~ Kapitel 11~

Die Vorlesung wurde noch sehr interessant, ich mochte den Professor, er hatte einen sehr trockenen Humor. Allerdings fühlte ich mich ständig unter Beobachtung und ich wusste auch genau von wem ich angestarrt wurde. Es wäre ein Wunder wenn Kayden wegen gestern keinen  Verdacht schöpfte. In fünf Minuten würde dieser Kurs vorbei sein und ich erst einmal Pause haben, ich musste mit meiner Schwester reden. Sie würde mir helfen können. Plötzlich kamen mir wieder die Zwillinge in den Sinn. Konnte ich Ihnen vertrauen und sie einfach in das Haus meiner Schwester mitnehmen? Sei nicht naiv! Ich schloss die Augen, in der Erwartung das meine Innere Stimme vielleicht noch mehr zu sagen hatte. Stille. Ich würde erst mit Celine reden, vielleicht waren die beiden nicht so unschuldig wie sie wirkten.

Ich verdrehte meine Augen überfordert und schaute nervös auf meine Uhr. Noch Zwei Minuten. Meine Hände begannen leicht zu zittern. Was war denn los mit mir? Wieder spürte ich diesen stechenden Blick. Ich unterdrückte das Zittern. Nicht mit mir. Der machte mir doch keine Angst! Meine Augen zuckten blitzschnell zu ihm rüber und ich sah unausweichlich mitten in seine wahnsinnig, tollen, grünen Augen. Kayden grinste und sein Blick glitt provokant zu dem Ausschnitt meiner roten Bluse. Ich bekam sofort eine Gänsehaut und ein wohliger Schauer lief meinen Rücken hinunter. Wut packte mich, warum hatte er nur so einen Einfluss auf mich? Ich sollte ihn hassen, stattdessen glitt mein Blick andauernd zu seinem schwarzen, engen T-Shirt, das sich über seine breite Brust und seine muskulösen Oberarme spannte.Er bemerkte meine Blicke und hob eine seiner Augenbrauen, danach grinste er herausfordernd und biss sich gespielt auf seine Unterlippe, dabei ließ er seine Hand über seinen Oberkörper gleiten. Er wollte also spielen. Na gut, dann spielen wir!

Ich sah auf meine Uhr, 1 Minute. Das reichte. Ich wusste wie ich meine weiblichen Reize einsetzen musste, so hatte ich einige male schon Kerlen auf irgendwelchen Partys den Kopf verdreht. Eigentlich war ich niemand der sich so nuttig gab, aber die Typen hatten es verdient, genauso wie Kayden jetzt. Er nahm sich immer alles was er wollte, wie ich in seinen Gedanken gelesen hatte war ich nur eine Herausforderung für ihn, Spielzeug, das wenn er es hatte langweilig wurde. Ich hasste arrogante, eingebildete Schnösel! Ob ich wollte oder nicht ich würde ihm eine Lektion erteilen müssen und das würde mir ein Vergnügen sein. Spielen wir.

Ich schlug mein rechtes Bein über das Linke und tat so als würde ich mich darauf nicht einlassen. Seiner Blicke bewusst hob ich meinen Kuli zwischen meine Lippen und kaute gespielt nachdenklich darauf herum. Mit der anderen Hand drehte ich eine meiner blonden Haarsträhnen ein. Ich öffnete den obersten Knopf meiner weinroten Bluse und stützte mich dann auf dem Tisch vor mir ab, da Kayden etwas weiter vorne saß, hatte er einen perfekten Blick auf meinen, jetzt nicht mehr ganz so braven Ausschnitt. Ich spürte seinen brennenden Blick auf meiner Haut. Als ich wieder zu ihm sah klimperte ich ein paar mal unschuldig mit den Augen. Ich hatte Kayden total aus dem Konzept gebracht. Verlangen flackerte kurz in seinen Augen auf, bevor er es unterdrücken konnte, aber ich hatte es gesehen. Ich grinste ihn darauf siegessicher an. „Das Spiel kannst du nicht gewinnen.", formte ich zuckersüß lächelnd mit den Lippen.

„Das war es dann für heute. Bis zum nächsten Mal hat jeder folgende Seiten im Buch gelesen...", ich verstand DR. Arndts letzte Worte nicht mehr, da es klingelte, aber sie interessierten mich momentan eh nicht so wirklich. Ich fegte meinen Block und meinen Stift in meinen Rucksack und stürmte aus dem Raum.

Sofort wählte ich Celines Handynummer, bevor sie ran gehen konnte wurde ich allerdings gepackt und in einen anderen Flur gezerrt. Mein Handy wurde mir aus der Hand gerissen und der Anruf abgebrochen. Mist, ich hätte vorsichtiger sein müssen. Warum forderte ich ihn aber auch immer wieder heraus? Ein Arm schlang sich um meine Taille und ich wurde in einen anderen Raum gezogen. Ich wurde nervös, zappelte und wollte um Hilfe rufen, aber derjenige warf mich einfach über seine Schulter und die Luft wurde aus meinen Lungen gepresst. Ich trommelte mit meinen Fäusten auf den Rücken vor mir und die Panik brach in mir aus. Was wollte er von mir? Dann wurde ich runter gelassen und sofort an eine Wand gepresst. Ich starrte direkt in seine grünen Schlangenaugen. Er hielt meine Hände über meinem Kopf fest und beugte sich zu mir herunter. Wärme breitete sich in meinem Körper aus und ich musste mich beherrschen nicht abzuschweifen. „Was willst du von mir Kayden!", zischte ich und mein Magen zog sich zusammen. Wusste er es? Was würde er mit mir tun? „Ach nichts besonderes.", sein Blick glitt zu dem oberen Knopf an meiner Bluse, den ich in dem Kurs geöffnet hatte und wieder zu meinen Augen zurück. Sein Blick hinterließ ein warmes Prickeln auf meiner Haut. Ich schluckte und versuchte einen klaren Kopf zu behalten. Er kam mir noch näher und zwischen uns würde nicht mal mehr ein Blatt Papier passen. Ich spürte seinen heißen Atem auf meinen Lippen, wie wäre es wohl wenn seine Lippen auf meine träfen? Verflucht nochmal. Reiß dich zusammen!

Angelin? Ich muss dich sprechen! Stehe vor deiner Universität, beeil dich!", die Stimme meiner Schwester hallte in meinem Kopf. Ich schloss meine Augen und versuchte Kraft zu schöpfen.

„Dann lass mich gehen.", sagte ich dann mit fester Stimme zu Kayden und öffnete meine Augen wieder. „Wer bist du Angelin?", raunte er an meinem Ohr, sein heißer Atem stellte meine Nackenhaare auf. Ich schluckte und versuchte meinen Blick abzuwenden, doch er legte eine seine Hände unter mein Kinn und zwang mich ihm in die Augen zusehen. Dort wo er mich berührte jagte er kleine elektrische Blitze durch meinen Körper und ich hörte mein Herz laut und schnell schlagen. Er sah mir so intensiv in die Augen, das ich dachte ich könnte mich in ihnen verlieren.

„Angelin! Du solltest mich doch anrufen, wenn du...", ich atmete auf. Ich war noch nie glücklicher die Stimme meiner besten Freundin zu hören.

Kayden ließ mich los und ging zur Tür, aber bevor er den Raum verließ zwinkerte er mir noch spielerisch zu. „Gewonnen.", formte er mit den Lippen und verschwand. 1:1, shit. Was machte er nur mit mir? Während Soph mir von ihrem ersten Kurs berichtete wiederholte ich ständig diesen einen Satz in mir: Er ist ein Malum, er ist dein Feind. Aber ich wollte ihn nicht glauben.



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