Brienne

Es war nun schon der zweite Monat ihrer Königlichen Reise, ihrer ersten Königlichen Reise an der wirklich der König teilnahm. Die Letzten Reisen waren immer nur mit der Hand des Königs, Lord Tyrion Lennsister, der bedacht darauf war soviel vom Reich zu sehen, wie er nur konnte. Doch dieses mal ging die Reise über das Reich hinaus in den Norden nach Winterfell, was wohl auch der Grund war, dass der nicht ganz so allseits geliebte König mitkam. Das ihr König nicht ganz so allseits geliebt war musste Brienne schon oft mit ansehen, oft wurden sie in Burgen und Gasthäusern, wenn sie denn dort schlafen durften, nur widerwillig in Empfang genommen. Den König selbst schien das allerdings wenig zu interessieren, doch Brienne hatte schon lange aufgegeben zu Rätseln, was in den Gedanken von König Brandon Stark I. passierte. Was sie wusste war, dass sie ihn beschützen musste. Das war sie allen Menschen und vor allem seiner längst verstorbenen Mutter schuldig. Doch war ihr nicht entgangen, dass er unter jeden Umständen auf die Reise mitkommen wollte, auch als Lord Tyrion Lennister sich kurzfristig dazu entschied in die Westlande zu reisen, war er versessen darauf, dass sie pünktlich starten würden. Es wurde langsam Dunkel und vor ihnen ragten die Zwillinge im Schein der untergehenden Sonne auf und Brienne fragte sich, ob die dort Anwesenden ihnen ein gutes Essen und einen warmen Schlafplatz bieten würden. Sie kamen an einem der Zwillinge an, doch die Tore waren verriegelt und ein Blatt Pergament war mit einem Messer daran befestigt. Der Name Stark ist nicht mehr würdig in dieser Burge Platz zu nehmen. Brienne guckte verwirrt zu ihrem König nachdem er die Nachricht gelesen hatte. ,,Wir werden am Wegrand schlafen müssen", sagte er mit der äußerst neutralen Stimme, die er meistens an den Tag legte. ,,Ich werde ein paar Kaninchen töten, damit wir wenigstens etwas zu Essen haben", sagte Königin Meera Reet resigniert. Natürlich kamen zwei der Weißröcke mit, der eine war Ser Ronald Sturm, ein Bastard aus dem Hause Connington, der andere war Ser Lucas Corbray, der jüngste Bruder des Lords Corbray von Herzheim. Brienne mochte die Königin gerne, sie war eine Frau, die nicht nur als Bruthenne in ihrem Schloss blieb. Sie konnte mit dem Schwert und dem Bogen umgehen und wusste was sie mit ihrem Leben erreichen wollte, in gewisser Maßen erinnerte sie, sie an Lady Catelyn. Brienne blieb bei König Brandon. ,,Sollen wir Heute den Raben nach Winterfell schicken?", fragte sie wie jeden Abend. Aus einem Grund, den Brienne nicht wusste, wollte der König nicht, dass seine Schwestern wussten, dass sie kommen würden. Doch sie machte was er sagte ohne nach zu fragen. So wie sie es immer tat. ,,Nein, wir müssen noch etwas warten. Ein paar Tage noch", sagte der König ohne sie anzublicken. Nach einer halben Stunde kamen die Königin und die beiden Ritter zurück, sie hatten fünf tote Kaninchen in ihren Armen. Die Königin bestand darauf sie selbst zu häuten und danach wurden sie auf einem Spieß über dem Lagerfeuer, dass Brienne vorher gemacht hatte, gebraten. Das Königspaar zog sich früh zurück und die erste Wache wurde Ser Raymund Biengraben und Ser Ley Weitmann zugeteilt, doch Brienne schlief nicht ein, sie war immer wachsam, wenn sie an der frischen Luft schliefen. Sie löste Ser Ley ab, der sich sofort in sein Zelt lag, aus dem sie schon nach kurzer Zeit sein lautes Schnarchen hören konnte. Ser Raymund wurde von Ser Kirth Vanke abgelöst, der vierte Sohn von Lord Norbert redete sehr wenig, was auch der Grund war wieso sie beim zuteilen der Wachen ihn als Partner nahm. Irgendwelche Vorteile musste es ja bringen Lord Kommandantin zu sein, denn dass sie geachtet wurde, war es auf jeden Fall nicht. Vor allem der alte Ser Raymund hatte noch die Vorurteile stark in sich verankert. Ihre Augen fielen immer wieder zu, bald müsste sie von Ser Lucas abgelöst werden. Auf einmal hörte sie ein Rascheln hinter dem Zelt des Königspaars, jetzt war sie hellwach. Das waren eindeutig Schritte um sie herum. An der Haltung von Ser Kirth merkte sie , dass auch er es hörte. Er ging schnell in Zelt indem Ser Lucas und Ser Ronald schliefen und weckte sie. Brienne sah vereinzelt Schatten in den Büschen und hinter den Bäumen. Es waren mindestens ein Dutzend Menschen, die dort um sie herum schlichen. Nun waren alle Sieben Ritter wach, sechs von ihnen hatten sich um das Zelt des Königspaars positioniert während Brienne die beiden aufweckte. Sie hörte wie draußen Eisen auf Eisen schlug, Männer beim Kampf stöhnten und Kettenhemden rasselten. Sie rannte aus dem Zelt und stellte sich ihren Gegnern. Der erste auf den sie traf war eine Frau, eine Frau in einem Kettenhemd, dass ebenso alt und zermürbt aussah, wie sie selbst und ihr Schwert war rostig. Der erste Hieb kam direkt auf Briennes Kopf zu, doch sie konnte ihn leicht abwehren und stieß ihr das Schwert in die Magengegend. Der Frau quoll das Blut aus dem Mund und sie sackte in sich zusammen. Neben sich sah sie sechs Mann, die sich zusammen auf Ser Ronald stürzten. Sie versuchte sich zu ihm durchzukämpfen, doch schaffte es nicht bevor er blutverschmiert am Boden lag. Sie tötete die übrig gebliebenen, bevor diese überhaupt wussten was passierte. Danach hievte sie sich den Körper von Ser Ronald über die Schulter und brachte ihn ins nächste Zelt. Als sie wieder rauskam war der Kampf bereits vorbei, überall lagen Leichen und ein Zelt war eingekracht. Zuerst musste sie sicher gehen, dass der König unverletzt war, sie könnte sich nie verzeihen wenn es nicht so wäre. Doch zum Glück war keiner der Angreifer in das Zelt gekommen. Ser Roland war schwer verletzt, das Bett war voller Blut. ,,Wir müssen ihm schnell helfen, holt Maester Samwell. Schnell!", schrie Brienne verzweifelt. Ser Lucas rannte hinaus und kam schnell mit dem dicken Maester wieder, der sich während des Kampfes wohl versteckt haben musste. Er hatte einen Beutel mit Medikamenten und andere Sachen dabei, indem er herumkramte und den Ritter verarztete. Brienne hoffte wirklich er würde es schaffen, Ser Roland war noch nicht lange Mitglied der Königsgarde und er hatte nie etwas schlechtes über Brienne gesagt.

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