ᗴIᑎ ᗯᑌᑎᗪᗴᖇᐯOᒪᒪᗴᖇ Tᗩᘜ
"Und? Wir gefällt dir die Uni? Konntest du schon einen Typen aufreißen?", freudig durchbohrte ich meine Freundin mit tausend Fragen. Ich hatte sie so vermisst und durch das gestrige Ereignis war meine gute Laune nicht zu stoppen.
Als Antwort lachte sie und schüttelte den Kopf.
"Also erstmal, die Uni ist mega. Ich konnte schon an so vielen tollen Projekten mitarbeiten, dass ich unglaublich viel dazu gelernt habe. Zwar sind die Aufgaben anspruchsvoll, aber genau das mag ich. Nur seit neuestem arbeite ich mit so einem Griesgram zusammen", genervt rollte sie mit den Augen und nahm dann einen Schluck von ihrem Tee.
Nachdem Jessica auf dem Hof angekommen war, hatten wir uns gleich in mein Auto gesetzt und sind in die nächste Stadt gedüst. Nun genossen wir die Sonnenstrahlen bei Tee und einem Stück Kuchen. Am liebsten hätte ich ihr von jedem einzelnen Tag erzählt, den ich bisher ohne sie verbracht hatte.
"Was macht er denn?", fragte ich sie verwundert, über ihre Abneigung zu dem Typen. Sonst kannte ich sie als jemanden, der wirklich gut gestimmt auf Menschen zu ging. Diese Art und Weise, wie sie über ihn sprach, hatte ich selten von ihr gehört.
"Ach, er ist sehr kurz angebunden und er macht mich zu seiner persönlichen Sekretärin, obwohl wir ein Team sein sollten, zudem gibt er mir haufenweise Aufgaben, sodass ich länger, als erlaubt daran sitze. Ich schwöre dir, ich mache drei Kreuze, wenn unser Projekt beendet ist."
In meinen Gedanken dachte ich bereits ein paar Schritte weiter und versuchte die nächste Frage, so gleichgültig wie nur Möglich klingen zu lassen.
"Wie alt?"
Sie zuckte mit den Schultern, während ich mir einen Bissen meiner Schwarzwälder Kirschtorte in den Mund schob.
"Lass ihn 3 Jahre älter sein....so ungefähr."
Ein verräterisches Grinsen schlich sich auf mein Gesicht und augenblicklich schien sie meinen Gedankengang zu erahnen.
Während sie abgeneigt den Kopf schüttelte, nickte ich bestätigend.
"Vergiss es, er ist viel zu unfreundlich."
"Vielleicht wird er ja netter, wenn du ihn besser kennenlernst...", versuchte ich sie zu überzeugen. Doch sie ging nicht weiter auf meine Bemühungen ein. Stattdessen, lenkte sie das Thema von sich auf mich.
"So nun erzähl du mal, was ist bisher so passiert?"
In groben Details schilderte ich ihr alles von Anfang an und erzählte ihr von manchen Ereignissen ganz genau. Nicht nur in meinem Gesicht befand sich ein Lächeln als ich mich beim Erzählen, nochmal an alles erinnerte. Natürlich versäumte ich es auch nicht ihr von gestern zu erzählen.
Vor Freude quickte sie kurz auf und hielt sich dann lachend eine Hand vor ihren Mund.
"Wie süß, wenn wir nachher zurück fahren, musst du mir ihn unbedingt vorstellen!", sagte sie, was ich nur mit einem deutlichen Nicken unterstützte.
Wir lachten noch viel und erzählten uns die verschiedensten Dinge, die uns seither passiert waren. Auch fragten wir uns, wann wir uns wiedersehen würden und ob wir es wirklich schaffen würden, uns wieder zu Dritt mit Pauline zu sehen...
Gemütlich schlenderten wir durch die kleine Innenstadt und gingen in ein paar Läden. Während ich noch zu Rossmann wollte, wollte Jessica noch in einen Sportladen. Gegen 16 Uhr rollte mein Auto wieder auf den Hof. Wir beide waren sichtlich erschöpft von der kleinen Shoppingtour und der knallenden Sonne.
Bevor ich ihr aber Nick vorstellte, zeigte ich Jessica erstmal Tom und Jerry. Zwar hatte sie nicht viel mit Tieren am Hut, aber trotzdem schafften es die beiden Kater, sie um den Finger zu wickeln. Nach einer kurzen Stallführung, schlenderten wir lachend Richtung Werkstatt. Schon jetzt wurde ich traurig, wenn ich daran dachte, Jessica wieder gehen lassen zu müssen. Ich war nur froh, dass sie erst morgen fahren würde und wir somit noch ein paar Stunden Zeit hatten, um uns zu unterhalten.
"Hey Nick, schau mal. Das ist Jessica", stellte ich meine alte Schulfreundin vor. Wir immer setzte Nick sein strahlendes Lächeln auf, erhob sich vom Motorad und reichte ihr seine dreckige Hand.
"Hey, schön dich kennenzulernen. Melanie hat mir schon viel von dir erzählt."
Jessica grinste bis über beide Ohren.
"Ich hoffe nur gutes. Schön habt ihr es hier. Es fühlt sich fast wie Urlaub an."
Jetzt war es mein Freund der verlegen Lachte. Na da hatten sich ja zwei gefunden, schmunzelte ich. Erst jetzt fiel mir auf, wie ähnlich Nick und Jessica sich doch waren. Immer gut gelaunt, unnatürlich ehrgeizig und unnormal freundlich. Na gut, bis auf die Sache mit den Tieren passte nicht so ganz, aber sonst...
Was sagte das wohl über mich und meinen Freundeskreis aus?
Beim Füttern halfen wir alle fleißig mit. Nick und ich brachten das Heu in die Boxen und Jessica fegte gleich den Boden sauber, so waren wir schneller fertig, als sonst.
Auch Martha schien meine Freundin direkt ins Herz geschlossen zu haben. Denn nun war Jessica diejenige, welche was zu Essen auf den Teller bekam. Nick und ich mussten uns selbst was auftun. Jessica kam fast gar nicht zum Essen, denn Theo durchlöchert sie mit hunderte von Fragen, über ihr Studium und weshalb sie doch keine Tiere möge.
Das verstand er nicht.
Doch sie nahm es mit Humor.
Zusammen saßen wir drei in meinem Zimmer auf meinem Bett und quatschten noch über die unterschiedlichsten Sachen. Ich war froh, dass Nick sich so gut mit ihr unterhalten konnte. Pünktlich 10 Uhr schmiss Martha Nick aus meinem Zimmer und von jetzt an, konnten Jessica und ich noch über ein bisschen Mädchenkram reden. Unter anderem konnte ich das Thema auch nochmal auf ihren Projektpartner lenken.
Wir sponnen uns in Gedanken noch viele andere Szenarien zusammen. Wie sie zum Beispiel handeln könnte, wenn er wieder einen blöden Spruch bringen würde und und und....
Erst nach 23 Uhr schaltete ich das kleine Licht aus und wir kuschelten uns, unter unsere Decken. Jessica schlief auf der Matratze von Luisa, welche wir einfach aus ihrem Zimmer in meins geräumt hatten.
Somit endete ein wunderschöner Tag und wir fielen in das Traumland. Doch lange konnten wir dort nicht verweilen. Bereits halb 6 klingelte mein Wecker. Müde pellten wir uns aus unseren Betten und zogen uns an. Ich fühlte mich so, als ob ich gestern auf einer Party gewesen wäre und bis um drei durchgetanzt hätte. Doch ich hatte einfach nur viel geredet und gelacht.
Nach dem Frühstück machte sich Jessica auf den Weg zurück nach Hause. Ich zog sie in eine innige Umarmung, bevor sie in ihr Auto stieg und winkend vom Hof fuhr.
Tröstend legte Nick einen Arm um meine Schultern, sein aufmunternder Blick löste sogleich ein Kribbeln in mir aus.
"Komm, wir müssen misten."
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