Albtraum

Randy P.O.V.

Albtraum von Randy

Ich sitze gerade auf einer Bank in einem wunderschönen Park. Um mich herum blühen die Blumen und ein paar Enten belagern den Teich vor mir. Ich beobachte durch meine verspiegelte Sonnenbrillen die Umgebung. Rechts neben mir befindet sich ein Spielplatz, der von Eltern mit ihren Kindern bevölkert wird. Als ich gerade meinen Blick abwenden will, sehe ich eine Frau mit einem kleinen Jungen an der Hand zum Spielplatz laufen. Der Junge scheint seiner Mutter mit vollem Körpereinsatz etwas zu erzählen. Er wedelt wild mit den Armen und schaut sie intensiv an. Ich schweife mit meinen Augen über die Beiden und habe das Gefühl sie irgendwoher zu kennen. Die Frau hat eine beige Chinohose, weißes Top und türkise Sandalen an. Ihr Haare trägt sie zu einem seitlichen Zopf geflochten. Plötzlich rennt der Kleine zur Rutsche und klettert nach oben. Die Frau stellt sich seitlich daneben und schaut ihm lächelnd zu. Dieses Lächeln trifft mich wie ein harter Faustschlag. Sie sieht meiner Angel so wahnsinnig ähnlich. Ich merke wie sich mein Körper selbständig in Bewegung setzt. Ich bewege mich in Richtung Spielplatz, um sie genauer betrachten zu können. Ich stehe jetzt ca. zwei Meter von den Beiden entfernt und höre ihr Lachen. Die Frau fängt den Kleinen auf als er das Ende der Rutsche erreicht hat und wirbelt ihn durch die Luft. Jetzt kann ich das Gesicht von der Frau und dem Jungen ganz sehen. Es ist meine Angel und die Gesichtszüge des Jungen kommen mir auch bekannt vor. Ich gehe weiter auf die Beiden zu und rufe ihren Namen. Angel bleibt mit dem Kleinen auf dem Arm stehen und schaut mich erst überrascht und dann wütend an. „Was willst du Randall?" fragt sie mich mit viel Wut in der Stimme. „Ich habe euch gesehen und wollte Hallo sagen." antworte ich und gehe noch einen Schritt auf sie zu. Angel geht zwei Schritte zurück „Bleib stehen. Ich will dich nicht sehen. Verschwinde sofort. Ich will mit dir nichts mehr zu tun haben.". „Angel bitte bleib da. Ich will doch nur mit dir reden." sage ich beruhigend. „Ich aber nicht mit dir. Verschwinde jetzt." sagt sie und geht von mir weg. Ich folge ihr mit einem gewissen Abstand. Der Junge schaut über ihre Schulter zu mir und ich betrachte ihn. Er hat dunkelbraune Haare und stahlblaue Augen. Auch die Gesichtszüge kommen mir bekannt vor. Ich sehe sie jeden Tag im Spiegel. „Angel bleib stehen. Wer ist der Vater von deinem Sohn?" rufe ich ihr hinterher. „Das geht dich gar nichts an. Geh jetzt bitte." sagt sie und ich sehe einen Mann auf uns zu kommen. 

Er stellt sich neben sie und nimmt den Kleinen auf den Arm. „Hi Schatz. Sorry ich bin etwas spät dran. Der Verkehr war die Hölle." begrüßt er sie und gibt beiden einen Kuss auf die Stirn. „Daddy. Mummy und ich waren rutschen und vorher ein Eis essen." erzählt der Kleine aufgeregt und strahlt über das ganze Gesicht. „Das ist doch super mein Peanut. Lass uns nach Hause fahren. Oma und Opa warten schon auf uns. Damian ist auch da und hat dir auch etwas mitgebracht." antwortet der Typ. Der Junge strahlt noch mehr und nickt wild mit dem Kopf. „Lass uns gehen Honey. Wir kommen sonst zu spät zum Abendessen." spricht er Angel an. „Angel du kannst nicht einfach gehen. Wir müssen das hier klären." sage ich aufgebracht. Der Typ geht mit dem Junge weg und wirft mir noch einen genervten Blick zu. „Wir müssen gar nichts klären. Du bist ein Lügner und Betrüger. Ich bereue es jemals mit dir zusammen gewesen zu sein. Du warst eine reine Zeitverschwendung. Ich habe dich nie wirklich geliebt. Du warst einfach da und gerade kein besserer Mann in Sicht. Aber jetzt habe ich endlich den Mann meines Lebens gefunden und bin unendlich glücklich. Du bist einfach nur noch ein schlechter Gedanke aus meiner Vergangenheit." sagt sie mit kalter Stimme. 

„Das ist doch nicht dein Ernst. Wir haben uns geliebt. Nein wir lieben uns immer noch und der Junge ist der Beweis. Ich sehe doch, dass er mein Sohn ist. Du gehörst nicht zu diesem Typen sondern zu mir. Wir sollten eine Familie sein. Bitte komm zu mir und wir werden miteinander glücklich." antworte ich ihr und lege meine Hand auf ihren Oberarm. Sie schüttelt meine Hand ab und gibt mir eine saftige Ohrfeige. „Fass mich nie wieder an. Wir sind keine Familie. Du bist vielleicht sein Erzeuger, aber nicht sein Vater. Niemals. Und jetzt verschwinde aus unserem Leben." schreit sie und geht zu dem Auto, wo bereits unser Sohn und der Typ auf sie warten. Sie steigt ein und ein paar Sekunden später sind sie auch schon weg. Ich sacke zusammen und mir laufen die Tränen über die Wangen. „Angel bitte verlass mich nicht. Ich liebe dich." schreie ich verzweifelt.

Albtraum Ende

Ich wache schweißgebadet auf und mein Herz rast wie wild. Ich setze mich auf und atme schwer ein und aus. Dieser Traum war die reinste Hölle. Ich wische über meine Wange und spüre Feuchtigkeit. Ich habe wohl geweint als ich geträumt habe. Ich stehe auf, stelle mich ans Fenster und schaue mir den leuchtenden Mond an. Ich fühle mich völlig durcheinander und wie von einem Lastwagen überfahren. Soll das wirklich die Zukunft von Angel und mir sein? Ich will das einfach nicht glauben. Ich kann es nicht glauben, weil es mir meinen letzen Lebensfunken nehmen würde. Ich muss verhindern, dass der Traum Wirklichkeit wird. Ich gehe ins Bad und spüle den Albtraum den Abfluss der Dusche herunter. Da es bereits 7 Uhr ist, ziehe ich mich an und gehe runter zum Frühstück. Dort bin ich in einer Stunde mit Will verabredet. Wir wollen gemeinsam die nächsten Schritte planen. Ich setze mich an einen abgelegenen Tisch und bestellt beim Kellner Kaffee und einen frischgepressten O- saft. Als meine Getränke da sind, gehe ich zum Frühstücksbüffet und hole mir etwas zu essen. Als ich gerade eine große Gabel von dem leckeren Rührei esse, kommt Will auf mich zu und setzt sich mir gegenüber. „Guten Morgen Randy. Du ziehst ja wie der Tod persönlich aus. Hast du nicht gut geschlafen?" begrüßt er mich und nimmt sich eine Tasse Kaffee. 

Ich erzähle ihm von meinem Albtraum und muss dabei wieder mit den Tränen kämpfen. Die ganze Situation macht mich zu einem weinerlichen Weichei. „Du weißt schon, dass es nur ein Traum war? Du solltest dich jetzt nicht hängen lassen oder übereilt handeln. Beides würde einen Erfolg unwahrscheinlich machen." sagt er und nickt mir aufmunternd zu. „Du hast ja Recht, aber der Traum war so verdammt realistisch. Ich glaube sogar, dass es sich bei dem Typen um Aiden, ihren neuen Freund, handelt. Ich kann sie nicht verlieren. Sie ist die Frau meiner Träume und ich werde sie niemals aufgeben." erkläre ich ihm. „Du sollst aber auch nichts übers Knie brechen. Sie ist keine Frau, die unter Druck gesetzt werden will. Sie will erobert werden, aber nicht von einem Mann der wie die Axt im Walde ist." ermahnt er mich. Ich nicke und schiebe die letzte Gabel mit Rührei in meinen Mund. „Verstanden. Was ist der Plan für heute?" frage ich ihn. „Heute kommt ihr Bruder zu Besuch und die Beiden werden ihn vom Flughafen abholen. Ich denke wir sollten abwarten und sehen was sie danach tun werden. Ich kann mir vorstellen, dass sie das kleine Café hier in der Straße besuchen. Dort können wir sie bestimmt abfangen. Ich habe den Portier ihres Wohnhauses geschmiert, damit er uns Bescheid gibt wenn sie das Haus verlassen sollten." erzählt mir Will und ich stimme ihm zu. Wir entscheiden uns erstmal ein bißchen die Stadt zu erkunden und auf den Anruf vom Portier zu warten. 

Nach ein paar Stunden klingelt das Handy von Will. Ich lausche gespannt dem Gespräch, was ich aufgrund der anderen Sprache nicht verstehen kann. Will beendet das Gespräch und lächelt mich an. „Sie sind gerade auf dem Weg in das kleine Café. Willst du hingehen?" informiert er mich. „Natürlich. Lass uns losgehen. Ich will sie unbedingt sehen." antworte ich aufgeregt und laufe bereits los. „Randy das ist die falsche Richtung." ruft mir Will lachend hinterher. Ich drehe mich zu ihm um und reibe mir etwas verlegen über den Nacken. Er winkt ein Taxi heran und wir fahren wieder zurück zu meinem Hotel. Dort angekommen, laufen wir die Straße herunter und dort kann ich schon Angel mit Damian und diesem Aiden sehen. Mir verschlägt es die Sprache, weil ich sie solange nicht mehr gesehen habe. „Mund zu sonst fliegen die Fliegen herein." höre ich Will neben mir sagen. Ich verdrehe die Augen, aber wende meinen Blick nicht von ihr ab. Plötzlich dreht sich Aiden in unsere Richtung und schaut sich suchend um. Er scheint wohl meine Blicke gespürt zu haben. Ich drehe mich weg, damit er mich nicht erkennt. Ich gehe davon aus, dass er mittlerweile weiß das ich Angels Ex- Freund bin. „Die Luft ist rein. Sie sind jetzt ins Café gegangen." sagt Will und ich drehe mich wieder um. Ich sehe noch wie die Drei das Café betreten und schon setze ich mich in Bewegung. Will versucht mich noch davon abzuhalten, aber meine Beine tragen mich von selbst zu ihr. 

Bevor ich den Laden betrete, setze ich mir noch meine Kapuze und Sonnenbrille auf und gehe dann an ihrem Tisch vorbei. Ich setze mich an einen Tisch auf der anderen Seite des Café wo ich die Drei gut im Auge behalten kann. Ich sehe wie sich fragend an Aiden wendet und er abwinkt. Ich glaube er hat mich gesehen, aber kann mich wohl nicht zu ordnen. Meine Verkleidung scheint ihre Aufgabe zu erfüllen. Nach einiger Zeit sehe ich wie Angel in Richtung der Toiletten geht und Damian sich an Aiden wendet. Sie schauen beide in meine Richtung. Das ist wohl mein Zeichen zu gehen. Ich stehe auf und verlasse schnell das Café. Eigentlich wäre ich gern Angel hinterhergegangen, aber dafür ist es noch zu früh. Draußen sehe ich Will auf einer Bank sitzen und mit seinem Handy spielen. Er hebt den Kopf und schaut mich skeptisch an. „Na hast du alles gesehen was du sehen wolltest?" murrt er. „Ist ja gut. Ich weiß, dass das unüberlegt war. Lass uns gehen. Damian und Aiden haben schon skeptische Blicke in meine Richtung geworfen." antworte ich. Wir verabschieden uns und ich gehe ins Hotel. Die nächsten 1 1/2 Wochen sehe ich Angel zur Arbeit gehen oder mit den beiden Männern durch die Stadt ziehen. Langsam neigt sich mein Urlaub dem Ende zu und ich werde ungeduldig. „Will ich habe keine Zeit und Geduld mehr. Ich will endlich mit ihr reden. Ich will sie zurück und nicht noch wochenlang um sie herumschleichen." murre ich genervt als wir zusammen beim Abendessen sitzen. „Dann wirst du froh sein, dass mein Informant mir vorhin geschrieben hat, dass sie heute zu einem neuen Club gehen wollen und vorher ein Restaurant besuchen." grinst er mich frech an. „Und das sagst du erst jetzt. Dann lasse uns sofort losgehen." fordere ich ihn auf und winke den Kellner zum Bezahlen heran. 

Nach einer Stunde stehen wir vor dem Restaurant, wo Angel mit Damian und Aiden isst. Ich habe mich noch schnell umgezogen, weil ich bei unserem ersten Aufeinandertreffen gut aussehen will. Ich will ihr zeigen, dass ich der richtige Mann für sie bin und nicht dieser Idiot Aiden. Als ich mich gerade zu Will drehen will, sehe ich meine Eltern ins Restaurant stürmen. „Das kann doch wohl nicht wahr sein. Was machen die Beiden denn hier?" frage ich ihn aufgebracht. Er zuckt nur mit den Schultern und beobachtet das Restaurant. Nach ca. 20 Minuten kommen beide wieder heraus und ich steige aus dem Auto. „Könnt ihr mir mal erklären was ihr hier zu suchen habt? Solltet ihr nicht auf Al aufpassen?" frage ich sie. „Randy wir wollten doch nur Angel sehen und versuchen alles zwischen euch zu kitten. Leider ist das nach hinten losgegangen. Sie will uns nicht sehen und ist jetzt noch saurer als vorher." antwortet meine Mutter mit Tränen in den Augen. Ich raufe mir die Haare und stoße geräuschvoll Luft aus. „Das kann doch wohl nicht wahr sein. Ihr macht damit nur alles kaputt. Ihr könnt sie doch nicht einfach in die Enge treiben, weil ihr eure Emotionen nicht im Griff habt. Wenn mir diese Aktion die letzte Chance auf einen Neustart mit ihr versaut hat, dann seid ihr die längste Zeit meine Eltern gewesen. Fliegt nach Hause und kümmert euch um Al. Sofort" knurre ich und schaue sie böse an. Meine Mutter will noch etwas erwidern, aber mein Vater hält sie davon ab. Er weiß das jetzt jedes Wort zu viel wäre. Die Beiden nicken mir kurz zu und steigen in das nächste Taxi. 

Ich setze mich wieder zu Will ins Auto und lasse den Kopf auf das Lenkrad sinken. „Randy bleib ruhig. Du wirst deine Chance haben. Außerdem schau sie verlassen das Restaurant." sagt Will und stößt mich an. Ich hebe meinen Kopf und sehe wie sie in ihren Bentley einsteigen. Ich starte das Auto und fahre mit einem gewissen Sicherheitsabstand hinterher. Ich parke das Auto in einer Nebenstraße und gehe mit Will zum Club. Wir können direkt am Türsteher vorbeigehen, weil er mich erkennt. Manchmal hat Berühmtheit doch ihre Vorteile. Will mischt sich unter die Leute und ich stelle mich an eine Wand wo ich nicht direkt zu erkennen bin aber alles im Blick habe. Irgendwann gehen Angel und Aiden auf die Tanzfläche und bewegen sich harmonisch zu Beat der Musik. Ich balle meine Fäuste als sie anfangen sich leidenschaftlich zu küssen. Ich könnte den Typen kaputt schlagen, weil er mein Mädchen im Arm hält. Ich gehe auf die Tanzfläche, senke meinen Kopf und remple Aiden unsanft an. Ich sehe aus dem Augenwinkel wie sich die Beiden lösen und Angel verwirrt über seine Schulter schaut. Ich spüre ihren Blick auf meinem Rücken und kann mich nur schwer beherrschen mich nicht umzudrehen. Ich verlasse den Club und stelle mich ein paar Meter neben den Eingang an eine Wand. Ich zünde mir eine Zigarette an und warte gespannt was jetzt passieren wird. Ich hoffe doch das sie mir nachlaufen wird und wir eine Möglichkeit haben zu reden. 

Nach ein paar Minuten kommen die Drei aus dem Club. Angel sieht ziemlich durcheinander aus und scheint ihren Gedanken nach zu hängen. Ich werfe die Zigarette weg und schaue in ihre Richtung. Damian setzt sich auf den Beifahrersitz und dieser Aiden rutscht auf die Rückbank. Angel hebt ihren Kopf und unsere Blicke kreuzen sich. Sie schaut mich erst geschockt und dann sehe ich einen Funken aufblitzen. Ich kann es nicht genau sagen, aber ich glaube Liebe in ihren Augen zu sehen. Ich kann meinen Blick nicht von ihr nehmen, weil ich sie so lange nicht gesehen habe. Sie sieht wunderschön in ihrem goldenen Kleid mit den High Heels. Ich zwinkere ihr zu und sehe ein leichtes Grinsen auf ihren Lippen. Sie steigt in das Auto und es fährt direkt los. Ich sehe ihm hinterher und spüre ein warmes Kribbeln in meinem Bauch. Ich kann ein fettes Grinsen nicht mehr verstecken und könnte gerade die ganze Welt umarmen. Ich winke mir ein Taxi heran, weil ich Will noch seinen Spaß lassen will. Ich schreibe ihm aus dem Taxi, dass ich zum Hotel fahre und was passiert ist. Als ich in meinem Zimmer bin, mache ich mich bettfertig und lege mich ins Bett. Ich nehme mein Handy und rufe ein Foto von mir und Angel auf. „Bald werden wir wieder zusammen sein und für immer glücklich sein. Ich liebe dich Angel." sage ich zu mir und dem Foto. Ich schlafe mit dem Handy in der Hand ein. Und diesmal habe ich keinen Albtraum, der mich das Fürchten lehrt.

A/N

Hallo ihr Lieben. Ich habe ein halb fertiges Kapitel in meinem Laptop gefunden und es heute beendet. Ich hoffe es ist eine kleine Entschädigung für die lange Wartezeit. Ich werde mich wieder mehr um das Liebesdrama von Angel und Randy kümmern.Happy- End mit Randy oder mit Aiden??? Lasst euch überraschen wie es mit den Beiden weitergeht. 

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