15.Kapitel


Erschrocken schlug er die Augen auf.
War das jetzt ein Traum oder nicht? Die Vorstellung schien eigentlich unmöglich, dennoch irgendwie wunderschön zu sein, Collin eine rein zu hauen.
Er verspürte jedoch auch schlimme Kopfschmerzen und ein unwohliges drücken im Brustbereich.

Währenddessen erblickten Theos Augen ein weißes grelles Licht, so dass er seine Augen wieder zusammenkneifen musste. Als er sie abermals öffnete, blickte er in ein anderes Bild. Eine junge, etwa 25 Jährige Frau erschien in seinem Blickfeld. Sie begutachtete ihn aus mitfühlenden Augen. Sie trug einen weißen Kittel und ihre blonden Haare waren zu einem Zopf gebunden. War er beim Artzt?
Er wollte etwas sagen, konnte es jedoch nicht. Sein Mund war zu trocken und es schien zu anstrengend zu sein. Wenigstens wollte er aufstehen. Als er sich erheben wollte, spürte er einen nervenden Druck, der ihn an den Armen und Beinen abhielt auf zu stehen. Mit seinen ganzen Kräften versuchte er sich von den Fesseln loszureißen, was ihm nur noch mehr Schmerzen zubereitete.

,,Es lohnt sich nicht, spar dir deine Kraft lieber für was anderes ein", fing die Frau überraschenderweise an zu sprechen.

,,Habe ich dir erlaubt mit ihm zu sprechen", hörte Theo plötzlich eine sehr verhasste Stimme.

Collin kam durch das Zimmer und begutachtete den Jungen. Collin hatte auch in dem Kampf viel abbekommen. Er trug nicht nur ein blaues Auge, auch sein ganzer Körper war übersäht mit blauen Flecken und Schrammen. Er hätte echt nicht erwartet, wie heftig der Junge zuschlagen konnte. Es beruhigte ihn aber etwas, dass er wusste, was er mit Theo vorhatte. Bei diesem Gedanken musste Collin sein dreckiges Grinsen wieder aufleben lassen.

,,Ist er bereit", fragte Collin die junge Ärztin.

,,Aber Collin, äh... ich meine Chef, ich glaube nicht, dass..."

,, Das heißt Sir und das Andere ist egal, er kann jetzt mitkommen. George, bind ihn los. "

Ein weiterer Mann kam ins Zimmer. Während Theo merkte, dass er los gebunden wurde, wollte er am liebsten auf jeden Einschlagen, den er sieht. Angefangen mit dem fremden Mann, der ihn los machte. Der Mann, der anscheinend George hieß, gehörte zu den kräftigen Typen, den Collin auch deshalb ausgewählt hatte. George war ebenfalls ziemlich kräftig gebaut und Theo konnte eigentlich wissen, dass er gar keine Chance hatte. Theo's Versuche den Mann fertig zu machen misslungen, da er Theo sobald er auch nur richtig stand, die Arme schmerzhaft hinter dem Rücken hielt. Theo wusste gar nicht was passierte und schrie erschrocken auf, als George ihn festhielt.

Theo hatte keine Wahl Collin zu folgen. Was er vor hatte, wusste er auch nicht. Irgendwie war er sogar gespannt darauf, was wohl passieren würde. Vielleicht würde er dann bald endlich die ganze Wahrheit erkennen.

Der Raum indem er gebracht wurde, sah genau so aus, wie der Verhörraum am Vortag. Auch hier wurde er wieder mit einer Fußfessel an einem Stuhl befestigt, während Collin sich ihm gegenüber saß.

Die Tür wurde zugeschlagen und er war mit Collin wieder alleine.

,,Ok, Theo, ich frage dich nocheinmal, was denkst du ist das hier?"

Angst, dass Theo bestraft werden könnte, antwortete er lieber gleich.

,,Ich weiß es nicht. Ihr beobachtet Menschen und führt Experimente durch oder so. Warum, würde ich auch gerne wissen."

Mit zusammengekniffenen Augen blickte Collin Theo an, als ob er ihm nicht recht glauben sollte. Theo starrte währenddessen einfach zurück. Eine andere Beschäftigung gab es ja auch nicht.

,,Jedenfalls", begann Collin offensichtlich bereit die Wahrheit zu sagen. ,, Wir sind die Organisation: Help to survive. Wir helfen zum überleben, abgekürtzt einfach O.H.T.S. Du kannst aber das O auch weglassen. Wir heißen so, weil die Welt einfach nicht vorankommt. Wie sollen wir eine tolle Zukunft werden, wenn wir nicht weiter denken? Irgendwann holt uns die Sonne ein und zerstört, haben wir sowieso schon alles. Wenn wir nicht etwas gemacht hätten, würden wir jetzt immer noch so altmodisch leben, Krebs hätte man nicht heilen können oder auch andere Krankheiten. Verstehst du, diese Organisation dient als Hilfe."

Gespannt hörte Theo zu. Die Gedanken und Fragen in seinem Kopf ignorierte er, um ihn nicht zu unterbrechen.

Doch dann rutschte ihm doch etwas raus:,, Warum denn ausgerechnet Menschen? Ich bin sowieso gegen Experimente, aber Tiere gibt es auch...? Oder nein nein, das ist auch scheiße.  "

Theo wusste eigentlich gar nicht, was er sagen sollte und was er gesagt hatte, verstand er auch nicht. Er war gegen alle Experimente mit Lebewesen, aber eine Alternative wusste er auch nicht.

,,Hörst du mir eigentlich zu? Ach und unterbreche mich nicht.
Ich habe gesagt, dass wir sowieso schon alles zerstört haben. Und du kannst doch keinem armen kleinen Tier Krebs anhängen oder Experimente mit ihm durchführen lassen."

,,Ach und mit Kindern oder wie?"

Reflexartig hielt sich Theo die Hand vor dem Mund. Es war ihn schließlich einfach so rausgerutscht. Wütend schlug Colin laut auf den Tisch.

,,Unterbreche mich nicht! Noch einmal und du wirst sofort als Probant angesehen."

,,Als Probant?"

,,Was habe ich gerade gesagt?"

Theo hoffte, dass er nicht auch als Testperson gesehen werden sollte. Er schluckte und hörte seinem Gegenüber wenigstens mit einem Ohr zu.
Theo verstummte und blickte ratlos vor sich auf die Tischplatte.

,,Also, wo waren wir nochmal? Äh... jedenfalls führen wir ein paar kleine Experimente durch. Wir bewachen nebenbei die Menschen, so dass denen nichts passiert. Noch dazu nehmen wir nur die sehr alten Menschen, die Straftäter bzw. Kriminelle oder auch kranke Menschen, die sowieso nicht mehr viel Zeit haben. Im Callcenter werden übrigens auch Menschen überwacht. Obwohl manchmal treffen wir uns auch im Callcenter mit wichtigen Leuten. "

,,Ich habe letztens einen wegbringen sehen."

,,Ja, ich weiß! Du hast echt ein lustiges Gesicht gemacht. Der war etwas dumm und auch etwas verrückt.  Um den brauchst du dir keine Sorgeb zu machen, genau so wenig um den Herren, den wir in der Nacht, als du hier hin gekommen bist, mitgenommen haben. Das waren alles Köder."

,,Köder?"

,,Später! Noch einmal gesagt, wir nehmen vor allem die, die die rote Farbe bei ihrem Ear-gadget erreicht haben. Na gut, manchmal auch einfach Weisenkinder, arme Leute, Obdachlose oder auch einfach gesunde Leute, aber nicht oft, da wir meist immer ein Argument haben müssen, warum sie hier landen. Einfach auch Leute, die nicht in unsere Gesellschaft passen. "

Theo sah auf. Er musste an seinen Opa denken, der auf einmal nicht mehr da war. Ungefähr als er 4 war, hatte Mum ihm erzählt, dass es an der Zeit war, ihn zu vergessen.  Er war zwar traurig, machte jedoch auch, dass was alle ihn sagten, ihn vergessen. Nur jetzt kam die Erinnerung hoch. Wie er zum Beispiel immer über seine Glatze gestrichen hatte, die immer das tollste an seinem Opa war. War er vielleicht noch hier?

,,Na ja, die meisten älteren Leute sterben bereits nach spätestens 2 Jahren. Sie halten das hier meist einfach nicht so lange aus", holte ihn Colin zurück in die Gegenwart, was Theo sehr wütend machte.

Er blitzte ihn aus seinen funkelnden Augen an. Colin schien das nicht zu stören. Er kannte Theo schon lange genug, um über seinen verloren gegangenen Opa bescheid zu wissen. Es machte ihm eine Freude die Erinnerungen in Theo wieder aufleben zu lassen ohne, dass er viel dafür tun musste.

,,Na ja, es kommt ja auch auf die Nerven an. Wer ein Enkelkind zu Hause hatte, dass ihm die ganze Zeit, um die Ohren geschrien hatte, hält natürlich viel mehr aus."

Colin beobachtete ihn genau und amüsierte sich über den Versuch, als Theo funkelnd aufsprang und anschließend selbstverständlich nicht weit kam.

,,Vielleicht fangen wir einfach von forne an. Du erinnerst dich ja oder dir wurde von den ganzen Anschlägen noch vor den Kameras erzählt. Sie wurden eingeführt um die Menschen zu beschützen. Eigentlich war alles schon viel früher geplant. Mein Vater und dein Opa Väterlicherseits kannten sich. Ihr Plan war die Menschheit weiter zu bringen, ihr eine neue, bessere Zukunft zu ermöglichen. Für dich wird es sich wahrscheinlich unglaubwürdig anhören, aber es wahr so, ich kann es bezeugen."

,,Ach und ich kann dir trauen?"
Warnend blickte Colin Theo an.

,,Dein Opa und mein Vater kannten sich und die Anschläge waren ihr Plan, mit dem Namen unserer Organisation. Sie wollten den Menschen wissen lassen, dass die Welt nicht sicher ist und genau das haben sie geschafft.  Ihr Vorschlag Kameras zu errichten wurde angenommen und unsere Organisation wurde immer größer. In jedem Land stehen Überwachungsgebäude mit unserem Namen.  Auch dein Vater bekam das mit. Wir waren damals beste Freunde, auch wenn dein Vater etwas älter als ich ist. Es war meine Idee mit den Experimenten. Zuerst war dein Vater nicht wirklich überzeugt, doch ich konnte ihn endlich irgendewann davon überreden. Anfangs waren die Experimente auch harmlos und sie verursachten nicht einmal Schmerz. Als ich die Experimente auf ein höheres Level bringen wollte, haben wir uns gestritten."

,,Und dann?"
Theo konnte und wollte es nicht glauben, aber die Geschichte wollte er trotzdem hören.

,,Ich hatte etwas mehr Leute auf meiner Seite und wir haben ihn verbannt."

,,Verbannt?"

,, Am Ende der Stadt kann man welche abschieben. Wenn sie uns nicht mehr dienen können oder sie uns einfach in die Quere kommen."

Ungläubig blickte Theo ihn an.
,,Ich glaube kein Wort. Mein Vater würde so etwas nie tun."

,,Hat er, er ist übrigens so scheiße geworden, nachdem du auf der Welt warst, nicht einmal ihn zu bedrohen hat ihn davon abzuhalten so zu denken."

,,Sie meinen doch nicht ernsthaft, dass mein Vater damit drin steckt. Er..., er ist Tod!"

Theo merkte gar nicht, dass er immer lauter wurde. Aber es konnte ja auch nicht sein. Sein Vater verschwand spurlos und seine Mutter sagte ihm, dass er nicht zurückkommen würde, also dass er Tod war.
Collin schwieg weiter und ließ Theo in seinen Gedanken.

,,Er ist Tod", schrie Theo. Sein Lebem konnte doch nicht falsch erzählt worden sein, das durfte einfach nicht sein. Mit 8 war er weg ohne sich zu verabschieden. Theo konnte sich noch genau daran erinnern. Es war eine der schrecklichsten Nächte in seinem Leben, da er nicht wusste wo Dad hin war. Normalerweise war er immer da und sagte ihm Gute Nacht, zusammen mit Mum. Früher hatte er immer mit Theo mit einem Ball gespielt oder war immer für ihn da, soweit Theo sich erinnern konnte.

Doch dann stockte er. Oft war sein Vater auch nicht zu Hause gewesen. Was er arbeitete, wollte er auch nicht verraten. Meistens ging er Abends, wenn es schon längst Nachtruhe war und man sich schon lange nicht mehr draußen aufhalten durfte.

,,Siehst du", mischte sich Collin mal wieder ein, dem es aufgefallen war, dass Theo's Gesichtsausdruck sich änderte.

,,Nein, das geht nicht!!! Es geht einfach nicht." Theo wurde immer verzweifelter, wenn er daran denken musste, dass sein Vater noch leben könnte.

,, Ist halt so, komm damit klar.  Ach und übrigens, du siehst dein Vater sowieso nicht wieder. Als ob du je hier rauskommen könntest. " Colin lächelte boshaft und amüsierte sich über Theo.

Er rechnete jedoch nicht damit,  dass Theo ihn anschließend gegen sein Schienbein trat. Das er das konnte, trotz der Fußfessel, war Theo auxh gerade erst aufgefallen und erfreute sich über Collin, der sich sein Bein halten musste, während er Theo wütend anblickte.

,,Ach und übrigens, ich habe dir immer noch nicht alles gesagt. "

Überrascht sah Theo ihn an. War seine Mutter jetzt ein Zombie oder was? Irgendwas schlimmes musste ja jetzt kommen, als Bestrafung.

Collin machte es spannend, in dem er extra wartete, bevor er weiter erzählte.

,,Das wichtigste Experiment hier heißt Projekt A. Aber vorerst, wusstest du, dass du einen Bruder hattest?"

Erschrocken horchte Theo auf. Was erzählte sein Gegenüber bloß für Lügen. Er konnte doch keinen Bruder haben.

,,Ja, du hast einen Bruder. Er heißt John, lebt aber nicht mehr."

Abermals schluckte Theo.

,,Es war ein Unfall, ein Auto rammte ihn und seine Verletzungen waren zu schlimm, um ihn zu retten. Er kam auch direkt zu uns. Schließlich haben wir hier die besten Ärzte. Dennoch konnten wir es nicht schaffen. Deinem Vater zerbrach die Welt. Du warst noch nicht auf der Welt oder jedenfalls auf jeden Fall noch ein Baby. Dein Vater lag jeden Tag neben seinem Bett. Alle sagten bereits, er würde es nicht schaffen. Doch ich hatte in der Zwischenzeit alles in die Wege eingeleitet für Projekt A. "

Theo hörte gebannt zu, mit der Angst, was die nächsten Worte des Mannes waren.

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So, über 2100 Wörter. 😂

Findet ihr es gut, dass das so ein langes Kapitel ist oder hättet ihr lieber kürzere?😉

Ach und was glaubt ihr wird hier passieren?😈😇

Was ist Projekt A?😌

Und was ist mit dem Vater?😆

Falls irgendwie etwas nicht zu der Geschichte passt/ihr das nicht toll findet/etwas sich komisch anhört, lasst es mich am Besten wissen.😅

PS: Wer immer Voted und/oder immer Kommentare darlässt, den widme ich vielleicht auch mal ein Kapitel😊

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