~Kapitel 38~
Bild: Mason, 35
Stopp!!! Wenn ihr die Kapitel 36 und 37 nicht gelesen habt, werdet ihr das hier nicht verstehen! Ich bitte euch deshalb diese zu lesen. :)
Dann viel Spaß Euch!
Kurzer Rückblick:
Das Feuer, welches erfolgreich das Hause verschlungen hatte verschluckte nun auch mich und ich wachte schweiß gebadet in einem unbekannten Bett auf.
Rückblick Ende
Meine Lungen schrien nach Luft und ich bäumte mich unter Schmerzen auf. Hektisch atmend setzte ich mich blitzschnell auf, meine Hand wanderte zu meiner Brust und ich spürte mein viel zu schnell schlagendes Herz. Vor mir erschien ein weibliches Gesicht, ich riss erschrocken meine Augen auf und quetschte mich in die äußerste Ecke des weiß bezogenen Bettes. Wo war ich?
Die Frau redete auf mich ein, doch ich verstand sie nicht. Über meine Umgebung war ein riesiger Schleier gelegt. Es war als würde ich durch ein Milchglas sehen und Kopfhörer tragen. Als wäre ich ganz weit weg. Die Frau streckte ihre knochige Hand aus und ich bekam Panik. Ich drang in den Kopf der Frau ein und ließ sie ohnmächtig werden. Sie sackte wie eine fadenlose Marionette zusammen und schlug auf dem Boden auf, doch das bekam ich gar nicht mehr mit.
Ich sprang auf, nahm meine Klamotten die auf einem kleinen Hocker lagen und lief aus dem Zimmer. Wie unter starker Narkose taumelte ich den nächsten Gang entlang. Er war wie leer gefegt. Wo war ich?
Die nächste Tür öffnete ich, ging in das vor mir liegende Büro hinein und als ich niemanden sah zerrte ich mir panisch den weißen Kittel vom Leib, schlüpfte in meine eigene Jeans und zog mir meinen Pullover über den Kopf. Danach atmete ich erleichtert auf und lief langsam zu der Fensterwand gegenüber des Schreibtisches. Ich sah ein riesiges Gelände. Ich befand mich in einer höheren Etage, das Haus in dem ich mich befand musste riesig sein. Ich ließ mich auf den Boden sinken und musterte erstaunt den kleinen Park unter mir. Ein Springbrunnen stand in der Mitte und ein paar Bänke waren darum verteilt. Doch auch hier sah ich keinen einzigen Menschen. Ich lehnte mich an den Schreibtisch hinter mir und schloss die Augen.
Langsam kehrte mein Gehör zurück und ich nahm wenige Geräusche war. Aber gleichzeitig kamen auch die Schmerzen wieder. Wovon? Meine Fingerspitzen waren taub und als ich sie vor meine Augen hielt kamen all meine Erinnerungen schlagartig zurück.
Ich sah wie ich mit Felice und Derek zu den Malum fuhr, Mason, wie er mich aufforderte meine Fähigkeiten vorzuführen. Mich, wie ich versuchte Jimmys Feuer zu beherrschen und Kayden, wie er mich hochhob nachdem ich zusammengebrochen war. Seine Augen waren das letzte was ich gesehen hatte, bevor ich in Ohnmacht gefallen war.
Meine Fingerspitzen waren immer noch leicht grau, doch noch beunruhigender war, dass ich nichts spürte. Nicht wie ich über meine Arme fuhr, nicht wie ich über den Teppich strich und auch als ich mir die Tränen aus dem Gesicht wischte, spürte ich nichts. Ich zog meine Beine nah an meinen Körper und schlang meine Arme darum. Dann ließ ich meinen Kopf auf meine Knie sinken und schloss erschöpft die Augen.
Aber ich sah immer wieder Feuer, meine Freunde, wie sie den Tod fanden und Masons stolzen Blick auf mir. Er war mein Onkel. Niemals! Ich hörte Celines schmerzerfüllten Schrei. Celine! Meine Schwester!
,,Celine?!", schrie ich in ihrem Kopf. Doch es kam keine Antwort. Ich musste zu ihnen, sie warnen. Die Malum schmiedeten wahrscheinlich gerade Pläne, wie sie sie am besten vernichten konnten. Meine Schwester hätte nie den Hauch einer Chance, wenn sie überrascht werden würde.
,,Celine!! Die Malum, sie werden bald bei euch aufkreuzen! Versteckt euch!", schrie ich noch lauter. Ich rappelte mich auf und stürmte aus dem verlassenen Büro. Ich musste den Versammlungsraum finden! Ich musste hören, was die Malum vor hatten. Wie konnte ich jemals glauben, dass sie die Wahrheit sagten?
Der Traum hatte mir die Augen geöffnet. Und das schlimmste war, ich wusste nicht mal ob dieser Traum vielleicht sogar eine Vision war. Aber eins wusste ich, ich würde das auf jeden Fall verhindern. Selbst wenn ich meine wahre Identität preis geben müsste. Selbst wenn ich sterben würde.
Ich irrte jetzt schon eine halbe Stunde durch die wild verzweigten Gänge, ich hatte mich verlaufen. Wieso gab es hier keine Wegweiser?
Jetzt Links!
Ich bog also links ab, wie ich diese Stimme vermisst hatte. Aber wie auch meine Gefühle, Erinnerungen und Sinne kam sie irgendwann zurück. Was hatten die Malum mir verabreicht, dass ich so dermaßen von innen betäubt war?
Mein Tastsinn war immer noch nicht vollständig zurück gekehrt, ebenso wie mein Sehsinn, ab und zu verschwamm meine Sicht, oder ich sah für kurze Zeit, wenn ich mich zu ruckartig bewegte nur schwarz.
Wieder Links!
Ich hörte leise Stimmen und blieb stehen. Das erste Geräusch seit Stunden. Ich atmete erleichtert durch und schlich den Flur entlang. Die Stimmen wurden lauter, schließlich fand ich eine große Doppeltür am Ende des Ganges. Wie sollte ich jetzt da rein kommen? Mist! Soweit hatte ich noch nicht gedacht, ich wollte erstmal nur den Versammlungsraum finden. Denk nach Angel, denk nach! Meine innere Stimme war ja wie es aussah noch leicht betäubt. Dann musste ich mir eben selbst helfen.
***
Ich atmete tief durch, klopfte laut gegen die Doppeltür und lauschte. Sofort erstarrten die Gespräche und ich hörte Schritte. Ich rannte auf eine andere Tür zu und als die Doppeltür aufschwang, knallte ich meine Tür extra laut hinter mir zu. Ich sah mich panisch um und rannte dann auf einen Schrank zu. Doch der war bis oben hin mit Akten vollgestellt und ich sah mich beunruhigt in dem kleinen Büro um. Ich hörte bereits Schritte auf mich zukommen, also entschied ich mich einfach für das klassische Versteck. Hinter der Tür. Ich setzte mich vorsorglich auf den Boden und lehnte meinen Kopf an die Wand. Die Tür wurde vorsichtig geöffnet und ein Mann betrat den Raum. Ich hielt gespannt die Luft an. Er sah sich um, während ich meine Augen schloss. Mit einem schmerzenden Ruck löste ich meinen Geist, drang in den Kopf des Mannes ein und sperrte seinen eigenen Geist aus.
Er bereitete mir Kopfschmerzen, seine Gedanken und seine Fähigkeiten. Er war ebenfalls genetisch verändert und seine Absichten waren durch und durch grausam. Ich studierte ihn und seine Fähigkeiten, diese waren eher unspektakulär. Er konnte Gewitter beeinflussen, es aber noch nicht einmal selbst erzeugen und Feuer ersticken. Unbeeindruckt nahm ich seine Stimmfarbe an und musterte seine neuesten Erinnerungen. Sie hatten bis jetzt noch nicht über den Angriff auf die Bonum gesprochen, erleichtert atmete ich durch. Sie waren gerade dabei über..., ich riss erstaunt meine Augen auf, sie redeten gerade über mich.
,,Ben! Hast du jemanden gefunden?", die Stimme kam aus dem Flur und ich schloss noch ein letztes mal beruhigend meine Augen.
,,Ey Alter, was machst du hier?", derjenige schlug mir auf die Schulter und ich drehte mich erschrocken um. Vor mir stand ein kräftiger Mann der sich im Büro umsah. ,,Ich dachte hier wäre jemand.", sagt ich und zuckte mit den Schultern. Ich durfte nicht zu lange in seinem Körper bleiben, beim letzten mal in Wills Körper ging das fast schief. ,,Lass uns zurück gehen.", ergänzte ich und schob mich an ihm vorbei.
,,Da war nichts.", sagte ich laut für alle hörbar in den Versammlungsraum hinein und stellte mich an den Rand. Ich sah mich neugierig um. Mason stand neben einem anderen Mann auf einer kleinen Tribüne, alle anderen Malum standen um diese drumherum. Ich entdeckte Kayden ganz vorne neben Alex und Michael.
,,Nun denn. Wir können uns nicht sicher sein, ob dieses Mädchen sich wirklich von den Bonum abgewandt hat. So wie ich diese Celine Miller kenne, hat sie sie hier her geschickt um zu spionieren.", sagte der Mann neben Mason. Die meisten der Malum murmelten zustimmend, oder nickten. ,,Sie wirkte auf mich eher niedergeschlagen und verwirrt, als ich ihr erzählte das die Bonum schlecht wären.", hörte ich plötzlich Felice Stimme.
,,Raymon du bist leicht zu trügen.", erwiderte der Mann neben Mason. Mason selbst war eher ruhig und beobachtete die Menschenmasse vor ihm. Macht glänzte in seinen Augen und ein hochnäsiges Grinsen zerrte an seinen Lippen. Ich musterte ihn verachtend und wie von meinem Blick angezogen sah er hoch und mir direkt in die Augen.
Ich erstarrte und da ich unfähig war meine Augen von seinen Kalten abzuwenden leisteten wir uns ein Starr-Duell. Er runzelte die Stirn und seine Augen verrieten seine Verwirrtheit.
Logisch, die meisten sahen vermutlich eher ehrfürchtig zu Boden, anstatt seinen kühlen Blick zu erwidern.
,,Mason?", ertönte die fragende Stimme des Mannes neben ihm. Mason ließ meinen Blick los und sah dann ihn an.
,,Ich hatte dich nach deiner Sichtweise gefragt. Du hast Miss Johnson bereits kennengelernt, was denkst du über sie?", fragte er erneut. Ich konnte mir ein siegreiches Grinsen nicht verkneifen, meine Augen hatten ihn ebenfalls festgehalten.
Du darfst dich nicht verraten, du bist gerade nicht du, sondern ein Mann unter seiner Regentschaft. Vergiss das nicht!
Ich nickte knapp um meiner inneren Stimme zuzunicken. Anscheinend wurde sie langsam wieder für mich hörbar.
,,Ich denke, dass sie eine sehr mächtige Frau ist. Sie hat nicht gelernt ihre Fähigkeit, das Feuer zu kontrollieren, dennoch umhüllt ihre Macht sie wie eine vertraute Aura. Ich denke, dass wenn es tatsächlich so wäre, dass sie von Celine hier her geschickt wurde, wir sie auf gar keinen Fall aus den Augen lassen dürfen, wir wissen nicht zu was sie alles fähig ist. Celine hat noch nie schwache Persönlichkeiten zu uns gelassen, auch nicht um zu spionieren.
Sie darf sich keine falschen Schritte mehr erlauben. Weshalb ich auch denke, dass sie ihre Finger nicht mit im Spiel hat. Entweder Miss Johnson ist wirklich hier um sich uns anzuschließen, oder und das ist etwas was ich ihr durchaus zutrauen würde, sie ist auf eigenem Fuß hier um zu spionieren.", antwortete Mason endlich.
Er hatte mich also schon längst durchschaut. Ob er wusste, dass ich schon längst nicht mehr auf meinem Zimmer lag?
Stille erfüllte den Raum. ,,Wie denkst du sollten wir fortfahren mein Sohn?", fragte der Mann neben Mason ihn nach kurzer Zeit.
Sohn? Also war der alte, große Mann neben Mason Emanuel Adams? Der Anführer der Malum? So mächtig sah er gar nicht aus, eher wie ein alter unschuldiger Mann, der schon einiges erlebt hatte. Sein Haar war bereits grau und Falten zerknitterten sein fahles Gesicht. Mir entging allerdings nicht, dass er trotz dessen stocksteif da stand und noch aufrecht ging.
,,Ich denke, wir sollten ihr Jemanden beistellen, der sie unterrichtet und manipuliert. Ich will sie unbedingt auf unserer Seite wissen, so eine mächtige Waffe zusätzlich zu dem Begabten will ich Celine nicht überlassen.
Lucas! Du übernimmst diesen Fall. Unterrichte sie und mach dir zu Nutzen, dass sie eine Frau ist.", antwortete Mason autoritär und ein dreistes Grinsen zierte seine Lippen.
Ein Handyklingelton durchschnitt die aufgekommene Stille und Mason nahm ab. ,,Was?", bellte er in den Hörer. Der arme Anrufer.
Nachdem er auflegte war sein Grinsen verschwunden. Belustigung stand ihm stattdessen ins Gesicht geschrieben. ,,Anscheinend ist es Johnson schon gelungen zu fliehen. Doch auf den Kameras ist nicht zu sehen, dass sie dieses Gebäude verlassen hat. Sucht sie!
Die Versammlung wird vertagt."
Nach diesen Worten stürmten alle aus dem Saal und ich konnte ganz einfach abtauchen. Ich öffnete die Tür in dem mein eigener Körper lag, doch bevor ich die Tür schließen konnte wurde ein Fuß dazwischen geschoben und Mason trat ebenfalls in das Büro. Ich riss schockiert die Augen auf. Er grinste und schloss hinter sich die Tür.
,,Dachtest du ernsthaft ich würde dich nicht erkennen?"
Und Cut! Irgendwie liebe ich diese plötzlichen Enden!
Was ist mit Celine? Sonst antwortet sie doch immer sofort?
Wer ist Lucas? Und er soll sich zu Nutzen machen das sie eine Frau ist, um sie zu manipulieren? Was wird aus Kayden?
Mason hat sie also durchschaut, das kann ja was werden!
Wird sie jemals wieder aus dem Gebäude rauskommen?
Stayy Fresh! :D
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