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- Vivienne's P.o.V. -

Als ich meine Augen öffnete, lag ich irgendwo anders. Ich ließ meinen Blick durch den Raum schweifen bis ich.. David und meine Mom sah?

,,Wo bin ich und was ist passiert?", murmelte ich, weil ich Kopfschmerzen hatte.

,,Du bist im Krankenhaus, mein Schatz. Du bist im Sportunterricht Ohnmächtig geworden und David ist die ganze Zeit bei dir geblieben. Ich sage den Ärzten eben Bescheid das du wach bist und hole dir ein Glas Wasser", sagte meine Mutter. Das waren zu viele Informationen auf einmal für. Ich ließ mir alles noch einmal durch den Kopf gehen und dann erinnerte ich mich wieder. Mir ist in Sport total schlecht und schwindelig geworden und dann war alles schwarz. Meine Mom ging aus dem Raum raus und David und ich waren alleine.

,,Hey. Wie geht's dir, Kleine?", fragte er und sah mich leicht besorgt an.

,,Bis auf, dass sich mein Kopf Tonnen schwer anfühlt, ganz gut", sagte ich mit einem schwachen Lächeln. ,,Und Danke, dass du die ganze Zeit bei mir warst und bist", fügte ich noch hinzu, und erst dann bemerkte ich, dass er die ganze Zeit meine Hand hielt. Ich musste sofort lächeln und zog meine Hand nicht weg. ,,Mach ich gerne", meinte er mit einem schiefen Grinsen.

Meine Mutter und ein Arzt retteten die peinliche Stille, als sie den Raum betraten. Ich trank erst einmal was und bekam eine Schmerztablette, wegen meinen Kopfschmerzen. Mir wurde mitgeteilt, dass ich wieder nach Hause konnte, aber erst einmal ein bisschen Ruhe brauchte. Der Schwindel lag wahrscheinlich daran, dass ich zu wenig aß und trank. Wir verließen zu dritt das Krankenhaus und meine Mutter bot David an ihn mitzunehmen.

,,Vielen Dank", meinte er darauf zu meiner Mutter. Als sie fragte, wo er wohnte rutschte mir ein : ,,Er kommt mit zu uns", heraus. ,,Also nur wenn du willst", fügte ich noch hinzu.

,,Wenn das kein Problem ist gerne", antwortete er auf meinen Vorschlag. Er kam also noch mit zu uns, unter der Bedingung, dass ich im Bett liegen blieb und wir nichts anstrengendes taten oder so.

Als wir oben waren und ich mich hinlegte, brachte er mir noch eine Flasche Wasser hoch. ,,Deine Mom kocht, in einer halben Stunde ist das Essen fertig ", sagte er während er mir die Flasche gab. ,,Danke."

Er gab mir einen Kuss auf die Stirn und wollte sich eigentlich einen Stuhl neben mein Bett stellen, aber ich sagte ihm, dass es Okay wäre, wenn er sich neben mich legt.

,,Bist du müde? ", fragte er. ,,Irgendwie schon", antwortete ich ihm. ,,Versuch ein bisschen zu schlafen,  ich bleib hier. Versprochen", erwiderte er.

,,Bitte bleib für immer", murmelte ich noch als ich fast einschlief und mich an ihn herankuschelte.

Ich wurde wieder wach, als meine Mutter uns das Essen hochbrachte. Ich bin krank, ich darf das. Sie hatte uns Spaghetti Bolognese gekocht, sagte uns aber warnend, dass wir aufpassen sollen nicht zu kleckern. Sie ging wieder aus meinem Zimmer heraus und wir setzten uns auf mein Bett, weil man so definitiv besser essen konnte. Als wir fertig waren, schlug ich vor irgendwas auf Netflix zu schauen. Er stimmte zu und wir entschieden uns für "Insidious".

Nachdem wir zu Ende geschaut hatten, lagen wir einfach nur da bis er fragte : ,,Hatte es einen Grund, dass du nichts gegessen hast?" Ich kaute auf meiner Unterlippe herum und war unsicher was ich jetzt sagen sollte. Ich entschied mich für die Wahrheit.

,,Einerseits habe ich es unbewusst getan, weil ich auch sonst nicht wirklich viel esse, aber andererseits.. es macht mir manchmal zu schaffen, dass sie mich ständig ,,Piggy" und ,,Fett" nennen."

,,Vivienne. Ich weiß, es ist sinnlos und dumm dir das jetzt zu sagen, weil du deine Meinung nicht sofort ändern kannst, auch wenn du willst. Und ich weiß, ich habe keine Ahnung davon, wie das ist. Du bist weder fett noch hässlich. Du bist nicht dumm, nicht unnötig oder ein Hoffnungsloser Fall. Du bist du. Ich weiß, ich habe die letzten Jahre nicht mitbekommen, was alles passiert ist. Aber nach der kurzen Zeit kann ich dir sagen, dass du ein wundervoller Mensch bist. Die Clique ist krank im Kopf. Ich will nicht, dass du deine Zeit mit den Gedanken an sie verschwendest. Ich will nicht, dass du dich deswegen selbst verletzt. Ich habe schon einen wundervollen Menschen daran verloren der mir sehr Nahe stand. Und dich will ich nicht auch noch daran verlieren. Diese Menschen sind es nicht wert."

Ich war sprachlos. Und ich wusste nicht was ich dazu sagen sollte.

Ich ließ mir nocheinmal seine Worte durch den Kopf gehen, bis ich realisierte was er da gesagt hatte. Wer war dieser Mensch, den er verloren hat?

,,Du musst jetzt nicht's sagen. Aber ich denke, du fragst dich wer dieser Mensch war. Mein..", fing er an bis ich ihn unterbrach : ,,Nein nicht. Wenn es dir schwer fällt darüber zu reden, musst du das nicht."

,,Nein, es ist schon okay und ich vertraue dir. Mein Cousin.. es passierte vor 2 Jahren. Wir waren gleich alt, zu dem Zeitpunkt fünfzehn. Er ging nicht auf die selbe Schule, aber wir haben uns so gut wie jeden Tag gesehen. Er ritzte sich genauso wie du. Ich hatte erst von allem erfahren, als er bereits vor einen Zug gesprungen war. Ich habe ihn wie einen Bruder geliebt. Und tue es auch immernoch. Ich habe mich nach seinem Tod sehr verändert. Erst wurde ich zu jedem kalt, abweisend und sperrte mich in meinem Zimmer ein. Dann war ich 1 Monat lang so gut wie jeden Tag auf Partys. An einem Tag, ging ich in seine Schule und tickte komplett aus. Ich brüllte die ganze Zeit herum, sie sollen mir sagen wer ihn dazu gebracht hatte. Als ich die Typen dann fand prügelte ich sie Krankenhausreif. Ich habe es für ihn getan. Ich bin nicht stolz auf diese Zeit, aber nach weiteren 2 Monaten kam ich wieder zu mir. Das war auch einer der Gründe, weswegen wir umzogen und ich ein Jahr älter bin als du. Ich habe die 10. Klasse wiederholt, weil ich zu der Zeit auch nicht in die Schule ging."

Ich war doppelt so sprachlos wie vorhin. Als ich merkte, dass David eine Träne die Wange herunterlief schloss ich ihn in die Arme. Wir verweilten so eine lange Zeit. Ich fing auch an zu weinen und am Ende lag ich mit meinem Kopf auf seiner Brust und wir trösteten uns gegenseitig. Auch wenn wir nicht viel sprachen. Er hatte etwas beruhigendes an sich. Er lehnte sich an das Kopfteil meines Bettes an, sodass er nicht ganz lag. Ich 'drückte' mich an ihm hoch und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Er lächelte nur und nahm meine Hand.

Mir kam plötzlich eine Idee. ,,Soll ich dir meinen Platz zeigen, wo ich mich immer beruhige und über alles nachdenke? Meiner Mom sagen wir halt, dass ich frische Luft brauche" , sagte ich zu ihm.

,,Klar", sagte er mit einem schwachen Lächeln, aber man sah, dass er sich dazu zwang. Ich nahm seine Hand und wir gingen die Treppen hinunter. Wir sagten meiner Mutter schnell Bescheid und sie erlaubte es, solange er auf mich aufpasste, wegen meinem Kreislauf und so. Wir gingen an meinem Haus vorbei und kurz vor dem Feld gingen wir links. Der Weg war sozusagen neben dem Feld und man musste komplett daher laufen, um zu meinem Lieblingsplatz zu kommen. Wir waren am Ende des Weges und bogen rechts ab in einen kleinen Wald. Er fragte wann wir da seien und ich antwortete : ,,Noch ein kleines Stück."

***

Ihr seid alle toll, nicht vergessen <3

Song im Anhang : Birdy - Skinny Love

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