Zweisamkeit

Nialls Pov

  "Wo gehen wir hin?", fragte ich zum wiederholten Male, während ich mich an Liams Hände klammerte.

  "Lass dich überraschen.", erhielt ich als Antwort. Ich seufzte und ließ mich weiter von dem Älteren führen. Die Augen hatte er mir mit einem Tuch verbunden, weswegen ich weder wusste, wo genau wir waren, noch wo es hin gehen sollte. Doch da ich Liam vertraute, ließ ich es zu. 

Ich öffnete den Mund um erneut etwas zu sagen, doch kam Liam mir zuvor. 

  "Wir sind gleich da, Niall, aber bis dahin werde ich dir nichts verraten." Schmollend schloss ich den Mund wieder. 

Wir gingen noch ein Stückchen weiter, ehe Liam stehen blieb. Ich stoppte ebenfalls. 

  "Darf ich die Augenbinde abnehmen?", erkundigte ich mich direkt. Liam lachte leise. 

  "Ja, darfst du." Schnellstmöglich nahm ich die Augenbinde ab und sah mir meinen aktuellen Standort an. Wir standen vor dem Regent's Kanal. Am Ufer befand sich ein Hausboot. 

  "Was machen wir hier?", wollte ich wissen und drehte mich zu Liam. 

  "Das Hausboot dort gehört einem Freund meines Vaters. Er hat es uns für diese Nacht ausgeliehen."

  "Wir verbringen die Nacht auf dem Hausboot?",  versicherte ich mich mit großen Augen.

  "Ja.", bestätigte Liam. Strahlend warf ich mich in seine Arme, die er sofort um mich schlang. "Deine Mom weiß Bescheid und hat auch eine kleine Tasche für die Nacht gepackt." Er küsste meine Stirn. "Lass uns aufs Boot." Zustimmend nickte ich und löste mich von ihm, jedoch ohne seine Hand los zulassen. Gemeinsam betraten wir das Hausboot, welches modern eingerichtet war. Bereits nach einer kleinen Besichtigung fühlte ich mich wohl dort. Liam hatte mir lächelnd zugesehen und geduldig gewartet. Ebenfalls lächelnd sah ich nun zu ihm. 

  "Es ist wunderschön hier." Ich ging zu ihm und hauchte einen Kuss auf seine Lippen. Am liebsten hätte ich ihn direkt wieder geküsst, doch hatte Liam vorerst andere Pläne. 

  "Louis hat uns Essen besorgt. Wie wäre es, wenn wir erst einmal essen und es uns anschließend gemütlich machen?"

  "Klingt sehr gut.", stimmte ich lächelnd zu. Liam führte mich zu einem kleinen Esstisch, an dem ich Platz nahm. Aus dem Backofen holte er mit Topflappen eine befüllte Auflaufform und stellte diese auf den bereits gedeckten Tisch. 

Die nächsten Minuten verbrachten wir mit essen. Dabei unterhielten wir uns über völlig belanglose Dinge. 

Im Anschluss machten wir es uns gemeinsam auf der Couch bequem, welche im Wohnbereich stand. Sie konnte zum Bett umgebaut werden und würde somit auch unser Schlafquartier sein. Ich kuschelte mich mit einem breiten Lächeln auf den Lippen enger an Liam, welcher die Arme fest um mich geschlungen hatte. Ein zufriedenes Seufzen verließ meine Kehle. In diesem Moment schien tatsächlich alles perfekt zu sein. 

Liam drückte mir einen Kuss auf die Stirn, ehe er begann mir durch die Haare zu streichen. Wir schwiegen beide. Doch dieser Moment brauchte auch gar keine Worte. Wir genossen einfach die Ruhe und die Zweisamkeit. Zumindest tat ich das und hoffte, dass es Liam nicht anders erging. 

Es wurde ein wunderschöner Abend an dem wir immer wieder kleine Zärtlichkeiten austauschten. Für keine einzige Sekunde hatte ich Liams Arme verlassen und hatte es auch für die restliche Zeit nicht vor. Der Moment war einfach zu perfekt um ihn zu zerstören. 

  "Ni?", unterbrach Liam gegen Mitternacht die Stille. Fragend sah ich zu ihn hoch. Ein kleiner Kuss wurde auf meinen Lippen platziert. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so abhängig von einer Person werden kann, aber so ist es nun mal. Wenn du nicht da bist, fehlt immer etwas. Die Tage und Erlebnisse können noch so schön sein, aber erst du machst sie perfekt. Vielleicht ist es noch etwas zu früh für diese Worte, vielleicht sind sie aber auch schon längst überfällig, ich will jedenfalls, dass du es weißt. Niall Horan, ich liebe dich." Mit offenen Mund starrte ich Liam an und brauchte einige Sekunden um die gehörten Worte zu verarbeiten. Doch kaum wurde mir bewusst, dass mein Gegenüber mir gerade tatsächliche seine Liebe gestanden hatte, warf ich mich in seine Arme und presste meine Lippen auf seine. 

  "Ich liebe dich auch, Liam.", murmelte ich in den Kuss hinein, der schon längst erwidert wurde. Leider viel zu schnell löste Liam sich wieder von mir. Er nahm sanft mein Gesicht zwischen seine Hände und sah mir in die Augen. Schweigend sahen wir uns einfach nur an. Beide übers ganze Gesicht strahlend. Schlussendlich war Liam derjenige, der das Wort wieder ergriff. 

  "Möchtest du mein fester Freund sein, Ni?" Ich biss mir auf die Unterlippe um vor Freude nicht aufzuschreien und konnte nichts anderes tun, als wild zu nicken. Scheinbar reichte Liam dies aus, denn er verband unsere Lippen erneut zu einem zärtlichen Kuss. 

Nun war es also offiziell. 

Liam James Payne, einer der Badboys der Schule, war mein fester Freund. 

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