15. Nähe

Nach mehreren Wochen voller Entspannung und weniger Stress ging es mal wieder in die Arbeit. Seit Wochen war Adam ununterbrochen in der Firma und Eduard hatte mich vorläufig beurlaubt, weil ich Adam sonst den Hals durchtrennt hätte. Jetzt ging's wieder zurück, weil Eduard und Rosíe fanden, dass ich mich meiner Wut und Adam stellen sollte. 

Auf Elijah und Elliott würde heute Rosíe aufpassen. Sie kümmerte sich echt gut um die Jungs. Außerdem wusste sie, was sie gegen Elijahs Aggressionen tun musste und sie tat es gut. Ich hatte mich zwar gut erholt, aber ich wusste nicht, wie ich auf Adam reagieren würde. 

Um neun Uhr packte ich die letzten Sachen, die ich für die Arbeit heute brauchte. Außerhalb meines Zimmers hörte ich Rosíe und die Jungs. Sie waren durch sie viel glücklicher geworden und selbst Elliott konnte mal hemmungslos lachen. Ich verließ mein Zimmer und trat ins Wohnzimmer. Seit Rosíe hier bei uns war hatte sich viel verändert. Diese Frau liebte es dir irgendwelche Dinge zu besorgen, die du in deinem Leben nie gebraucht hättest.

"Ich geh dann mal los.", verkündete ich und machte auf mich aufmerksam. 

Meine Jungs krabbelten hastig zu mir, sodass ich beiden einen Kuss geben konnte. Nur nicht sentimental werden, redete ich mir ein und unterdrückte die Tränen. Rosíe drückte mich herzlich. "Du schaffst das, meine Süße.", flüsterte sie. Sie tat so viel für mich und ich war ihr mehr als nur dankbar dafür. 

Pünktlich verließ ich die Gegend, in der ich lebte und trat meinen Weg zu Fuß an. Ja, ich ging zu Fuß zur Arbeit, ich hatte von damals gelernt. Meine Gedanken flogen prompt zu Adam. Es war einfach schwierig die Situation mit ihm. Am meisten Angst hatte ich jedoch, wenn es zu dem Moment kommen würde, an dem er seine Söhne zuerst sieht. Entweder konnte er überglücklich sein oder er würde komplett ausrasten. Mir gefiel die erste Option besser, obwohl ich ihn nach wie vor nicht leiden konnte. Alles nur für meine Jungs.

Ein Hupen riss mich zurück. Ich warf ein Blick zur Seite und sah direkt in die Augen von Adam. Warum passierte sowas nur mir? "Willst du mitfahren? Ich weiß nicht, was du dir dabei denkst, aber zu Fuß würde es echt lange dauern."

"Ich verzichte.", sagte ich und ging ihn ignorierend weiter. 

Trotzdem fuhr er mir hinterher. Wieso musste er auch so hartnäckig sein. Ich merkte, wie ich wütend wurde. Wenn ich ihn ansah kamen mir Bilder in den Kopf, wie er nüchtern sich an mir vergreift und ich ihm auch noch freiwillig helfe. Es machte mich fertig, das selbst mein Unterbewusstsein sich auf ihn eingelassen hatte. 

"Warum nicht? Liegt es an dem Vorfall von letztens? Soll ich mich entschuldigen, damit du einsteigst?", fragte er.

Ich blieb stehen. "Willst du mich verarschen? Denkst du, ich wäre so leicht gestrickt? Ich kann dich einfach nicht leiden und das ist der Grund, warum ich nicht einsteige.", fauchte ich.

"Du kennst mich doch gar nicht wirklich. Wie wär's du würdest es einfach versuchen mich kennenzulernen."

Ich lachte. "Dich kennenlernen, damit du mich wieder vö-...", ich brach noch rechtzeitig ab, bevor ich welchen Schaden anrichten könnte, der für mich sowie für ihn schlecht ausgehen würde. 

"Was mich wieder?", fragte er forsch.

"Nichts."

Danach lief ich buchstäblich weg. Irgendwann blieb ich stehen und verschnaufte kurz. Seit der Schwangerschaft war ich nicht mehr wirklich aktiv. Mir ging schnell die Puste aus. Ich sollte endlich wieder laufen gehen. Dann nahm ich meinen Weg wieder auf. Wenige Minuten später merkte ich wie mir etwas hinterher fuhr. Es konnte niemand anders als Adam sein.

"Was ist dein verdammtes Problem?", fauchte ich, während ich mich zu ihm drehte.

Er hatte seine Sonnenbrille auf, sodass ich seine Augen nicht sehen konnte. Aber ich sah das Lächeln auf seinen Lippen. "Steig doch einfach ein.", sagte er bloß.

Warum beharrte er so hartnäckig darauf? Viele Männer hätten es sein gelassen, weil ihnen so eine Art von Frau zu anstrengend war, aber natürlich nicht Adam. Der sah es als Herausforderung. Warum geriet ich immer nur an solche Männer? Wo blieben die normalen und charmanten?

"Nenn mir einen plausiblen Grund warum ich es tun sollte."

Die Fahrertür öffnete sich und Adam trat raus. Er nahm die Sonnenbrille ab und blickte mich mit funkelnden Augen an. "Du solltest jetzt in dieses Auto einsteigen, weil ich dich kennenlernen möchte und wir beide lernen müssen miteinander klarzukommen, da ich ab jetzt sehr oft in der Firma sein werde.", sagte er und strich eine Haarsträhne aus meinem Gesicht.

Kurz sah ich ihn sprachlos an. Ich hätte etwas machohaftes erwartet, aber nicht so etwas, sagen wir, vernünftiges. Ich erwachte aus meiner Starre und schlug seine Hand aus meinem Gesicht. "Gut, hast gewonnen. Vorerst.", sagte ich und ging zur Beifahrertür.

Adam grinste mich über das Autodach hinweg an. Ich verdrehte die Augen und zeigte ihm den Mittelfinger. Nennt mich ruhig kindisch, aber sein Grinsen ging mir auf die Nerven. Im Inneren schlug mir ein fruchtiger Duft entgegen. Ich wedelte vor meiner Nase herum. Diese Autodüfte bereiteten mir immer Kopfschmerzen.

Adam warf mir einen komischen Blick zu. "Alles okay?" 

Ich nickte. Dann wurde es kurz still im Auto. Ich nutzte die Zeit und musterte Adam. Widerwillig musste ich zugeben, dass er heute echt heiß aussah. Seine Klamotten beschränkten sich nur auf eine Anzugshose und ein weißes Hemd, welches an den Ärmeln hochgekrempelt war. Sein Jacket lag wahrscheinlich auf dem Rücksitz. Außerdem hatte er sich heute nicht wirklich um seine Haare gekümmert, sodass sie sehr wuschelig aussahen.

Von meinem Nachbarn ertönte ein belustigtes Schnauben. Ich sah ihn an und bemerkte, dass er schon die ganze Zeit wusste, dass ich ihn beobachtete. Ich verdrehte die Augen und blickte aus dem Fenster.

"Warum verdreht ihr Frauen eigentlich immer eure wunderschönen Augen?"

Diesmal schnaubte ich, nur nicht belustigt. "Was geht es dich an? Frauen dürfen frei wählen, was sie tun oder nicht. Also lass solche Kommentare in deinem Kopf."

"Du scheinst mir eine starke Feministin zu sein.", lachte er heiser.

Ich wand mich vollends zu ihm. "Ich würde nicht behaupten eine zu sein, aber mir gefällt es nicht, wie manche Männer mit Frauen umgehen. Fühl dich angesprochen, denn du bist gemeint."

Er griff an mir vorbei und ich sog scharf die Luft ein. Er holte eine Kaugummi Packung aus dem Fach und zog die Hand zurück. Er warf mir einen belustigten Blick zu und warf sich einen Streifen in den Mund. Wie gebannt sah ich auf seinen Mund und wie er kaute. Er bemerkte es und bückte sich näher zu mir.

Wie erstarrt blickte ich zu ihm auf und konnte mich weder bewegen noch reden. Er sah mir in die Augen und kam noch näher. "Vielleicht ist es auch nur die Interesse, die ich an dir habe.", flüsterte er heiser.

Meine trockenen Lippen öffneten sich und automatisch befeuchtete ich sie mit meiner Zunge. Adam verfolgte alles mit einem verlangenden Blick. "Wir sind da.", sagte ich rau. 

Für einen kurzen Moment war Adam total verwirrt, diesen Moment nutzte ich und sprang regelrecht aus dem Auto. Ich spürte seinen Blick in meinem Rücken. Was zum Teufel ist da passiert und warum hatte es mir gefallen? Ich brauchte Koffein, jetzt!

***

Hello People😊

Sorry fürs späte Update😣😮

Es gibt eine Info. Letztens hat mich jemand angeschrieben und meinte, ich sollte es mit regelmäßigen Updates versuchen. Vorab es könnte eventuell nicht klappen, da ich in solchen Sachen echt mies bin. Jedenfalls habe ich beschlossen es zu versuchen alle 2 Wochen ein Kapitel am Sonntag hochzuladen. 

Seid mir nicht böse, wenn es nicht klappt. Ich habe euch gewarnt😉😆

Jen☁

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