Kapitel 86 - Hochzeit 4

Am Samstag frühstückten die Mädels in Majas Zimmer zusammen, alle Männerblicke auf sie waren verboten. Dann halfen sie sich gegenseitig beim Anziehen, schminken mussten sie sich alle nicht, taten sie auch nie. Ihre Jungs mochten sie am liebsten so, wie sie von Natur aus aussahen.

Es klopfte, der Zimmerservice brachte die Brautsträuße und für jede Braut ein Paket,
Die Jungs hatten für ihre Liebsten etwas Blaues, etwas Neues, etwas Altes und etwas Geliehenes eingepackt.
Zum Auspacken zogen sich alle in ihre Zimmer zurück, das waren intime Momente, die sie alleine genießen wollten.

Maja fand vier liebevoll verpackte Geschenke, alle mit einem Kärtchen versehen.
„Etwas Altes – damit fing eine wunderbare Liebesgeschichte an!" las sie und fand die Illustrierte, in dem sie damals die Story über Call Boys gelesen hatte.
Mein Gott, wo hatte er denn dieses Heft aufgetrieben?

Monatelang hatte er in den verschiedensten Portalen Suchanfragen gestellt nach dieser bestimmten Ausgabe, hatte die Hoffnung schon langsam aufgegeben. Der Verlag schickte ihm den Text per email, der hätte es zu Not auch getan. Aber zwei Wochen vor dem Termin hatte er eine Zuschrift mit einem Angebot über die Originalausgabe bekommen und natürlich zugeschlagen.

„Etwas Neues – ich finde diese Dinger so sexy an dir!" las sie am zweiten Päckchen. Gespannt löste sie das Papier. In einem Schächtelchen fand sie ein Armband, an dem lauter Herzen in verschiedenen Größen baumelten, alle mit großen und kleinen Saphiren besetzt.

Das hatte sie noch gar nicht gewusst! Sie hatte sich nur gewundert, warum er ihr dauernd diese Bettelarmbänder kaufte und sie immer bat, doch eins anzulegen. Sie hatte mindestens schon zwanzig davon, aber natürlich noch kein so wertvolles! Er spielte immer gerne daran herum, mochte es, wenn sie damit klimperte, aber dass ihn das anmachte, hatte sie nicht geahnt. Lächelnd schloss sie den Verschluss an ihrem Arm.
Man lernte eben nie aus!

„Etwas Blaues – nein, es ist nicht das obligatorische Strumpfband, aber auch etwas sehr Feines für mich!" Da war sie aber jetzt schon gespannt! Es war ein herzförmiger Parfümflakon, beschriftet mit „Maja".

Sie hatten mal beide gelesen, dass es eine Manufaktur gab, die individuelle Düfte kreierte. Die Vertreter machten Hausbesuche und mischten vor Ort das Gewünschte nach den speziellen Vorstellungen. Das Ganze kostete einen ganz schönen Batzen.
Sie hatte sich damals gewundert, wie sehr sich Felix für diesen Artikel interessiert hatte.

Ein paar Tage später hatte er einen leichten Hauch von Parfüm an sich gehabt, als er nach Hause kam. Auf ihre Frage hatte er erzählt, er wäre in einer Parfümerie gewesen, um sich ein neues Rasierwasser zu besorgen, was sie etwas verwundert hatte, weil sie solche Einkäufe sonst immer gemeinsam erledigten. Fast wäre sie ein wenig eifersüchtig geworden! Noch dazu, da er seinen neuen Duft angeblich in der Firma vergessen hatte. Doch mit seinem speziellen Dackelblick hatte er sie schnell abgelenkt.

Sie sprühte sich ein wenig von dem Parfüm auf und fand es wunderbar!

„Etwas Geliehenes – daran hängt mein Herz nach dir am meisten!"
Es war das Büchlein, das sie ihm zu Weihnachten geschenkt hatte, mit all ihren Liebeserklärungen. Es lag auf allen Reisen wie auch zu Hause immer auf seinem Nachttisch, und jeden Abend vor dem Einschlafen blätterte er darin. Entsprechend zerlesen sah es auch schon aus.

Nun konnte sie die Tränen nicht mehr zurückhalten.
„Wie könnte ich dich nicht lieben, Felix!" flüsterte sie. Doch sie fing sich schnell wieder, sie wollte ihm nicht mit verquollenen Augen gegenübertreten.

Die Mädchen kamen zurück, alle hatten feuchte Augen, scheinbar hatte die anderen Männer sich auch etwas Besonderes überlegt. Aber sie sprachen nicht drüber, das waren Dinge, die nur die Paare etwas angingen.

Als die jungen Männer sich auf den Weg zur Kirche machen wollten, sahen sie erstaunt eine Kutsche vor dem Hotel. Majas Onkel, der ein großes Gut mit Hotel betrieb, hatte sie gebracht. So ließen sich die Jungs durch die Maxstraße kutschieren. Sie alberten und lachten über dumme Witze, um die Nervosität zu überspielen.

„Sie werden schon alle kommen, oder? Sie werden uns doch nicht am Altar stehen lassen?" fragte Felix.
„Na, bei unseren Frauen bin ich mir sicher! Aber bei Maja? Ich weiß nicht recht!" zog Kai den Freund auf.
„Mal den Teufel nicht an die Wand, du Depp!" schimpfte Felix.

Hoffentlich hatte er mit den Geschenken alles richtig gemacht! Oder war etwas davon nicht nach ihrem Geschmack? Hatte sie etwas als übergriffig empfunden?
Das Parfüm vielleicht?
Das Armband?

Hatte sie die Zeitschrift geärgert?
O Gott! Hoffentlich hatte er keinen Fehler gemacht!
Aber selbst wenn, würde sie ihn doch nicht vor dem Altar stehen lassen, oder?
Er trommelte nervös mit den Fingern auf die Sitzbank.

„Sag mal! Kippst du uns jetzt gleich um?" fragte Benedikt besorgt.
„Quatsch!" Er atmete ein paar Mal tief ein und aus. Seine Knie zitterten, sein Magen verkrampfte sich. Er würde mit der Kutsche wieder zurückfahren. Er würde sie aus dem Zimmer holen, damit sie nicht auf dumme Gedanken kam!

Doch an der Kirche herrschte ein solcher Rummel, dass das Gefährt unbemerkt losfuhr.
Einlass war nur mit einer Einladungskarte möglich, zahlreiche Pressevertreter und Schaulustige hatten sich auf dem Platz versammelt. Joe stand wie ein Berg vor dem Haupteingang, der Nebeneingang war verschlossen.

Da wurde Felix und den Freunden zum ersten Mal voll bewusst, dass Maja zur absoluten Prominenz nicht nur in ihrer Stadt gehörte. Die anderen hätten niemals ein solches Interesse erweckt.
Felix beruhigte die Journalisten, indem er ihnen ein Pressefoto und ein kurzes Interview nach der Trauung versprach. Dann betraten die Freunde die Kirche, die Wartezeit am Altar begann.
Gefühlte Stunden später öffnete sich das Portal, die Orgel begann, den Hochzeitsmarsch zu spielen.

Die Männer zählten schnell durch. Fünf Bräute warteten auf die Brautführer, alle waren gekommen.
Fünf Felsen lösten sich von fünf Männerherzen!

Die Mädchen wollten eigentlich zu Fuß durch die Stadt laufen, hatten sich das lustig vorgestellt.
Doch als sie die wunderschöne Kutsche sahen, auf dem Bock der lächelnde Onkel Majas, fanden sie das auch toll.

Nach allen Seiten winkend, wie Königinnen, ließen sie sich durch die Straße fahren.

„Sind alle Männer gekommen, oder hat einer gekniffen?" fragte Maja ihren Verwandten.

„Nein, in der Kirche warten fünf hypernervöse Kerle!" bekam sie als Antwort.
„Gut!" konstatierte sie beruhigt.
Dann kamen sie unter lauten Jubelrufen auf dem Platz an. Joe kämpfte für sie eine Gasse frei, schloss dann die Türe hinter ihnen ab. Erschöpft ließ er sich auf seinen reservierten Platz fallen.

Maja hatte nur Augen für Felix. Er sah unglaublich aus. Im grauen Anzug, hatten sie doch nicht Schwarz gewählt! stellte sie zufrieden fest. Das weiße Hemd, die graue Fliege, perfekt!

Tim trat auf sie zu. Er war ihr Brautführer.
„Wer übergibt die Braut Maja Steiner ihrem Ehemann Felix Steiner?" fragte der Pfarrer.
„Ich!" sagte Tim stolz und führte seine schöne Schwiegertochter zu seinem strahlenden Sohn.

Nein! dachte Felix. Niemals ist dieses wunderschöne Wesen von dieser Welt!
Seine Hand lag auf seinem Herzen. Vorsichtig ergriff er ihre Hand, um das Traumbild nicht zu zerstören.
Aber sie war echt, sie blieb lächelnd neben ihm stehen.
„Du bist so schön!" flüsterte er hingerissen.
„Danke, Kröte!" scherzte sie, um die Rührung in Griff zu bekommen.

Er stupste mit dem Finger auf ihre Nase. „Freches Bienchen!"

Die anderen Bräute waren mittlerweile zu ihren Männern gebracht worden.
Alle zehn strahlten miteinander um die Wette.

Es war ein wunderschöner Gottesdienst. Der Pfarrer sprach wunderbar, hatte sich besonders angestrengt, um vor der wortgewandten Schriftstellerin bestehen zu können. Der Chor sang kirchliche und weltliche Lieder gleichermaßen perfekt.

Die Fürbitten, die Maja sich ausgedacht hatte, rührten viele zu Tränen. Sie erinnerte an die Toten, die diesen Tag so gerne miterlebt hätten, sie bat um Glück für alle Brautpaare und für jedes Einzelne mit einer ganz eigenen Bitte, aber sie bat auch um mehr Gerechtigkeit auf der Welt.

Fünfmal wurde der Eheschwur geleistet, fünfmal wurden Ringe getauscht.
Zehnmal gaben die Verliebten ihr Eheversprechen ab.

„Geliebte Maja, ich schwöre dir vor Gott und allen Anwesenden, dich zu lieben und zu ehren in allen guten Zeiten. Denn die schweren haben wir schon hinter uns gelassen, ich weiß es!
Du hast die Sonne und das Lachen in mein Leben gebracht, und ich werde dafür sorgen, dass du dein Lachen nie verlierst, und dass die Sonne der Liebe immer in dein Herz scheinen wird.
Ich werde dich auf Händen tragen und dir die Welt zu Füßen legen, so wahr mir Gott helfe!"

Maja konnte nicht gleich antworten, sie musste die Tränen erst in Griff bekommen.

Felix küsste ihre feuchten Wangen. „Heulsuse!" zog er sie auf, aber nur um sie etwas runterzubringen.
Sie lächelte ihn dann auch dankbar an, hatte schon verstanden.

„Geliebter Felix, ich schwöre dir vor Gott und allen hier Anwesenden, dass ich dich lieben und ehren werde, weil ich gar nicht anders könnte. Seltsamer Weise soll die Frau ewige Treue geloben, was von den Männern nicht erwartet wird. Deshalb gelobe ich auch das. Ich werde dir immer treu sein, ja, natürlich werde ich das! Und ich brauche auch keine Hilfe Gottes dafür!"

Er lachte leise und überglücklich, und nur er verstand den tiefen Sinn ihrer Worte.
Dieses „Ja! Natürlich!" ihrer ersten Nacht musste auch sonst niemand verstehen.
Nachdem die anderen Paare ihre Versprechen abgegeben hatten, erteilte der lächelnde Pfarrer die Erlaubnis, die Bräute zu küssen.

Felix hatte ein wenig Probleme damit, denn er wusste, wenn er sie jetzt in den Arm nahm, würde er sie ganz lange nicht mehr loslassen können. Sie sah so bezaubernd aus, dass kein Mann auf der Welt sie wieder hätte loslassen können!

Schließlich wagte er es doch, seine Ehefrau zu küssen und war natürlich kurz davor, den Kopf total zu verlieren.

Zum Glück holte ihn Kai in die Wirklichkeit zurück. „Hilfe! Feuer!" sagte er leise, und Felix musste so lachen, dass er sich von Maja lösen konnte.
Sie hatten ihren Mädchen einmal eingeschärft, immer „Feuer!" zu rufen, wenn sie in eine gefährliche Situation kämen.
„Danke!" flüsterte er dem Kumpel grinsend zu. So konnten alle den Segen entgegen nehmen und unter den herrlichen Klängen des Ave Maria die Kirche verlassen.

Draußen warteten die Journalisten geduldig auf das Foto und das Interview.
„Frau von Calsow!" riefen sie immer wieder. Maja reagierte nicht. Das ging so, bis Nico sich ihrer erbarmte.
„Rufen Sie doch mal nach Frau Steiner!" riet er ihnen.
Darauf hob Maja den Kopf und lächelte freundlich: „Ja, bitte?"

Und natürlich musste die Yellow Press eine ganz wichtige Frage stellen, die die Welt bewegte. „Frau Steiner, das ist Ihre zweite Hochzeit! Welche war schöner?"
Maja sah Felix vollkommen verblüfft an. „Echt? Ich habe schon einmal geheiratet? Wen denn?"
Er grinste sie nur an.

Zu den Journalisten sagte sie: „Wissen Sie, ich hatte eine schlimme Kopfverletzung. Seit dem kann ich mich nicht mehr an alles erinnern. Aber ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie ich diesen meinen wunderbaren Ehemann neben mir geheiratet habe. Es gab eine sehr schöne Predigt, und wunderbare Lieder, und alle Männer haben ihren Frauen so liebe Worte gesagt und alle Frauen ihren Männer auch. Eine Kutsche hat uns zur Kirche gebracht, die gehört meinem Onkel, und der ist extra von Brennberg hierhergekommen.

Und Susannas Tante ist extra von Fuerteventura hierhergekommen und Joana und Juan auch. Aber die kleine Maja, ihre Tochter haben sie zu Hause bei der Oma gelassen. Und mein Brautführer war Tim, das ist der Vater von Felix und seinen Halbgeschwistern Kilian, Saskia und Patrizia, die seit einiger Zeit in Regensburg wohnen. Und dann haben ja noch Kai und Susanna, Benedikt und Sophie, Chris und Sina sowie Nico und Barbara geheiratet, das sind diese hübschen Menschen hier. Jetzt erzähle ich Ihnen noch etwas von den Vieren, denn das sind unsere besten Freunde, schon lange. Wir haben uns am selben Tag verlobt und dann überlegt, dass wir auch am selben Tag heiraten wollen, sonst hätten wir auf zehn Hochzeiten gemusst, und das ist ja eigentlich unökologisch.
Da hätten wir wahrscheinlich bei der letzten keine Lust mehr gehabt, und das arme Brautpaar wäre dann traurig oder beleidigt gewesen, und um das zu vermeiden haben wir eben gestern und heute geheiratet."

Sie redete noch zehn Minuten weiter, vermischte wahre Informationen mit absolutem Quatsch oder vollkommen unwichtigen Dingen. Felix stand hinter ihr, die Hände auf ihren Schultern und lachte still in sich hinein. „Gib's Ihnen Bienchen!" flüsterte er ihr zu.

Die acht Freunde lachten Tränen, wie auch viele im Publikum. Die Zeitungsleute versuchten verzweifelt Aufnahmegeräte oder Handys in Position zu bringen, denn mitschreiben war unmöglich bei diesem Wortschwall, der auch nicht zu stoppen war.

Schließlich schnappte Maja nach Luft. „Hat noch jemand eine Frage? Nein? Schade! Denn wenn Sie mich nämlich nach unseren Hochzeitsgeschenken gefragt hätten, hätte ich Ihnen erzählen können, dass wir alle darauf verzichtet und um Spenden für das Sozialzentrum gebeten haben, dass wir uns auch über weitere Spenden immer sehr freuen und dass die Kontonummer auf der Homepage der Sozialstation zu finden ist, die Felix' Mutter gegründet hatte, die jetzt sein Vater leitet und die mein Mann und ich ausbauen werden.

Und ich finde, dass das doch die wichtigeren Informationen wären, wichtiger als diese dusselige Frage vom Anfang! Was erwartet man auf so eine Frage für eine Antwort? Dass ich am schönsten Tag meines Lebens mit diesem wunderbaren Mann am Arm vor der Kirche stehe und Ihnen erzähle, dass meine erste Hochzeit schöner war?"

Lautes Gelächter brandete auf, der Fragesteller vom Anfang bekam einen roten Kopf, die ersten applaudierten, bis der ganze Platz voller klatschender Menschen war.
Felix hatte die Arme von hinten um sie geschlungen, hielt sie ganz fest. Seine Frau! Sie hatte wieder einmal ihre perfekte Falttechnik unter Beweis gestellt.
„Hütet euch vor meinem Bienchen!" flüsterte er in ihr Ohr.

Lachend gingen die zehn zur Kutsche, die Frauen nahmen Platz, die Männer gingen neben her, die Gäste und zahlreiche Schaulustige folgten plaudernd.

Sie zogen noch immer lachend im Hotel ein. Es gab zuerst einen Sektempfang mit Häppchen, etwas das Felix sehr entgegenkam, obwohl er auch nichts gegen eine wenig Knabberei an einem bestimmten Wesen in weißem Tüll gehabt hätte!
Das Mittagessen war vorzüglich und reichlich, der Chefkoch hatte aus Jux ein Lunchpaket für Felix dazu servieren lassen.

„Das nenne ich Kundenservice!" lobte er. Er war aufgedreht, fühlte sich wie zwanzig, hormonell wie 15!
Jede kleine Berührung seiner Süßen erregte ihn, er brannte eigentlich ununterbrochen und vollkommen.

Maja ging es nicht viel anders. Dieser schöne Mann, dieser verdammt heiße Typ da neben ihr war ihr Ehemann und doch unerreichbar für sie.
Sie wollte ihm das weiße Seidenhemd ausziehen, durch das sich seine Muskeln abzeichneten.

Sie wollte dahin fassen, wo sie die Härte an sich spürte, wenn er sich an sie drückte.

Sie wollte unendlich lange diese lächelnden weichen Lippen küssen, verdammt, sie küsste ihn doch so gern!
Aber sie machte brav Smalltalk anstatt Dirty Talk, sie hielt ihn an der Hand anstatt an einem ganz anderen Körperteil, sie lauschte den Worten der Gäste anstatt seinem Stöhnen.

Sie war eine ausgesprochen brave Braut! Er war ein ausgesprochen braver Bräutigam!

Vorerst!

Nach dem ausgiebigen Essen wollten sich die älteren Herrschaften etwas hinlegen.
„Wie gut, dass ich an vorzeitiger Vergreisung leide!" jubelte er leise und war in Sekundenschnelle aus dem Saal, mit seinem Bienchen im Arm.

Sie rasten die Treppe hoch, wussten genau, dass die Freunde ähnliche Pläne gehabt hatten. Aber sie waren eindeutig schneller gewesen!
Er schubste die Zimmertüre mit dem Fuß zu, weil er beide Hände brauchte, um seine Süße festzuhalten.
Dann musste er sie erst einmal ganz lange küssen – ohne Zuschauer, ohne Kommentare!

Nur er und sie, alles was zählte auf der Welt, waren er und sie!
Nur sein Mädchen, das nun seine Frau war und der verliebte Junge, der nun ihr Mann war!
Nur seine Lippen auf ihren, nur ihre Lippen auf seinen!
Nur das Spiel ihrer Zungen, liebkosend, zärtlich, doch dann leidenschaftlich, fordernd!
Nur ihr Körper an seinem, nur sein Körper an ihrem!

Nur sie beide! Maja und Felix, für immer!
„Ich will dich, Bienchen! Ich will dich jetzt! Bitte, schlaf jetzt mit mir! Ich kann nicht mehr!" flehte er wie vor vier Jahren, als ihn die Liebe unvorbereitet, aber vollkommen erwischt hatte. Als er gekniffelt hatte mit der schönsten Frau, die er je gesehen hatte, nur damit sie ihn nicht wegschickte, weil seine Zeit eigentlich schon lange abgelaufen war.
Als sie mit ihm gewürfelt hatte, nur damit er nicht ging, wie er heute wusste!
Als sie gehofft hatte, dass er endlich mal still war, damit sie auf sein Flehen „Ja" sagen konnte, „Ja! Natürlich!"

Und die Liebe, die sie sich dann schenkten, war unfassbar für beide wie vor vier Jahren! Nur heute wussten sie, dass nichts sie trennen konnte, nie wieder!

Irgendwann tauchten sie aus dem Strudel der wahnsinnigen Gefühle auf. Sie hatten keine Ahnung, wie lange sie da in dem Bett gelegen waren, und es war ihnen auch herzlich egal!

Was zählte, waren nur sie beide, die eine kurze Trennung, eine lange Trennung und einen schrecklichen Unfall überlebt hatten. Sie hatten sich diese Zeit der Liebe und der Leidenschaft in dieser Suite an ihrem Hochzeitstag mehr als verdient.


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