࣪ ִֶָ☾. silenced

࣪ ִֶָ☾. erzählerin

,,Frau Jung, bitte beruhigen Sie sich. Wir verstehen Ihre Panik, jedoch bringt uns diese nicht weiter."

,,W-Wie können Sie mir sowas sagen, nachdem Sie mir soeben mitteilten, dass mein Sohn nicht mehr hört?!",entkam es der jungen Mutter empört, als ihr die Tränen in die Augen stiegen, die sie verzweifelt versuchte, zu unterdrücken, um ihren Sohn ihr Leid nicht ansehen zu lassen. Doch eine gebrochene Seele, die zu viel bereits gesehen hatte, bemerkte die kleinsten Veränderungen in seinem Umfeld.

Somit auch Wooyoung, der still neben seiner Mutter saß und leer auf die weiße Decke vor sich schaute, selbst überfordert mit allem war. Hören, was die zwei Ärzte mit seiner Mutter besprachen, konnte er selbst nicht. Der Schock saß bei dem 13-Jährigen selbst noch tief. Von einem Tag auf den anderen nichts mehr hören zu können. So einen wichtigen Sinn verloren zu haben.

,,Der epileptische Anfall hat nicht nur für vernarbtes Gewebe an seinem Gehirn gesorgt, sondern auch dafür, dass er seinen Hörsinn verliert. Der Anfall ging über fünf Minuten lang, was extrem lang und schädlich ist. Wir haben die Medikation von Wooyoung angepasst und besprechen aktuell einen invasiven Eingriff, womit wir die Anzahl an Anfällen bei Wooyoung verringern können.",sprach der Arzt zu der Mutter, bei der die ersten Tränen letztendlich doch noch über ihre Wangen wanderten.

Es war die Verzweiflung und Trauer, wie es nur eine Mutter auf dieser Weise in Ausdruck stellen konnte. Eine Mutter, die es leid war, ihr geliebtes Kind leiden zu sehen.

Denn Wooyoung lebte seit seiner Geburt mit einer Epilepsie. Die Epilepsie war eine Erkrankung des Gehirns, die für sogenannte ,,epileptische Anfälle" sorgte. Diese zeigten sich dadurch, dass der Mensch anfing, unkontrolliert zu krampfen und zu zucken. Je nachdem wie stark der Anfall war, waren entweder nur eine Region des Körpers oder der ganze Körper davon betroffen.

Ohnmachtsanfälle, Nasenbluten, blasse Haut sowie Anfälle waren somit der Alltag von Wooyoung. Ein eingeschränktes Leben, welches der kleine Junge führte. Doch er kannte es nicht anders, weshalb er auch jetzt still auf dem Krankenbett saß, nach dem dramatischsten Anfall, den er bisher in seinen 13 Lebensjahren jemals hatte.

,,I-Ich brauche einen Moment. Ich habe gerade ganz andere Gedanken.",entkam es der Mutter erschöpft, als sie mit ihren tränenden Augen auf ihren Sohn schaute, der immernoch verloren in dem Schock nichts mehr zu hören, auf seine Bettdecke blickte. Diese Stille war ungewohnt, sie machte sich breit wie ein unendlicher Schatten und machten dem kleinen Jungen unfassbare Angst.

Wie sollte ich jetzt meiner Lieblingsmusik lauschen können? Meine Lieblingsserien schauen? Mit meiner Familie und meinen Freunden sprechen? Wie gehe ich jetzt zur Schule? Wie kommuniziere ich jetzt mit den Menschen um mich herum? Ich werde meiner Stimme nie wieder lauschen können, die meiner Mutter und meines Vaters nie mehr lauschen können.

Es war der Moment, wo sich nun auch bei Wooyoung die Tränen in den Augen sammelten und er anfing, leise zu schluchzen. Das erste Mal zu weinen und dieses nicht hören zu können, er dadurch das Gefühl hatte, die Emotionen und die Tränen umso intensiver spüren zu können. Im nächsten Augenblick spürte er die Arme seiner Mutter um sich liegen, die ihn ganz dicht an sich ranzog und versuchte, ihren Sohn zu beruhigen.

,,Wir kriegen das hin, W-Wooyo, okay?",sprach sie leise auf ihn ein, während sie ihm durch das glatte, schwarze Haar strich und sie ebenso anfing zu schluchzen, als sie realisierte, dass er sie ja gar nicht mehr hören konnte. Ein Tag, der das Leben des Jungen nicht nur drastisch änderte, sondern auch den Charakter des eigentlich so lebensfrohen Jungen umformte.

Denn die nächsten Jahren waren nicht nur eine Hürde, sondern eine Herausforderung, die ihn nicht nur körperlich sondern auch psychisch an seine Grenzen bringen würden.

Aus dem so lauten, lachenden, lebensfrohen Jungen wurde über die Jahre hin ein stiller, zurückgezogener und verschlossener Mensch, der seine verbale Sprache gar nicht mehr nutzte. Trost im Ausdruck der nonverbalen Sprache fand, indem er anfing zu malen, zu schreiben und nur sprach, wenn er seine Hörbücher aufnahm.

Denn egal, wie oft er ein neues Licht, eine neue Freude in seinem Leben fand; die wöchentlichen, monatlichen Besuche bei seinem Neurologen erinnerten ihn konstant an seinem Schicksal, brachten ihn zurück in seine bittere Realität als chronisch erkrankten Menschen.

Was alles auf ihn zukommen würde, zu was er sich entwickeln würde, wusste der damals 13-jährige Junge noch nicht, als er weinend in den Armen seiner Mutter saß. Doch was er ebenso nicht wusste, war, dass es da etwas gab, was ihm das langersehnte Licht, die Hoffnung wieder in die Realität bringen würde.

Jemand.
Ein gewisser Jemand, der ihm zeigen würde, was es bedeutete, zu hoffen und zu leben.

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࣪ ִֶָ☾. Dieses Kapitel widme ich allen Betroffenen mit (chronischen) Krankheiten. Ich sehe euch. ♡

࣪ ִֶָ☾. Deine Eleja

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