Gescheiterte Pläne
Matthew
Wir schlugen unser Lager mitten im Wald, nahe der Grenzen auf und machten Feuer, um den neu angekommen Proviant zu erwärmen. Es waren Suppen dabei und Brot, Fleisch und Wasser. Alles das was wichtig zum Überleben war.
Die Männer um mich herum sahen abgekämpft aus. Und auch ich fühlte mich nicht so stark wie ich sollte. Meine Rüstung hatte einige Beulen und es klebte überall Matsch und Blut. Schwerfällig versuchte ich mich von ihr zu befreien, schaffte es aber nicht allein.
Peeta neben mir schien dies zu bemerken, stand auf und half mir ohne Worte aus ihr heraus. Als ich endlich befreit von der Rüstung war, fühlte ich mich viel leichter und freier. Sie engte einen ganz schön ein, doch sie diente zum Schutz im Kampf und sorgte nun mal dafür, dass ich am Leben blieb. Auch Peeta und die anderen Männer hatten ihre Rüstung abgelegt und saßen niedergeschlagen am Feuer.
Und die Männer, die Wache halten mussten, sahen neidisch zu uns herüber als wir zu essen und trinken begannen. Es war seit Tagen unsere erste richtige Nahrung, die wir zu uns nahmen. Alle griffen kräftig zu und schlugen sich die Bäuche voll, denn wir brauchten die Kraft.
In den letzten Wochen haben wir es geschafft bis vor die letzten Grenzen vorzudringen. Natürlich nicht ohne Verluste. Gut die Hälfte von uns hatte es nicht überlebt. Freunde starben, genauso wie Verbündete und Feinde. Ein Krieg war immer blutig, brutal und schmerzhaft.
Doch wir mussten Opfer bringen, um Siegen zu können.
Ich erhob mich und ließ die Männer zusammen rufen, um eine Ansprache zu halten. Als König war es meine Aufgabe, dass meine Truppen zu führen und solange zu kämpfen bis wir siegten oder starben.
"Männer erhört mich", bat ich laut und stieg auf eine der Holzkisten, um alle anblicken zu können. "Wir haben es fasst geschafft! Vor uns liegt das Schloss von Prinz Cornway, welches wir morgen einnehmen werden. Ich weiß, ihr seid erschöpft, ich weiß ich seid hoffnungslos, aber Männer wir haben es bis hier geschafft. Und wenn wir es bis hier schaffen, dann schaffe wir es noch viel weiter", rief ich und erntete zustimmendes Grölen.
"Erhebt mit mir die Krüge und stoßt mit mir an, auf eine erfolgreiche Übernahme"
Wir hoben unsere Krüge und tranken gierig auf den Erfolg, der noch ungewiss vor uns lag. Wie gerne hätte ich Lyla an meiner Seite, die mir mehr Mut zu sprach, die mich küsste und mir sagte, dass wir es geschafft hatten.
Wir mussten es schaffen, denn ich wusste, das auch die Truppen von Cornway nicht untätig herumsaßen, sondern von Tag zu Tag näher an meine Frau herankamen. Ich bekam Angst, wenn ich daran dachte, wie sie töten würden oder was sie sonst mit ihr tun würden. Ich konnte sie von hier nicht beschützen. Lyla war auf sich allein gestellt und ich wusste, dass sie es schaffen konnte. Wir konnten es schaffen.
Ich stieg von der Erhöhung hinunter und langte ordentlich zu. Denn auch ich brauchte mein Kräfte für den morgigen Tag. Wir würden uns in Gruppen einteilen und das Schloss von alle Seiten belagern und meine Gruppe wird sich dann vor kämpfen bis ins Innere. Die anderen würden die Ablenkung sein und wir der Triumpf. Es musste uns einfach gelingen.
Auch noch spät in der Nacht lag ich mit meinem Freund noch immer vor dem Feuer und starrte in den Himmel. Es war sternklar und ruhig. Eigentlich schien alles perfekt zu sein, doch wenn es zu ruhig in einem Krieg war, hieß es nie etwas Gutes. "Woran denkst du gerade?", fragte Peeta mich direkt. Immer wenn wir allein waren, ließen wir die Höflichkeiten sein.
Ich kannte diesen Mann schon mein ganzes Leben und wir konnten immer ehrlich zu einander sein. Auch hier auf dem Schlachtfeld. Es war sogar noch wichtigher ehrlich zu sein, denn mit höflichem Geplänkel und Lügen konnten wir niemals gewinnen. Etikette und Anstand hatte hier nicht mehr zu suchen. Es ging um so viel mehr.
"Ich mache mir Gedanken über unseren Plan", gab ich zu. "Ich habe Angst, dass wir scheitern und ich Lyla nie wiedersehe", setzte ich leise hinzu. Tatsächlich machte ich mir große Sorgen um meine Auserwählte. Was musste sie wohl gerade durchmachen? Ob sie sich fragte, ob ich noch am Leben war?
Doch wäre ich gefallen, dann würde es sich sicherlich so schnell verbreiten, dass sie es am selben Tag noch erfuhr. Ein Schauer lief mir bei dem Gedanken über den Rücken.
"So geht es mir auch", seufzte Peeta, erhob sich und warf noch etwas Holz ins Feuer. Ich grinste und sah zu ihm herüber. "Du hast Angst, meine Frau nie wiederzusehen? Aber, aber, Peeta, sollte ich da etwas wissen?" Seine Mundwinkel zuckten belustigt und er verdrehte die Augen.
"Du weißt, wie ich das meine", erwiderte er schmunzelnd. Doch unsere Heiterkeit verschwand so schnell wie sie gekommen war. "Peeta, ich habe dir etwas versprochen und ich werde es halten", beschwichtigte ich ihn. Er nickte abwesend.
"Ich weiß, ich hätte dir längst davon erzählen müsssen, dass ich ihr den Hof mache, aber ich hatte Angst, du haust mir eine runter", gab er ehrlich zu und sah mir fest in die Augen. Ich schüttelte den Kopf.
"Das würde ich nicht tun. Ich kenne dich und deine Absichten. Miranda hätte keine bessere Partie für sich finden können." Meine Worte waren ehrlich und entsprachen der Wahrheit. Peeta tat meiner Schwester gut, er war ein ehrlicher Mann und unserer Familie treu ergeben. Mehr wollte ich für sie nicht.
"Wenn du meinst" Er wirkte nicht überzeugt. "Peeta, ich schwöre dir, wenn wir zurück sind, dann werde ich euch meinen Segen nicht verwehren" Ich setzte mich auf und reichte ihm meien Hand.
Zögernd schlug er ein und sah mir ernst in die Augen. " Erst einmal müssen wir lebend hier raus kommen"
Kaum hatte er das gesagt vernahmen wir Kampfschreie und Schwerter, die auf einander prallten. "Es ist eine Falle ", riefen die Männer durcheinander, erhoben sich und griffen nach ihren Waffen. Auch ich und mein engster Vertrauter waren aufgesprungen, griffen zu unseren Waffen und wappneten uns vor unserem Feind.
Meine Vermutung hatte sich also bestätigt: War es zu ruhig, gab es einen Hinterhalt.
"Argh", kam es von den Soldaten ringsherum. Es waren zu viele Feinde. Sie hatten uns gefunden. Ich umgriff das Schwert in meiner Hand fester und lief mit Gebrüll auf die ersten feindlichen Soldaten zu. Der Mann, rechts von mir schlug auf mich ein und verlor vollkommen die Kontrolle, sodass ich ihn leicht treffen konnte. Der zweite Mann stand mit dem Rücken zu mir, sodass ich ihm mein Schwert in ohne Gegenwehr in den Rücken rammte.
"Eure Hoheit, hinter Euch", vernahm ich die Warnung meines Landmannes und wollte herum wirbeln, um dem Gegner entgegen zu treten.
Jedoch ohne Erfolg, denn ich sackte schon zusammen, als mich ein eiserner Knauf am Hinterkopf traf und ich die Besinnung verlor...
Schönes Wochenende <3
Lasst mir gerne ein paar Kommentare und Votes da :)
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