Weg 3. Zwangshochzeit

2 Wochen später 

Heute wurde ich entlassen. Meine Mutter tauchte um 7 Uhr morgens auf und zwang mich das Brautkleid anzuziehen. Ich redete kein Wort mit ihr, ich tat nur das was mir befohlen wurde. Ich hatte verbliebene Schmerzen, die aushaltbar waren. Um 8 Uhr fuhren wir zum Friseur um mich schminken und frisieren zu lassen. Meine grauen Haare wurden braun gefärbt. Ich trauerte immer noch.

Kein einziges mal sah ich in den Spiegel, dass würde meine Seele nicht verkraften. Ich ließ die Folter über mich ergehen. Um 9 Uhr fuhren wir zur Kirche. Mein Bauch verkrampfte sich, ich hatte Angst vor der Person, die dort auf mich wartete. Es war der erste Tag meines Lebens an dem ich kein einziges mal gelächelt hatte.

Die scharfen Krallen meiner Mutter bohrten sich in meinen Arm, als sie mich aus der Limousine zog. Ich landete fast auf dem Boden, weil sie so schnell ging. High Heels waren mir neu, sie dagegen trug sie jeden Tag. Mein Vater hatte sich den ganzen Tag nicht blicken lassen, so ein Weichei.

Meine Mutter stoppte vor dem Eingang der Kirche, strich sich das Kleid glatt und fuhr sich überprüfend durch die Frisur. Sie sah mich abschätzig an und hielt die Tür zur Kirche auf. Die erste nette Geste ihrerseits, nach 17 Jahren. Plötzlich wurde mir klar, dass heute meine Freiheit enden würde. 

Ich trat ein und schloss meine Augen. Stella und David. David und Stella. Meine beste Freundin und meine erste Liebe. Ich würde nie wieder Kontakt zu ihnen aufnehmen können. 

Ich würde niemals lieben können.

Ich würde niemals eine eigene Wohnung haben können. 

Ich würde niemals richtig heiraten können.

Ich würde niemals gewollte Kinder kriegen können.

Ich würde niemals mehr ich selbst sein können.

Das war mein Ende. Das Ende meiner Geschichte. Kira würde es nicht mehr geben. 

Meine Mutter schubste mich leicht, aber stark genug um mich fast zum stürzen zu bringen. Ich hatte abgenommen, meine Arme sahen aus wie Äste, mein Bauch sah aus wie ein Loch und meine Beine sahen aus wie Zahnstocher. Ich trat in den Saal, dass erste was ich sah war er.

Braune Haare mit einem Stich von grau, einen Bierbauch und der Anzug, der fast platzte. Die Übelkeit brannte wie Säure in meinem Mund. Dieser Mann war abscheulicher als Chucki, die Mörderpuppe. Ungläubig sah ich meine Mutter an, die stur gradeaus schaute. Das alles war ihr Werk. Für einen batzen Geld.

Sie hatte mich an einen schmierigen Mann, der Reich war, verkauft. Ich biss die Zähne so fest zusammen, dass ich glaubte sie kreischen zu hören. Ich ging an meiner Mutter vorbei "Ich hasse dich, du Teufel" waren meine letzten Worte an sie. Am Altar angekommen ignorierte ich ihn.

Die Bänke waren voll. Die ganze Kirche war gefüllt mit fremden Menschen. Der Pfarrer fing an und wir gaben uns nach langem zögern meinerseits, das Ja-Wort. Beim Kuss wich ich ihm aus und er traf bloß meine Wange. Er hieß Hans, bekam ich irgendwie mit. Die Feier hielt ich so viel Abstand von allen wie möglich.

Wenn jemand mit mir sprach, sagte ich nichts und sie verzogen sich dann wütend. Hans behielt die Würde Abstand von mir zu halten und zu feiern. Auf der Toilette übergab ich mich. Die Feier endete um 3 Uhr morgens. Widerwillig fuhr ich mit Hans zu unserem neuen Haus, seine Worte nicht meine.

Ich ignorierte ihn komplett. Er legte sich gemeinsam mit mir ins Bett, wobei ich soviel Abstand wie möglich ließ. Ich wartete bis er schlief und verzog mich auf die Couch, im Wohnzimmer. Ich lag die Hälfte der Nacht wach und träumte von David. Den Ehering hatte ich gleich nach der Hochzeit ausgezogen und weggeschmissen.

Wie ein Mantra wiederholte ich einen Satz in verschiedenen Varianten.

I Really Hate You, Hans. 

I Really Hate You, Mom.

I Really Hate You, Dad.

I Really Hate You, World.

I Really Hate You, Destiny.

                🌸🌸🌸

And I Really Love You, David.

I Really Love You, Stella.

I Really Love You, Biggels.

I Really Love You, Old Kira.

***

Ich frage mich grade, ob euch die Kapiel gefallen. Gefallen sie euch?

Jen😄





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