- 022 -
"Und ihr habt nichts gefunden? Gar nichts?", fragte ich an Eleanor gewandt und legte meine Arme etwas enger um Louis, welcher unruhig auf meinem Schoß herumrutschte und ein paar Grashalme aus der Erde zog. "Lass das", bat ich ihn und hielt seine unruhigen Finger fest.
Schmollend sah er zu mir hoch und ließ das Gras auf meine Locken rieseln. "Nö", erwiderte er bockig. Jedoch sah ich ihn mit hochgezogener Augenbraue an, weswegen er schnell das Gras aus meinen Haaren zupfte und mir zur Entschuldigung einen Kuss auf den Mundwinkel drückte. Ich sah ihn erneut mahnend an, weshalb er leise schnaufte, sich etwas streckte und seine Hände an meine Wangen legte.
"Du bist doof", murmelte er mit roten Wangen und sah hinunter auf meine Lippen. "Mag sein", erwiderte ich flüsternd und fing an ihn zu küssen. Louis gab ein ersticktes Fiepen von sich als unsere Lippen sich berührten.
"He ihr beiden", lachte Robin und legte seine Hand auf meine Schulter. "Ihr könnt das später auch noch machen." Schmollend sah ich meinen Vater an und senkte meinen Blick auf Louis, welcher sich mit nun feuerroten Wangen wieder an mich kuschelte. Ich wusste das es nicht angemessen war und dennoch konnte ich es einfach nicht lassen. Es war so ein schönes Gefühl, wenn ich Louis' Lippen mit meinen berührte.
Du liebst ihn.
Ich sah zu Eleanor hoch, spürte wie meine Wangen leicht erhitzten und nickte.
Sie sah mich lächelnd an und setzte dann ihre kleine Rede fort. "Draußen ist es ruhig. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich so ist oder nur die Ruhe vor dem Sturm, aber was sollte passieren? Der Vorfall mit Robins Verwandten ist jetzt schon ein paar Wochen her und-" Ich hörte ihr nach einer Weile nicht mehr zu, da Louis wieder etwas zappelte und mich müde anblinzelte.
"W-Wie lange noch?", fragte er schläfrig, gähnte und presste sich mehr an meine nackte Brust. "Wir brauchen noch einen Moment", wisperte ich und begann durch seine Haare zu streichen. "Schlaf einfach ein bisschen."
Doch Louis maulte leise, rutschte wieder herum und beendete sein Herumgehampel mit einem lauten Schnaufen, weswegen ihn alle Anwesenden schmunzelnd ansahen. "Oh", murmelte Louis mit schüchternem Blick und setzte sich so hin, dass er seinen Rücken an meine Brust pressen konnte.
Lächelnd sah ich auf ihn herab und lehnte meinen Kopf an seinen. "Es ist etwas langweilig, stimmt's?", fragte Joseph und hielt Louis seine Hand hin. Zurückhaltend schnupperte er an Josephs Hand und lächelte dann. "Sehr langweilig", murmelte Louis, nahm meine Hände und legte sie sich in den Schoß.
"Wir sind ja auch bald fertig", lächelte Liam und stupste Eleanor an, damit sie fortsetzte.
Es dauerte noch eine ganze Weile in der Louis sich zunehmend mehr langweilte. Dabei hatte ich ihm gesagt, dass es nicht besonders spannend werden würde, aber er wollte lieber hier bei mir sein, anstatt etwas anderes zu machen.
Louis hatte nicht einmal sonderlich Lust bei meiner Mutter zu bleiben, nachdem sie gefragt hatte, ob sie ein wenig auf Amélie aufpassen könnte. Grund dafür war die vergangene Woche, in der Amélie uns um unseren Schlaf gebracht hatte. Daher wollte meine Mutter uns etwas Zeit ohne die kleine Maus schenken.
Für Louis war es ein kleiner Kampf gewesen seine Tochter bei meiner Mutter zu lassen, doch ich spürte, wie gut es ihm tat nicht jede Stunde wie ein Wahnsinniger herumzutigern und nur darauf zu warten, das wieder etwas passierte.
"Ich glaube wir sind fertig für heute", murmelte Robin und streckte sich. "Oder sollen wir noch über die neuen Pläne für die Grenzkontrollen sprechen?" Bevor ich etwas erwidern konnte schnaubte Louis und murrte leise. Spannte sich dann aber abrupt an und sah zögerlich zu Robin.
"E-Entschuldigung", wisperte er leise, drehte sich in meinen Armen und versteckte sein Gesicht an meiner Schulter. "D-Das wollte ich nicht." Grinsend legte ich meine Hände auf seinen schmalen Rücken und strich über seine Wirbelsäule. "Es ist alles in Ordnung Louis, du musst dich nicht verstecken", hauchte ich ihn sein Ohr und drückte anschließend meine Lippen auf seine Haare.
"Ich hatte das nicht so gemeint", entschuldige er sich wieder und schluckte hörbar. "Das weiß ich", erwiderte Robin und legte seine Hand ebenfalls auf Louis' Rücken. Ich spürte wie Louis sich etwas anspannte, weswegen ich ihm erneut einen Kuss auf seine Haare hauchte. Mein Omega nickte ganz leicht und blinzelte Robin an.
Ich fand es erstaunlich wie viel Louis sich mittlerweile zutraute. Vor drei Wochen hätte er sich nicht getraut so mit Robin zu sprechen oder allgemein unüberlegt etwas zu sagen, doch er blühte immer mehr auf und nahm so intensiv am Rudelleben teil, das er kaum noch Scheu vor den Älteren hatte.
Es war gut, dass es so war. Denn das war das, was ich mir für ihn gewünscht hatte. Er sollte das Rudel schließlich nicht mit einer Rangordnung sehen, sondern einfach als eine große Familie. Es war vollkommen unwichtig wer was war.
"Louis hat recht, das wäre nun wirklich zu viel des Guten. Machen wir morgen weiter? Dann können wir noch die letzten Sonnenstunden genießen", schlug Robin vor und die anderen stimmten zu. Gerade schob ich Louis von meinem Schoß und stand auf, da kam Jenna mit Anna im Schlepptau angerannt.
Sie blieben vor Louis stehen und sahen von ihm zu mir hoch. "Können wir Louis mitnehmen?", fragten die zwei aufgeregt und auch Louis sah gespannt zu mir hoch. "Mich müsst ihr nicht fragen", erwiderte ich lächelnd, drückte Louis einen Kuss auf den Kopf und stupste ihn leicht in die Richtung der beiden.
"Passt aber ein wenig auf, ja?"
Die drei nickten und schon rannten sie gemeinsam zu Ally, welche mit einem Ball am ungenutzten Trainingsplatz wartete. Hoffentlich achteten sie ein wenig auf Louis. Er zog sich unglaublich schnell blaue Flecken zu und ich hatte Sorge das er sich womöglich noch etwas brach. "Louis hat sich aber wirklich schnell eingelebt", stelle mein Vater fest und trat an meine Seite.
"Ja, hat er und ich bin froh drum. Ich habe das Gefühl, dass Louis seine Kindheit nachholt." Bei dem Satz verzog ich ein wenig mein Gesicht und seufze. Ich wollte Louis schließlich nicht als Kind sehen, aber es stimmte ja. Er hatte bei seinem alten Rudel keine Kindheit und erst jetzt öffnete er sich, spielte mit Wölfen in seiner Altersklasse und lebte einfach.
"Es ist schön, dass er sich so eingefunden hat. Habt ihr schon über Bindungen gesprochen?" Ich biss mir auf die Lippe als ich an unser Gespräch zurückdachte und langsam nickte. "Ja, haben wir. Sehr ausführlich", wisperte ich und strich mir durchs Gesicht. Louis wollte eine Menge wissen und ich hatte versucht ihm alles so gut ich konnte zu erklären.
"Und?"
Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah ich zu meinem Vater und wollte ihn gerade fragen was er wissen wollte, da sprach er schon weiter. "Werdet ihr euch binden? Denk dran, gemeinsam seid ihr stärker und das ist vor allem für Louis ein Vorteil."
"Ich weiß", erwiderte ich und verschränkte meine Arme vor der Brust. "Es liegt in seiner Hand, ich werde ihn nicht beißen." - "Du überlässt ihm diese Aufgabe?"
"Naja, ich sehe es weniger als Aufgabe oder Pflicht an. Er soll es machen, wenn er sich dazu bereit fühlt. Ich möchte, dass wir all das in seinem Tempo machen. Wenn er soweit ist, bin ich bereit."
"Ich bin stolz auf dich", lächelte Robin und legte seinen Arm um meine Schultern. "Seit wann ist Louis eigentlich so anhänglich?", fragte er mich dann noch und sah mich interessiert an. Ich musterte Robins Gesicht und wusste ganz genau, worauf er hinauswollte. "Es fängt langsam an, ich weiß", erwiderte ich lediglich und versuchte nicht allzu sehr darüber nachzudenken.
"Dann pass auf, wenn es anfängt sollte er nicht mitten auf dem Dorfplatz stehen."
Seufzend nickte ich und trat einen Schritt beiseite, so dass Robins Arm von meinen Schultern rutschte. "Ich bin mir dessen bewusst, aber ich will ihn auch nicht einsperren. Es ist schwer einen Mittelweg zu finden. Unter gar keinen Umständen möchte ich ihm das Gefühl geben, welches ihm die Zwillinge all die Jahre vermittelt haben. Er ist ein freier Omega und niemand, der bei seiner Hitze angekettet und missbraucht wird."
"Louis weiß, dass er bei dir sicher ist. Mach dir da keine Gedanken. Vielleicht geht ihr ins geschützte Waldstück? Da habt ihr eure Ruhe."
Mit großen Augen sah ich meinen Vater an und atmete erleichtert aus. "Der Schutz ist noch wirksam?", fragte ich überrascht und lächelte leicht. Das würde ein paar Dinge vereinfachen.
"Ja, ist er. Seit dem Rosé dort war. Wir haben ihn erneuert."
"Warum habt ihr nichts gesagt? Wer ist für den Schutz verantwortlich? Ich kann euch doch noch unterstützen, dann raubt es nicht allzu viel Kraft."
"Mach einfach bei der nächsten Zeremonie mit." Ich nickte und blickte zu Louis, spannte mich jedoch direkt an und biss meine Zähne fest zusammen. Robin folgte meinen Blick und lachte leise. "Viel Spaß ihn wieder sauber zu bekommen", lachte er und klopfte mir zum Abschied auf meine Schulter. Grummelnd sah ich ihm hinterher und blickte dann wieder zu Louis, welcher in Wolfsgestalt im Schlamm lag.
Auch die anderen leisteten Gesellschaft, ließen den Ball links liegen und wälzten sich im Dreck. Heute morgen hatte ich ihn und Amélie gebadet... Und gleich konnte ich ihn wieder in die Wanne setzen... Seufzend wandte ich meinen Blick ab und packte die Unterlagen, welche im Gras lagen, zusammen und brachte all das nach Hause.
Dort bereitete ich auch noch das Abendessen vor und als ich Louis holen wollte, war er nicht mehr dort, wo sie alle noch gemeinsam gespielt hatten. Da ich nicht telepathisch mit ihm kommunizieren konnte, schob ich mir meine Zeigefinger in den Mund und pfiff laut.
Innerhalb von wenigen Minuten stand ein komplett verdreckter Louis vor mir und stupste mich mit seiner Schnauze an. Aus seinen blauen Augen sah er mich glücklich an und tippte erneut gegen meinen Bauch.
Ich wollte gerade etwas sagen, da schüttelte er sich kräftig und saute mich ebenfalls ein. "Louis...", knurrte ich leise und brummte unzufrieden. "Musste das sein? Jetzt darf ich auch duschen." Mein Omega verwandelte sich und fiel mir kichernd in die Arme. "Oops", lachte er und stütze sich an meiner Brust ab. "Tut mir leid Hazza."
Während er sich entschuldigte glitt er mit seinen Fingern über meine Brust und verteilte den Schlamm noch etwas mehr. "Mhm", knurrte ich nicht gerade begeistert. "Na komm, ab ins Bad mit dir."
Bevor er ins Haus ging, hielt ich ihn an seinem Kragen fest und zog ihn zurück. "Oh nein, du ziehst dich schon hier aus. Ich möchte nicht, dass du eine ganze Schlammspur bis hin zum Bad ziehst." Louis sah über seine Schulter hinweg zu mir und unter dem Matsch konnte ich noch seine roten Wangen erkennen. "A-Ausziehen? Hier?"
Ich nickte und fuhr ihm durch die dreckigen Haare. "Ja, weil ich sonst derjenige bin, der es sauber machen darf. Es schaut doch gerade niemand und wenn du magst, gehe ich schon mal vor, okay?" Louis nickte benommen und stimmte dem dann zu. "Okay", flüsterte er leise. Ich drückte meine Lippen auf seine Stirn und lief ins Bad.
Oben im Bad suchte ich für uns beide frische Handtücher heraus und wollte Wasser in die Badewanne einlassen, da legte Louis seine kleine Hand auf meinen Unterarm und hielt mich davon ab. "K-Können wir zusammen duschen? So... So wie letztens?", fragte er zögerlich und drehte sich mit der Hüfte leicht weg als ich ihn anblickte.
"Natürlich können wir das", schmunzelte ich und legte meine Hand auf seine. "Dann lass mich gerade noch meine Klamotten loswerden." Louis nickte, nahm seine Hand zurück und drehte mir den Rücken ganz zu. Lächelnd entledigte ich mich meiner Kleidung und ging als erster unter die Dusche.
Louis folgte mir direkt, aber da er jedoch noch sehr intensiv nach Schutz suchte, stellte er sich hinter mich und versteckte sich an meinem Rücken. Dabei schlang er auch seine dünnen Arme um meine Taille und presste sein Gesicht an meine Haut.
Ich schaltete das Wasser an und fuhr mit meinen Fingerspitzen über seine Unterarme. "Wenn du weiterhin da stehen bleibst wirst du aber nicht sauber", teilte ich ihm mit und drehte uns so, dass er unter dem Wasserstahl stand. "H-Harry", piepste er überrascht und umso mehr das Wasser seinen Körper freilegte desto mehr versteckte er sich.
"Lass das", wisperte ich als er versuchte mit seinen Händen seinen Penis zu verstecken. "A-Aber..." - "Ich kenne deinen Körper", flüsterte ich ihm ins Ohr und küsste seinen Hals. "Harry...", murrte er leise als ich seine Hände festhielt und anschließend seine Fingerspitzen küsste.
"Schäm dich nicht, ich sehe doch nicht anders aus."
Louis' Wangen wurden rot und ich schmunzelte als er seinen Blick über meinen Körper gleiten ließ. "D-Doch", erwiderte er dann schnell und bevor ich etwas tun konnte, hatte er sein Gesicht an meiner Brust versteckt. Lächelnd sah ich auf meinen Omega hinab und nahm das Seifenstück in meine Hände. "Dann bleib so stehen, wenn du dich damit wohler fühlst."
"D-Danke."
Ich wollte gerade anfangen seine Haare zu waschen, als Louis einen Schritt zurückging, etwas den Halt verlor und wimmerte. Schnell legte ich die Seife weg, stützte ihn und sah besorgt auf ihn herab.
Als er wieder einigermaßen stabil stand legte ich meine Hände an seine Wangen und hob seinen Kopf an. "Was ist denn los?", fragte ich und strich mit meinen Daumen über seine Wangenknochen. "Ich fühle mich so komisch...", erwiderte er leise, rieb sich die Nase und nahm meine Hände von seinem Gesicht.
"Kannst du mir das näher beschreiben?" Louis nickte leicht und lehnte sich wieder an meine Brust. Während ich auf eine Antwort wartete fing ich an den Schlamm aus seinen Haaren zu waschen und passte dabei auf, dass keine Seife in seine Augen und an die Ohren kam. Letztes Mal musste ich feststellen wie empfindlich Louis war und ich wollte nicht, dass er wieder mehrere Stunden über Ohrenschmerzen und brennende Augen klagte.
Mein armes Wölfchen...
"I-Ich kann mich auf einmal kaum konzentrieren... Und- Und ich fühle mich so... Alles ist so..." Louis fehlten die Worte, um es näher zu beschreiben, doch er brauchte auch nicht mehr sagen. Sorgen machte ich mir bereits. "Dann legen wir uns gleich hin. Vermutlich warst du zulange in der Sonne und hast nicht genug getrunken."
Während ich Louis den Schaum aus den Haaren wusch begann er mit seinen Fingerspitzen über meine Brust zu streichen. Tatsächlich machte er das unheimlich gerne und ich hatte nichts gegen diese Berührungen. Manchmal hatte ich das Gefühl, das Louis bisher sehr wenig anfassen durfte und sich kaum mit dem auseinandersetzten konnte, was er eigentlich gerne mochte.
Dabei wollte ich nicht daran denken, wie eingesperrt er war, als Toby und Tommy über ihn hergefallen waren...
"Wo habt ihr überhaupt gespielt? Du hast Harz in den Haaren", seufzte ich und griff zu einer sehr öligen Seife, mit der ich meinen Körper meist von dem Dreck vom Kämpfen befreite. "Hinten unter den B-Bäumen... Ally meinte da macht es noch mehr Spaß."
Ich brummte nur und gerade als ich erneut seine Haare eingeseift hatte spürte ich wie Louis mit seinen Fingern von meinem Bauchnabel weiter hinunterstrich. Danach fuhr er mit seinen Fingern meine Seite entlang und glitt über meine Lenden. "Louis", sprach ich warnend aus, doch er konnte seine Finger nicht ruhig halten, weswegen ich ihn am Handgelenk packte. "Du kannst..."
"Warum nicht?", fragte er nuschelnd und versuchte, obwohl ich sein Handgelenk fest umschloss, meine V-Linie mit seinen Fingerspitzen zu erkunden. Ich war gar nicht so schnell, da hatte er sich aus meinem Griff gewunden und fuhr die Muskelpartie entlang.
"Ich habe sowas nicht", murmelte er und sah dann an sich herunter. "Und das auch nicht", fügte er noch hinzu und strich mit seinen Fingern durch meine Schambehaarung. "Lou...", seufzte ich leise und atmete tief durch. Worüber machte er sich denn plötzlich Gedanken?
Nachdenklich strich ich mir ein paar Locken aus dem Gesicht und hob Louis' Kinn mit meinem Zeigefinger an. "Sowas brauchst du auch nicht, auch ohne die ganzen Muskeln und Behaarung bist du wunderschön", wisperte ich und legte meine Lippen auf seine.
Jedoch brach er den Kuss ab und schluckte. "Oliver hat gesagt ich sehe aus wie ein Kind", murmelte er leise, ließ die Schultern hängen und senkte seinen Blick. "Was?", fragte ich direkt gereizt und konnte das kaum glauben. Wie konnte dieser miese Wolf so etwas zu meinem Louis sagen? Warum pflanzte er ihm solche Gedanken ein?
"Du siehst nicht aus wie ein Kind, gewiss nicht", versicherte ich ihm und atmete erleichtert aus als Louis langsam nickte, sich diesmal meiner Brustbehaarung widmete und an den Härchen zupfte. "Du l-lügst aber nicht, oder?"
"Würde ich nicht", beantwortete ich seine Frage, nahm seine Hände in meine und legte meine Lippen erneut auf seine. "Niemals", hauchte ich zwischen den Küssen und ließ seine Hände los. Louis gab einen glücklichen Ton von sich, schlang seine Arme um meinen Nacken und diesmal war er derjenige, welcher mich küsste.
Ich musste etwas gegen seine Lippen lächeln als er versuchte mich weiter zu sich herunterzuziehen. "Lou", murmelte ich und löste mich langsam von ihm. "Noch weiter geht nicht", schmunzelte ich und legte meine Hand zurück an seine Wange. Doch Louis schien mir gar nicht zuzuhören. Sein glasiger Blick war nur meinen Lippen gewidmet.
Oh nein...
Ohne lange darüber nachzudenken, drehte ich ihn zu mir herum und fuhr mit meiner Nase über seine Haut im Nacken. Die Seife überdeckte seinen Duft ein wenig, doch schnell merkte ich, dass es nicht seine übliche Zimtnote war. Das konnte doch nicht wahr sein. Jetzt?
"Wir müssen aus der Dusche raus."
Schnell wusch ich ihm noch die Haare aus, mir grob den Schmutz vom Körper und stelle das Wasser ab. "Warum denn?", nuschelte Louis leise und nahm das Handtuch, welches ich ihm über den Kopf gelegt hatte. "Du kommst in deine Hitze", presste ich hervor und bemühte mich schnell meine Klamotten anzuziehen.
"J-Jetzt schon?", wimmerte Louis ängstlich und sah mich mit großen Augen geschockt an. "Ja, jetzt schon." Ich ließ den Omega kurz im Bad zurück und tauschte seine Klamotten gegen meine aus, um seinen Geruch wenigstens ein bisschen abzudecken.
"L-Lass mich nicht allein", schniefte Louis und tapste mit Handtuch um den Schultern zu mir. "Bitte nicht allein lassen, sonst-" Er sprach nicht weiter und schlang seine Arme um meine Hüfte. "Ich lasse dich nicht allein, Louis. Das würde ich niemals machen."
Er sah noch nicht ganz überzeugt zu mir hoch, nickte dann aber. "Hier, zieh dir das bitte an." - "Aber das sind ja deine Sachen."
"Ja, zieh es bitte an. Ich hole Amélie von meiner Mutter ab. Wir bleiben den Rest des Tages für uns." Und auch die nächsten Tage..., fügte ich in Gedanken hinzu. Louis nickte leicht und schien sich nicht weiter dafür zu interessieren, was aber besser war. Er sollte nicht allzu viel nachdenken.
Hoffentlich war der heutige Tag noch ruhig und er sondierte nur diesen leichten Duft ab... Mit Amélie an unserer Seite würde ich mich dann auch besser konzentrieren können und weniger die Fassung verlieren.
Hoffentlich.
"Warte bitte hier, ich gehe Amélie hohlen", sagte ich ihm als wir aus dem Haus traten. Der Omega an meiner Seite nickte und setzte sich mit zittrigen Beinen auf eine der Stufen der Veranda. Schnell lief ich zu meiner Mutter und entdeckte sie vor dem Haupthaus. Sie saß mit Lori im Schatten und hatte Amélie auf ihren angewinkelten Beinen liegen.
"Hey mein Großer", begrüßte meine Mutter mich. "Alles in Ordnung?", fragte sie als ich mir Amélies Spucktuch über die Schulter legte. "Oh hey Haz", begrüßte Eleanor mich und setzte sich neben ihre Freundin. "Hallo Eleanor. Ja es ist alles gut. Louis und ich verbringen etwas Zeit zu zweit, ich würde Amélie gerne mitnehmen. Allerdings kann es sein, dass ihr die Kleine in den nächsten Tagen bei euch aufnehmen müsst. Für die Nacht hole ich sie zurück."
An Eleanors Gesichtsausdruck konnte ich sehen, wie sie einen blöden Witz machen wollte. Verkniff es sich dann aber als sie zu Louis herübersah und schluckte. "Machen wir."
Ich lächelte sie dankbar an, nahm Amélie hoch und legte sie an meine Schulter.
"Ich achte auch auf die Jungs", sprach meine Mutter und sah mich nachdenklich an. "Geht ihr ins hintere Waldstück?" Ich nickte und legte meine Hand auf Amélies Rücken. "Habt bitte besonders ein Auge auf Oliver und Jonathan", bat ich Eleanor als meine Mutter aufgestanden und ins Haus gegangen war. "Die beiden konnte ich letzte Woche nur mit Mühe von Rosé wegziehen. Die zwei sind es noch nicht gewöhnt, wenn jemand in die Hitze kommt."
"Warte- Rosé war... Das war ihre Erste, oder? Oh Gott, das arme Ding und dann direkt Oli und John... Warum hast du nichts gesagt?"
"Es ist ihr Körper? Ihre Entscheidung wer es zu dem Zeitpunkt mitbekommt und wer nicht. Es war früh morgens und ich hatte ihr Heulen gehört, sonst hätte ich es auch nicht erfahren."
Lori nickte leicht und schlang sich die Arme um die angewinkelten Beine. "Sie soll nur wissen, dass sie nicht alleine ist." - "Gemma war danach bei ihr. Die zwei haben es gemeistert. Ich muss jetzt los. Wie gesagt, habt bitte ein Auge auf die anderen. Ich weiß nicht, ob meine Mutter das alles alleine schafft", bat ich sie erneut und lief zu Louis zurück, welcher sehnsüchtig seine Tochter in die Arme nahm.
"W-Wohin gehen wir?"
"Dahin wo wir etwas Ruhe haben", erwiderte ich und legte meine Hand an Louis' unteren Rücken, um ihn in die entsprechende Richtung zu schieben. "U-Und was ist mit dem was du heute noch zu erledigen hattest? Heute morgen hast du gesagt, dass du abends keine Zeit hast."
"Du bist wichtiger, da nehme ich mir die Zeit, Louis."
Er erwiderte es mit einem leisen 'Oh' und nuschelte etwas vor sich hin. Dankbar, dass der Geruch meiner Klamotten seinen Geruch überdeckte, lotste ich ihn in die richtige Richtung und atmete erleichtert auf, als ich niemanden an dem kleinen Waldstück ausfindig machen konnte. "Wenn du nichts dagegen hast verwandle ich mich."
So konnte ich besser auf die beiden aufpassen und Jonathan zurückhalten. Auch wenn man von uns hier nicht wirklich etwas mitbekam, riskieren wollte ich nichts... Ich wusste nicht wie Louis' Körper die Hitze verarbeitete. Ungern würde ich ihn Gefahr bringen. Noch spürte ich selbst nichts davon, aber da Amélie hier war konnte ich mich besser zusammenreißen.
Ohne sie... Darüber wollte ich nicht nachdenken.
"Verwandelst du dich jetzt?"
Louis hatte die Frage gerade geäußert und schon stand ich in meiner Wolfsgestalt vor den beiden. Louis ging erschrocken einen Schritt zurück und streckte anschließend seine Hand nach mir aus.
Vorsichtig kam ich einen Schritt näher und stupste mit meiner Nase gegen seine Handinnenfläche. Er kicherte glücklich und tippte mir mit Mühe auf die Nasenspitze. "Boop", lachte er und sah zu Amélie hinab, welche ebenfalls kicherte.
Ich suchte mir ein schattiges Plätzchen und brummte zufrieden als Louis sich direkt zu mir legte und sich mit seinem Rücken an meine Seite setzte. "Mir ist immer noch komisch", murmelte Louis leise und kuschelte sich mehr an mich.
Zur Beruhigung leckte ich ihm über die Wange und rieb meinen Kopf an seinem. "Denkst du das wird wieder besser?" Er sah mir in die Augen und ich nickte leicht. "Du bleibst hier?" Wieder nickte ich und leckte über seine Lippen. Mit hochroten Wangen sah er mich an und lächelte vor sich hin. "Okay", wisperte Louis leise, legte sich Amelie auf die Beine und begann durch mein Fell zu streichen.
Es war ein schönes Gefühl wie er mir mit seinen Fingern durchs Fell fuhr und ich entspannte mich automatisch noch etwas mehr. Irgendwann lag Amélie zwischen meinen Pfoten und Louis schlief ruhig an meiner Seite. Gut, dass er noch etwas Ruhe fand.
Bis zu dem Zeitpunkt an dem Louis plötzlich aufschreckte und anfing zu weinen. "E-Es fängt an", wimmerte er leise und als er aufstand und sich herumdrehte war seine Hose am Hintern leicht durchnässt. Noch war sein Duft ganz zart, aber das würde sich in den nächsten Stunden vermutlich ändern.
"H-Harry ich will das nicht, mach das es aufhört", fiepte er panisch, verwandelte sich sogar und zog ängstlich den Schwanz ein.
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[4032 Wörter 30/06/2021]
Oh je... Jetzt ist es soweit und Louis kommt in seine Hitze (✿ꈍ◡ꈍ)
Ob die beiden die nächsten Tage gut überstehen werden...?
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