18) Liu Homicidal

Dich auf dem Bett rollend, spielst du auf deinem Handy. Es sind Ferien und da die meisten deiner Freunde schon etwas vor haben, hast du nicht viel was du machen könntest.

Du setzt dich auf und rutscht an die Bettkante, während du die Nummer deines besten Freundes Jeff wählst.

„Hey Prinzessin~ was gibt's?" Du musst bei seinem Spitznamen grinsen. „Hey Jeffi. Mir ist Langweilig. Kann ich zu dir kommen?" - „Natürlich. Du weißt doch, dass meine Tür immer für dich offen steht." Mit einem Lächeln bedankt du dich und legst auf, bevor du aufstehst und dich fertig machst.

Den Schlüssel und dein Handy verstaust du in der Tasche, während du aus der Garage dein Fahrrad holst und davon saust.

Dass du Gefühle für Liu hast wusste Jeff schon lange, doch das diese so stark wurden nicht. Dein Bauch fängt an zu kribbeln, wenn du nur daran denkst den Braunhaarigen gleich wieder zu sehen.

Nach zehn Minuten kommst du an dem kleinen Haus an und stellst dein Fahrrad an der Hauswand ab, bevor du die Klingel betätigst. Jeff macht dir nach einigen Herzschlägsn die Tür auf und zieht dich direkt in eine feste Umarmung. Mit einem kleinen schmunzeln erwiderst du seine Geste und schmiegst dein Gesicht an seine Brust.

„Schön dich wieder zu sehen (V/N)" Du lächelst und gehst nach Jeff's Erlaubnis, an ihm vorbei ins innere. Am Eingang streifst du deine Schuhe und Jacke ab, bevor du dem Schwarzhaarigen die Treppen hinauf, in sein Zimmer folgst.

„Ist... Liu auch da?" Du hast die Tür hinter euch geschlossen und siehst deinem Freund neugierig entgegen. „Nein. Er ist mit Freunden ausgegangen, müsste aber bald wieder zurück sein." Grinst er dich an, während er sich auf das Bett nieder lässt. Du tust es ihm gleich und siehst dich etwas in seinem Zimmer um. Als dein Blick aus dem Fenster geht, siehst du wie dicke Regentropfen gegen die Scheibe prallen und nach kurzer Zeit die Sicht komplett versperrt. „Da hast du wohl noch Glück gehabt.“ Der Schwarzhaarige lächelt dich an, was du erwiderst.

„Also, auf was hast du Lust?" Überrascht siehst du Jeff an, der sich zurück gelegt hat und dich aus dem liegen beobachtet. Mit den Schultern zuckend überlegst du, doch kommst auf keinen Entschluss.

„Ich dachte du wüsstest etwas." - „Wir werden schon etwas finden!" Jeff's Optimismus zaubert dir ein lächeln auf die Lippen.

~

Nachdem ihr Filme geschaut und auf seiner Konsole gezockt habt, sitzt ihr nun im Wohnzimmer auf dem Sofa und redet über alles was euch in den Sinn kommt. Am Schluss bleibt ein bestimmtes Thema in der Luft hängen: Liu und deine Gefühle für ihn.

„Was an meinem Bruder magst du besonders?" Jeff lehnt sich etwas zu dir und sieht dich neugierig an. Dir steigt die Hitze ins Gesicht und wendest schüchtern den Blick von dem dir gegenübersitzenden ab. „Dich hat es wohl schwer erwischt, was?" Mit einem stummen nicken beantwortest du seine Frage, was er mit einem bemitleidenden Blick kommentiert.

Was du durchmachen musst, wenn du Liu fast täglich sehen musst aber nie wirklich näher kommst, kann sich Jeff nur erahnen.

„Jeff, ich bin zurück!" Die Stimme von Liu lässt dich zusammenzucken. Du hast komplett vergessen, dass er von seinem 'Ausflug' wieder zurück kommt.

„Willst du ihn begrüßen?" Du siehst den Schwarzhaarigen zweifelnd an, doch dieser lächelt dir aufmunternd zu. „Okay."

Mit weichen Knien stehst du vor der Zimmertüre des Braunhaarigen und kämpfst mit dir selber. Du willst ihm doch nur Hallo sagen. Was ist daran so schlimm?

Leise klopfst du am Holz, doch dir antwortet niemand und auch nach lauterem Klopfen kommt keine Reaktion von der anderen Seite, also öffnest du vorsichtig die Tür. Deine Augen weiten sich, als du ihn mit einer anderen siehst. Seine Augen sind weit aufgerissenen, während ein Mädchen ihre Lippen auf seine drückt. Als Liu dich im Türrahmen entdeckt, wie dir Tränen über die Wangen laufen, stockt ihm sichtlich der Atem.

Dein Brustkorb zieht sich schmerzhaft zusammen und du schließt schnell wieder die Tür. Mit schnellen Schritten gehst du zurück zu Jeff und sagst ihm, dass du gehen müsstest.

Hastig rennst du die Treppen hinab, dein bester Freund dicht hinter dir.

„(V/N), jetzt warte doch mal! Warum hast du es so eilig?!" Du wolltest dem Schwarzhaarigen gerade Antworten, doch da siehst du Liu hinter ihm stehen. Deine Sicht wird sofort verschwommen. Sein Blick liegt auf dir, aber irgendwas in diesem ist anders doch dies interessiert dich nicht. Das einzige was du willst, ist von hier weg.

„D-Danke Jeff." Dein bester Freund will dich umarmen, doch bevor er überhaupt eine Chance hat, reißt du die Tür auf und rennst raus zu deinem Fahrrad. So schnell du kannst tretest du in die Pedalen. Hinter dir hörst du schnelle Schritte, die allerdings nach und nach leiser werden. Der starke Regen macht es dir nicht gerade leicht, deine Sicht wird immer unschärfer und du musst dir ein paar Mal über die Augen wischen, um überhaupt etwas sehen zu können.

„(V/N), pass auf!" Du drehst dich nach links und blickst direkt in zwei grelle Lichter.

Das quietschen der Reifen bereitet dir eine Gänsehaut.

Deine Muskeln spannen sich automatisch an, als du nach hinten gestoßen und ein paar Meter weiter auf den Boden aufschlägst. Entfernt hörst du dumpfe Schritte, die sich dir nähern und kurz darauf neben dir verstummen. Über dir knien Liu sowie Jeff, in ihren Augen spiegeln sich Besorgnis und Trauer wieder.

„Ich rufe einen Krankenwagen!" Der Schwarzhaarige rennt zurück ins Haus, während Liu deinen Kopf auf seine Oberschenkel gebettet hat. Seine Finger streichen die Konturen deines Gesichtes nach, während deine Augenlider immer schwerer werden.

„(V/N), bleib wach. Hilfe kommt gleich." Die Verzweiflung in Liu's Stimme konnte man deutlich heraus hören. Du bist müde und erschöpft, was auch dem Braunhaarigen auffällt. Er drückt dich näher an sich, lange würdest du es nicht mehr wach bleiben können.

„Sie sind Unterwegs!" Jeff's Worte sind das letzte was du wahrnimmst, bevor die Schwärze dich komplett in sich aufnimmt.

•••

Mit viel Kraft machst du deine Augen auf. Das helle Licht brennt stark und aus Reflex, kneifst du deine Augen wieder zu. Deine linke Hand fühlt sich schwer an. Einen kleinen Blick nach unten und du weißt warum.

Liu hält sie fest in seinen und hat seinen Kopf auf diese gelegt. Er muss eingeschlafen sein. Gerade als du deine Hand aus seinem Griff ziehen willst, durchfährt dich ein stechender Schmerz der von deinem Arm über den Brustkorb bis hin zu deiner Schulter führt. Aus deiner Kehle kommt ein schmerzerfülltes Keuchen, was den Braunhaarigen aufschrecken lässt.

„(V/N), a-alles gut?" Die Stimme von Liu ist kratzig und als du ihm in die Augen sieht, stockt dir der Atem. Seine sonst so grünen Augen die vor Freude strahlten, sind trüb und kalt geworden. Er stützt sich leicht über dich, wobei er deine Hand nicht los lässt.

„W-Was ist passiert?" - „Ein Auto hat dich erwischt, als du die Straße vor unserem Haus überqueren wolltest. Du warst zwei Tage im Koma gelegen." Zwei Tage? Du warst 48 Stunden nicht ansprechbar... Kein Wunder, dass Liu so fertig aussieht.

„Aber eines musst du mir noch erklären." Fragend siehst du deinen Schwarm an. Mit einem nicken deutest du ihm, weiter zu sprechen.

„Warum bist du so schnell verschwunden?" Sein Blick ist besorgt und lässt dich stutzig werden. „Es ist schwer zu erklären." - „Versuch es. Ich höre dir zu."

Du wendest den Blick ab und suchst nach den passenden Worten.

„Wer war überhaupt das Mädchen?" Liu sieht dich überrumpelt an, doch muss kurz darauf schmunzeln. „Eine Freundin. Sie meinte, dass keine Busse mehr fahren und ihre Eltern nicht daheim seien, also bot ich ihr an bei mir zu übernachten und am nächsten Morgen nach Hause zu fahren. Vermutlich fasste sie es falsch auf und schmiss sich an mich ran. Dann kamst auch schon du rein.“

Du nickst und wendest deine (A/F) zu ihm. Er zuckt leicht zusammen und wird um die Nase rot, doch hält deinem Blick stand und schenkt dir ein kleines lächeln.

„Aber dennoch musst du mir jetzt auch meine Frage beantworten.“ Leicht schüttelst mit dem Kopf. Unter dein Kinn legen sich zwei Finger und zwingen dich dazu, dem Blick stand zu halten als er dir die nächste Frage stellt. „Stimmt es was Jeff gesagt hat? Hast du wirklich Gefühle für mich?“

In deinen Augen sammeln sich Tränen, die Liu zärtlich wegwischt. Warum hat Jeff dich verraten?

„Ich empfinde für dich auch mehr als nur Freundschaft.“ Perplex siehst du den Braunhaarigen an. Ob du seinen Worten glauben schenken solltest wusstest du nicht, aber als jemanden der nur mit Gefühlen anderer spielt, schätzt du ihn auch nicht ein.

Du warst in deinen Gedanken so versunken, dass du erst jetzt bemerkst wie nah dir Liu gekommen ist. Sein Atem streift deine Haut und sein Blick brennt sich in deinen. „Ich liebe dich (V/N).“

Seine Lippen berühren deine leicht, bevor er seine Hand auf deine Wange legt und dich in einen richtigen Kuss verwickelt. Du bist mit der gesamt Situation etwas überfordert, doch als Liu mit seinem Daumen leicht über deine Haut streicht und dir Sicherheit gibt, erwiderst du den Kuss.

Nach einem kurzen Augenblick löst sich Liu von dir und lächelt dich mit leuchtenden Augen an. Du konntest es im Kuss spüren und nun in seinen Augen sehen, dass er seine Gefühle für dich  nicht vortäuscht.

Mit seinen Finger fährt der Braunhaarige durch deine (H/F) Haare, wobei er den Blick nicht von dir abwendet. Du schließt deine Augen und genießt die Berührungen von ihm.

Liu legt sich zu dir ins Bett und drückt dich an sich, darauf bedacht dir nicht weh zu tun. Mit einem lächeln schmiegst du dich an ihn und schließt die Augen.

Immer wieder platziert er federleichte Küsse auf deiner Stirn, deinen Wangen oder deinen Lippen, wodurch du mehr und mehr in einen traumlosen Schlaf gleitest.

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