Epilog
Aus Sicht des Erzählers:
Ruhig lag sie da, wie Schneewittchen, welche auf ihren Prinz wartet. Ihre Hände lagen gefaltet auf ihren Bauch und sie schien nur zu warten. Doch in diesem Fall war kein Prinz, auf den sie wartete.
Es war ein König.
Der König der Hölle.
Lucifer.
Bedächtig schreitet er auf das schöne Mädchen zu, dessen Haare in demselben Farbton leuchten, welches auch das Fegefeuer hat.
Die Musterung des jung aussehenden König, der so viel älter ist als er scheint, hinterlassen deutliche Spuren bei dem Mädchen mit den feurigen Haaren.
Bei seinem Näher treten hatte sie die Augen geöffnet als erwache sie aus einem tiefen Schlaf. Ihr Blick sagte mehr als tausend Worte.
Sie liebte diesen Mann und das würde sich niemals ändern. Dazu war sie ihm schon zu sehr verfallen.
Auch in den Augen des Herren der Hölle war nichts Anderes zu lesen. Jedoch schien er nervös.
Seine Hände umklammerten etwas, was sich in seinen Händen zu befinden schien. Es war klein und glänzte in dem Dämmerlicht. Dennoch konnte seine Nervosität ihn nicht von seinen Vorhaben abhalten.
Nun doch entschlossen überwand der König den letzten Abstand, welcher ihn noch von seiner Angebeteten trennte, kniete sich zu ihr nieder und enthüllte das Objekt, das er eben noch so nervös umklammerte.
Es war ein Ring mit Rubin in der Fassung.
Die Insignie des Todes.
Seine Finger zitterten als er seiner Königin den Ring an den Finger steckte.
"Della" flüsterte er leise ihren Namen, bei dem ihm jedes Mal ein angenehmer Schauer durchfährt, wenn er ihn ausspricht.
Auch Della, seine Königin, sah mehr als zufrieden aus. Selbst ihre Finger waren nicht still als sie seine Wange streichelte.
"Ich bin bei dir." schien ihr Blick zu sagen.
Vorsichtig tasten ihre Finger weiter hinunter zu seinem Hals, wo sie langsam an seiner Kette zog, um ihm diese über den Kopf zu ziehen.
Als ihr dies gelang, strich sie dir Kette mit dem seltsamen Anhänger auch schon über ihren Kopf. Dieses Mal war es die zweite Insignie.
Die Insignie des Lebens.
Die junge Königin strich noch über den blauen Anhänger, der heller strahlt als alle Weltmeere, während Lucifer sich bereits erhoben hat, um etwas Bestimmtes zu suchen.
Es befand sich unmittelbar am Eingang des Raumes, an dem das Ritual stattfand. Mit festen, kräftige Schritten, welche die Entschlossenheit des Mannes nur umso mehr verdeutlichen, ging er auf den Gegenstand zu.
Ein Septer mit Drachengriff und einer gelben Kugel.
Die letzte Insignie.
Die Insignie der Ewigkeit.
Kaum hatte er diese ergriffen, eilte er auch schon zu seiner Seelenverwandten, dessen Augen wieder geschlossen waren.
Sie wartete wieder auf ihn und folgte dem blinden Vertrauen, was sie immer überkommt, wenn sie bei ihm war.
Während Lucifer langsam, aber dennoch mit abnormer Sicherheit in ihre Richtung trat, lag sie nur da uns lauschte den melodischen Worten, welche Lucifers Mund verließen.
Sie wusste, dass es sich hierbei um Latein handeln musste, doch die Sprache war ihr nicht geläufig.
Das Einzige, was die baldige Königin wahrnahm, war ein ganz bestimmtes Wort, welches sich geradezu dich die Stille zu schneiden schien.
Es war "vita".
Kaum war dieses Wort den Lippen des Mannes entflohen, spürte die Frau ein leichtes ziehen am Hals. Der Anhänger, welcher nun noch intensiver strahlt, erhob sich von ihrer Brust und schwebte in der Luft. Dabei schien er zu vibrieren.
Und schon wieder sagte Lucifer einen Satz, der das Wort "vita" enthält.
Augenblick strahlte der Anhänger so hell, dass es ihm unmöglich war es anzusehen. Doch Della konnte fühlen, was passiert.
Die Macht, welche in dem Wort zu stecken schien, ließ den blauen Anhänger in einzelne Partikel zerfallen, welche sich nun wieder zu einem blauen Gas vereinten. Eben dieses Gas schwebte von dem Anhänger zu Della.
Es war als würde die junge Frau das Gas aufnehmen. Sobald es bei ihr angekommen war, befiel es ihre noch immer geschlossenen Augen, die sich nun vor Schock weiten. Schnell schien das Gas in ihre Augen zu fließen, welche kurz aufleuchten, bevor sie wieder den normalen Farbton annahmen.
Noch immer war die Frau geschockt, wohingegen Lucifer weiterhin seine Formeln sprach. Als die Worte "mors certa" ertönten, durchfuhr sie ein weiterer Schmerz.
Der Ring, welchen sie am Finger trug, schien sich zusammen zu ziehen. Der Druck schien unerträglich, dennoch beschwerte sie sich nicht. Auch der Ring löste sich nach Sekunden endloser Quälen in roten Rauch auf und kroch Della in ihren Mund.
Das Mädchen röchelte daraufhin, bewegte sich jedoch sonst nicht von der Stelle. Auch der König hatte sich nach einen besorgten Blick zu der Frau wieder seinen Worten zugewandt.
Auch dieses Mal stach ein Wort ganz besonders heraus. Dieses Mal war es das Wort "aeternitas" das brachte den Septer, den Lucifer noch immer hielt zum Leuchten.
Lucifer schritt auf das Mädchen zu und deutete mit dem Septer auf ihr Herz. Seine Worte waren nun beendet. Jetzt, da auch der Septer sich in gelblichen Rauch auflöste und sich geradewegs in das Herz dee Frau fraß.
Sie schrie.
Die Schmerzen, welche bei diesem Ritual hervorgerufen werden, waren schmerzvollen als die, die man bei der natürlichen Geburt erfährt.
Ihre Augen leuchteten in einem intensiven Blauton, ihr Kopf und ihre Halspartie leuchtete rötlich und der restliche Körper war von einem leuchtenden Gelb umhüllt. Der König wurde weggestoßen von der gewaltigen Macht.
Mit einem vor Schmerz verzerrten Gesicht lehnt er an der Wand, während Della nun vollständig eingehüllt wurde.
Doch plötzlich verstummten die Schreie.
Die nun nicht mehr vom Licht beschienene Della lag noch immer an der gleichen Stelle, doch jemand lag neben ihr.
Eine Unbekannte.
Eine Frau mit brennenden Schwingen lag neben ihr.
Die Frau kam Lucifer bekannt vor. Seine Seelenverwandte hatte sie immer Mandy genannt, doch er kannte sie unter den Namen Flame. Seine Nichte.
Sie erwachte vor Della. Aufgeschreckt sah sie sich um, doch bevor er etwas sagen konnte, verschwand sie. Er wollte ihr gerade nachstellen als Della ein schmerzhaftes Stöhnen von sich gab.
Schnell rannte er auf sie zu, kniete sich zu ihr nieder und half ihr sich aufzusetzen. Sie sah ihn mit einem dankbaren Lächeln an, was sein Herz erwärmen ließ.
In dem Moment waren beide einfach nur glücklich, dass sie dieses Ritual erfolgreich gemeistert haben, ohne dass jemanden Leben gefährdet wurde.
Der König beugte sich hinunter unter küsste die Frau, die für ihn Alles bedeutete. Auch sie konnte nichts Anderes als seinen Kuss mit freudiger Intensität zu erwidern.
Doch sobald sie sie sich voneinander lösen, war etwas ganz klar in den Augen beider zu sehen. Das war der Anfang einer Liebesgeschichte, die nie ein Ende nehmen wird. Nichts auf der Welt würde es je schaffen diese zu breche und das sollte immer so sein.
Für diejenigen, welche durch kein Latein in der Schule gefoltert werden, habe ich noch einmal die Übersetzung. Ich habe es auch bewusst bei einzelnen Wörtern belassen, die leicht zu entschlüsseln sind.
vita = das Leben
mors certa = der Tod ist sicher
aeternitas = die Ewigkeit
❇
So das Buch ist vorbei😉
Bekomme ich noch ein Feedback?
Danke für das Lesen
meiner Story😘
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