12
Eren P.O.V.
Die letzten Stunden waren im Flug vorbei gezogen. Nachdem Eren bei dem provisorischen Verletztenlager einen anständigen Verband bekommen hatte, hatte ein Helikopter die Verletzten in ein nahe liegendes Krankenhaus gebracht. Er fühlte sich unter den ganzen zwischen Leben und Tod schwebenden Verwundeten furchtbar Fehl am Platz. Seine Waffe trug er immer noch bei sich und weigert sie loszulassen als ein Arzt sie in Gewahrsam nehmen wollte. (Ist ja nur ein scharfschützengewehr, halb so wild 😂) Sicherlich würde er sie nie wieder bekommen, wenn sie jemand an sich nehmen würde. Im Krankenhaus war das reinste Chaos ausgebrochen. Überall wuselten Ärzte und Krankenschwestern durch die Gegend und kümmerten sich um die schlimmsten Fälle. Es dauerte eine geschlagene halbe Stunde bis es jemand für nötig betrachtete sein Bein anzusehen. Danach hatte er irgendwie alles vergessen. Das Narkosemittel hatte deutliche Wirkung gezeigt und verhinderte Eren an irgendetwas nach dem Gespräch mit der Ärztin zu denken. Mittlerweile lag er mit einem dicken Verband auf der Station und hing am Tropfen. Eine nett aussehende Frau hatte ihm die Lage erklärt und gesagt er könne schon bald wieder gehen. Länger als ein paar Tage würde er es hier auch nicht aushalten. Eren hasste es nutzlos herumzusitzen, wenn es so viel gab um das es sich zu kümmern gab. Toby hatte ihn bereits besucht. Sein bester Freund hatte Eren nach Anweisung alles bis ins kleinste Bisschen erzählt. Zumindest alles was dieser wusste. Er erzählte von einem geplanten Anschlag auf die Schule, der von irgendwelchen höheren Tieren in die Wege geleitet wurde. Mehr sagten sie den Schülern wohl nicht. Toby hatte außerdem erzählt, dass es mehrere Dutzend Tote und viele mehr Verletzte gab. Die Krankenhäuser im nahen Umkreis waren wohl völlig überfüllt. Angeblich hatten sich die Angreifer aber verzogen, als klar war wer das Spiel gewonnen hatte und die meisten von ihnen erledigt waren. Eren hatte immer noch tausende Fragen im Kopf und hoffte diese schnellstmöglich beantwortet zu bekommen.
Als Elizabeth eintrat langweilte er sich bereits. Etwas überrascht, dass sie wirklich gekommen war, war er schon. Es gab nichts, was sie dazu zwang. "Gut" antwortete er knapp und ihm vielen die Pflaster auf ihren Armen und noch an ein paar anderen Stellen auf. Dann war sie also auch zu einem Selbstzweck hier. Zugegeben sah sie nicht gerade gesund aus. Aber was würde ihn dann anschauen, wenn er sich an den Spiegel trauen würde? Interessiert erhob er die Stimme. "Wieso bist du hier? Musst du nicht zu deinen Leuten?" Sein Tonfall war beabsichtkicherweise spitz und etwas brovokant. Eren war langweilig, da musste er ja jemanden nerven.
Elizabeth P.O.V.
Sie verdrehte die Augen, da sein Tonfall ihr ganz gewiss aufgefallen war. ,,Ein Danke reicht." Sagte sie schnippisch und ging durch das Zimmer was er hatte. Er hatte ein Einzelzimmer, was als Krankenzimmer auf der Intensivstation doch relativ gut aussah. ,,Ich wollte mich nach Dir erkunden, immerhin war das nicht ohne." Sagte sie und spielte auf vor zwei Stunden an. Sie hatte sich bereits nach ihren Leuten umgeschaut, jedoch nur kurz um sicher zu gehen wer es alles mitgemacht hatte. Zwei von ihnen sind gestorben, jedoch ehrenhaft als sie die anderen beschützt hatten. Sie sagte es ihm aber nicht, da sie keinen Grund sah sich vor ihm zu rechtfertigen. ,,Wie lange musst du noch hier bleiben?" Fragte sie dann mit einem Seufzer und ging zum Fenster und sah hinaus. Sie genoss die Ruhe gerade. Am Internat hatte man oft viel Hektik und nur am Abend wieder Ruhe. Der Tag fing auch wieder früh an. ,,Toby hat Dir schon alles erzählt oder? Hast kaum was verpasst." Sagte sie grinsend und hätte ihm am liebsten euphorisch aufs Bein gehauen, ließ es aber sein. Passend wäre es in der Situation wohl kaum. Danach setzte sie sich auf einen der freien Stühle und musterte ihn.
Eren P.O.V.
Mit den Augen verfolgte er ihren Weg durch sein Zimmer. Tatsächlich hatte er Glück gehabt ein Zimmer alleine zu bekommen obwohl das Krankenhaus völlig überrannt worden war. Privatversicherungen lohnten sich dann doch mal. Aber Eren war sich auch ziemlich sicher, dass er lieber gegangen wäre als mit irgendeiner alten, schnarchenden Schachtel im Zimmer zu liegen. "Du brauchst mich nicht zu bemuttern" sagte er erneut, dieses Mal aber etwas witzelnder und ließ es dann bleiben. Sie würde sich vor ihm nicht für irgendetwas erklären, das war ja klar. Seufzend lehnte er seinen Kopf an's Kissen. Er fühlte sich hier ein bisschen wie in einem Loch. "Ungefähr 3 Tage. Aber so wie's aussieht werd ich einfach morgen gehen." meinte er gleichgültig. Die Verletzung konnte schon nicht so schlimm sein. Mit dem Training würde er es erstmal langsam angehen aber Eren wollte nicht derjenige sein, der beim Sport neben dran auf der Bank saß. Er beobachtete sie auch wie sie am Fenster stand und sich dann einen Stuhl schnappte. Wie grotesk es war, dass sie sich vor ein paar Stunden noch bekriegt hatten und jetzt friedlich im Krankenhaus saßen. Den Witz fand er nicht sonderlich witzig und gab nur ein "haha" von sich. "Hast du irgendwelche brauchbaren Infos? Anscheinend sagen sie uns ja nicht allzu viel?"
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top