~Kapitel 30~
Bild: William, 22
,,Kennt er all unsere Fähigkeiten?", fragte Rafe ruhig.
,,Ja. Alle außer meine."
Celine riss erschrocken ihre Augen auf. ,,Woher wissen sie überhaupt das du "Anders" bist?"
,,Meine Zimmernachbarin heißt Felice, sie kann Auren sehen, das bedeutet, dass sie Farben um uns herum erkennt und somit sehen kann, wer Besonders ist und wer nicht."
,,Du hättest uns früher von ihr erzählen sollen!", blaffte Will wütend. Ich zog meine Augenbrauen zusammen und fauchte ihn ebenfalls wütend an. ,,Ich hätte ja nicht wissen können, dass sie eine Malum ist!"
,,Also ist sie eine?", fragte Jordan und ich nickte.
,,Ja. Ich habe sogar das Gefühl, dass sie eine sehr wichtige Rolle spielt, zusammen mit ihrem Bruder Derek Raymon. Sie stehen direkt in Kontakt mi..", ich wurde unterbrochen.
,,Mit Mason Adams. Ja ich kenne Derek und Felice Raymon.", sagte Jake plötzlich und erklärte, dass die Zwei mal Seite an Seite mit ihm gekämpft hatten, nur um seine Familie dann zu verraten.
,,Sie sind Betrüger. Du bist nicht die Erste, die auf sie herein fällt." Ich schüttelte zur Antwort nur mit dem Kopf, als mich alle fragend ansahen flüsterte ich: ,,Ich habe Ihnen nichts über mich, oder euch preisgegeben, ich habe Felice gesagt, dass ich das Feuer beherrsche und sie hat mich daraufhin in Ruhe gelassen. Doch ich habe auch herausgefunden, dass mir das niemand glaubt. Mason hat gesagt, dass Alexander Thompson solch eine Fähigkeit mit Leichtigkeit erkannt hätte, weshalb er auch befürchtet, dass ich eine sehr mächtige Fähigkeit besitzen muss."
,,Woher weißt du das denn plötzlich alles?", fragte der Pudel spöttisch. Ich verdrehte genervt die Augen. ,,Dass sagte ich bereits, ich kann euch das noch nicht erklären."
,,Und warum sollten wir dir dann glauben?", fragte Will schnaubend und musterte mich abfällig.
Hatte ich gesagt, dass ich versuchte mit allen hier klar zu kommen?
Ich schloss meine Augen und versuchte mich zu beruhigen. ,,Seht ihr! Sie hast keinerlei Gründe, warum wir ihr glauben sollten. Lächerlich. Vermutlich hat sie ihr kleines, dummes Herz bereits an den Parker verloren und versucht mit diesen Lügengeschichten davon abzulenken, dass sie längst seine Spionin ist.", sagte Will spöttisch und seine Augen funkelten leidenschaftlich.
,,Und nicht zu vergessen, sein Betthäschen, sonst hätte er sich längst etwas besseres gesucht." Das reichte! Genau in diesem Moment verlor ich wirklich meine Beherrschung.
Zügel dich Angelin! Du kennst deine Grenzen nicht!- Das hat er verdient!
Ich starrte in seine Augen und entzog ihm, bevor er noch etwas sagen konnte, die Kontrolle über seinen Körper. Ich sah durch seine Augen, wie mein Körper nach hinten kippte.
Ich hörte Sophie aufkreischen und sah, wie sie sich mit Tränen in den Augen neben mich kniete. Sie schüttelte mich und schrie, dass ich aufwachen sollte. Das ich seit langem der erste Mensch war, der ihr nicht egal war, der ihr zuhörte und sie verstand.
Ihre Worte dämpften meinen Hass auf Will und ich erlang ein Stück meiner Selbstbeherrschung zurück. Trotzdem würde ich ihm eine Lektion erteilen, wenn auch nur eine Kleine.
Ich, oder eher Will, ich in Williams Körper? Das war vielleicht verwirrend. Es fühlte sich an, als wäre es mein eigener Körper, doch ich musste mir ständig sagen, dass das hier nicht mein eigener war. Konnte ich das etwa vergessen?
Du hast das noch nie gemacht! Sei vorsichtig!- Jaja!
Ich soll doch eh meine Grenzen austesten, also... Wie könnte ich ihm am besten eine Lektion erteilen? Er würde sich hieran ja nie erinnern können, für ihn ist es, als wäre er bewusstlos, oder? Ich wusste das ja alles noch nicht wirklich.
Ich stand von der Couch auf und lief schwankend zur Treppe, die sich echt als Hürde herausstellte. Ich lief, als wäre ich betrunken.
,,Will! Du kannst jetzt nicht einfach gehen! Wie kommst du dazu, meine Schwester so zu behandeln!", hörte ich Celine schreien. Doch ich kämpfte immer noch mit dieser Treppe.
,,Bist du betrunken Alter?", hörte ich Jimmy hinter mir.
Als ich die Treppe überlebt hatte, lief ich in Celines Zimmer und suchte mir einen Edding.
Mittlerweile konnte ich richtig gut in seinem Körper laufen. Ich setzte mich wieder neben meine Freunde auf die Couch und betrachtete sie lässig. ,,Wo warst du?", fragte Jordan genervt und musterte mich von oben bis unten. Dann riss er seine Augen auf.
,,Was hast du mit deiner Stirn gemacht?", ich grinste dreckig. ,,Ist doch schön geworden, oder?", fragte ich in die Runde. Jetzt sahen auch die anderen zu mir und begutachteten meine Stirn.
Sie rissen ihre Augen auf und ihr Kiefer klappte nach unten. Das reichte mir an Genugtuung und ich konzentrierte mich wieder auf meinen eigenen Körper.
Mein Kopf lag unter einem Kissen und über mir lag eine Decke. Ich lächelte dankbar. Aber Moment mal? Warum sah ich meinen Körper immer noch vor mir liegen?
Ich konzentrierte mich noch einmal auf meine eigenen Gedanken, meinen eigenen Geist. Meine innere Stimme und schloss sogar meine Augen. Ich dachte an meine blonden Haare, die mir wild im Gesicht hingen und an meine geschlossenen braunen Augen.
An meine Gefühle, meine Wut und meine Hin-und Hergerissenheit was meine Gabe betraf. Mein Schmerz, dass ich meine Eltern verloren hatte. Dann öffnete ich erneut die Augen und immer noch sah ich mich selbst.
Meine Atmung beschleunigte sich und ich riss meine Augen panisch auf. Was jetzt? War ich gefangen? Warum hatte ich nicht auf meine innere Stimme gehört? Wo war meine innere Stimme überhaupt? Wie kam ich hier raus?
Ich fuhr mir durch die Haare und presste meine Zähne hart auf einander. Was jetzt? Muss ich für immer in Wills Körper bleiben? Was ist überhaupt mit Will? Ist er tot? War ich etwa zu lange in seinem Körper? Hatte ich ihn ermordet?
OMG! Ich bin ein kaltblütiger Mörder.
Ruhig Angelin! Jetzt bloß keine Panik! Atme langsam. Mein Puls schlug auf gefühlt 180, ich hörte ihn und sogar wie mein Blut schnell durch meine Adern rauschte.
Mehrere Schauer liefen meinen Rücken herunter. Ruhig Angelin! Ich schloss wieder meine Augen und konzentrierte mich nur auf meinen Atem. Oder Wills Atem? Es war ja trotzdem sein Körper. Nur mein Geist hatte mit seinem getauscht.
Warum hatte ich mich von ihm so provozieren lassen? Das hatte ich nun davon. Was wenn..?!
Okay, also keine Panik sieht anders aus.
Ich regulierte meine, beziehungsweise seine Atmung, stand auf und kniete mich neben meinen eigenen Körper. Ich hob reflexartig meine Hand und legte sie auf die Stirn meines Körpers. Dann schloss ich wieder meine Augen und konzentrierte mich auf meinen eigenen Körper.
Ich stellte mir vor wie meine Seele aus Wills Körper in meinen eigenen fließt.
Wie Wills Geist wieder zurück in seinen eigenen Körper gleitet und plötzlich wurde meine Handfläche ganz warm und begann zu prickeln, dann wurde ich endlich erlöst und schlug in meinem eigenen Körper wieder die Augen auf.
Ich atmete hektisch und setzte mich schwungvoll auf. Will schnappte ebenfalls stark nach Luft und ließ sich neben mich fallen.
,,Was ist passiert?", hauchte Will panisch und sah sich im Raum um. Die anderen runzelten die Stirn und sahen ihn verwirrt an. Nur Celine musterte mich.
Das war gefährlich! -Wie ich diese Stimme vermisst hatte!
Taste dich langsam heran! Überstürze es nicht! -Ich werde dich nie wieder ignorieren!
Ich drehte meinen Kopf zu Will und begutachtete selbst seine Stirn. Das war mir echt ganz gut gelungen.
Ich hatte ihm ein großes, rotes Herz mit Edding auf die Stirn gemalt, allerdings so, dass er es mit seinen Haaren, die ihm sowieso immer in der Stirn hingen, gut verdecken konnte.
,,Was hast du mit mir gemacht?", fauchte Will mich wütend an und ich stand emotionslos auf.
,,Meistens belehrt uns erst der Verlust über den wahren Wert der Dinge, die wir verloren haben.
Wir haben nur noch uns. Setz das nicht leichtfertig aufs Spiel, sonst bist du nicht besser als sie."
Soooooo geschafft!!! Wie lange ich jetzt wieder an diesem Kapitel gesessen habe! Unfassbar...
Ich habe lange überlegt, ob ich das Kapitel wirklich hochladen soll. Hinter diesem Kapitel steckt eine sehr wichtige Botschaft!
Findet ihr Angelins Verhalten gerechtfertigt, oder übertrieben?
Das oben auf dem Bild ist Will!! :D
Danke für die ganze Unterstützung!
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