~Kapitel 13~
Wir setzten uns auf den Rasen und ein großer, muskulöser Mann stand auf und ging ein Stück von uns weg. Der Braunhaarige, blauäugige, hieß Jordan und saß neben mir. Ich mochte ihn sofort, er war sehr sympathisch. „Also das ist Jimmy.", sagte er und zeigte auf den schwarzhaarigen Muskelprotz vor uns. „Er kann die Elemente beeinflussen." Überrascht riss ich meine Augen auf und musste meine Jacke schließen, da ein sehr heftiger Wind aufkam. „Luft.", flüsterte Jordan an meinem Ohr. Im nächsten Moment fing es an zu regnen und zu Gewittern. „Wasser." Plötzlich hörte es auf und vor mir tat sich ein breites, aber flaches Loch auf. „Erde." Während Jimmy grinsend wieder zu uns rüber kam schnippte er mit den Fingern und eine kleine Flamme tanzte in dem Erdloch vor mir. „Und Feuer.", beendete Jordan seine Erklärung.
Ich hielt begeistert meine Handflächen darüber und nahm die Wärme auf meiner Haut war. Jimmy grinste bis über beide Ohren und zwinkerte mich zu. „Ja schon ziemlich beeindruckend nicht wahr.", sagte er dann herausfordernd zu einem anderen jungen Mann, der darauf aufstand. „Jaja, Jimmy..ist ganz niedlich.", sagte er schmunzelnd und trat dann vor uns. „Das ist Rafe.", sagte Jordan und grinste den Jungen vor uns an. „Halt dich jetzt bloß nicht zurück Rafe." Rafe war ein eher unscheinbarer, dünner Mann. Er war jünger als die anderen, ich schätzte ihn gerade mal 20. Er hatte schulterlange, hellbraune Haare und sah mit seinen grauen Augen extrem attraktiv aus. Rafe schloss die Augen und hob die Hände gen Himmel. Die Spannung in mir stieg als weißer, dicker Nebel aufkam und uns umgab. Plötzlich hörte ich einen erstickten Laut und bekam Panik. Inzwischen war der Nebel so undurchdringlich das ich aufstand und daraus flüchten wollte. Ich dachte ich bekäme keine Luft mehr, meine Orientierung war komplett weg, ich bekam Angst und kaum Luft, Hustenanfälle schüttelten meinen Körper und ich sank auf die Knie unfähig mich zu bewegen. Als ich auf meine Beine sah, schlug ich mir meine Hände vor den Mund und kalter Schweiß lief mir die Stirn herunter, meine Beine waren komplett in Glas eingeschlossen, dieses zog sich immer weiter an mir hoch bis ich dachte ich würde eine gläserne Statue werden. Mein Atem ging stoßweise und flach. Ich konnte kaum atmen. Entspann dich, bleib ruhig. Ich versuchte es, aber irgendetwas in mir wehrte sich und ich wollte schreien, aber nichts verließ meine Lippen. Das Glas schloss sich über mir.
Plötzlich saß ich wieder neben Jordan und alle fingen an zu lachen, nachdem sie meinen ängstlichen, verwirrten Ausdruck gesehen hatten. Ich dagegen griff mir an den Hals und versuchte meine Atmung zu beruhigen.
Rafe gab mir seine Hand und entschuldigte sich bei mir. „Tut mir echt leid. Das war nicht real, es war ein von mir erzeugtes Bild in deinem Kopf. Das sich in dem Teil deines Gehirns abspielte, welcher mit deiner Angstempfindung verbunden ist.", er lächelte mir sanft zu und ich beruhigte mich wieder einigermaßen.
Als nächstes stand der Mann, blond und braunäugig auf, der mich gefragt hatte ob ich auch eine Telepatin, wie meine Schwester wäre. „Ich bin Jake und kann mich..", plötzlich war er weg. Meine Augen weiteten sich vor Schock. „...teleportieren.", vervollständigte er seinen Satz an meinem Ohr. Ich drehte mich erschrocken um und sah in seine freundlichen, braunen Augen. Ich grinste ihn an. Jake setzte sich wieder neben Jimmy und sah auffordernd zu einem braunhaarigen Lockenkopf.
Konnte er überhaupt etwas sehen? Seine Locken kringelten sich bis weit über die Augen. Er fuhr sich mit der Hand durch seine Haare und sah uns der Reihe nach an. Er blieb an mir hängen und sagte trocken. „Will.", dann verwandelte sich sein Aussehen und ich sah mir selbst ins Gesicht. Die Jungs grölten und klatschten in die Hände. „Will ist ein Gestaltwandler.", erklärte mir Jordan und als ich wieder hinsah, war Will wieder er selbst und lachte mich nun an, oder eher aus. Arroganter Kotzbrocken. Ich streckte ihm die Zunge raus und sah Jordan neben mir an. „Was kannst du?" Er grinste mich verführerisch an. „Ich kann die Zeit manipulieren. Aber das demonstriere ich euch jetzt lieber nicht. Zeig uns doch lieber mal was du so drauf hast Telepath."
Alle nickten zustimmend und starrten mich an. „Ich kann nichts besonderes, also.. ich äh.. Celine hat mir noch nichts beigebracht.", sagte ich verlegen und spürte wie ich rot wurde. Sie hatten alle so tolle Fähigkeiten und ich wollte sie nicht enttäuschen. „Nicht so schüchtern! Zeigs ihnen ruhig Schwesterchen.", hörte ich Celines Stimme hinter uns und sah sie in der Gartentür stehen und mir aufmunternd zuzwinkern. Ein dunkles, überhebliches Lachen ertönte. Natürlich Will. Ich funkelte ihn wütend an.
Was sollte ich Ihnen denn jetzt nur zeigen? Sollte ich mit einem von ihnen das gleiche machen wie mit Kayden? Fragend sah ich zu meiner Schwester rüber sie lächelte mich warm an und nickte kaum merklich. „Aber lass deine Gabe unausgesprochen. Sie wissen es noch nicht.", formten sich ihre Worte in meinem Geist. Ich nickte und als ich mich den Jungs wieder zuwendete sahen mich alle überlegen an. Plötzlich wusste ich was ich machen könnte.
Na wartet. Zeigs ihnen! Ich stand auf und setzte mich Jimmy gegenüber, er würde bestimmt auf mich eingehen und ich hatte die perfekte Idee auch die anderen sehen zu lassen, zu was ich fähig war. Ich brauchte zwar noch etwas Körperkontakt, wie auch bei Kayden, damit ich in seine Gedanken kommen könnte. Ich lächelte verführerisch. Meine rote Bluse hatte ich noch nicht wieder zugeknöpft und sah ihn dann schelmisch an. Ich hob meine Arme und schlang sie in seinem Nacken zusammen.
Jimmy lachte laut. „Das ist also unsere zweite Telepatin! Mit Flirten kannst du uns aber nicht helfen, jedenfalls nicht gegen die Malum.", spottete er und alle anderen lachten. Wut flammte in mir auf.
Ich sah ihm in die blau-grauen Augen und beugte mich mehr zu ihm vor. Ich spürte wie er tatsächlich auf mich einging. Allerdings waren seine Mauern schwerer zu durchdringen als gedacht, ich müsste ihn wohl noch mehr ablenken. Inzwischen passte nicht mal mehr ein Blatt Papier zwischen uns und ich hauchte, ohne in zu berühren Küsse auf seine Wange und wanderte an seinem Kieferknochen bis hin zu seinen Lippen. Du hast ihn! Sehr gut. Ich sah ihm erneut in die Augen und schaute durch sie hindurch. Ich sah sein Verlangen und seine Belustigung, seine Zweifel das ich überhaupt irgendetwas konnte und sogar Spott das ich mich anscheinend an ihn ran machte. Wieder überkam mich Wut und Ekel dass er dachte ich wäre leicht zu haben.
Ich übernahm die Kontrolle über seine Gedanken, diesmal ging es leichter als beim letzten mal. Übung machte eben den Meister. Ich sah durch seine Augen und sah wie uns die anderen gespannt und belustigt musterten, außer meine Schwester. Sie zwinkerte mir, in Jimmys Körper zu und nickte anerkennend.
Ich spürte seine Fähigkeiten, als wären es meine eigenen. Bingo! Ich ließ den Funken der Feuer Fähigkeit in meinen eigenen Körper übergehen und verließ danach seinen Körper.
Es war ein berauschendes Gefühl. Ich zog mich kalt und desinteressiert von Jimmy zurück der verwirrt und erschöpft blinzelte. Ich setzte mich wieder zurück neben Jordan. Alle Blicke glitten zwischen mir und Jimmy hin und her. „Ja und jetzt? Jetzt hast du ihn angegraben, einfach mal so begrapscht und tust so als wäre da was besonderes dran?", fragte Will spöttisch und verdrehte die Augen. Wut flammte erneut in mir auf. Er brauchte mal jemandem der ihm Respekt lehrte!
Ich hatte Jimmy nicht begrapscht! Ich starrte Will an, hob meine Hand, die ich zur Faust geballt hatte hoch und horchte tiefer in das berauschende, brennende Gefühl in mir hinein. Es wollte raus gelassen werden.
Ich öffnete meine Hand und auf meiner Handfläche tanzte nun eine kleine Flamme. Ich vernahm ein verächtliches Schnauben von, wer hätte es gedacht, Will und entschied mich dazu noch mehr zu wagen.
Das Feuer breitete sich blitzschnell aus und sprang auf das Gras zu unseren Füßen über. Ich kontrollierte es.
Meine mittlerweile großes Feuer züngelte auf den Lockenkopf zu, er sah aus wie ein Pudel, wenn ich darüber nachdachte. Es umschloss ihn vollkommen und loderte auf. Es erinnerte mich an eine riesige Wand aus Feuer. Der Pudel fluchte laut, als er aus versehen damit in Berührung kam. „Jimmy, stopp es!", befahl er. „Kann ich nicht.", sagte er lachend, aber ich hörte auch Staunen in seiner Stimme. „Ich kontrolliere es. Ich ganz allein.", sagte ich bedrohlich und als ich meine Hand wieder zur Faust ballte verschwand es. Das Gefühl verließ mich und ich spürte wie die Fähigkeit zu Jimmy zurückkehrte. Stille.
Alle starrten mich beeindruckt und respektvoll an. Ich grinste herausfordernd in die Runde und meine Schwester fing an zu lachen. Worauf Jeder zögernd mit einstimmte, außer der Pudel, er fand es nicht so witzig. Die Brandblase an seiner Hand würde ihn daran erinnern mich nicht zu sehr zu reizen. „Nicht schlecht Kleines.", sagte Jimmy schließlich und alle nickten zustimmend, sogar Will, obwohl er die Arme vor der Brust verschränkte.
Ich lächelte. Jordan beugte sich zu mir und flüsterte mir ins Ohr: „Gut gemacht. Will brauchte mal ein wenig Achtung vor Frauen." Ich nickte und war äußerst zufrieden.
„Und das ist meine Schwester.", sagte Celine und legte ihre Hand auf meine Schulter. „Ich wusste gar nicht das wir so etwas können, oder hängt das mit deiner Gabe zusammen?" Ich sah sie an und zuckte überfragt mit den Schultern. Ihre Augen sprühten vor Neugier und ich musste lachen.
Jake brachte mich mit seinem Auto zu meiner Universität zurück, da der Rest zur Arbeit musste. Wir quatschten ein bisschen über die Uni und auch über unsere Fähigkeiten. Ich mochte ihn. Er war super freundlich und und wir lachten viel. Er erzählte mir wo er sich schon überall hin teleportiert hatte, nach Paris auf den Eiffelturm, in das Kolosseum in Rom und so weiter. Ich staunte und hörte ihm aufgeregt zu.
Ich rief auf meinem Handy meinen Kurs-plan auf und suchte nach meinem nächsten Kurs. Ich müsste eigentlich pünktlich kommen. Celine hatte genau darauf geachtet das ich nicht zu spät ging.
Jake winkte mir zum Abschied zu und ich machte mich auf den Weg zu meinem nächsten Raum. Ab jetzt würde ich die restlichen Kurse für heute ohne Pause hintereinander haben. Darauf hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut! Juhu!
Ich starrte auf die Uhr. Noch eine Minute dann hatte ich auch den letzten Kurs geschafft. Ich würde Pier besuchen gehen. Er hatte mich zwei mal versucht zu erreichen, also hatte ich ihm geschrieben das ich nachher vorbeikommen würde. Als es klingelte stürmte ich aus dem Gebäude und machte mich auf den Weg zu der Wohnung meines Stiefvaters, morgen würde er die nächste Reise antreten, vermutlich wollte er sich persönlich verabschieden ehe er flog. So war es dann auch. Wir verabschiedeten uns und er wünschte mir einen guten Start in den Kursen und würde mich anrufen wenn er angekommen war.
Ich machte mich auf den Weg zurück zu meinem Wohnheim-Zimmer, es war bereits 19 Uhr und schon dunkel. Das war der Nachteil am Herbst. Dann passierte es.
Er kam von hinten, ich hatte ihn gar nicht gesehen, er schnappte sich meine Tasche und wollte sie mir über die Schulter ziehen. Ich hielt sie allerdings fest und weil er damit anscheinend nicht gerechnet hatte zog er ein Messer. „Ich will keinen Ärger, gib mir einfach deine Tasche und ich verschwinde." „Spinnst du? Lass los!" Was dachte der sich denn bitte? Das war meine Lieblingstasche, die würde ich ihm doch nicht kampflos überlassen. Ich konnte es nicht erkennen, dafür was es zu dunkel, aber ich glaubte ihn lächeln zusehen. „Wie du willst Mädchen.", sagte er dann und grinste eklig. Ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken und meine Beine fingen an leicht zu zittern.
Der Typ kam auf mich zu, sein Messer nach vorne gerichtet, ich wich zurück und lief gegen eine Häuserwand. Mist! Panik überkam mich und ich suchte nach einem möglichen Fluchtweg. Aber er hatte mich in die Enge getrieben und legte sein Messer jetzt an meinen Hals. Ich umklammerte eher unbewusst meine Tasche und kniff meine Augen zu. Ich war viel zu aufgeregt als das ich mich hätte wehren können, und Körperkontakt zu ihm aufbauen konnte ich auch nicht, da das Messer an meiner Kehle mich daranhinderte. Ich war hilflos, ein leises wimmern verließ meine Lippen. Doch plötzlich wurde der Mann von mir weggerissen und ich hörte dumpfe Schläge. Ich riss meine Augen auf und sah..
Ich weiß das Ende ist jetzt echt gemein, aber naja...
Und welche Fähigkeit fandet ihr am coolsten? Kommentiert :)
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