4. Let you down (Teil 1)

Gewidmet: Katrin2601

"All these voices in my head get loud.
I wish that I could shut them out!"

Als er noch ein weiteres Mal die Augen wieder öffnet, ist die Schwärze wieder verschwunden. Doch nun ist er umgeben von riesigen Wassermassen, die drohen ihn unter die Oberfläche zu ziehen.
Erst vor kurzem hat er einen Moment lang von der Freiheit gekostet.
Gerade eben noch hat er sich etwas eingestanden, was er jahrelang verdrängt hatte.
Und auch jetzt ist die Hoffnung, die Freiheit, die Möglichkeit diesem Wasser zu entkommen fast greifbar.
Deutlich spürt er den Schlüssel, der an einer silbernen Kette um seinen Hals gebunden ist. Das kalte Metall schmiegt sich angenehm an seine Brust und gibt ihm den nötigen Halt.

Mit paddelnden Bewegungen versucht er vorwärts zu kommen. Immer wieder schlägt das Wasser über seinem Kopf zusammen. Doch er taucht jedes Mal wieder auf und bewegt sich weiter voran.
Endlich erscheint vor ihm wie aus dem Nichts ein Steg.
Auf diesem steht eine weitere Person. Nun ist er nicht mehr alleine.

Es ist sein Feind. Sein ungebetener Gast. Der Verfasser der Worte, die ihn trotz seiner Hoffnung noch immer verfolgen. Denn die Angst ist in seinem Leben immer gegenwärtig. Jedoch hat er sich nun damit abgefunden.
Als der verzweifelte Schwimmer am Steg ankommt, ist er kaum noch bei Bewusstsein. Aber jetzt kostet es ihn keine Überwindung mehr seinem ewigen Begleiter mitzuteilen, was er denkt. Somit stellt er sich dem auf dem Steg Hockenden:

H: "Du hast mich immer verfolgt. Mich immer gejagt. Mich immer verspottet. Und trotz alldem ist mir endlich eins klar geworden; Wir haben uns immer bekämpft. Uns immer gehasst, weil wir dachten, es könne nur einer gewinnen. Jedenfalls dachte ich das. Dabei gäbe es uns nicht, wenn wir einander nicht hätten. Ich weiß, du wirst mir nicht helfen. Doch ohne mich wirst auch du nicht mehr lange durchhalten. Es tut mir leid, dass ich dich immer wieder enttäuschen musste. Vielleicht bin ich wirklich so ein Feigling, wie du immer dachtest."

Gerade als sein Gegenüber ihm die Hand reichen will, schlägt das Wasser ein letztes Mal über ihm zusammen und zieht ihn in die Tiefe.
Der Sauerstoff weicht aus seiner Lunge und die Luft sucht sich ihren Weg an die Oberfläche.
Eine Luftblase verschwindet aus seinem Blickfeld...
Eine Weitere...

Sein letzter Gedanke ist, dass er lieber verbrennen würde als zu ertrinken.
Die Wassermengen verschwinden plötzlich und nun befindet er sich in einem Auto...
Einem brennenden Auto...

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