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Am nächsten Morgen in der Schule bemerkte ich, dass irgendwas anders war. Sophie schubste mich mal wieder zur Begrüßung und ich wurde wie immer beleidigt, aber David ignorierte mich. Als ich ihn fragend ansah, schaute er schnell weg. Wie unerwartet.
Nach Physik hatte ich Mathe und ich wollte mir auf den Weg dorthin noch ein Brötchen bei der Cafeteria holen, aber Michelle versperrte mir den Weg. Ich wollte links an ihr vorbei gehen, als sie rief: ,,Bleib stehen, Bitch."
Adriana kam von der Seite und schubste mich auf den Boden. Plötzlich hatten sich alle um mich versammelt und machten mich gemeinsam fertig.
,,Fettes Miststück." ,,Haha, was ein Opfer." ,,Bring dich doch endlich um." ,,Hure." , sagten mir alle grauenvollen Menschen um mich rum und lachten. David auch.
Das wurde mir zu viel. Ich rappelte mich auf, wurde aber von Marvin wieder auf den Boden gedrückt. Ich hielt mich jedoch an seinem Arm fest, drückte mich erneut hoch und mir gelang es abzuhauen. Ich rannte heulend aufs Klo.
Und ich tat es wieder. Ich schaffte es nicht stark zu bleiben. Ich konnte das nicht. Ich sank in mich zusammen und weinte.
Als ich merkte, dass sich unter mir eine Pfütze aus Blut gebildet hatte, versuchte ich aufzuhören. Ich versuchte das Blut so gut wie möglich mit Toilettenpapier zu stoppen, aber wirklich viel besser wurde es dadurch auch nicht. Ich ging gerade aus der Toilette raus, als Adriana, Sophie und Michelle mir entgegenkamen. Juhu.
,,Aww hat die kleine Vivienne sich mal wieder ausgeheult? Ritz dich doch zu Tode" , sagte Sophie und Adriana schlug mir in den Bauch. Sie traf eher meine Rippen, aber das machte ja nicht wirklich einen Unterschied. Das reichte mir endgültig. Ich riss mich schnell los und ging ohne mich abzumelden nach Hause.
Ich hatte schon oft über Selbstmord nachgedacht, aber ich hatte in sowas einfach viel zu viel Schiss. Ja, ich war ein Angsthase.
Trotzdem fragte mich von Tag zu Tag, wie ich das verdient hatte. Ich hatte niemandem etwas getan. Und trotzdem behandelten meine Mitschüler mich, wie der letzte Abschaum. Ich hatte schon öfters darüber nachgedacht einfach die Schule zu wechseln, aber dann müsste ich erstens eine Stunde eher aufstehen, weil die nächste Schule so weit weg war und zweitens ist das auch keine dauerhafte Lösung. Ich meine, ich würde ja trotzdem an alles erinnert werden. Ich würde diesen grauenhaften Bauklotz trotzdem jeden Tag sehen. Es machte alles keinen Sinn.
Als ich mich wieder beruhigt hatte ging ich nach unten. Meine Eltern waren da und schauten mich besorgt an. ,,Vivienne ist alles in Ordnung? Wir haben dich 2 mal zum Essen gerufen und du hast nicht reagiert ", fragte mein Vater.
„Jaja, alles gut", sagte ich und setzte mein Fake-Lächeln auf. Beim Abendessen ging es um unseren Urlaub der in 2 Monaten sein würde. Ich freute mich darauf, wirklich. Wir würden mit Freunden fahren und diese hatten einen Sohn der, genau wie ich, 16 Jahre alt war und eine 8 Jährige kleine Tochter. Der Junge hieß Leon und wir waren nicht wirklich Freunde, sondern verbrachten immer die Sommerferien miteinander. Außer dann hatten wir nicht wirklich Kontakt, deshalb würde ich uns nicht als Freunde bezeichnen. Als ich merkte, dass ich mir wieder viel zu viele Gedanken machte, ging ich nach oben und spielte noch ein wenig Klavier. Ja, ich hatte ein Klavier und spielte ab und zu noch. Es beruhigte mich und wenn ich spielte, konnte ich alles für einen kurzen Moment vergessen.
***
Ihr seid alle wundervoll,nicht vergessen <3
Song im Anhang : 5 Seconds Of Summer - Amnesia
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