeit ist Aiden mit Damian im Schlepptau zurück. Mein Bruder wirft mir einen Blick zu und hat die Situation scheinbar direkt erfasst. Er formt mit seinen Lippen „Randy" und ich nicke nur. Wir gehen zur Garderobe und holen unsere Jacken. Aiden hat die ganze Zeit seinen Arm um meine Taille gelegt. Wir verlassen den Club und gehen mit schnellem Schritt auf den Bentley zu. Damian setzt sich auf den Beifahrersitz und Aiden rutscht auf der Rückbank durch. Als ich ins Auto einsteigen will, sehe ich noch einmal zum Club und sehe Randy an der Wand neben dem Eingang gelehnt. Ich halt in meiner Bewegung inne und starre ihn an. Randy erwidert den Blick und zwinkert mir zu. Ich kann es nicht fassen. Er ist in Tokio und steht nur ein paar Meter von mir entfernt. Das kann doch nicht wahr sein. Seine Augen funkeln im Licht welches vom Clubeingang kommt. Ich schlucke schwer und spüre ein Kribbeln in meinem Unterleib. Plötzlich ist mir nicht mehr kalt sondern unendlich heiß. Seine bloße Anwesenheit lässt meinen Körper so stark reagieren. „Honey. Was ist los? Warum steigst du nicht endlich ein?" reißt mich Aiden's Stimme aus dem Blickduell mit Randy. Ich werfe ihm noch einen Blick zu und steige dann endgültig ein. Damian und Aiden werfen mir verwirrte Blicke zu. Ich ignoriere sie die komplette Fahrt und hänge meinen Gedanken nach. Warum reagiere ich so auf ihn? Ich habe doch mit ihm abgeschlossen und mich auf Aiden eingelassen. Ich bin über meine Reaktion geschockt und kann gerade an nichts anderes denken. Nach kurzer Zeit sind wir zu Hause, parke in der Tiefgarage und fahren mit dem Aufzug nach oben. Aiden und Damian versuchen mich aus meiner Gedankenwelt zu ziehen, aber scheitern kläglich. Ich betrete schweigend unsere Wohnung und gehe direkt ins Bad. Ich ziehe meine Sachen aus und schminke mich ab. Danach ziehe ich mein Schlafshirt an und binde meine Haare zu einem Zopf zusammen. Ich gehe in unser Schlafzimmer und sehe Aiden abwartend auf dem Bett sitzen. „Du machst mir Angst. Rede mit mir." sagt er mit Verzweiflung in der Stimme. „Ich kann gerade nicht. Lass mir etwas Zeit. Ich werde im Gästezimmer schlafen. Ich will dich nicht wachen halten." antworte ich leise und verlasse das Zimmer. Ich lege mich ins Bett im Gästezimmer und die Tränen laufen über meine Wangen. Ich weiß das ich Aiden damit weh tue, aber ich kann gerade keine Rücksicht auf ihn nehmen. Ich lege mich auf die Seite und ziehe meine Beine eng an mich heran. „Bitte nicht schon wieder. Ich will doch nur glücklich werden." flüstere ich in die Dunkelheit. Um drei Uhr morgens falle ich endlich in einen unruhigen Schlaf.
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