Twenty-Three | Blanke Wut | XXIII
PoV. Cyan:
Was denkt die sich? Was packt die uns dauernd an?
Lass sie, sie ist Ärztin!
Ts, früher hätte ich das nicht auf mir sitzen lassen, aber seit du da bist...
Was soll das heißen? Seit ich da bin?
"Kannst du das spüren?", fragt die Ärztin mich auf einmal und drückt auf meinem Arm herum. Ich nicke leicht. Die Ärzte reden dauernd davon, ich wäre ein Wunder der Medizin, und sowas wie mich hätte es noch nie gegeben. Alle meine Werte seien allgemein im Normbereich, bis auf etwas mentales Zeug.
Ob sie von mir wissen?
Wohl kaum. Ansonsten kriege ich bestimmt direkt ein Ticket in die nächste Psychiatrie. "Gut, das ist sehr gut", murmelt die Frau und notiert etwas auf ihrem Klemmbrett. "Kannst du dich vielleicht auch daran erinnern, was vor deinem Koma war?", fragt sie und sieht lächelnd von ihrem Klemmbrett auf. Langsam schüttle ich meinen Kopf. Gleichzeitig überlege ich, ob ich ihr das hätte sagen sollen. Doch es würde mich verdammt interessieren, was vorher war.
Ich weiß auch nicht, ob dir das gefallen würde...
Du weißt es? Sag es mir!
Du kannst dich echt an nichts erinnern? Haha.
Würde ich sonst fragen?
"Nun gut, bestimmt kommen die Erinnerungen an dein Leben vorher wieder. Weißt du noch deinen Namen?", redet die Ärztin weiter, doch erneut verneine ich durch ein Kopfschütteln. "Dein Name ist Cyan Rae Grove, du bist sechzehn Jahre alt und ein Omega", erklärt sie mir, was irgendwie so wirkt als rede sie mit einem kognitiv Eingeschränkten. Die Ärztin lächelt noch mal, ehe sie mein Zimmer verlässt. Das Geräusch der sich schließenden Tür verklingt langsam, und jetzt bleibt nur noch das Geräusch meines Herzschlags, welcher als Piepen aus dem Lautsprecher des Monitors hinter mir dringt.
Scheiße, was?
Was ist passiert? Wer bist du und wer bin ich?
Dass du mich als komplett normal ansiehst heißt ja wirklich, dass du keine Ahnung hast wer ich bin.
Sag schon! Was ist damals passiert? Warum sind wir hier? Und warum steck' ich hier mit dir fest? Wer sind all diese Leute und wieso hassen sie uns?
Nicht jetzt. Erst musst du dich erholen. Dann haben wir Zeit für alte Geschichten und...
Und was?
Naja... ich würde dann gerne mit Scotts Neuem...
Ja?
Was ich halt am besten kann. Reden... sprich: Chaos stiften...
...
PoV. Scott
Bestimmt schon eine halbe Stunde prasselt das Wasser der unzähligen Duschen auf meinen Körper. Auf diesen Körper, der immer perfekt sein muss. Den meine Manager gerne nur stückweit auf meinen Posts preisgeben, um die Guidelines nicht zu verletzen aber trotzdem Nasenbluten bei meinen Fans zu verursachen. Während ich dusche starre ich die polierte Marmorwand an. Ich fühle etwas. Es ist die altbekannte, unfassbar starke Wut. Wut auf alle. Auf Eva, meinen Vater und Leo, auf Cyan und auf Jason, auf Rick und Pia...
...auf alle!
Aber am meisten auf mich selber. Was ist nur aus mir geworden, verdammt? Wieso ist mein Leben so ein unfassbar ekelhafter Trümmerhaufen? Und wieso fühle ich schon wieder nur diese Wut? Diese brodelnde, giftige Masse. Langsam stelle ich das Wasser ab und trete aus der Duschkabine heraus. Seufzend betrachte ich mich im Spiegel. Manchmal träume ich davon, ganz normal zu sein. Nie von meiner Mutter verlassen worden zu sein und niemals durch eine allmächtige, millionenäugige Community gelenkt und beeinflusst worden zu sein.
Ich schließe die Augen und atme tief durch, bevor ich den Spiegel einschlage. Ich schlinge mir ein Handtuch um die Hüfte und verlasse das Badezimmer. Das Apartment ist sonnendurchflutet und hell, was normalerweise jedem anderen ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hätte. Ich gehe zur Glasfront und sehe in die Ferne. Doch anstatt die sprudelnde Menge unter mir zu sehen, sehe ich nur mein unendliches Selbstmitleid. Und da sind wieder die dunklen Stimmen. Die Gedanken, die mir Dinge zuflüstern. Die Dämonen, die damals schon auftauchten.
Dein Vater wollte dich nicht mal sehen. Er wollte nur ihn sehen, diesen kleinen, nervigen Arsch, dem du dich geöffnet hat. Dem du dich geöffnet hast, und der dich dann eiskalt abblitzen ließ. Er ließ dich abermals spüren, wie sehr er dich hasst. Und erneut lernst du, dass du niemandem vertrauen solltest, da sie dich am Ende eh alle verlassen. Die heilige Trilogie ist komplett:
Mum, Cyan, Leo.
Gratulation.
Ich schreie auf. "Halt dein Maul!", schreie ich meine blasse Spiegelung an. Ich fahre herum und halte mir die Hände vor's Gesicht. Wieso habe ich wieder so einen Rückfall, es lief so gut verdammt! Alles wegen Dad! Alles wegen Eva! Es gibt nur eine Person, die mich bis jetzt nie verlassen hat. Und diese ist nicht mal Jason, denn dieser hat mich auch schon mal verlassen. Für ihn bin ich ein Subjekt, ein mentaler Krankheitsfall, ohne emotionale Bindung. Die einzige Person, die mich immer verstanden hat ist sie.
Zittrig greife ich nach meinem Handy und entsperre es. Suchend schwebt mein Finger über dem Display und bleibt schließlich auf dem Chat namens 'Julie' hängen. Ich lächle tatsächlich leicht, während ich die Nachricht schreibe. Danach öffne ich instinktiv mein Statistik-Dashboard und überfliege meine Nachrichts-Anfragen. Und dann weiten sich meine Augen. Inmitten der unwichtigen Anfragen von tausenden Usern sticht mir eine ins Auge. Eine ganz bestimmte, eine mit dem Profilbild einer türkis-äugigen Person.
"Ich will dich wiedersehen :("
Mein Herz beginnt zu pochen.
"Es gibt einiges zu klären, bitte"
Ich schalte mein Handy wieder aus. Das kann und darf nicht sein, dieses Arschloch! Dieser kleine Hurensohn! Dieser... dieser...
Du willst ihn sehen, richtig?
Ich fahre von dem Sofa hoch, auf das ich mich niedergelassen habe. "Nein, Fresse jetzt! Ich... ich liebe Leo! Ich... ich liebe... ". Meine Stimme wird immer leiser, bis sie schließlich erstirbt. Ich weiß, dass ich mich dabei belüge. Das mit Leo ist gestorben an dem Tag im Krankenhaus, und auch wenn er mich im Moment des Kreuzfeuers gerettet hat... Das ist vorbei. Und irgendwie fühlt sich der Gedanke gut an, wenn Leo eifersüchtig wird wenn ich mich mit Cyan treff-
Stop! Es reicht! Es-
Mein Handy vibriert. Ich schrecke auf und denke sofort an Cyan. Da fällt mir ein, dass ich davon ja keine Benachrichtigung kriegen würde. Ich atme aus und sehe Julies Profilbild. Ich lese ihren Text durch und lächle leicht. Dann nicke ich und schalte mein Handy aus. Ich sehe einige Sekunden meine Füße an, ehe ich mein Handy wieder einschalte und Cyan antworte. Dann springe ich auf und ziehe mir meine Schuhe ab, schreibe eine Nachricht an meine Bodyguards und stürme aus der Tür auf dem Weg zu meiner Schwester.
...
PoV. Leo
"Alles über Mrs. Perkins"
Meine Gedanken kreisen nonstop über Mr. Harveys Worte eben. Sein Gehabe, sein Blick. Sein Gesichtsausdruck, als ich Perkins erwähnt habe. Aber abgesehen davon war das alles vollkommen überfordernd. Und Scott tut mir leid. Seine Familiensituation ist überhaupt nicht mit meiner zu vergleichen. Kein Wunder, dass er sich bei mir zuhause so wohl gefühlt hat. "Hey, Kleiner. Du bist dran", reißt mich Rick aus meinen Gedanken und deutet auf das Spielbrett. Ich schrecke auf und sehe die Anderen an. Jason wirft Rick einen genervten Blick zu, wahrscheinlich für die Anrede an mich, während Pia genüsslich ihre Karten sortiert.
Gedankenverloren spiele ich eine Karte aus und ziehe dann eine Neue. Meine Hoffnung bei diesem Spiel mitzumachen war es eigentlich, dass Scott ebenfalls mitspielen würde. Doch wir haben ihn nicht erreicht. Ricks Analyse, dass er wahrscheinlich wichsen würde wurde schnell von Pias Idee vom simplen Schlafen abgelöst. Doch ich glaube eher, dass er Zeit für sich braucht, was zugegebenermaßen die Ideen der Beiden nicht ausschließt. Ungewollt schießt auf einmal das Bild von Scott, nackt und erregt in meinen Kopf. Meine Augen werden groß und geschockt starre ich meine Karten an. Ich schlucke und setze mich anders hin, damit meine eigene Erregung unbemerkt bleibt.
"Sicher, dass du das legen willst?", höre ich Pia. Sie sieht mich über den Rand ihrer Karten an wie eine Oma, die grade strickt und ihrem Enkel eine was-willst-du-nach-der-Schule-machen-Frage gestellt hat. Ich nicke nur zweimal ohne aufzusehen. Meine Wangen sind mit Sicherheit knallrot. Das verdammte Bild will einfach nicht aus meinem Kopf verschwinden, verdammt! "Mhm, na gut. Meine Chance!", ruft Pia aus und legt ihre Karten ab. "Verdammte Scheiße!", flucht Rick und wirft seine Karten weg. "Hey, sieh mal wer da ist", murmelt Jason, und sofort nehme ich den Duft wahr.
Ich fahre herum und suche den riesigen Gemeinschaftsraum ab. Wo ist er? Wo ist Scott? Mein Blick schnellt durch die Leute, bis er an pechschwarzem Haar hängen bleibt. Mein dummes Herz beginnt, höher zu schlagen. Doch der junge Mann würdigt uns keinen seiner Smaragdblicke, sondern hastet nur durch den Raum, verfolgt von zwei breit gebauten Alpha-Frauen in Anzug und mit Sonnenbrillen. "Wo will der denn hin?", grummelt Rick genervt. "Und wieso nimmt der Arsch uns nicht mit?", setzt Pia hinzu.
Ich habe keine Konzentration mehr. Ich schlucke erneut und erhebe mich dann. "Ich glaube, ich lege mich mal was an", stammle ich hektisch und verschwinde dann so schnell ich kann aus dem Saal. "Der wird sowas von sich nicht hinlegen", höre ich noch Rick sarkastisch lachen, ehe ich in die Lobby des Turms stolpere und Scott sehe, wie er den Aufzug zur Tiefgarage ansteuert. Verdammt. Und jetzt? Hektisch sehe ich umher, während meine Gedanken durch die Gegend schießen. Mein Blick wandert durch die Glasfront auf die Taxistation direkt vor dem Platinturm. Ich überlege kurz, dann fasse ich einen Entschluss, und in meinem Kopf höre ich mich schon sagen: "Einfach dieser Limousine hinterher, bitte".
...
Ich spähe um die Ecke. Wir befinden uns irgendwo in dem Stadtviertel, wo meine Eltern untergebracht sind. Hinter mir steht irgendwo noch das Taxi, was mich hergefahren hat. Vor mir befindet sich eine leicht belebte Einkaufsstraße. Hier und da erkenne ich breit gebaute Alphas in Anzügen, welche vollkommen auffällig versuchen normalen Tätigkeiten nachzugehen, während sie immer wieder zu dem einen Café auf halber Höhe der Straße spinksen. Genau dieses Café beobachte ich ebenfalls. Denn durch die Glasfront sieht man Scott. Scott mit einer weiteren Person. Nämlich eine Frau, soweit ich es erkennen kann.
Wieso mache ich das hier? Ich schlucke als ich mich in das Getümmel mische um näher heran zu kommen. Ich kann einfach nicht genug von diesem scheiß Typen bekommen. Es ist ein ständiges Hin und Her. Und ich weiß leider auch wer daran Schuld trägt. Hätte ich ihn damals im Krankenhaus einfach nicht abgelehnt. Etwas niedergeschlagen sehe ich eine Straßenlaterne an, die neben dem Café steht. Langsam gleitet mein Blick zurück zu der Glasscheibe. Scott sitzt dort, elegant und doch aufgewühlt, was ihn irgendwie total hot aussehen lässt. Ich wünschte nur ich könnte hören, was die beiden da drinnen bereden.
PoV. Scott
Julie, meine Schwester. Ihre Muskeln spannen ihre enge Jacke, welche sie so gerne trägt. Ihr Gesicht ähnelt meinem total, auch wenn es von kindlichen Sommersprossen gezeichnet ist. Ihre braunen Augen hat sie von Mutter, die schwarzen Haare von Dad. Ihren unfassbaren Körperbau allerdings hat sie sich selber antrainiert. In einem Zweikampf wäre sie mein eindeutiges Schach-Matt. Und doch liebe ich sie über alles. Sie ist die einzige, die mich kennt, wie ich bin. Ja die einzige, die mein wahres Ich kennt.
"Ach kleiner Bro, das wird schon wieder", trällert sie, als der süße Omega-Kellner uns zittrig unsere Getränke gebracht hat. Ich nehme einen Schluck. "Ich hasse Dad so sehr, Julie", murre ich nur und stelle die Tasse wieder ab. "Wieso können wir nicht einfach normal sein?", füge ich hinzu und sehe sie an, doch sie lehnt sich nur zurück. "Dad hat es auch nicht leicht, glaub' mir. Mums Verschwinden hat ihn ebenfalls hart getroffen", erklärt sie dann ruhig und doch irgendwie locker. Ich starre meine Tasse an. "Und dann auch noch Cyan... und natürlich Leo, oh mein Gott!", werde ich auf einmal lauter und haue mit der Hand auf den Tisch.
"Diese kleine Ratte! Ich hatte dir ja von ihm erzählt! Er glaubt doch echt er wäre es!". Wütend verschränke ich die Arme und lehne mich zurück. Diese blanke Wut muss verschwinden! Die Leere wieder leer sein! Und doch verlangt irgendwas in mir nach diesem Jungen. Etwas verlangt so schmerzhaft, dass ich es betäuben muss. Etwas, was nie nach Cyan verlangt hat. "Scotty, alles okay? Du weinst ja...", höre ich Julie und spüre, wie sie mir über die Wange streicht. Überrascht sehe ich auf und nehme erst jetzt die Tränen wahr, die über meine Wange strömen.
Hastig wische ich sie mir weg. "So'n Allergie Dings", murmle ich langsam und nehme mir eine Serviette vom Tisch um meine Tränen zu beseitigen. Julie jedoch lehnt sich nur skeptisch zurück. "Ich glaube, Bro, du stehst auf diesen Typen. Und vielleicht solltest du nicht aufgeben. Er klingt wie jemand, der drauf steht wenn man so klischeehaft um ihn kämpft, verstehst du?", setzt sie an und nimmt ebenfalls einen Schluck aus ihrer Tasse. Missmutig knalle ich die Serviette auf den Tisch. "Er hat mir klar gesagt, was er von mir hält! Und ich habe keinen Bock auf die Scheiße! Leo kann sich ein für alle mal-"
"Hey, uhm... störe ich?"
Ich stocke und sehe auf. Sofort verpufft die blanke Wut zu Nervosität. "Ich...", stammle ich und schüttle leicht den Kopf. "Ich geh' dann mal, viel Spaß euch zwei", murmelt Julie und kramt etwas Geld heraus, während sie den Omega leicht anlächelt und dann abzischt, wie es ihre Art ist. "Setz' dich, Cyan", grummle ich tonlos. Etwas zögerlich tut dieser das auch, dann schweigen wir. Es ist wie ein Traum, ein Albtraum. Und doch ist er wahr geworden. Und doch kann ich nichts von all dem sagen, was ich ihm an den Kopf werfen wollte. Da ist nur Leere.
Und Angst.
"Also, Scott. Hör zu... ich..."
Und da ist es.
"Halt deine Fresse!", zische ich ihn an, woraufhin er sofort verstummt. Seine Augen sind schön wie eh und je, und doch lasse ich mich dieses mal nicht in ihren Bann ziehen. Aber irgendwas ist auch anders an ihm. "Halt deine dumme, schlampige Fresse! Ich hasse dich so krass, Cyan Groove! Du bist der letzte Abschaum dieser Welt, und wäre ich nicht so depressed grade würde ich dir hier und jetzt eine auf die Fresse geben!", beginne ich ihm entgegen zu spucken und beobachte sein immer ängstlicher werdendes Gesicht.
Und endlich, da ist es. Das Gefühl von Minderung eines grausamen Schmerzes, der schon längst taub geworden ist. "Ich hasse dich über alles! Ich glaube, ich wollte mich nur mit dir treffen um dir noch mal von Angesicht zu Angesicht zu sagen wie unfassbar scheiße du bist!", schreie ich ihn jetzt an und springe auf. Ich sehe ihn schlucken, doch schüttle ich nur den Kopf. Ich beuge mich zu ihm runter und sehe ihn wutverzerrt an. Mein Puls pocht in meinem Hinterkopf, das Adrenalin schießt durch meine Adern, und immer wieder zucken die Bilder von damals über meine Augen.
"Scott, bitte... ich-", setzt er erneut an und steht ebenfalls auf. Und da explodiert etwas in mir, was nach Erlösung schreit.
Auf einmal wird alles rot, blutrot. Ich spüre wie ich aushole, dann wie meine Faust sein Gesicht trifft. Cyan stöhnt auf, ehe er durch die Wucht gegen die Scheibe geschleudert wird. Ich höre nicht, wie die Café Gäste sich umdrehen und zum Teil aufschreien. Ich merke nicht, wie mich Leo von draußen geschockt anstarrt. Und ich sehe nicht, wie die Kellner auf uns zukommen. Ich höre nur Cyans Wimmern und mein eigenes schnelles und schweres Atmen.
Ich bin so unfassbar sauer. Ich kann es nicht bändigen. Diese unfassbare Aggression, und alles ist auf diesen kleinen Wixxer zurückzuführen. "Sie dich an, du Opfer", spucke ich ihm entgegen. "Bitte...", wimmert Cyan und hält sich seine Stirn.
"Ich habe gesagt, du sollst DIE SCHNAUZE HALTEN!", brülle ich ihn erneut an und hole mit meinem Fuß aus, da werde ich aber vorher gepackt und von Cyan weggezogen. "Beruhig dich, Großer!", höre ich eine seltsam vertraute Stimme, die ich nicht zuordnen kann. Doch die Arme lassen mich sofort wieder los und ich fahre herum.
"Was zum...", rufe ich perplex aus, als ich in Kenneths Gesicht blicke. "Was machst du hier, auch Bock auf eine aufs Maul?", knurre ich, doch er macht nur eine beruhigende Geste als wäre ich ein wild gewordenes Tier. Zähneknirschend sehe ich mich um und blicke in die etwas ängstlichen und verunsicherten Gesichter der Café Gäste. Okay, ich sollte mich beruhigen. "Ich arbeite hier, man. Irgendwas muss ich doch hier machen, und das ist das einzige Café in der Nähe der Unterkunft", erklärt Kenneth. "Ach und übrigens, ich habe dich mit gerettet bei diesem Kreuzfeuer bei uns Zuhause", fügt er hinzu.
"Danke, willst du noch eine Medaille?", murre ich noch und sehe zu Cyan, welcher jetzt an der Wand sitzt und grade von dem Omega-Kellner einen Beutel Eis gegen die Stirn gedrückt bekommt. Kenneth ignoriert meine Bemerkung und folgt meinem Blick. "Was hat er dir denn getan? Leo gemobbt?", fragt Kenneth mit einem bitteren Ton in der Stimme nach. "Geht dich 'nen scheiß Dreck an", wispere ich betont ruhig und sehe zurück zu ihm. "Hey man, ich bin auf deiner Seite, wirklich. Außerdem gehe ich bald zur NERO-Akademie. Dann bin ich quasi dein Untergebener", fügt er hinzu und lächelt unbeholfen.
"Okay? Cool denke ich?", füge ich genervt hinzu. Auf einmal sieht sich Kenneth um, dann zurück zu mir. "Ich wollte dir noch etwas sagen. Bei der Anmeldung dafür war auch... ", er sieht sich erneut um, "da war auch diese Ty dabei. Hat die nicht den Tribe auf uns scharf gemacht?".
Ich erstarre. Mit einem Mal sind Leo, Cyan und mein Vater vergessen. "Was sagst du da? Ty bei der Akademie? Wieso sollte sie dahin-", frage ich verwirrt doch stocke mittendrin. "Oh scheiße, sie will wieder mal spionieren, habe ich recht?", schlussfolgere ich und spüre erneut Adrenalin in den Adern. Ich drehe mich um zu Cyan und versetze ihm dann doch noch einen Tritt in die Seite, ehe ich aus dem Café hinausstürme und meine Jacke hektisch zumache, während ich mein Handy rauskrame um die Nachricht weiterzugeben.
Leo bemerke ich dabei gar nicht, welcher zwischen mir und dem Café hin und her schaut.
(2931 Words)
...
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