3. Mansion
Gewidmet: Katrin2601
"Is that me or the fear talking?
I don't know anymore."
Langsam öffnet er seine Augen.
Das Licht einer alten Deckenlampe scheint auf ihn herab.
Doch er ist endlich alleine.
Niemand verspottet ihn mehr.
Niemand redet mehr auf ihn ein.
Und niemand lacht ihn mehr aus.
Er schaut sich um und atmet zischend die Luft aus.
Plötzlich möchte er nicht mehr alleine sein, denn er kennt dieses Zimmer, dieses verwahrloste Haus.
Er kennt es nur zu gut, schließlich hat er es gebaut. Es ist sein Haus.
Er hat es gebaut, weil er dachte, dass er hier drinnen sicher wäre.
Er hat es gebaut, weil er sich hier vor allem verstecken wollte.
Doch bereits damals hatte er einen Fehler gemacht.
Es war nur ein klitzekleiner Fehler gewesen.
Und obwohl er die Tür nur für einen einzigen, nichtssagenden Moment geöffnet hatte, war er plötzlich nicht mehr alleine gewesen.
Plötzlich war sein 'Gast' überall gewesen.
Heute ist dieser nicht mehr da.
Doch trotzdem stehen noch überall seine Worte geschrieben;
Auf den Wänden, den Möbeln, und selbst den Böden.
Sie stehen in dicken, roten Buchstaben dort und versuchen, genau so wie ihr Verfasser, ihn in seinem eigenen Haus in den Wahnsinn zu treiben.
Denn schon damals hatten sie um den Schlüssel gekämpft.
Schon damals wollte die Angst die Hoffnung ersticken.
Doch damals war er sich noch so sicher gewesen, dass er den Schlüssel vor dem Eindringling bekommen würde.
Und jetzt?
Jetzt ist er ein Gefangener in seinem Eigenen Haus.
Eingesperrt von der Angst und ausgeschlossen von all den Leuten, die hinter den Türen stehen und ihn belauschen.
Er ist ein Geächteter, umgeben von alldem was er jahrelang versucht hatte aus seinem Leben zu verdrängen.
Wütend springt er auf und reißt alles von der Kommode, die hinter ihm steht, herab.
All die Bilder, die Bücher und die Erinnerungen, die bis vor kurzem noch auf dieser verstaubt sind, liegen nun überall auf dem Boden.
Ihm fällt das Atmen immer schwerer.
Wie betäubt tritt er die Tür des Zimmers auf und rennt durch die Flure.
Er stößt alles um, was ihm in den Weg kommt und ignoriert die rote Schrift so gut es geht.
Schon bald sind seine Arme und Beine bedeckt mit blauen Flecken und blutigen Schnitten.
Tränen der Wut und Verzweiflung fließen heiß über seine Wangen.
Er will einfach nur noch hier weg, jedoch traut er es sich nicht noch weitere Türen zu öffnen.
Er hat Angst, er könne wieder einen unerwünschten Besucher in sein Haus herein lassen.
Plötzlich steht er vor einem großen Spiegel.
Es ist der einzige Gegenstand in seinem Haus, welcher nicht über und über mit roten Buchstaben bedeckt ist.
Doch die paar Worte, die auf ihm stehen, schaffen es ihm das Herz zu brechen...
Die schwarze Schrift ist nicht die seines Feindes, sondern seine eigene.
In unscheinbaren fünf kleinen Worten steht auf dem Spiegel eine Frage geschrieben:
'How could you leave us?'
Sein Atem geht nur noch stoßweise und als seine Fäuste hart auf das kalte Glas treffen, zersplittert es in winzige Scherben, die wie Nadeln auf ihn herab regnen.
Trotzdem fühlt er sich für einen kurzen Moment vollkommen frei...
Doch dann wird ihm erneut wieder langsam schwarz vor Augen.
Das Letzte, was er noch wahrnimmt, ist sein Blut, welches auf die mit Buchstaben übersäten Fliesen tropft.
Ein Tropfen...
Ein Nächster...
Und die Schwärze hat in wieder überwältigt.
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top