Kapitel 31

2 Monate später

D E L M I R A

Ich sah seufzend zu meinem Vater, welcher wohl schon die nächsten Pläne machte, zu den Drachen zu kommen.
Er hatte erst vor wenigen Wochen eines der Jungen verletzt, und auch wenn ich diesen Wesen nicht verpflichtet war, war es für mich schwierig zu wissen, dass er das tat.

,,Vater?", seufzte ich schließlich, woraufhin er zu mir sah - wie auch alle anderen an diesem Tisch. ,,Kann ich dich kurz sprechen?" Er nickte, sah mich abwartend an, leicht verwirrt, als ich aufstand. ,,Allein?", fragte ich ihn nun. Wieder kam ein Nicken von ihm, doch nun schlich sich Verunsicherung in seinen Blick, auch wenn er sein bestes gab, sie zu verstecken. Er stand ebenfalls auf, bevor er mir aus dem Raum folgte, geradewegs in mein Büro.

Als er die Tür hinter sich schloss, drehte ich mich zu ihm um, wandte meinen Blick von dem dunklen, hölzernen Mobiliar ab. ,,Die Drachen, Vater." Er sah mich fragend an, hob abwartend die Augenbrauen. ,,Was soll mit ihnen sein?"
,,Du terrorisierst sie.", zischte ich, woraufhin er seufzte. ,,Weshalb sollte ich das tun, Delmira?", fragte er, nun setzte ich zunächst als Antwort ein Lächeln auf. Es war so ein starkes Lächeln, dass mir bereits nach Sekunden die Mundwinkel wehtaten. Doch glücklicherweise musste ich es nicht lang aufrechterhalten.

,,Weil du ein Junges von ihnen brauchst, um uns alle ins Verderben zu stürzen.", begann ich zu sprechen. Wir beide wussten, dass das wahr war. Dass es sein Ende sein würde, wenn das an die Öffentlichkeit käme. ,,Um deine vollständigen Kräfte zurückzubekommen.", fuhr ich nun fort, während ich auf und ab lief, ein wenig die Hände ringend. Diese Situation machte mich nervös, und es schmerzte, die nächsten Worte auszusprechen. ,,Es gibt dabei nur ein Problem, Vater: mich." Erst lag Entsetzen in seinem Blick, dann folgte Belustigung. ,,Ach?", gab er von sich, im seiner Stimme lag etwas wie Hohn, gemischt mit Unglaube.

,,Ich werde dich töten, wenn das für Frieden nötig ist.", erwiderte ich nun, auch wenn mir allein bei der Vorstellung schlecht wurde. Ich wollte ihn nicht töten. Doch früher oder später wäre es die einzige Möglichkeit.

Ich wollte nicht riskieren, dass ihm mein Kind in die Hände fallen könnte. Dieses Kind musste sicher aufwachsen, um jeden Preis. Ich würde zahlen, egal was es am Ende kosten würde.

,,Dann hast du wohl soeben einen Krieg begonnen, Liebling... ich hoffe, du weißt, was du damit dir und deinem Reich antust."

Mit diesen Worten ließ er mich allein stehen, während ich tief durchatmete, erst jetzt wieder stehen bleibend.

Krieg.

Den wirst du bekommen, wenn du ihn so sehr herbeisehnst, Vater.

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