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Hey meine Lieben Leser/innen! Schreibt doch mal ein paar Verbesserungsvorschläge in die Kommentare. Gefällt euch meine Geschichte bisher? Viel Spaß beim Lesen dieses Kapitels. <3
Inzwischen war es schon 1 Uhr am Morgen, ich brauchte drei Anläufe den Schlüssel in das Schloss meines Wohnheimzimmers zu stecken. Soph anzurufen wäre zu der Zeit echt unangebracht, weshalb ich ihr nur kurz eine SMS schrieb, dass ich gut angekommen war. Als ich endlich das Schloss traf und den Schlüssel drehte öffnete sich die Tür mit einem Knacken und ich taumelte müde auf mein Bett zu. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss, ich ließ meinen Koffer einfach vor meinem Bett stehen und kippte überwältigt von der Erschöpfung ins Bett.In dem Moment als ich in die Matratze sank schlief ich auch schon tief und fest.
Ich schreckte auf durch das laute klingeln eines Weckers und setzte mich kerzengerade im Bett auf, ich war sofort hellwach. Ich sah mich hektisch um, ein rot haariges Mädchen lag in dem Bett mir gegenüber.Anscheinend meine Mitbewohnerin. Trotz des eigentlich nicht zu überhörenden Weckers schlummerte sie unbekümmert weiter. Wie konnte man nur so einen festen Schlaf haben? Ich rieb mir die Augen und gähnte einmal ausgiebig, dann stand ich auf und schleppte mich in das Bad. „Du hättest dich wenigstens abschminken können Angelin.", flüsterte ich meinem Spiegelbild zu und hob eine Augenbraue. Der Mascara klebte unter meinen Augen, mein Lidschatten war bis unter die Augenbrauen geschmiert und von meinen Haaren wollte ich gar nicht erst sprechen. Ich zog mich aus und sprang unter die Dusche. Das kalte Wasser erfrischte mich unheimlich, die Kopfschmerzen die mich gestern die ganze Zeit begleitet hatten waren weg, aber die Erinnerungen von gestern Nacht dafür umso deutlicher.Hatte ich ihn vielleicht doch umgebracht? Ich musste unbedingt mit Celine sprechen.
Ich wickelte mich in eines der grünen Handtücher ein und schlich mich ins Zimmer. Sie schlief immer noch!? Sollte ich sie vielleicht wecken? Ich schlüpfte in eine enganliegende weiße Hose und zog mir dazu eine weinrote Bluse an. Darüber die Jacke unserer Schuluniform, Sophie hatte mir gesagt das das anscheinend jeder so machen würde.
Das Handtuch wickelte ich mir solange um meine Haare, wie ich mich schminkte. Ich hatte nicht wirklich Lust auf was auffälliges, ich hoffte einfach nur das Kayden mir nicht über den Weg lief, wenn er denn noch lebte. So trug ich nur Concealer auf, um meine extrem dunklen Augenringe zu verstecken. Dann ließ ich meine nassen Haare einfach über meinen Rücken hängen und lief zurück ins Zimmer. Der Wecker meldete sich erneut,doch meine Zimmermitbewohnerin bewegte sich kein Stück.
Ich sah auf meine silberne Uhr hinab, bereits 06:45 Uhr. Meine Hand fuhr zu meinem Hals, an dem wie immer mein Silberner Ring hing, ich umschloss ihn mit der Hand, schloss einen Moment meine Augen und suchte nach Kraft.
Ach Mama, hättest du mich doch einfach in euer Leben eingeweiht. Dann wäre ich vielleicht nicht so überfordert. Was ist wenn ich dem ganzen nicht gewachsen bin? Hab keine Angst.
Ich öffnete meine Augen wieder und hockte mich schmunzelnd vor das Bett meiner Mitbewohnerin. Sie war komplett in ihre Decke eingehüllt, lediglich lange feuerrote Locken waren über das Kopfkissen verstreut. Ich lächelte und rüttelte sie leicht an der Schulter. Sie zog die Decke, wenn das überhaupt ging, noch höher und seufzte leise. Ich kicherte und sagte etwas lauter: „Aufstehen!" Ein Gähnen. Ich rüttelte sie erneut sanft an der Schulter und sie streckte ihre Arme aus der Decke und rekelte sich gemütlich. „Hey aufwachen! Es ist schon 06:50 Uhr!" Diesmal kam auch ein Gesicht zum Vorschein und sie blinzelte verschlafen in meine Richtung. Als sie mich sah lächelte sie leicht. Wow, ich dachte sie würde sich erschrecken? „Guten Morgen Angelin.", flüsterte sie stattdessen und ich erstarrte. „Ich bin Felice Raymon." Felice schob die Decke zurück und streckte sich wieder. Sie war eine kleine, zarte Gestalt und ein flauschiger Pyjama zierte ihren Körper. „Woher weißt du..?" „Wer du bist? Das war gar nicht schwer und ich weiß außerdem auch das du ebenfalls mehr kannst als andere.", damit stand sie auf und schlurfte ins Bad.
Ich war völlig überrumpelt und rannte ihr hinterher. Sie stieg gerade in die Dusche. „Oh.. äh..sorry.", sagt ich und sah auf meine Füße. Ich spürte wie mein Gesicht rot wurde. „Brauch dir nicht peinlich sein. Hab genau das Gleiche wie du.", ich sah hoch und sie zwinkerte mir zu, danach drehte sie das Wasser auf. „Äh.. ja... eh..Ich l-lass dich dann mal duschen.", rief ich um das Wasser zu übertönen und flüchtete aus dem Bad. Gerade als ich in unser Zimmer zurückkehrte, klopfte es an der Tür. Überrascht öffnete ich sie und erstarrte.
Der junge Mann der mir im Wartezimmer, vor dem Direktorat zugezwinkert hatte stand nun davor und musterte mich neugierig von oben bis unten. Dann räusperte er sich und lächelte mich aufrichtig an. „Hallo, du musst Lica's Mitbewohnerin sein. Ich bin Derek Raymon, ihr Bruder.", er streckte mir seine Hand hin und ich nahm sie zögerlich entgegen. Er räusperte sich nachdem ich ihn nur weiter mit offenem Mund anstarrte „Kann ich vielleicht reinkommen?" „Äh..ja...ich..äh..ja", stotterte ich und ging zu meinem Bett, auf das ich mich einfach fallen ließ. Was war hier nur los? War er dann etwa auch "Anders" und waren sie Angehörige der Malum oder der Bonum? Er ließ sich mir gegenüber auf das Bett seiner Schwester nieder. Unbehagen füllte den Raum zwischen uns. „Hör auf so nervös zu sein! Du färbst dein Umfeld fast komplett grau.", sagte er und grinste. „Entspann dich mal." Mein Kiefer klappte noch mehr nach unten und ich kam aus dem Starren erst raus, als sich die Bad Tür öffnete und Felice auf ihren Bruder zustürmte.
„Derek!", kreischte sie ausgelassen. Ich wusste nicht wie ich mich verhalten sollte. Ich räusperte mich leise worauf Felice mich entschuldigend ansah. „Wir sind bisher noch nicht so vielen, positiven "Anderen"begegnet.", sie nahm sich ein paar Kleidungsstücke aus ihrem Schrank und verschwand erneut im Bad.
Derek kratzte sich nun nervös am Nacken. „Angelin, richtig?" Ich nickte. Wieder Stille.
„Positiv?", fragte ich dann als Felice wieder da war und sich neben Derek setzte. Beide nickten. „Wir können Auren sehen und so die "Anderen" erkennen, sie haben eine mehrfarbige Aura,allerdings haben die meisten dunkle Auren.", antwortete Derek und Felice ergänzte: „Bis auf du!" „Also gehört ihr den Bonum an?", fragte ich verunsichert. Beide runzelten die Stirn, sie waren sich unglaublich ähnlich, hatten beide dieses feuerrote, lockige Haar, dazu hellblaue Augen. Viele Sommersprossen schmückten ihre zierlichen Nasen bis hin zu ihren hohen Wangenknochen. Sie waren beide unglaublich attraktiv. Bestimmt Zwillinge überlegte ich. „Wir haben noch nie mit jemandem der wie wir war gesprochen, vor den negativen, so nennen wir die mit den dunklen Auren, haben wir uns immer versteckt.", Felice zuckte verunsichert mit den Schultern und ihre Augen schauten hilfesuchend zu denen ihres Bruders. „Wie gesagt du bist die Erste.",vervollständigte dieser. Ich nickte. Was sollte ich jetzt nur tun?Celine!
Felice Augen weiteten sich. „Wow, wie hast du das gemacht?" „Was denn?", fragte ich sie verwirrt. „Deine Aura, sie war gerade glasig, als wäre es nicht wirklich deine eigene, sondern als würde sie von irgendetwas außenstehendem umhüllt werden.", flüsterte sie neugierig und kam zu mir hinüber. Derek zuckte erneut mit den Schultern und sah fragend zu uns. Felice, oder wie ihr Bruder sie genannt hatte, Lica, legte mir eine Hand auf die Schulter und lächelte mich warm und wissbegierig an.
„Ich kann euch das jetzt nicht alles erklären, ich weiß das auch erst alles seit ungefähr zwei Tagen. Aber ich gehe heute Nachmittag zu meiner Schwester, sie zeigt mir wie ich meine Fähigkeit nutzen kann und sie wird euch bestimmt auch alles erklären.", ich vertraute Ihnen, sie wirkten so aufrichtig und so unschuldig. Sie erinnerten mich ein wenig an mich. Unwissend. Ich schenkte ihnen mein aufmunternstes Lächeln und die Zwei strahlten mich an. Du musst los. Ich nickte und sah wie nun auch Derek überrascht über meinen Kopf starrte. Ich kicherte und erschrak dann. „Oh Mist! Ich kenne meine Kurszeiten noch gar nicht!"
Ich griff nach meinem Handy und lud mir den Plan aus dem Internet runter. Ich wollte Medizin studieren, da ich Menschen in Lagen, wie meinem Vater helfen wollte. Also hatte meine erste Vorlesung mit der genauen Anatomie des Menschen zu tun. Ich scrollte weiter und fand den Raum zu dem ich musste.
Raum:328
Beginn:07:10 Uhr
Ich sah auf meine Uhr. Ich hatte nur noch fünf Minuten Zeit nach draußen, in das Hauptgebäude zu stürmen und diesen Raum zu finden ehe die Vorlesung beginnen würde. Das schaffe ich doch nie. Ich sprang auf, schnappte mir meinen Rucksack schmiss einen karierten Block und einen Kuli hinein und verabschiedete mich hastig von den Zwillingen.
Ich rannte den Flur entlang, 07:09 Uhr, ich könnte es schaffen. Ich bog um die nächste Ecke und sah den Raum bereits am anderen Ende des Flurs vor mir, ein älterer Mann wollte die Tür grade schließen, als ich mich noch in letzter Sekunde an ihm vorbei quetschen konnte. „Entschuldigen Sie bitte.", murmelte ich und setzte mich schnell auf den erst besten Platz den ich fand.
Punkt 7 Uhr. Geschafft.
Ich war den ganzen Weg zwar gerannt, aber hatte mich zum Glück nicht verirrt, voller Erfolg würde ich sagen.
Der Professor stellte sich gerade als Herr Doktor Arndt vor und erklärte uns den Ablaufplan dieses Semesters. Ich sah mich neugierig um und blieb an grünen Augen hängen die mich eindringlich musterten. Er war also nicht tot.
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