Chapter 42
Die Zeit kriecht dahin, doch irgendwann ist es soweit, und wir können in unser Flugzeug.
Ich wanke neben Nico und Jen zu unseren Plätzen, Finja, die schläft, wird von Mate getragen.
Sie sieht ziemlich erschöpft aus und ohne ihren finsteren Blick wirkt sie auch viel zerbrechlicher.
Diesmal ist es mir egal, ob ich am Fenster sitze oder nicht, völlig ausgelaugt lasse ich mich auf einen Platz fallen. Auf meiner rechten Seite sitzt eine fremde Frau, links Nico.
Meine Augen fühlen sich schwer wie Blei an und ich wünsche mich in mein weiches Bett zuhause.
„Schlaf etwas", sagt Nico leise zu mir und ich ziehe die Beine hoch. Ich kuschel mich an ihn und schließe die Augen. Hoffentlich bekomme ich wenigstens jetzt etwas Schlaf.
Die Sonne scheint schon hell am Himmel und ich bin schon ganz aufgeregt. Wir sind wieder in Deutschland, am Flughafen. Nur noch eine Stunde, dann bin ich wieder zuhause. Eine Stunde, dann könnte die ganze letze Woche einfach nur ein einfacher Traum sein. Finja hat ihre Krücke zurückgelassen, fest entschlossen nichts mitzunehmen, was sie auch nur im entferntesten an Herr Moralez erinnern könnte.
„Was ist denn das?", protestiert Jen und bleibt vor dem Van stehen.
„Das ist ein normales Auto!", brummt Nico und steigt vorne ein.
„Sicher, dass das Ding nicht sofort auseinanderbricht?", erkundigt Jen sich und beäugt das Auto misstrauisch.
„Mecker nicht, sondern steig ein", seufze ich und schiebe ihn hinten hinein.
„He, etwas freundlicher bitte." Er setzt sich auf einen der schon durchgesessenen Sitze und verzieht das Gesicht.
„Da bin ich wieder mein Großer", murmel ich und lege meine Hand auf das Metall des Vans, das von der Sonne richtig aufgeheizt ist.
Obwohl es hier viel kälter als in Brasilien ist, denke ich mit einem schwachen Lächeln.
Egal wie bequem und cool eine Limousine ist, der Van ist immer noch der beste von allen.
„Was machst du da?" Jen schaut zu mir heraus und ich steige schnell ein.
„Ich habe ihm Hallo gesagt", erwidere ich seelenruhig und schnalle mich an.
Er sieht mich verständnislos an und Nico lacht.
„Sollen wir dich bei der Villa absetzen?"
„Das wäre toll."
Nico gibt Gas und Jen wird sofort grün im Gesicht. Schon seid wir vom Flughafen losgefahren sind habe ich ein Grinsen im Gesicht, das mit jedem Meter, den wir uns zuhause nähern größer zu werden scheint.
Doch erst halten wir noch bei der großen Villa, wo Jen aussteigt.
„Na dann." Er hebt leicht die Hand.
Ich nicke ihm zu, doch Finja sieht ihn nur mürrisch an.
„Tschüss." Jen dreht sich um und geht die Auffahrt hoch. Ich bemerke Mates Blick und rufe ein „Auf Wiedersehen!" hinter ihm her.
Er dreht sich noch einmal um und lächelt leicht. Finja schlägt die Autotür zu.
„Hoffentlich ja nicht."
Ich setze wieder mein mittlerweile Dauergrinsen auf.
„Na ja. Immerhin hat er zum Schluss noch die Seite gewechselt."
Finja brummt irgendetwas Unverständliches.
„Also ... du bleibst erst mal bei uns?", frage ich sie.
Sie wirft Mate einen fragenden Blick zu und der nickt.
„Aber ich muss nicht in eure ... Bande oder so?" Finja sieht mich besorgt an.
„Aber natürlich kommst du", grinst Nico und ich knuffe ihn gespielt ärgerlich, worauf er einen Schlenker fährt.
„Natürlich nicht." Ich beherrsche mich, nicht schon wieder zu grinsen und sehe nach draußen. Die Straßen und Häuser kommen mir bekannt vor und ich rutsche unruhig auf meinem Sitz hin und her.
„Da sind wir", sagt Nico schließlich, biegt ab und fährt in unsere Garage. Es ist ein so gutes Gefühl wieder zuhause zu sein.
Ich klebe förmlich an der Scheibe. Mein Herz klopft unheimlich schnell und ich springe sofort aus dem Auto.
„Liz, warte", lacht Mate und fischt mich zurück, als ich losrennen will.
Ich hänge in seinen Armen und sauge alles um mich herum auf. Die Rose, die Nico in unserem Vorgarten eingepflanzt hat, hat sich super erholt und blüht sogar.
„Ich will rein", maule ich und zerre Mate hinter mir her. Finja sieht sich interessiert um und Nico trägt die schwarze Tasche hinter uns her zur Tür.
Mate holt den Schlüssel aus seiner Tasche und stockt.
Verdutzt sehe ich zu ihm hoch und dann zur Tür. Sie steht einen Spalt offen.
Ein mulmiges Gefühl macht sich in mir breit und meine Freude ist mit einem Mal verflogen.
„Habt ihr vergessen die Tür zuzumachen, als ihr gegangen seid?", frage ich leise.
„Ich bin mir ganz sicher, dass ich abgeschlossen habe", bemerkt Nico und besieht sich das Türschloss.
„Ist eingebrochen worden?" Finja beugt sich besorgt über meine Schulter.
Nico holt seine Lieblingswaffe aus der Tasche und drückt Mate die Tragetasche in die Hand. Dann stößt er die Tür auf, die mit einem Quietschen zur Seite schwingt.
Ich sehe die Anspannung in seinem Körper und klammer mich an Mate fest.
Beruhigend streicht er mir über die Haare. Finja klebt an mir und sieht sich mit großen Augen um. Irgendwie gibt sie mir Halt, dass ich mich etwas mutiger fühle und hinter Nico ins Haus tapse.
Niemand ist zu sehen. Der Eingangsbereich liegt still und dunkel da.
Plötzlich nehme ich eine Bewegung in der Tür zu meinem Zimmer war und Nico scheint sie ebenfalls bemerkt zu haben, denn er richtet sofort seine Pistole dort hin. Mit einem Klicken spannt er den Hahn.
„Bitte nicht schießen", höre ich eine dünne Stimme flüstern und eine Gestalt tritt in den Flur.
„Cassy!", rufe ich, renne los und drücke sie ganz fest.
„Liz! Da bist du ja. Ich habe mir solche Sorgen gemacht", seufzt sie, wankt ein Stück nach hinten und drückt mich zurück.
„Kannst du mir mal erklären, warum du in unser Haus eingestiegen bist?", brummt Nico und legt seine Waffe auf einen kleinen Schrank neben ihm.
„Ich ... ähm ... also ich habe mir Sorgen gemacht. Ihr habt angerufen, und dann habe ich nichts mehr von euch gehört ... Liz war nicht in der Schule." Unruhig sieht sie zu Nico herüber.
Dann bemerkt sie Finja.
„Ist die süß!", haucht sie und strahlt Finja an.
Ich muss lachen. „Das ist Finja. Finja, das ist Cassy. Meine Freundin."
Finja beäugt Cassy misstrauisch, immer noch an Mate hängend. „Ich bin nicht süß."
Doch Cassy scheint ihr gar nicht zuzuhören, sondern streicht mit einer Hand durch Finjas Locken.
„Die sind ja total weich."
Finja fängt plötzlich an, zu grinsen.
„Irgendwie kann ich mir vorstellen, dass sie deine Freundin ist."
„Hä?" Ich sehe sie an, doch sie zuckt nur mit den Schultern.
„Wie alt bist du denn?", fragt Cassy.
„Dreizehn", entgegnet Finja stolz.
Mate macht die Haustür zu und runzelt die Stirn.
„Genau wie die kleine Schwester, die ich mir immer gewünscht habe", seufzt Cassy.
Ein Lächeln schleicht sich auf Mates Gesicht. „Das ist es. Finja könntest du dir vorstellen, mit Cassy zusammenzuleben? Ihre Eltern haben genug Geld und du bist in unserer Nähe."
Finja sieht ihn mit großen Augen an, dann huscht ihr Blick hinüber zu Cassy, die von der Idee absolut begeistert ist.
„Meine Eltern sagen bestimmt ja, wenn ich sie frage", erzählt sie hoffnungsvoll.
Finja sieht nachdenklich aus. „Ich probiere es aus", meint sie dann und ich lächel erleichtert.
„Wenn es für dich ok ist." Ich sehe sie an. „Wir können uns auch ganz oft sehen, ich bin es ja gar nicht mehr gewohnt, ohne dich zu leben."
Sie lächelt. „Irgendwie kam mir das Ganze deutlich länger als nur eine Woche vor."
„Ach ja." Mate stupst mich an. „Ist zwar schon ein paar Tage her, aber alles gute zum Geburtstag."
Ein großes Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht. „Danke."
„Die Feier müssen wir unbedingt nachholen", grinst Nico.
Mein Blick wandert zu Finja die immer noch an Mate klebt und genau in dem Moment zurücksieht.
„Weißt du wirklich nicht, an welchem Tag du geboren bist?", frage ich.
Finja schüttelt leicht den Kopf und Cassy sieht plötzlich ganz entsetzt aus.
„Dann hast du eben heute Geburtstag", stellt sie fest und Finja kichert.
„Ich bin vierzehn geworden", sagt sie begeistert.
„Herzlichen Glückwunsch", lacht Mate und drückt sie an sich.
Plötzlich spüre ich etwas Warmes hinter mir und erkenne Nico an seinem Geruch, in dem Moment, in dem er seine Arme um mich legt.
Glücklich lege ich meinen Kopf an seine Brust.
Cassys Augen wandern von Finja zu uns und fangen an zu strahlen. „Seid ihr jetzt zusammen?"
Ich werde rot und sehe verlegen auf den Boden.
„Kann man so ausdrücken", grinst Nico und ich bekomme eine Gänsehaut von seinem Atem auf meiner Wange.
„Hat er dich auch schon geküsst?", bohrt sie weiter und ich muss lächeln. Das ist Cassy wie sie leibt und lebt.
„Ähm." Unsicher sehe ich auf Nicos große Hände, um niemanden ansehen zu müssen, und habe gleichzeitig das Gefühl zu platzen vor Glück.
„In den letzen fünf Stunden jedenfalls noch nicht", flüstert Nico mir ins Ohr und nimmt mein Gesicht in seine Hände.
Ich will protestieren und zurückweichen und begegne dabei Mates Blick. Er ist so warm und voller Zärtlichkeit. Ein glückliches Lächeln liegt auf seinen Lippen und er hat einen Arm um Finja gelegt.
Ich sehe wieder zu Nico, verliere mich in seinen dunklen Augen.
Seine Lippen sind unheimlich weich und warm, als sie auf meine treffen und sofort fängt mein ganzer Körper an zu kribbeln wie ein Feuerwerk. Das letze, was ich sehe, bevor ich die Augen schließe, ist Cassys begeisterter Blick und wie Finja sich die Augen zuhält.
Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht und ich spüre an seinen Lippen, dass er ebenfalls lächelt.
Nico schlingt seine Arme fest um mich und ich atme seinen wundervollen Geruch ein.
Jetzt müsste die Zeit stehen bleiben.
--------------------------------- >.< -----------------------
Sooooooooo..........Happy End :D :D Erst mal ein meeeeeeeega großes Dankeschön, an alle, die meine Geschichte gelesen haben, oder die, die es noch vorhaben und hinten anfangen :D Ich kann euch gar nicht sagen, wie glücklich ich bin, dass sie euch so gut gefallen hat.
Ich hoffe, dass euch das Kapitel, sowie die ganze Geschichte gefallen hat und ihr es nicht bereuht habt, sie zu lesen :P Mir hat das Schreiben zumindestens unheimlich viel Spaß gemacht!!^^ Ein riesiges Dankeschön!!!!! Und einen Knuddeler nicht zu vergessen...... hab euch lieb!!!!! >.<
Ach jaaaa.........rieeesen Dankeschön für die Kommis, die haben mich immer wieder beflügelt weiterzuschreiben!!!! Respekt! :D :D
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top