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Gegen 20:00 Uhr waren die anderen gefahren und David blieb noch bei mir, weil seine Mutter noch hier war. Wir lagen zusammen auf meinem Bett und ich starrte Löcher in die Luft. ,,Wie fühlst du dich?", fragte er und drehte sich, sodass er über mir lag. ,,Verdammt gut", flüsterte ich zurück, denn unsere Gesichter waren kaum einen Zentimeter voneinander entfernt. Er beugte sich noch ein wenig vor um die winzige Lücke zwischen uns zu schließen. ,,Ich liebe dich", wisperte er gegen meine Lippen und fuhr ihre Konturen ab.

Vorsichtig hob er mich an, dass ich halb auf ihm lag und küsste mich auf meinen Scheitel. Auch wenn wir uns letzte Woche jeden Tag sahen, kam es mir vor als hätten wir kaum Zeit füreinander. Er dachte wohl dasselbe und sprach es laut aus.

,,Ich habe gerade genau an das selbe gedacht", sagte ich und strich durch seine Haare. ,,Das wird sich aber jetzt ändern."

*1 Woche später*

Heute war Sonntag und das hieß, dass ich morgen wieder in die Schule gehen musste. Jedoch fand ich die Vorstellung nicht einmal so schlimm, denn Sophie war endlich Weg. David hatte mir erzählt, dass die übrig gebliebenen Mitläufer meine Freunde nicht eines Blickes würdigen. Unter anderem liefen die Vorbereitungen für den Abi-Ball auf hochtouren und es ging die Hälfte der Unterrichtszeit dafür drauf. Ich war mit meinem Freund und Kim in der Gruppe "Dekorieren", was ich eigentlich ganz gut fand, denn Technik und sowas war nichts für mich. Es war mir zwar noch immer ein Rätsel, wie ich mich morgen den ganzen Tag über fortbewegen sollte, aber mal sehen.

Am Abend duschte ich noch mit einer Tüte um mein Bein und ging im Anschluss in mein Bett um noch "Gossip Girl" zu schauen.

,,Freust du dich schon auf Morgen? :D", fragte mich mein Freund provokativ.

Ich hingegen ging auf die Provokation nicht ein und schrieb zurück : ,,Jap :)"

Am nächsten Morgen zog ich mir eine helle Shorts, eine weiße dünne Bluse und dazu meine Vans an. Allerdings nur einen Schuh. Ich kramte mein Schulzeug zusammen, humpelte die Treppen herunter und frühstückte zusammen mit meinen Eltern.

,,Einen schönen Neuanfang ohne diese Clique", sagte mein Vater zur Verabschiedung und ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange. ,,Danke", erwiderte ich mit einem breitem lächeln und wartete, bis meine Mutter mit dem Frühstück fertig war, damit sie mich zur Schule fuhr.

David wartete schon auf dem Parkplatz auf mich und nahm meine Krücken entgegen. ,,Guten Morgen", begrüßte ich ihn lächelnd und er grinste zurück und drückte mir einen Kuss auf die Lippen, anstatt etwas zu sagen. Meine Mutter saß auch noch im Auto, was wir aber ausgeblendet hatten und sie begrüßte David mit wackelnden Augenbrauen. Ich musste nur lachen und stieg kopfschüttelnd aus dem Auto. ,,Ciao Mom", verabschiedete ich mich und gemeinsam betraten wir den Schulhof. Jeder, wirklich jeder, starrte uns an. Aber es gab kein blödes Getuschel, sondern es war irgendwie anders. Gut anders.

Als wir im Schulgebäude ankamen, trafen wir auf unsere Freunde, die ich freudig in Empfang nahm. Marvin umarmte ich auch und David nickte mir lächelnd zu. Der Unterricht würde in wenigen Minuten beginnen, weswegen David, Marvin und ich uns auf den Weg zum Chemieraum machten. David trug mich die Treppen hoch, wofür ich echt dankbar war und vor dem Raum standen Adriana und Michelle. Als ich sie sah musste ich schlucken und David drehte mein Kinn, sodass ich zu ihm schaute.

,,Alles ist gut", raunte er und lehnte seine Stirn an meine. Ich nickte glücklich und küsste ihn lange. ,,Leuteee", sagte Marvin gespielt angeekelt und brachte mich somit zum lachen. Unser Chemielehrer schloss den Raum auf und wir setzten uns wie immer in die letzte Reihe. Jedoch setzte sich Marvin neben David, denn hinten waren erstens genug Plätze frei und zweitens wollte er nicht mehr neben seinen ehemaligen 'Freunden' sitzen.

Nach den 90 Minuten, die erstaunlich schnell vorbeigingen, gingen wir aus dem Raum hinaus in Richtung Cafeteria. ,,Bringst du mir ein Brötchen mit?", fragte ich an meinen Freund gerichtet und er nickte nur. Marvin und ich saßen alleine am Tisch und mein Fuß war auf einem Stuhl positioniert. ,,Wie geht's dir?", fragte Marvin und schob sich eine Pommes in den Mund. ,,Ziemlich gut", sagte ich und nickte bestätigend. ,,Das freut mich", sagte er und lächelte leicht.

David kam wieder und reichte mir mein Brötchen. ,,Danke", sagte ich grinsend und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

Die nächsten 3 Stunden würden wir noch für den Abi-Ball weiterarbeiten, der übrigens nächstes Wochenende war, und die "Helfer" waren auch mit eingeladen. Klar, galt das nicht für die ganze Stufe, aber die die dekorierten, die Musik und Technik und das Buffet organisierten. Das hieß auch für mich und David, dass wir nächstes Wochenende auf dem Ball eingeladen waren. Auch wenn es nicht unser Schulball war und unserer nächstes Jahr sicher ein ganz besonderes Erlebnis sein würde, freute ich mich darauf. Der Ball wurde "Eisball" genannt und die Farbverhältnisse waren logischerweise weiß und zwischen allen blautönen. Ich musste natürlich noch schauen, ob ich etwas passendes im Kleiderschrank hatte, aber mein Gips passte immerhin schon.

In meiner Gruppe war glücklicherweise nicht die Clique, sondern nette Leute. Ich hatte generell das Gefühl, dass ich von allen etwas freundlicher angesehen und akzeptiert wurde, seit Sophie weg war. Wir waren in einem Nebenraum der Aula untergebracht und bastelten und gestalteten irgendwelche Dekosachen. Kim und ich stellten gerade eine große Schneeflocke her und das Ergebnis sah wirklich schön aus. David und ein anderer Junge aus meiner Stufe gingen in den Schulkeller und hatten irgendwelche hellblauen Lichterketten rausgesucht.

Nach drei ziemlich anstrengenden Stunden entschieden meine Freunde und ich in die Stadt zu fahren und essen zu gehen. Marvin war zwar mit seinem Wagen da, ließ diesen aber an der Schule stehen und wir fuhren alle mit dem Bus. David trug mich die ganze Zeit von A nach B, was wirklich Vorteilhaft war, weil er der Meinung war das ich mich nicht überanstrengen sollte.

***

Ihr seid alle toll, nicht vergessen <3

Song im Anhang : Hailee Steinfeld & Grey feat Zedd- Starving

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