1.Kapitel
Myra und Tallis Mc-Dilyer lebten ein eingeengtes Leben im Waisenhaus Floridenz. Die Kinder im Waisenhaus wurden nicht gut behandelt. Die Zimmer waren klein. Wenigstens gab es Radio Empfang. Myra und ihr Zwillingsbruder Tallis hörten die Nachrichten und waren gespannt ob ihr Freund Mark Krilan sein Ziel schon erreicht hatte. Der Sprecher begann:15:30Uhr die Nachrichten. Heute mit Louise Reyner. Der Dinoforscher Mark Krilan ist auf seiner Expedition verschollen. Keiner weiß wo er sich befindet. Alle verfügbaren Suchtrupps sind unterwegs. Bis jetzt ist noch keine Spur gefunden. Sein Ziel ist unbekannt. Man weiß nur,das er auf dem Weg nach Amerika war. In Richtung Gebirge. Wir halten sie am laufenden. Der Krieg in Syrien... Myra hatte das Radio aus gemacht. „Tallis hast du das gehört? Ich will nicht auch noch Mark verlieren!" sagte sie zu ihrem Bruder und weinte. Tallis sah sie an und reichte ihr ein Taschentuch,aber auch ihm rollten die Tränen die Wangen hinunter. Außer dem Forscher gab es für die Zwillinge keine Bezugsperson. Sie waren alleine in dem alten Waisenhaus. Noch nicht Mal Zimmernachbarn durften sie in ihr Zimmer einladen. Eine Mauer trennte das alte Schloss von der Freiheit. Im Garten gab es keinerlei Spielgeräte. Überhaupt konnten die Waisen nur selten aus dem Waisenhaus hinaus. Mark Krilan hatte die Zwillinge oft besucht und ihnen Spielsachen mitgeschmuggelt. Unter einem losen Dielenbrett hatten sie alles versteckt. Myra umarmte ihren Bruder und sagte:„Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben!" Es klang nicht so stark wie sie gehofft hatte. Ihre Stimme zitterte. Tallis wollte etwas erwidern als es an der Tür klopfte. „Mittagessen" schallte die strenge Stimme von Frau Raed durch die Flure von Floridenz. Die Türen wurden aufgeschlossen und die Kinder wurden auf die Tische im Speisesaal verteilt. Dann kamen die Köche und klatschten braune Klumpen auf die Teller. „Vitaminbrei!" verkündete Frau Raed. Tallis verzog das Gesicht. „Igitt,das sieht ja wiederlich aus!" murmelte ein Kind neben Tallis. Frau Raed drehte sich um:„Gibt es etwas zu Meckern Luzius?" fragte sie. Luzius schüttelte den Kopf und aß etwas von dem Braunen Klumpen. Myra sah angewiedert auf den Vitaminbrei und steckte ihren Löffel in dem Mund. „Bäh!" schrie sie und spuckte es aus. Frau Raed stöckelte herbei und funkelte Myra an:„Ah die vorlaute Mc-Dilyer! Willst du mir was sagen?" zischte sie. Myra erhob sich:„Diesmal werde ich nicht feige sein: Ihr ekeliger Fraß geht mir auf den Senkel! Würde mich nicht wundern wenn Arthur deswegen gestorben ist!"schrie sie die Heimleiterin an. Frau Raed wurde knallrot vor Wut und brüllte:„Zimmerarrest. Für dich fällt das Abendessen AUS!" Myra hob den Kopf an lächelte künstlich und säuselte:„Aber natürlich „geliebte" Heimleiterin. Ich würde nichts lieber tun!" Mit erhobenem Haupt Schritt sie aus dem Saal und ließ ein sprachlose Frau Raed zurück.
Als Tallis nach dem Essen in's Zimmer zurück kehrte strahlte er. „Wow Myra das war so mutig. Der hast du's gegeben!" Myra wurde leicht rot und dankte ihrem eine Minute älterem Bruder. Die Zwillinge waren 15 Jahre und verstanden sich gut. Myra war aber schon von Anfang an vorlauter dafür war ihr Bruder sehr schlau. In Momenten der Trauer waren sie immer für einander da. So wie jetzt. „Kein Abendessen ist schlimm. Was soll ich machen? Du weißt das ich ohne Essen nicht schlafen kann!" weinte Myra und Tallis lächelte. „Hier. Ich habe noch einen riesigen Vorrat an Essen des ich bei unseren Ausflügen ins Dorf gekauft habe. Kannst nachher was von nehmen!" bat er an und Myra war beruhigt. Ihr Schlaf war gerettet. Tallis verließ das Zimmer,er hatte ausnahmsweise die Erlaubnis seinen Zimmernachbarn Louis zu besuchen. Lust hätte er keine. Die Zwillinge hatten keine Freunde,was einer der Gründe war weshalb sie so an dem Dinoforscher hingen. Louis erwartete ihn schon und beide hörten Radio. Viel mehr Möglichkeiten hab es nicht. Außer dem Radio gab es eine alte verstaubte Tafel mit Kreide und Schwamm,ein paar Spiele,ein Bett,einen kleinen Hocker plus Mini Tisch,einen Schrank und sonst vielleicht noch einen Nachttisch. Die Lampen nicht mitgezählt. Es gab sogar noch Zimmer ohne Radio,wie das Zimmer von Alice,die einmal sagte das ihr das Essen nicht schmeckte und schon war ihr Radio weg.
Am Abend ging Tallis zum Abendessen und Myra nahm sich eine Scheibe Brot und etwas Butter aus Tallis Vorrat. Dann kaute sie einen Kaugummi. Da sie immer noch hungrig war aß sie ein Brötchen und trank das Glas mit der heißen Milch aus,welches Frau Raed persönlich vorbei gebracht hatte. Myra hatte es gerade noch geschafft das ganze Essen zu verbergen,Frau Raed hatte es zum Glück nicht gesehen. Myra zog sich um,ging in das Mädchen Badezimmer und putzte sich dort die Zähne. Dann ging sie schlafen. Tallis kam etwas später und ging ebenfalls ins Bett.
Am nächsten Morgen wurden sie durch das bimmeln der Morgenglocke geweckt. Stöhnend standen die Zwillinge auf und machten sich fertig. Myra zog ihre Schuluniformen aus dem kleinen Schrank und gemeinsam mit den anderen Kindern gingen sie zum Frühstück. Jeder Kind bekam ein Stück Eiweißbrot und ein Glas Wasser dann mussten sie in die Schule.
In der Schule angekommen wurden sie von Lehrer Steiner erwartet und ins Klassenzimmer getrieben. Als erstes stand Biologie auf dem Stundenplan. Der Lehrer stellte eine Frage nach der anderen und dann sollten die Kinder Fische sizieren. Ein paar wenige Kinder hatten Lust darauf der Rest versuchte sich zu drücken. Tallis sagte er habe ganz dolle Bauchweh und müsse auf die Toilette. Von dort kam er vorerst nicht zurück. Myra und Sophey,ein schüchternes Mädchen,kamen mit der Ausrede ihnen wäre furchtbar schlecht davon. Im Flur atmeten sie erleichtert auf und gingen zur Toilette. Dort fanden sie auch Tallis,der sich verbotener Weise ins Mädchenklo geschlichen hatte. Myra,Tallis und Sophey freundete sich an. Sie sprachen über Mark Krilan. Sophey seuftzte:„Ich sollte es eigentlich keinem sagen aber Mark Krilan ist mein Onkel!" „Was?" fragte Tallis erstaunt. Sophey nickte und erzählte was sie von ihrem vorherigen Leben wusste. Die Zwillinge hörten genau zu.
Ich habe das erste Kapitel fertig. Wie ist es so? Bin offen für Kritik.
Lg Johanna
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