-2.2- Februar (Lemon)

( Dieses Kapitel beginnt mit einer Lemon-Szene, wer sie nicht lesen will: Selbst schuld! Ich war trotzdem so frei, Anfang und Ende zu markieren. Wer möchte kann also einfach bis zum Ende scrollen ;) Viel Spaß! )

~~~~~~~~ LEMON~~~~~~~~

Kuroo ließ mich sanft auf mein Schlafsofa fallen und krabbelte über mich. Er stützte sich mit seinen Armen neben meinem Körper ab, sah mich mit einem dunklen Ausdruck in den Augen an. Er begehrt mich wirklich...
Ich legte eine Hand an seine Wange und lächelte. Kuroo neigte seinen Kopf und fing wieder an mich zu küssen. Sein rechtes Bein platzierte er zwischen meinen. Ich spürte sein Gewicht auf mir und wie sein Bein leicht gegen meine Mitte drückte. Mein Gesicht brannte vor Hitze. Mein Herzschlag pochte laut in meinen Ohren. Ich legte ihm eine Hand an den Hinterkopf und vergrub meine Finger in seinen Haaren. Mit der anderen Hand suchte ich mir einen Weg unter sein T-Shirt. Als meine Finger seine warme Haut berührten zuckte Kuroo zusammen und löste sich von mir. „Verdammt, deine Hände sind eiskalt."
Ich lächelte ihn entschuldigend an. Er setzte sich auf und verschränkte seine Finger mit meinen. Seine Wärme floss langsam auf mich über. Er hob unsere Hände zu seinem Mund und hauchte einen Kuss auf meinen Handrücken, ehe er meine Finger wieder freigab. Der Schwarzhaarige schloss seine Arme um mich und drehte sich mit mir, sodass ich nun auf ihm lag. Ich stützte mich auf seiner Brust ab und setzte mich auf, meine Knie drückten sich zu beiden Seiten von ihm in die Matratze. Er hob seine rechte Hand zu meinem Gesicht und streichelte sanft über meine Wange. Seine Augen suchten meine, sein Blick glühte vor Verlangen. Kuroo strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich beugte mich zu ihm hinab und küsste ihn sanft. Meine Hände suchten den Weg unter sein Shirt. Ich schob es nach oben, dankbar, dass er die lästige Schuluniform direkt nach der Schule gegen ein einfaches T-Shirt eingetauscht hatte und löste mich dann von ihm. Ich zog ihm das Shirt über den Kopf und schmiss es achtlos zu Boden. Er gab mir kurz Zeit seine Bauchmuskeln zu bewundern und sie mit meinen Fingern nachzufahren. Dann zog er mich wieder an sich und drehte uns erneut, sodass er wieder über mir lag. Seine Lippen legten sich auf meine. Ich erwiderte den Kuss, öffnete sachte meinen Mund und ließ seine Zunge ein. Unsere Zungen spielten miteinander und Kuroos rechte Hand glitt unter meine Bluse. Er legte sie an meine Taille und strich mit dem Daumen über meinen Bauch. Seine Haut glühte und ich fühlte jede seiner Berührungen noch, nachdem sein Daumen schon woanders entlangstrich. Langsam ließ er seine Hand höher gleiten. Er löste sich von meinen Lippen und fing an mich kurz unter dem Ohr am Hals abwärts zu küssen. Ein wohliges Stöhnen entwich meinen Lippen, als ich den Kopf nach hinten streckte, um ihm mehr Fläche zu bieten. Kuroo hielt kurz inne und ich konnte sein Grinsen an meinem Hals spüren. Sein Atem kitzelte gegen meine empfindliche Haut. Ich legte ihm wieder eine Hand an den Hinterkopf und vergrub die Finger in seinen Haaren, als er anfing wieder sanfte Küsse auf meine Haut zu drücken. Seine Hand erreichte meinen Brustansatz, er hielt inne und hob seinen Kopf so, dass er mir in die Augen sehen konnte. „Darf ich?" Seine Stimme war nur ein sanftes Flüstern. Ich legte ihm eine Hand an die Wange und sah ihm tief in die Augen. „Ja."
Kuroos Augen verdunkelten sich und seine Lippen deuteten ein zufriedenes Lächeln an, ehe er sie wieder auf meine drückte und mich stürmischer küsste als zuvor. Dann setzte er sich auf mich und fing an, quälend langsam meine Bluse zu öffnen. Mit jedem geöffneten Knopf beugte er sich hinab und hauchte einen Kuss auf die neu freigelegte Stelle meiner Haut. Ich wand mich ungeduldig unter ihm hin und her.
„Ernsthaft?" fragte ich leise. „Die kann man auch einfach über den Kopf ziehen." Der Schwarzhaarige grinste frech. „Könnte man... aber dann habe ich nicht so viel Zeit deinen Anblick zu genießen." Ich verdrehte die Augen, versuchte dadurch zu überspielen, wie viel mir seine Worte bedeuteten. Endlich erreichte er den letzten Knopf. Ich beugte mich leicht hoch und er schob das störende Stück Stoff über meine Schultern. Er warf es zu den anderen Sachen zu Boden und beugte sich dann mit seinem Kopf zu meinem Ohr. „Und das wäre eine absolute Verschwendung, denn du bist wunderschön." Sein Atem kitzelte in meinem Ohr, ein wohliger Schauer durchfuhr mich, seine Worte ließen noch mehr Hitze in meine Wangen strömen. Er hauchte mir einen Kuss auf die Lippen, ehe er sich wieder meinem Hals widmete. Langsam küsste er diesen wieder hinab. Seine rechte Hand schob sich unter mich und öffnete mit einem gekonnten Griff meinen BH. Er zog ihn mir aus, ohne damit aufzuhören mich zu küssen. Kuroo legte seine Hand wieder an meine Taille und streichelte mich sanft mit seinem Daumen. Er ließ sie Stück für Stück höher wandern, strich über meinen Brustansatz, während er sich mit seinem Mund von oben näherte. Ich klammerte mich mit einer Hand an seinen Nacken, während die andere auf seinem Schulterblatt ruhte. Ich legte mich ins Hohlkreuz und streckte ihm meinen Oberkörper entgegen. Wieder hielt er inne und grinste in meine Haut. „So ungeduldig..." Er küsste sich mein Dekolleté hinab und umschloss mit seiner Hand meine linke Brust. Zärtlich strich Kuroo mit seinem Daumen über meine Brustwarze, während er sich mit seinem Mund der anderen nähert. Er umschloss mit seinen Lippen den Nippel meiner Brust und sog leicht daran. Sofort entfleuchte mir ein Stöhnen und mein Unterleib zog sich zusammen. „Gott Kätzchen, du machst es mir echt nicht leicht nicht direkt über dich herzufallen, sondern das hier in voller Länge zu genießen."
„Ein bisschen schneller würde mich nicht stören..." gab ich leise murrend zurück. Kuroo lachte und schüttelte den Kopf. „Keine Chance." Sein Mund legte sich wieder auf meine Brust hinab und er biss sanft in meine Brustwarze. Wieder entfuhr mir ein wohliges Geräusch. Gott, dieser Kerl machte mich wahnsinnig. Er behielt seine Hand an meiner Brust uns streichelte weiter über meinen Nippel, während er sich mit seinem Mund den Weg weiter nach unten suchte. Er hauchte sanft mehrere Küsse auf meinen Bauch, zog seine Hände zu sich und machte sich an meinem Rock zu schaffen. Er öffnete den Reißverschluss, setzte sich auf und zog mir den Rock samt Strumpfhose aus. Kuroo legte sich seitlich neben mich und küsste mich erneut. Seine rechte Hand umschloss sanft meine Brust und er knetete sie kurz ehe er seine Hand zwischen meine Beine wandern ließ. Seine warmen Finger fanden den Weg in mein Höschen und er streichelte sanft über meine Klitoris. Ein berauschendes Gefühl durchfuhr mich und ein kehliger Laut rutschte mir über die Lippen, in unseren Kuss hinein. Kuroo suchte mit seiner Hand den Weg weiter nach unten und ließ einen Finger in mich hineingleiten. Ich stöhnte auf und klammerte mich an ihm fest. „Verdammt... du bist schon so feucht." Er zog seine Finger aus mir zurück, griff nach meinen Armen und löste sie von ihm. Er schob mein Höschen die Beine hinunter und zog es mir aus. Der Schwarzhaarige kletterte über mich drüber und verschwand mit seinem Kopf zwischen meinen Beinen. Mit seiner Zunge leckt er mir sanft über meine Mitte. Ich krallte meine Hände neben meinem Körper fest in den Stoff und drückte mich ins Hohlkreuz. Kuroo ließ zwei Finger in mich hineingleiten, während er seine Zunge weiter einsetzte. Seine Berührungen ließen mich jedes Mal aufstöhnen. Ich umklammerte mit meinen Händen seine Oberarme. „Kuroo... ich gnn..." unbeirrt leckte er mich weiter und ignorierte mich. Ich war kurz davor zu Kommen. Mein Griff um seine Arme wurde fester und ich zog ihn zu mir hoch. „Tetsuro...bitte..." flehte ich leise. Er zog seine Finger aus mir zurück und sein Gesicht tauchte grinsend zwischen meinen Beinen auf. Er kniete sich über mich und legte seinen Mund wieder auf meinen. Meine Hände machten sich an seiner Hose zu schaffen. Schließlich schaffte ich es sie zu öffnen und schob sie mit den Händen hinunter. Meine Hand wanderte in Kuroos Boxershorts und umschloss sein Glied. Diesmal war er es, dem ein Stöhnen über die Lippen kam. Ich bewegte meine Hand langsam auf und ab, bis er mich stoppte. „Fuck..., wenn du so weiter machst, ist der Spaß gleich direkt vorbei." Kuroo setzte sich neben mich und zog sich seine Hose aus, während ich nach dem Schränkchen neben meiner Schlafcouch tastete. Ich drehte mich auf die Seite, öffnete die oberste Schublade, kramte ein Kondom heraus und reichte es ihm. Kuroo riss die Packung auf und strich es sich über. Dann positionierte er sich über mir. Er küsste mich, während er mit der einen Hand zwischen seine Beine griff und sein Glied zu meiner Öffnung führte. Er glitt mit voller Länge in mich. Ich stöhnte auf und krallte mich an Kuroos Schultern fest. Ein süßer Schmerz durchfuhr mich. Kuroo wartete kurz, bis ich mich an ihn gewöhnt hatte. „Okay?" fragte er leise an meinem Ohr. Ich nickte lächelnd. „Okay."
Er fing an sich langsam in mir zu bewegen. Ich klammerte mich an ihm fest und stöhnte leise. Der Schwarzhaarige hielt seinen Kopf neben meinem und erwiderte mein Stöhnen mit seinem eigenen. Ich schob Kuroo mein Becken entgegen und schnell fanden wir in einen gemeinsamen Rhythmus. Sein Name glitt mir leise über seine Lippen. „T-Tetsu..." Ich drückte meinen Rücken durch. Kuroo erhöhte sein Tempo und stöhnte mir leise ins Ohr. Ich krallte meine Finger fest in seine Haut und stöhnte laut auf. „Ahh...Oh Gott...i-ich ahh..." Ich konnte sein Glied in mir pulsieren spüren, als er kurz danach ebenfalls zu seinem Höhepunkt gelangte. Er schrie laut meinen Namen, ehe er sich erschöpft auf mich sinken ließ. Sein Kopf ruhte kurz an meiner Schulter und es war nur unser schneller Atem zu hören.
Kuroo stützte sich mit den Ellenbogen neben meinem Körper ab und sah mir in die Augen. Seine Hand legte er an meinen Hals uns streichelte mir mit dem Daumen über die Wange. Mein ganzer Körper glühte und ich lächelte ihn glücklich an.
„Das war...Wahnsinn..." hauchte er leise, ehe er mich sanft küsste. Dann löste er sich von mir, zog sich aus mir zurück und verschwand kurz. Ich nutzte die Zeit, um wieder in mein Höschen zu schlüpfen und mir ein T-Shirt aus einer der Kommoden zu greifen.

~~~~~~~~ LEMON ENDE ~~~~~~~~

Als Kuroo wiederkam, lag ich völlig erschöpft und mit leicht zitterndem Körper auf dem Schlafsofa. Ich blickte ihm mit müden Augen entgegen. Kuroo zog sich seine Boxershorts an, dann legte er sich zu mir. Er zog mich fest an sich und hauchte einen Kuss auf meine Haare. Ich kuschelte mich an ihn und lächelte. „Ich schätze die Pizza ist jetzt kalt." Wir lagen eine Weile schweigend nebeneinander und ich wäre am liebsten auf der Stelle eingeschlafen, doch Kuroo hielt mich davon ab und zwang mich schließlich, dass ich mich aufsetzte. „Du musst was essen, Kätzchen," murmelte er mit den Lippen an meiner Schulter, während er seine Arme von hinten fest um mich geschlungen hatte. Ich wusste, dass er recht hatte, dennoch hatte ich keinen Hunger. Aber ihm zuliebe öffnete ich die Pizzaschachtel, nahm mir ein Stück und biss hinein. Ich zwang mich drei Stücke zu essen, doch mehr ging einfach nicht. Ich lehnte mich an Kuroo an, der hinter mir saß. „Ich bin so müde..." murmelte ich und schloss die Augen. Er drückte mich einmal fest und hauchte mir einen Kuss auf die Wange. „Dann solltest du schlafen." Ich nickte benommen und ließ mich mit dem Kopf auf die Kissen fallen. Nur am Rande bekam ich mit, wie der Schwarzhaarige aufstand, die Decken über mich legte und sich anzog. Er setzte sich noch einmal zu mir und strich mir die Haare aus dem Gesicht. „Ich muss nach Hause, Kätzchen... meine Eltern werden sonst richtig unangenehm." Ich nickte. „Okay" flüsterte ich, kuschelte mich noch etwas mehr in meine Decke. Kuroo drehte meinen Kopf etwas und hauchte mir einen Kuss auf die Lippen. „Wir sehen uns morgen in der Schule." „Okay," hauchte ich erneut, ehe der Schwarzhaarige aufstand und meine Wohnung verließ.

Am nächsten Morgen wachte ich schweißgebadet auf und fühlte mich furchtbar. Ich ignorierte meinen Wecker und blieb im Bett liegen. Kurz vor Schulbeginn rang ich mich dazu durch im Sekretariat anzurufen und mich für den Tag krank zu melden. Die Sekretärin hatte viel Verständnis, vermutlich wusste sie bereits über meine Krankheit Bescheid, aber ich hatte nicht die Energie mir Gedanken darüber zu machen. Ich legte auf und schlief quasi im selben Moment wieder ein. Ich verbrachte den ganzen Tag im Bett, unfähig mich zu bewegen. Mein Handy klingelte mehrmals und riss mich aus dem Schlaf. Auf dem Display erschien Kuroos Name, aber ich nahm nicht ab. Ich wusste, dass er sich vermutlich Sorgen machte, aber ich fühlte mich nicht im Stande ein normales Gespräch mit ihm zu führen. Und wie sollte ich ihm erklären, dass alles was am Vortag passiert war, sich nicht wiederholen würde? Wollte er das überhaupt? Es spielte keine Rolle was er vielleicht empfand, was ich empfand. Ich war unheilbar krank und so wie ich mich an diesem Tag fühlte, würde es mich wahrscheinlich nicht mehr allzu lange auf der Welt geben. Wie sollte ich ihm das erklären? Ihm das antun? Am Abend weinte ich viel um die schönen Erinnerungen vom Vortag und hasste mich dafür, Kuroo wehtun zu müssen. Irgendwann übermannte mich erneut der Schlaf.

Ich schlief die ganze Nacht durch, doch ich fühlte mich am folgenden Tag immer noch furchtbar. Mein Fieber war nicht gesunken und schließlich rang ich mich dazu durch bei Dr. Yoshida anzurufen. Kurze Zeit später war ich geduscht und hatte mir etwas angezogen. Als es klingelte schleppte ich mich zur Tür, um sie meinem Arzt zu öffnen. Er kam herein, legte mir augenblicklich eine Hand auf die Stirn und sah mich besorgt an. „Hast du deine Medikamente genommen?" Ich nickte benommen. „Jeden Tag..." murmelte ich.
Wir gingen zum Schlafsofa hinüber und ich setzte mich. Dr. Yoshida maß meine Temperatur und den Blutdruck, sah mich besorgt an. „Seit wann geht es dir schon so?"
„Seit gestern..." Ein Hustenanfall überkam mich.
Dr. Yoshida wartete, bis der Husten abgeklungen war. „Hast du Vorgestern Sport gemacht, oder irgendetwas anderes, bei dem du dich körperlich verausgabt hast?"
Ich senkte mit hochrotem Kopf den Blick zu Boden. Meinem Arzt zu erzählen, dass ich vor zwei Tagen mit jemanden geschlafen hatte, war nicht unbedingt ein Gesprächsthema unter meinen Top Five.
„Ähm...ja..." hauchte ich peinlich berührt und mied es den Arzt anzusehen. Dieser schwieg kurz, räusperte sich dann. „Nun gut...ähm..." kurz aus dem Konzept gebracht kratzte er sich im Nacken. „Ich würde dich gerne mit in die Klinik nehmen und weitere Untersuchungen machen."
Ich schloss die Augen und atmete schwer. Allein aufrecht zu sitzen, kostete mich unglaublich viel Kraft. Ich nickte. „Okay..."
Dr. Yoshida half mir eine Tasche zu packen und stützte mich beim Verlassen des Wohnhauses. Er war mit seinem Auto da und hatte nicht weit weg geparkt. Er bugsierte mich auf seinen Beifahrersitz, schnallte mich an und begab sich eilig auf die Fahrerseite. So schnell es der Verkehr zuließ, brachte er mich in die Klinik und ordnete die stationäre Aufnahme an. Noch bevor ich auf dem Zimmer war, hatte Dr. Yoshida mir einen Zugang gelegt, Blut abgenommen und Proben ins Labor gegeben. Im Zimmer angekommen wurden erneut meine Werte gemessen, danach ließ man mir etwas Ruhe. Ich starrte auf das Display meines Handys, unschlüssig, ob ich dem Schwarzhaarigen nicht doch zumindest eine Nachricht schreiben sollte. Doch ehe ich eine Entscheidung getroffen hatte, übermannte mich erneut die Müdigkeit und ich gab ihr einfach nach.

Ich erwachte erst am späten Nachmittag, als Dr. Yoshida mich sanft weckte. Ich rieb mir verschlafen das Gesicht und sah ihn an. „Ich habe keine guten Nachrichten," sagte er ernst. Ich reagierte nicht, sah ihn einfach nur stumm an. „Die Medikamente bewirken nicht den gewünschten Effekt. Aber wir haben es relativ früh bemerkt, sodass wir andere Medikamente in anderer Kombination ausprobieren können."
„Okay...?" fragte ich leise. Dr. Yoshida lächelte mich an. „Wir bekommen das in den Griff, keine Sorge." Er klang deutlich zuversichtlicher, als er aussah. Ich nickte leicht. „Ich werde dir die erste Dosis schon jetzt verabreichen, morgen, spätestens übermorgen sollte es dir bereits besser gehen."
Ich nickte erneut, fühlte mich zu müde zum Sprechen. Dr. Yoshida verabreichte mir die Medikamente. Ehe er das Zimmer wieder verließ, wandte er sich mir noch einmal zu. „Ich habe offiziell keinen Dienst, aber ich bin natürlich das ganze Wochenende erreichbar. Wenn du denkst, es sei notwendig, dass ich nach dir sehe, sag einfach den Diensthabenden Bescheid."
„Ist gut..." nuschelte ich, wusste aber, dass ich dieses Angebot nicht von meiner Seite aus in Anspruch nehmen würde.

Am Samstagmorgen fühlte ich mich schon etwas besser. Definitiv nicht gut, aber besser als am Vortag. Ich schaffte es mehrere Stunden am Stück wach zu bleiben, etwas zu essen und meine Zimmernachbarin kennenzulernen, welche am Vorabend das Bett neben meinem bezogen hatte. Das Mädchen war gerade 16 Jahre alt, hieß Miyu und hatte einen Hirntumor. Schwester Kamiko hatte an diesem Wochenende Dienst und machte es sich zur persönlichen Aufgabe, es uns so angenehm wie möglich zu machen. Wir bekamen Eis, so viel wir wollten und durften stundenlang Fernsehen. Ich ignorierte mein Handy und somit alle eingehenden Nachrichten und Anrufe. Meine Gedanken schweiften immer wieder zu Kuroo ab und mir war bewusst, dass ich mich ihm gegenüber unfair verhielt. Aber ich fühlte mich einfach nicht dazu in der Lage mit ihm zu sprechen.

Sonntagnachmittag fühlte ich mich fit genug einen kleinen Spaziergang durch die Klinik zu machen. Ich hatte drei Tage nur gelegen und so war ein bisschen Bewegung eine willkommene Abwechslung. Ich befand mich auf der Kinder- und Jugendstation der Onkologie. Man merkte natürlich, dass man sich in einem Krankenhaus befand, aber insgesamt wirkte die Station ungewöhnlich wohnlich. Sie war bunt gestaltet, hier und da gab es kleine Bereiche mit Sofas und Sesseln, kleine Spielecken für die ganz kleinen Kinder und die Wände hingen voll mit Bildern. Ich lief durch die Gänge und sah mir die Wände genauer an. Das meiste waren Fotos und Briefe von Kindern und Jugendlichen, Patienten der Station. Ich fragte mich unwillkürlich, ob man mein Foto auch irgendwo hier aufhängen würde, sollte ich jemals eins abgeben. Ein trauriges Lächeln legte sich auf mein Gesicht. Nein, mich würde man für so etwas nicht auswählen...
Ich kehrte um und machte mich auf den Weg zurück zu meinem Zimmer, beobachtete dabei die Menschen, denen ich begegnete. Die Kinder, die ich sah, hatten meist Besuch von ihren Eltern oder Großeltern, keines war allein. Eine Gruppe Jugendlicher, ich vermutete alles Patienten der Station, lief fröhlich rumalbernd an mir vorbei und neckte sich gegenseitig. Einer von ihnen erwischte meine Schulter und ich geriet kurz ins Wanken. Der Junge sah sich um. „Tut mir leid! Alles okay?" Ich setzte ein leichtes Lächeln auf. „Ja, alles okay, nichts passiert."
„Gut!" Er grinste breit und lief dann seinen Freunden hinterher.

Ich kehrte zurück zu meinem Zimmer, hoffte, dass Miyu vielleicht nicht da war und ich ein bisschen Zeit für mich allein hatte. Vor allem aber hoffte ich, dass sie keinen Besuch hatte. Ich öffnete langsam die Tür und spähte hinein. Die Vorhänge waren zugezogen, nur ein schmaler Lichtstrahl erhellte das Zimmer etwas. Ich konnte die Bettwäsche rascheln hören, vielleicht schlief Miyu und träumte schlecht. Ich schlich mich ins Zimmer, spähte um die Ecke und erstarrte. Das Mädchen lag auf ihrem Bett und zuckte unkontrolliert. Ich war einen Augenblick lang wie gelähmt, dann eilte ich an ihre Seite und drückte den Notfallknopf. „Miyu? Miyu!?" rief ich laut, doch natürlich reagierte sie nicht. Ich rannte zur Tür, riss sie auf und schrie um Hilfe. Zuerst kam ein Pfleger angerannt, gefolgt von einer Schwester. Ich zog mich weit ins Zimmer zurück, hockte mich hin und starrte auf das Geschehen an Miyus Bett. Jemand riss die Vorhänge auf, ein Arzt injizierte meiner Bettnachbarin Medikamente, viele Rufe, das Bett wurde herausgeschoben.
Ich umklammerte meine Knie und wiegte mich vor und zurück. Eine Hand berührte mich an der Schulter, ich zuckte zusammen. „Hey..." die sanfte Stimme von Schwester Kamiko erklang neben mir, aber ich reagierte nicht. „Komm." Sie griff mir unter die Achseln und zog mich, mit einer Kraft, die ich ihr nicht zugetraut hätte, nach oben. Sie schob mich zu meinem Bett hinüber, drückte mich leicht dagegen und zwang mich so zum Hinsetzen.
„Lebt sie noch?" fragte ich leise, den Blick auf die Stelle gerichtet, wo eben noch das andere Bett stand. Die schwarzhaarige Frau stellte sich vor mich und nickte. „Ja. Sie untersuchen sie und vermutlich werden sie heute noch versuchen, den Tumor zu entfernen. Du hast wirklich gut reagiert."
Ich schluckte, hob den Blick und sah sie an. „Ich hab doch nur den Knopf gedrückt..."
„Und ihr dadurch vielleicht sogar das Leben gerettet." Schwester Kamiko lächelte mich sanft an. „Es geht ihr bestimmt bald wieder besser. Ich nickte benommen. Sie setzte sich neben mich auf die Bettkante, legte einen Arm um meine Schulter und drückte mich kurz an sich. Dann seufzte sie laut. „Ich muss wieder. Aber wenn du möchtest, kannst du mitkommen, dann bist du nicht so allein?" Ich senkte den Blick hinab auf meine Hände und schüttelte den Kopf. „Nein, geht schon."
„Ich komme, sobald ich kann und sehe nach dir, ja?"
Ich nickte. Die Krankenschwester stand auf, strich mir einmal seicht über die Haare und ging dann. Ich krallte meine Finger in meiner Hose fest und versuchte nicht laut loszuschluchzen.

Eine halbe Stunde später klopfte es an der Tür. Ich lag zusammengerollt auf meinem Bett, starrte an die Wand und reagierte nicht. Die Tür öffnete sich und jemand kam zu mir herüber. „Alles in Ordnung?"
Ich hob meinen Blick und sah in Dr. Yoshidas besorgtes Gesicht. „Ja..." sagte ich leise. Dr. Yoshida deutete auf den Stuhl neben meinem Bett. „Darf ich?" Ich setzte mich auf und nickte einmal. „Was machen Sie hier? Sie haben doch frei?"
„Schwester Kamiko hat mich angerufen und mir erzählt, was passiert ist. Ich dachte, es wäre vielleicht gut, wenn ich nach dir sehe."
„Mhh..."
„Also, wie geht es dir?"
Ich stützte meine Hände neben mir auf der Bettkante ab, ließ meine Beine baumeln und zuckte mit den Schultern. Meine Augen fixierten einen Punkt auf dem Boden, ich schwieg eine Weile und dachte über seine Frage nach.
„Lebt sie noch?" fragte ich schließlich.
„Ich kann dir aktuell nicht viel zu Miyus Zustand sagen, sie sind noch im OP."
Ich nickte unbeholfen. Mein Körper fing unkontrolliert an zu zittern und Tränen bahnten sich ihren Weg an die Oberfläche. Das Zimmer verschwamm vor meinen Augen und ich fing an zu schluchzen. Ich hörte Schritte, die sich von mir entfernten und die Zimmertür öffnete sich. Kurz darauf eilten erneut Schritte durch das Zimmer, zu mir herüber. Jemand setzte sich neben mich und drückte mich mit einem Arm an sich. „Schon gut..." murmelte Schwester Kamiko und streichelte mir sanft den Arm. Ich lehnte meinen Kopf auf ihre Schulter und schluchzte weiter. Ich wollte, dass es aufhörte, aber meine Gefühle überrannten mich und alles was in den letzten Tagen passiert war wollte aus mir heraus. Die Angst, dass die neuen Medikamente wieder nicht halfen, meine Unfähigkeit mich bei Kuroo zu melden und die Ungerechtigkeit, die ich ihm damit antat, das unendliche Gefühl der Einsamkeit, der Schock, den ich erlitten hatte, als ich Miyu in ihrem Bett fand und die Sorge, dass sie nicht überleben würde.

Ich weiß nicht, wie viel Zeit verging, aber Schwester Kamiko blieb bei mir und murmelte mir beruhigende Worte zu. Doch meine Tränen wurden nicht weniger und mein Körper hörte nicht auf zu zittern.
Jemand räusperte sich.
„Gib ihr noch ein paar Minuten," sagte Schwester Kamiko daraufhin.
„Das würde ich gerne, aber das geht jetzt schon über eine Stunde so. Sie braucht etwas Ruhe, so viel Stress tut ihr aktuell nicht gut," entgegnete Dr. Yoshida. Die Krankenschwester schob mich behutsam von ihrer Schulter, stand auf und half mir mich hinzulegen. Mein Arzt trat an das Bett. „Ich werde dir etwas zur Beruhigung geben," sagte Dr. Yoshida, zog eine Spritze auf und verabreichte mir das Medikament über meinen Zugang im Arm. Erst passierte gar nichts, dann alles ganz schnell. Meine Gedanken verschwammen und mein Körper fühlte sich leicht an, während mein Kopf im weichen Kissen versank. Ich dämmerte weg und fiel in einen tiefen Schlaf.

Am nächsten Morgen wurde ich von einer Krankenschwester im Frühdienst geweckt, als sie hereinkam, um meine Werte zu nehmen. Ich drehte meinen Kopf zur Seite, Miyu war immer noch nicht wieder zurück.
Die Schwester nickte zufrieden und lächelte mich an. „Blutdruck und Temperatur sind in Ordnung, viel besser als gestern."
Ich rieb mir über die müden Augen und setzte mich dann auf. Die Krankenschwester packte ihre Sachen wieder zusammen und reichte mir meine Medikamente sowie ein Glas Wasser. Ich nahm beides entgegen, steckte mir die Tabletten in den Mund und spülte sie mit dem Wasser hinunter. „Gut," sagte die Schwester zufrieden. „Ruh dich noch etwas aus, gleich kommt das Frühstück und dein Arzt müsste auch bald da sein."
Ich ließ mich zurück in die Kissen fallen. „Okay..." murmelte ich und sah der Schwester nach. Ich drehte meinen Kopf, wollte aus dem Fenster sehen, doch jemand hatte die Vorhänge am Vorabend wieder zugezogen.

Gegen 9.00 Uhr kam Dr. Yoshida in mein Zimmer, begrüßte mich, sah dann aber missbilligend auf mein Tablett hinab, während er ein paar Utensilien auf das Tischchen legte. „Du hast dein Frühstück kaum angerührt."
„Hab keinen Hunger..." murrte ich und starrte weiter aus dem Fenster, hinaus in den wolkenverhangenen Himmel. Die Krankenschwester, die das Frühstück gebracht hatte, hatte die Vorhänge schließlich aufgezogen.
Mein Arzt seufzte. „Wenn du nicht vernünftig isst, kann ich dich nicht entlassen. Ich muss mich darauf verlassen können, dass du selbst auf dich aufpasst."
Ich drehte den Kopf und sah ihn an. Dann setzte ich mich auf, griff nach einer Scheibe Toast und biss hinein.
„Gut," sagte Dr. Yoshida und ließ sich auf dem Stuhl neben meinem Bett fallen. „Miyu geht es einigermaßen gut."
„Sie lebt?" fragte ich aufgeregt.
Der Arzt nickte. „Ja, eigentlich darf ich dir das nicht erzählen, aber wenn es hilft, dass es dir besser geht, muss ich vielleicht ein paar Regeln brechen." Er seufzte erneut und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „Ein Teil des Tumors drückte auf ihr Nervenzentrum und dadurch wurden gestern Abend die Krämpfe ausgelöst. Aber sie konnten ein gutes Stück vom Tumor entfernen. Miyu liegt jetzt auf der Intensivstation. Ihre Werte sehen so weit gut aus und sie war heute Nacht einmal ganz kurz wach."
Ich lehnte mich erleichtert zurück und ein leichtes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. „Das ist gut, oder?"
Dr. Yoshida nickte. „Ja, das ist es. Aber jetzt konzentrieren wir uns wieder auf dich. Wie geht es dir heute?"
Ich dachte kurz über seine Frage nach. „Ich fühle mich ganz okay, besser jedenfalls, vor allem jetzt wo ich endlich weiß, dass es Miyu besser geht."
„Und körperlich? Schwester Kamiko hat erzählt, dass du gestern über die Station gelaufen bist."
„Ja... ich glaube ich fühle mich körperlich heute noch ein bisschen fitter."
„Das ist gut, dann wollen wir mal hoffen, dass deine Blutwerte das auch so wiedergeben." Ich zog die Nase kraus. „Schon wieder Blutabnehmen?"
Dr. Yoshida legte sich alles Nötige zurecht, während er mir ein mitleidiges Lächeln zuwarf und dann den Stuhl näher ans Bett heranzog. „Ich fürchte, da wirst du dich dran gewöhnen müssen. Aber aktuell hast du noch den Zugang, dann muss ich dich nicht neu Stechen."
Er nahm eins der Röhrchen, forderte mich auf den Arm auszustrecken und steckte es auf den Zugang in meinem Arm. Das Blut floss langsam hinein. Dr. Yoshida wechselte das volle Röhrchen gegen ein Leeres und sah mich dann an. „Hier war gestern ein schwarzhaariger Junge, der dich besuchen wollte. Allerdings hatte ich dir da schon die Medikamente gegeben, also habe ich ihn nach Hause geschickt."
Ich sah den Arzt irritiert an. „Schwarzhaariger Junge?"
Er nickte. „Schwarzes Haar, wirr, hängen ihm ins Gesicht und stehen gleichzeitig vom Kopf ab, braune Augen, dein Freund?"
Ich legte den Kopf schief, von der Beschreibung her kam nur einer in Frage. Aber es konnte nicht sein, dass Kuroo im Krankenhaus gewesen war, oder?
Ich griff mit meiner freien Hand nach meinem Handy und suchte nach einem Foto, während der Arzt erneut die Röhrchen tauschte. Ich streckte Dr. Yoshida mein Handy entgegen. „Der da?" Er benötigte keine ganze Sekunde, bis er zustimmend nickte. „Ja."
Ich ließ den Arm mit dem Handy sinken und ließ die Schultern hängen. Er war also tatsächlich da gewesen.
„Dein Freund?"
„Ich glaube nicht, dass Sie das etwas angeht..." erwiderte ich leise. Dr. Yoshida zog das letzte Röhrchen ab und stellte es zu den anderen auf den Tisch, ehe er sich auf dem Stuhl zurücklehnte. „Normalerweise würde ich dir da zustimmen, aber er sollte wissen, dass ihr beim nächsten Mal..." er zögerte kurz und ich lief, bereits ahnend worauf er hinauswollte, knallrot an. „...lieber etwas langsamer macht."
„Es wird kein nächstes Mal geben, er ist nicht mein Freund. Ich weiß nicht, was er hier zu suchen hatte..." erwiderte ich leise. Meine Wangen glühten, ich starrte intensiv auf meine Füße, um bloß dem Blick von meinem Arzt nicht zu begegnen. „Nun..." Dr. Yoshida erhob sich. „Vermutlich wirst du ihn das später selbst fragen können. Als ich ihn gestern weggeschickt habe, meinte er, er würde heute erneut vorbeikommen." Er sammelte die Röhrchen ein und wandte sich zum Gehen, hielt dann aber noch einmal inne. „Es geht mich wirklich nichts an, aber ich finde, du solltest offen mit ihm reden. Er wirkte sehr besorgt."
Ich hob den Blick, erwiderte aber nichts, sondern sah dem Arzt schweigend zu, wie er das Zimmer verließ.

Ich tigerte nervös durch die Flure der Klinik und warf immer wieder Blicke auf die Uhr. Kuroo hatte erst Schule und dann Training. Er würde es bestimmt gar nicht schaffen erneut vorbeizukommen.
Ich hätte ihm auch einfach schreiben können, aber ich hoffte wohl einfach, er würde es gut sein lassen und damit hätte sich die Sache erledigt. Ich war immer noch zu feige ihm gegenüberzutreten. Nachdem ich gefühlt in jedem frei zugänglichen Teil der Klinik gewesen war, kehrte ich um und machte mich auf den Weg zurück zu meinem Zimmer. Es war noch früh am Nachmittag, das Training durfte gerade erst angefangen haben, somit hatte ich auch eigentlich nichts zu befürchten.
Doch als ich um eine Ecke bog, musste ich leider feststellen, dass ich mich irrte. Kuroo saß auf einem Sessel in einer der Sitzecken, nah bei meinem Zimmer und sah sich um. Als seine Augen mich fanden, sprang er auf. Ich schloss kurz die Augen, atmete einmal tief ein und wieder aus und brachte dann die letzten Meter hinter mich. Ich blieb mit etwas Abstand zwischen uns stehen und zwang mich ihn anzusehen. „Kuroo..." sagte ich leise.

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